CH161409A - Verfahren zur Regelung eines durch mehrere Maschinen gespeisten Wechselstromnetzes. - Google Patents

Verfahren zur Regelung eines durch mehrere Maschinen gespeisten Wechselstromnetzes.

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CH161409A
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Aktieng Siemens-Schuckertwerke
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Siemens Ag
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  Verfahren zur     Regelung    eines durch mehrere Maschinen gespeisten     Wechselstromnetzes.       Die Schwierigkeiten, die sich beim Zu  sammenschluss grosser elektrischer Wechsel  stromverteilungsnetze mit mehreren parallel  arbeitenden Kraftwerken ergaben, versuchte  man bisher auf rein empirischem Wege zu  lösen, dadurch,     da.ss    man versuchsweise     be-          Jimmten    Maschinen, die auf das Netz arbei  teten,     bestimmte    Regelfunktionen überwies,  ohne     da,ss    man aber zu Lösungen gelangte, die  bei einem Zusammenschluss mehrerer Netze  bestimmte Anweisungen für die vorzusehende  Regelung ergeben.  



  Man ging im allgemeinen bisher so vor,  dass man einer der Maschinen     bezw.    einem  Werk die     Frequenzregelung    des Netzes zu  wies, während die übrigen     Maschinen    auf  konstante Leistung oder nach einem Fahr  plan geregelt wurden.

   Die     frequenzgeregelte     Maschine     hatte    dann die jeweils vom Ge  samtfahrplan abweichende Spitzenlast     mit    zu  übernehmen.     Bei    Anwendung dieses Regel  verfahrens in grossen Netzen zeigten sich un-         erwartet    in mehreren Fällen Schwierig  keiten;

   es traten bei     Laständerungen    starke       Frequenzänderungen    ein, die ein     Gegenein-          anderregeln    bei den einzelnen Maschinen und  damit erhebliche     unerwünschte        Lastpende-          lungen    herbeiführten.     Hiedurch    tritt in vielen       Fällen    ein Auseinanderfallen des Netzes ein.  In andern Fällen erwies sich hingegen eine  Durchführung des Betriebes ohne Schwierig  keiten als möglich.  



  Gegenstand der vorliegenden Erfindung  bildet ein Verfahren zur Regelung eines  Wechselstromnetzes, das ein Zusammen  arbeiten     frequenzgeregelter-    und lastgeregel  ter Maschinen in einem Netz stets ohne  Schwierigkeiten gestattet. Die Erfindung ge  langte zu der Lösung durch die Erkenntnis,  dass für den Regelvorgang die Regelge  schwindigkeit bei den zusammenarbeitenden       Maschinen    von wesentlichem     Einfluss.    ist.  



  Erfindungsgemäss werden in einem Netz  mit mehreren parallel arbeitenden Maschi-           nen,    von denen ein Teil     frequenzgeregelt    ist,  während die andern mit     Lastregelung    arbei  ten,     Leistungen    und Regelgeschwindigkeiten  der     frequenz-    und lastgeregelten     Maschinen     derart festgelegt, dass das Produkt aus       Gesamtnennleistungssumme    und Regelge  schwindigkeit der     frequenzgeregelten    Ma  schinen gleich oder grösser ist als das Pro  dukt der Leistung und Regelgeschwindig  keit der lastgeregelten Maschinen.

   Bei meh  reren Maschinen ist an die Stelle der     Regel-          geschwindigkeit    einer     einzelnen    Maschine  die resultierende Regelgeschwindigkeit aller  lastgeregelten     bezw.        frequenzgeregelten        Ma-          schinen    zu setzen.  



  Im     folgenden    sei der Nachweis geführt,  dass sich bei     Einhaltung    dieser     Bedingung    die  Betriebsverhältnisse in dem Netz wesentlich  verbessern.  



       Fig.    1 zeigt zunächst die Regelkurven je       einer    zusammenarbeitenden     frequenzgeregel-          ten    und lastgeregelten Maschine. In     Fig.    1  und auch     in    den folgenden Ausführungen  wird der Einfachheit halber vorausgesetzt,  dass nur je eine leistungsgeregelte und je eine       frequenzgeregelte    Maschine vorhanden sind.  An den     Bedingungen    ändert sich jedoch  nichts, wenn mehrere Maschinen vorhanden  sind. Dem im folgenden beschriebenen Aus  führungsbeispiel liegt eine     Steuerung    nach  Frequenz und Last über den üblichen Dreh  zahlregler zugrunde.  



