Verfahren zum Anfeuchten hygroskopischer Waren, insbesondere von Tabak. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anfeuchten hygroskopischer Waren, insbesondere von Tabak, bei welchem die zu befeuchtenden Materialien in einen künst lich erzeugten Nebel zerstäubter Flüssig keiten gebracht werden, und zwar derart, dass die Materialien von allen Seiten von nahezu ruhendem Nebel umgeben sind.
Die Zeichnung veranschaulicht verschie dene Ausführungsbeispiele von Einrichtun gen, mit denen das Verfahren durchgeführt werden kann.
Fig. 1 zeigt als erstes Ausführungsbei spiel eine Behandhingskammer in schemati schem Längsschnitt, aus welchem insbeson dere die Anordnung der zu behandelnden Waren in der Kammer ersichtlich ist; Fig. 2 zeigt wiederum im Längsschnitt die Behandlungskammer, in welcher an der Decke in beispielsweiser Ausfübrungsform Prallflächen zur Vernichtung der Bewegungs energie des Nebelstrahles angeordnet sind; in Fig. 3 sind als weiteres Ausführungsbei spiel die gemäss Fig. 2 dargestellten Prall flächen durch gegen den Nebelstrahl gerich tete Kraftströme ersetzt;
Fig. 4 zeigt wiederum im Längsschnitt durch die Behandlungskammer verschiedene Ausführungsbeispiele der Anordnung von Kühleinrichtungen im Falle, dass zur Zer- stäubung der Flüssigkeit Dampf oder der gleichen verwendet wird.
Mittelst dieser Einrichtungen kann das Verfahren etwa wie folgt ausgeführt wer den: Gemäss' dem Ausführungsbeispiel in Fig. 1 wird mittelst eines im Behandlungsraum 1 angeordneten Zerstäubers 2 besonderer Kon struktion Wasser so fein und gleichmässig zerstäubt, da.ss sich in dem Raum ein dichter Nebel bildet. Diesem Nebel werden die zu Bündeln (Docken) zusammengefassten Tabak blätter ausgesetzt, und zwar sind die Blät ter 5 auf an Stangen 3 angebrachten, nach aufwärts gerichteten Dornen 4 derart auf gesteckt, dass die Stengelenden nach. unten und die Blattspitzen nach oben gerichtet sind.
Die äussern Blätter, die zunächst am meisten mit dem zerstäubten Wasser in Berührung kommen, biegen sich nach Aufnahme von Feuchtigkeit infolge ihrer Schwere und der verminderten Starrheit nach unten in die Stellung 5', so dass die nächstfolgenden Blät ter der Bündel dem Nebel vollständig aus gesetzt werden. Dies wiederholt sich so lange, bis sich auch die innersten Blätter der Docke frei im Nebel befinden. Dadurch wird eine gleichmässige Durchfeuchtung des gesamten Bündels erreicht.
Einen nicht zu unterschätzenden Ein fluss auf eine gleichmässige Befeuchtung der Tabakblätter hat die Aufstellung des An feuchteraumes, den man bei diesem Ver fahren nicht besonders herzurichten braucht, beziehungsweise zu dem man jede beliebige Räumlichkeit ohne weiteres verwenden kann. Der Behandlungsraum soll nicht unmittelbar an die Aussenwand des Gehäuses angrenzen, da sich sonst starke äussere Luftbewegungen (Winde) ungünstig auf die Verteilung ctes Nebels im Raum bemerkbar machen.
Der Nebel darf auch nicht unter irgend welchen Druckeinflüssen auf den Tabak ge schleudert werden. Im Raum sich bildende Luftwirbel haben sich in der Praxis als sehr schädlich erwiesen. Der Tabak muss von sich aus auf ganz natürliche Weise die Feuchtig keit aus der Luft nehmen; man muss ihm nur die günstigsten Verhältnisse hierfür schaffen.
Entstehen bei der Flüssigkeitszerstäubunb Luftwirbel in der Behandlungskammer, so kann die schädliche Auswirkung der Luft wirbel dadurch vermieden werden, dass die dynamische Kraft des der Düse entströmen den Nebelstrahles durch besondere Vorrich tungen, zum Beispiel durch in einem Ab stand von der Düse angeordnete Prallflächen bezw.-körper aufgehoben oder aber grössten teils in statischen Druck umgewandelt wird, so dass einerseits die im Nebel befindlichen grösseren Wassertröpfchen zurückgehalten werden und nicht mit den zu befeuchtenden Materialien in Berührung kommen, und an derseits keine wesentlichen Luftströmungen in dem Teil des Rahmens vorhanden sind, in dem sich der Tabak befindet.
Eine andere, in der Praxis bewährte Vor richtung zur Vernichtung der Strömungs energie ist die folgende: Der Flüssigkeitsstrahl bewegt sich un ter Ausbreitung auf dem sogenannten Strah lungswinkel unter dynamischem Druck in einer gewissen Richtung, hierbei Luftwirbel erzeugend. Es kann nun durch einen von der entgegengesetzten Seite oder eventuell seit lich auf- die Bewegung dieses Flüssigkeits strahles einwirkenden andern Kraftstrom bezw. Luftstrom irgendwelcher Art bewirkt erden, dass an einer gewissen Stelle im Raum, durch die der Nebelstrahl den Ta bak erreichen kann, eine Kearisse Ruhe in der Luftbewegung eintritt.
