Dampfturbinenaggregat. Die Hilfsmaschinen von Dampfturbinen- gg gaten, insbesondere die Pumpen der <B><I>i</I></B> a- re Kondensationslage, auch die Ventilatoren der elektrischen Stromerzeuger, werden heute meistens durch besondere Elektromotoren oder Hilfsdampfturbinen angetrieben. Der Elektromotorantrieb ist wirtschaftlich am günstigsten, dagegen besteht die Gefahr eines Stillstandes .der ganzen Anlage im Falle des Ausbleibens des Antriebsstromes der Hilfsmaschinen. Grössere Gewähr für Betriebssicherheit bietet der Antrieb der Hilfsmaschinen durch Dampfturbinen.
Be sonders vorteilhaft ist der Antrieb der Hilfs maschinen durch Elektromotor, in Kombina tion mit. einer Reservehilfsturbine, die selbst tätig den Antrieb übernimmt, wenn der Strom des Motors ausbleibt. Diese kombi nierte Antriebsart ist aber verhältnismässig teuer und nicht gerade einfach. Der Antrieb der Hilfsmaschinen mittelst Dampfturbine wird ausserdem umso schwieriger, je höher der Dampfdruck des Aggregates steigt, weil auch die kleinen Hilfsdampfmaschinen für die grossen Drücke gebaut werden müssen. Diese Hilfsmaschinen werden dann in einem Masse teuer und unwirtschaftlich, dass man gezwungen ist, für den Antrieb der Hilfs maschinen den Elektromotor anzuwenden und die daraus entstehenden Betriebs unsicherheiten in Kauf zu nehmen.
Der Generatorventilator, dessen auch nur kurzzeitiger Ausfall eine Zerstörung des Generators zur Folge hätte, wird häufig trotz schlecht passender Drehzahl, falls er nicht ohnehin im Generator eingebaut ist, von der Hauptwelle der Turbinengruppe unmittelbar angetrieben, womit ein Stillstehen desselben ausgeschlossen ist, solange der Generator läuft.
Es ist auch bekannt, die Kondensations pumpen am Ende der Gruppe unmittelbar anzutreiben, wodurch auch die Kondensa tionsanlage und .damit die Hauptturbine vor Betriebsunterbrechung durch Ausbleiben des Stromes geschützt sind. Dieser Antrieb ge- schieht in der Regel über ein Zahnradvor- gelege, weil die Drehzahl der Pumpen ge ringer sein muss als diejenige der Haupt gruppe. Dieser Antrieb am Ende der Turbo gruppe besitzt aber wesentliche Nachteile. Die Länge der ganzen Gruppe wird um die Hilfsmaschinen vergrössert. Die Saughöhe der Pumpen wird um die volle oder fast volle Höhe der Turbogruppe vermehrt, so dass diese Anordnung nur in den seltensten Fällen möglich ist, trotzdem sie zur Erhöhung der Betriebssicherheit sehr angebracht wäre.
Für kleinere Leistungen ist es ferner be kannt, die Hilfsgruppe gegenüber der Haupt gruppe tiefer aufzustellen und für den un mittelbaren Antrieb Kettenübertragung, oder Kegel- bezw. Schraubenradübertragung mit einem senkrecht zu der TurbinenaggTegat- welle und Hilfsmaschinenwelle liegenden dritten Wellenstrang anzuwenden. Diese Mit tel sind bei grösseren zu übertragenden Kräf ten und bei den an einer Dampfturbinen gruppe vorhandenen Geschwindigkeiten be triebstechnisch unzweckmässig und zum Teil unbrauchbar, handelt es sich doch um die Übertragung von Leistungen, die auf 1000 und mehr KW steigen können.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht, die Vorteile ,des unmittelbaren Antriebes der Hilfsmaschinen durch die Hauptmaschinen gruppe unter Umgehung ihrer Nachteile aus zunützen. Die Erfindung betrifft ein Tur binenaggregat mit unmittelbarem Antrieb der Hilfsmaschinen von der Hauptmaschinen gruppe aus und kennzeichnet sich durch eine aus mindestens drei aneinandergereihten Zahnrädern bestehende Zahnradsäule zum Antrieb von Hilfsmaschinen,
deren Wellen tiefer liegen als die der Ha.uptmasehinen- W (Y uppe. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbei spiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht des Strom erzeugers und der des. Aggregates; Fig. 2; ist eine Seitenansicht auf das Ag gregat von rechts; nach links gesehen.
Unter dem von der nicht dargestellten Dampfturbine angetriebenen elektrischen Stromerzeuger 1 mit seiner Welle 2 sind auf der Welle '3 die Ventilatoren 4, 5, die Öl- pumpe 6 und die Kühlwasserpumpe 7 unter gebracht. Die Saughöhe der Ölpumpe 6 ist dabei gering. Ausserdem wird noch von die ser ZVelle 3 mittelst Kegelrädern 8 die Kon- densatpumpe 9 angetrieben. 1G, 11, 12, 13 sind Oberflächenkühler für die von den Ven tilatoren 4, 5 in ständigem Kreislauf getrie bene Kühlluft des Stromerzeugers 1.
Der Antrieb -d.er Welle 3 erfolgt von der Welle 2 aus mittelst einer hier aus vier aneinander gereihten Rädern 14, 15, 16, 17 bestehenden Zahnradsäule. Vom zweiten Zahnrad 15 wird unmittelbar die Erregermaschine 18 des Stromerzeugers angetrieben. Die Zahnrad säule soll mindestens aus 3 Zahnrädern be stehen, um ihren Charakter als Fernübertra gung gegenüber einer gewöhnlichen Über setzung hervortreten zu lassen, kann aber aus mehr, zum Beispiel bis zu 5, zusammen gesetzt sein. Einzelne dieser Zahnräder wer den zum Antrieb einzelner Hilfsmaschinen verwendet, wobei es möglich ist, die gün stigste Lage und Drehzahl auszuwählen.
So lässt man im Beispiel die Erregermaschine 18 mit etwas geringerer Drehzahl am zweiten Rad 15 von oben laufen, wenn es erwünscht ist, den Erreger bei der Hauptgruppe anzu ordnen. Es ist auch denkbar, zum Beispiel die Kondensatpumpe, die möglichst tief un ter dem Kondensator liegen soll, vom unter sten Zahnrad, die Kühlwasserpumpen und Ventilatoren, die eine grössere Althöhe be sitzen, vom zweituntersten Rad anzutreiben. Man könnte auch Kondensatpumpe, Ventila toren, Erregermaschine und Ölpumpe am gleichen Wellenstrang, der von einem Zahn rad der Säule angetrieben wird, anordnen.
Die Pumpen der Kondensationsanlage wer den zweckmässigerweise unter den oder die Kondensatoren gelegt. Daraus ergibt sich der grosse Vorteil, dass die Kühlwasserleitun gen praktisch verschwinden und die Kon- den8atleitungen sehr kurz werden, wodurch die Gefahr des Lufteintrittes in erwünschter Weise verringert wird. Die Zahnradsäule zur Verbindung der Hauptwelle mit der Hilfswelle kann, wie dargestellt, am Ende des elektrischen Stromerzeugers oder zwi schen diesem und der Turbine angeordnet sein. Im letzteren Fall ergibt sieh eine sau bere Trennung des mechanischen und elek trischen Teils des Aggregates.