  In dem Diagramm der     Fig.    1 ist die Be  lastung der Maschinen in Prozenten ihrer  Gesamtleistung als Abszisse und die Dreh  zahl der Maschinen     bezw.    die Wechselstrom  frequenz als Ordinate aufgetragen. Die Ge  rade 1 gibt     die    statische Drehzahlcharak  teristik der     frequenzgeregelten    Maschine, die  Gerade 2 die Charakteristik der lastgeregel  ten Maschine für einen bestimmten Betriebs  fall wieder. In dem Diagramm ist ein     Un-          gleichförmigkeitsgTad,    das     heisst    eine prozen  tuale Drehzahländerung von beispielsweise  4 % angenommen.  



  Die     Maschine    I arbeitet mit Frequenz  regelung. Dies bedeutet, dass bei veränder  licher Belastung,     mit    der eine Frequenz-         änderung    verknüpft ist, der Regler den Last  punkt der Maschine auf einer Parallelen zur       Abszissenachse,    nämlich auf Nennfrequenz,  zu halten sucht. Die Maschine     II    arbeitet mit  Lastregelung. Der Regler dieser Maschine  sucht die gleiche Last unabhängig von der  Frequenz einzuhalten, sucht also den Last  punkt der Maschine auf einer Parallelen zur       Ordinatenachse    zu halten.

   Es ist weiter im       Diagramm    vorausgesetzt, dass die Regelge  schwindigkeit der Maschine I gleich der       Regelgeschwindigkeit    der     Maschine        1I    ist.       Unter    der     Regelgeschwindigkeit    der Ma  schinen wird die     Geschwindigkeit    verstanden,  mit der die     Drehzahlkennlinien    durch den  Frequenz- oder     Lastregler    verschoben wer  den, oder mit andern Worten die prozentuale  Änderungsgeschwindigkeit der     Last.     



  Die     resultierende        Regelgeschwindigkeit     aller     frequenzgeregelten        bezw.    lastgeregelten  Maschinen ist in der gleichen Weise defi  niert; an die Stelle der Kennlinie der Einzel  maschine tritt dann die im Netz wirksame       resultierende        Kennlinie        bezw.    anders aus  gedrückt die resultierende     leistungsabhängige          Frequenzabsenkung.     



       Tritt    nun im Netz, auf das die     frequenz-          geregelte    Maschine I und die     lastgeregelte     Maschine     II    arbeiten, ein Laststoss auf, so  erfolgt zunächst bei beiden Maschinen gleich  zeitig eine Drehzahlabsenkung, das heisst  eine     Frequenzabsenkung    des Netzes; wäh  rend vor Beginn der Absenkung die Maschi  nen im Punkte 10     bezw.        .200        arbeiteten,    ar  beiten sie nun nach dem Laststoss im Punkt  11     bezw.    '201.  



  Das dynamische Verhalten der Maschine  ist hierbei vernachlässigt; seine Berücksich  tigung ändert im Prinzip nichts.     Es    sei an  genommen, dass erst in diesem Punkte die  Frequenz- und Lastregler beginnen zu wir  ken. Der Regler der lastgeregelten Maschine  sucht die     Belastung    der Maschine zu ver  ringern, da sich ja durch die     Frequenzab-          senkung    die Last der Maschine vergrössert       hatte,    während der     Maschine    jedoch die Be  dingung konstanter Last gestellt ist. Der      Regler der     frequenzgeregelten    Maschine  sucht deren Leistung so zu ändern, dass die  Netzfrequenz aufrecht erhalten wird.  



  Es sei nun beispielsweise angenommen,       da.ss    die Maschine I eine     Leistung    von       10000        kw,    die Maschine     II    eine Leistung von       30000        kw    besitzt. Die Laständerung betrage  4000     kw    =     10,%    der Gesamtlast, ein Wert,  der im normalen Betriebe oft zu beobachten  ist.

   Beginnt nun der Regler der Maschine     II,     die erheblich grössere Leistung als die Ma  schine I besitzt, in dem Punkt 201 des Dia  grammes im Sinne einer Lastverringerung  dieser Maschine zu arbeiten, so verringert er  in der Zeiteinheit die Leistung der Ma  schine     II    in erheblich stärkerem Masse als  der Regler der Maschine I deren Leistung  zu steigern     vermag.    Die Folge ist zunächst  eine weitere Absenkung der Frequenz. Die  Maschinell arbeitet nach einer gewissen  Zeit im Punkte 202, während die Maschine 1  sich im Punkte 12 des     Diagrammes    befindet.