Durch 'die im Raum befindliche, natürliche Luftbewegung werden aber nur diejenigen Flüssigkeits tröpfchen schwebend in der Luft gehalten, die äusserst klein sind und beim Berühren mit dem Tabak keinerlei sichtbare Tropfen erzeugen können. Es ist damit erreicht, dass eine gleichmässige Verteilung des Ne bels in dem Raum stattfindet, dass die schäd lichen Auswirkungen der Luftwirbel ver mieden werden und dass der Zerstäuber in dem Raum selbst zur Aufstellung kommen kann, was wiederum eine Vereinfachung in der Bedienung und eine ziemlich bedeutende Raumersparnis zur Folge hat.
Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel, wie unter Umständen die Bewegungsenergie des aus der Düse 2 austretenden Nebel strahles 6 vernichtet bezw. gebrochen werden kann. Zu diesem Zwecke sind gemäss Fig. 2 in der Nähe der Decke der Kammer 1 in der Strömungsrichtung des Nebels in einem Abstand von der den Nebel 6 erzeugenden Zerstäubungsvorrichtung 2 Prallflächen 7 angeordnet. Der aus der Zerstäubungsvor- richtung 2 austretende Nebelstrahl 6 trifft auf die Prallflächen i auf, wobei die Be wegungsenergie des Nebelstrahles gebrochen wird.
Durch die Anbringung von Prall flächen 7 werden zwar bei dem Aufprall des Nebelstrahles leichte Wirbel 8 verursacht; ,jedoch bewegen sich diese Wirbel entlang der Decke der Kammer 1 und werden dort ver nichtet, so da.ss im Raum selbst nahezu ruhen der Nebel vorhanden ist.
Bei dem Verfahren nach vorliegender Erfindung ist das Vorhandensein von ruhen dem Nebel unbedingt erforderlich, damit die zu befeuchtenden Materialien (Waren) ohne Beeinflussung von unerwünschten Luftströ inungen nur nach Massgabe des vorhandenen Diffusionsgefälles Feuchtigkeit aufnehmen.
In dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 3 sind die Prallflächen durch gegen den Nebel strahl 6 gerichtete Kraftströme 9 (Druckluft, Dampf oder dergleichen) ersetzt. Durch die Kraftströme wird der Nebelstrahl 6 eben falls unter Bildung geringer Wirbel 8, wel che wiederum nur an der Kammerdecke wirk sam sind und dort keinerlei Schäden anrich- 1eii, vernichtet, so dass im Kammerraum ru hender, bezw. nahezu ruhender Nebel vor handen ist.
In Fig. 4 sind verschiedene Ausführungs beispiele veranschaulicht, welche zeigen, auf welche Weise die bei der Zerstäubung von Flfssigkeit mittelst Dampf auftretende Wärme abgeführt bezw. vernichtet werden kann.
Als erste Ausführungsmöglichkeit kann die Zerstäubungseinrichtung 2' in der Nähe einer Kammerwand mit gegen die Wand ge richteten Düsenöffnungen angeordnet sein, so dass der Nebelstrahl 6' auf die betreffende Kammerwand auftrifft.
In diesem Falle dient die Kammerwand als Prallfläche und gleichzeitig auch als Kühlfläche. Die beim Aufprallen des Nebel strahles 6 an der Kammerwand entstehen den leichten Wirbel 8' wirken sich unter Umständen nur längs der Kammerwand aus, ohne den in der Kammer 1 befindlichen Nebel irgendwie zu beeinflussen. Durch das Auftreffen des unter Umständen bei Ver wendung von Dampf erwärmten Nebelstrah les 6' auf die Kammerwand wird die dem Nebelstrahl beigegebene Wärme durch die Kammerwand abgeleitet, so dass eine Beein flussung des in der Kammer befindlichen ruhenden Nebels nicht mehr möglich ist.
Um eine Kühlwirkung in der Kammer 1 zu erzielen, ist es jedoch auch möglich, für die Abführung der das Gut eventuell schä digenden Wärme, beispielsweise durch An ordnung von Öffnungen 10, welche mit Prall flächen bezw. Umlenkflächen 11 versehen sind, Sorge zu tragen. Die betreffenden Öff nungen werden dabei mit Vorteil an der Kammerdecke angebracht.
Die Prall- bezw. Umlenkflächen 11 sollen bewirken, dass beim Austritt der Wärme aus der Kammer 1 kein Luftzug in der Kammer entsteht.
Als weiteres Ausführungsbeispiel für die Kühlung der Behandlungskammer kann auch, wie in Fig. 4 veranschaulicht, eine Berieselungsvorrichtung 12' angeordnet wer den, welche für die Vernichtung der in der Kammer 1 auftretenden Wärme sorgt.
Schliesslich könnte als letztes Ausfüh rungsbeispiel für die Abführung der in der Kammer 1 auftretenden Wärme eine Kühl vorrichtung 13 bekannter Art vorgesehen werden, beispielsweise durch Anordnung eines durch Kaltwasser oder ein sonstiges Kühlmittel durchströmten Rohrkühlers oder dergleichen. Die Kühleinrichtung 13 könnte erforderlichenfalls auch als Heizvorrichtung verwendet werden.