    Die Frequenz des Netzes sinkt weiter ab,  bis im Punkte 205 die Maschine     II    wieder  auf ihre Sollast     herabgeregelt    worden ist, so  dass der Lastregler der Maschine     II    aufhört  zu     arbeiten        bezw.    bei einem Überregeln seine  Arbeitsrichtung umkehrt. Die Maschine I  treibt nun unter etwa gleichbleibender Last  verteilung die Frequenz des Netzes wieder  auf einer Parallelen zur     Ordinatenachse    in  die Höhe, bis in den Endpunkten der neue  Gleichgewichtszustand erreicht ist. Es hat  nun die Lastmaschine wieder die ursprüng  liche Solleistung, während die Frequenz  maschine die gesamte Laständerung des  Netzes     aufgenommen    hat.  



  Die Erfindung sucht das Zusammen  arbeiten der Maschinen dadurch zu verbes  sern, dass anschliessend an die Regelpunkte  11     bezw.    201 eine weitere     Frequenzabsenkung     vermieden wird.  



       Fig.    2 zeigt die Regelkurve, die durch  Einhaltung der nach der Erfindung vorge  schlagenen Bedingungen für Regelgeschwin  digkeit und Maschinenleistung erzielt wird.  Die Regelgeschwindigkeiten der Maschinen  <B>1</B> und     II    sind hierbei umgekehrt proportional    den     Leistungen    der Maschinen gewählt.

   Wie  eine     Aufzeichnung    des     Diagrammes    ergibt,  verringert sich dann von Punkt 20,1 ab die  Belastung der lastgeregelten Maschine gro  sser Leistung infolge geringerer     Regelge-          schwindigkeit    so langsam, dass die     frequenz-          geregelte    Maschine trotz ihrer     geringen    Lei  stung durch hohe Regelgeschwindigkeit nach  zukommen vermag, eine weitere     Frequenzab-          senkung    also nicht eintritt. Für     Lastverringe-          rungen    und     Frequenzsteigerungen    gilt sinn  gemäss das Gleiche.

    



  Wird die vorgeschlagene     Bedingung    ge  nau eingehalten, so bleibt die Frequenz wäh  rend des     Belastungsausgleiches    konstant und  steigt erst nach dem Belastungsausgleich  praktisch ohne     Lastverschiebung    an. Wird  das Verhältnis der Leistung der     frequenz-          geregelten    zur lastgeregelten     Maschine    grö  sser gewählt als dem durch die neue Bedin  gung gegebenen Wert     entspricht,    oder auch  das Verhältnis der Regelgeschwindigkeiten  bei     frequenzgeregelter    Maschine kleiner, so  steigt die Frequenz bereits während des Last  ausgleiches wieder an.

   Für den Betrieb des  Netzes ist dies von wesentlichem Vorteil, da  die     Auswirkungen    der     Frequenzabsenkung     auf den Parallelbetrieb der     Maschine    ver  ringert     werden.     



  Um die     frequenzgeregelte    Maschinen  leistung zu erhöhen, kann man sich bekann  ter Mittel zur gleichzeitigen     Frequenzrege-          lung    mehrerer Maschinen bedienen. Man kann  etwa     durch    eine zentrale     Frequenzüber-          wachung    Impulse nach den Reglern der im  Netz verteilten     Frequenzmaschinen    weiter  geben.  



  In dem geschilderten Ausführungsbei  spiel ist vorausgesetzt, dass die Regelge  schwindigkeiten und der Ungleichförmig  keitsgrad konstant bleiben,     und    dass ferner  die statischen Kennlinien Gerade sind.  Beide Voraussetzungen sind keine Bedingung  für die Anwendung der Erfindung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRU0H: Verfahren zur Regelung eines durch meh rere elektrische Maschinen oder Maschinen- gruppen gespeisten Wechselstromnetzes, bei dem ein Teil der Maschinen auf konstante Frequenz, ein anderer Teil auf konstante Leistung geregelt wird, dadurch gekenn zeichnet, dass Leistungen und Regelgeschwin- digkeiten der frequenz- und lastgeregelten Maschinen derart festgelegt werden,
    dass das Produkt aus Gesamtnennleistung und resul tierender Regelgeschwindigkeit der frequenz- geregelten Maschinen gleich oder grösser ist als das Produkt aus Gesamtnennleistung und Regelgeschwindigkeit der lastgeregelten Ma schinen. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass mehrere Maschi nen gleichzeitig durch von einer zentra len Frequenzüberwachung gegebene Steuer impulse geregelt werden.
CH161409D 1931-03-25 1932-03-12 Verfahren zur Regelung eines durch mehrere Maschinen gespeisten Wechselstromnetzes. CH161409A (de)

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