CH161613A - Gesinterter, Borkarbid enthaltender Formkörper und Verfahren zu seiner Herstellung. - Google Patents

Gesinterter, Borkarbid enthaltender Formkörper und Verfahren zu seiner Herstellung.

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CH161613A
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Inventor
Aktiengesellschaft Fried Krupp
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Krupp Ag
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  Gesinterter,     Borkarbid    enthaltender Formkörper und Verfahren zu seiner Herstellung.    Es ist bereits öfters vorgeschlagen wor  den,     Borkarbide    wegen ihrer ungewöhnlich  grossen Härte, und zwar insbesondere das       Borkarbid    der Formel     BsC    zur Herstellung  von Arbeitsgeräten und Werkzeugen zu be  nutzen. Meist wird hierbei das     Borkarbid     entweder allein oder     unter    Zusatz geringer  Mengen von hochschmelzenden Metallen oder  deren     Karbide,    wie Wolfram, Titan, Wolf  ramkarbid oder     Titankarbid    geschmolzen  und dann in eine der Gestalt der herzustel  lenden Geräte oder Werkzeuge angepasste  Form ausgegossen.

   Diese Herstellungsart ist       ,jedoch    wegen des hohen     Borkarbidschmelz-          punktes    schwierig und auch für eine Massen  herstellung wenig geeignet, ganz abgesehen  davon, dass die Fertigerzeugnisse hierbei  nicht immer ein homogenes Gefüge erhalten  und endlich auch nur mit erheblichen Schwie  rigkeiten nachträglich bearbeitet werden kön  nen.  



  Es ist ferner versucht worden, durch     Sin-          terung    von pulverigen Ausgangsmaterialien,  zum Beispiel     Bornitrid    und Kohle, Sinter-         körper        herzustellen.        Derartige    Produkte  haben eine sehr beträchtliche Härte, aber nur  eine sehr geringe Festigkeit- und eine sehr  grosse     Porosität.    Man hat daher auch schon  zur Erzielung von     Borkarbidkörpern        .-rö-          sserer    Dichte vorgeschlagen,

   pulverförmiges       Borkarbid    in Formen aus     Borstickstoff     gleichzeitig zu pressen und zu sintern. Ein  Nachteil dieser Herstellungsart liegt jedoch  darin, dass die     Pressformen    den erforderlichen  hohen Drücken bei     gleichzeitiger    hoher Er  hitzung nicht genügend, zum mindesten  nicht auf die Dauer standhalten, sowie auch  darin, dass man auf diese Weise ebenfalls nur  zu einer     Einzelherstellung,    nicht aber zu  einer ökonomischen Massenherstellung ge  langt.  



  Die Erfindung beruht in der Erkenntnis,  dass man bei der     Sinterung    von     Pulverpress-          körpern    dennoch harte, dichte und feste  Formkörper erhält, und zwar auf einem für  eine Massenherstellung durchaus     geeigneten     Wege, wenn     Borkarbid    zwar den Haupt  bestandteil des Formkörpers bildet,

   dieser      jedoch noch zusätzlich mindestens ein die       Porosität    herabsetzendes Hilfskarbid von  hohem 2000  C übersteigendem Schmelzpunkt  und ausserdem auch gleichzeitig noch min  destens ein der Erniedrigung der     Sinterungs-          temperatur    und der Erhöhung der Zähigkeit  und     Festigkeit    der Legierung dienendes nie  driger schmelzendes Hilfsmetall enthält.

   Die  Zusatzstoffe, also hochschmelzendes Karbid  einerseits und niedriger schmelzendes Metall  anderseits dürfen dabei zusammen nicht mehr  als     2570    des Formkörpers ausmachen, da bei  grösserem Prozentsatz der Zusatzstoffe die  Härte des Fertigerzeugnisses unbefriedigend  ist.     Als    hochschmelzende Hilfskarbide kom  men vornehmlich die Karbide von Silizium,       Vanadin,    Wolfram,     Molybdän,    Titan,     Haf-          nium    und     Zirkon    in Betracht,     -während    als  niedriger schmelzende Zusatzmetalle vor  nehmlich Nickel, Kobalt, Eisen, Chrom ge  eignet sind.  



  Zur Herstellung der Formkörper kann zu  nächst das Bor in bekannter Weise, zum Bei  spiel in einem von Wasserstoff, gegebenen  falls mit Zusatz von Kohlenwasserstoff  durchspülten     Kohlerohrofen    bis zur Errei  chung eines etwa der Formel     BEC    entspre  chenden Kohlenstoffgehaltes     karburiert    wer  den. Sodann können dem     Borkarbid    die  erforderlichen Mengen der hochschmelzenden       Hilfskarbide    und der niedrig schmelzenden       Hilfsmetalle    in möglichst feiner Verteilung  hinzugefügt werden.

   Es     ist    nicht unbedingt  notwendig, die hochschmelzenden     Hilfs-          karbide    vor der     Zumischung    in einem beson  deren Arbeitsgang zu erzeugen. Es können  mit dem gleichen Erfolg die Metalle der  hochschmelzenden Hilfskarbide zugesetzt und  während der     Sinterung        karburiert        werden.     Aus einem solchen Pulvergemisch     hergestellte          Presskörper    können in einem     Kohlerohrofen     unter Wasserstoffspülung gesintert werden.

    Hierbei gehen Zusatzstoffe, wie Silizium,  Titan,     Zirkon    und andere in Karbide über,       während    anderseits Eisen, Nickel, Kobalt,  Chrom unter anderem zwar auch etwas Koh  lenstoff aufnehmen, aber ihren metallischen       Charakter    beibehalten. Es hat sich ferner ge-    zeigt, dass zur Bildung hochschmelzender  Hilfskarbide zuzusetzende Metalle     minde-          stens    zum Teil durch elementares Bor ersetzt.  werden können.  



  Obwohl allein durch genügend lange  Dauer der     Sinterung    der     Pulverpresskörper     .dichte Erzeugnisse erzielt werden können,  kann aber dennoch     tlie        Sinterung    auch unter  gleichzeitiger Druckwirkung erfolgen, wo  durch sie in weit kürzerer Zeit zu Ende ge  führt wird.  



  Die     8interung    zu dichten Körpern kann  erfolgreich dadurch erleichtert werden, dass  das Pulvergemisch vor der Pressung im Va  kuum möglichst vollständig bei hohen Tem  peraturen     entgast    und dass der     Sinterprozess     ebenfalls im Vakuum durchgeführt wird.  Statt die     Sinterung    in einem Arbeitsgange  durchzuführen, kann man auch den     Press-          körper    erst     vorsintern    und ihn durch Bear  beitung in die gewünschte Form bringen und  dann erst     hochsintern.     



  Ein zweckmässiges Ausführungsbeispiel  ist das folgende:  Amorphes, möglichst feinkörniges Bor,  welches beispielsweise durch Reduktion von       Borogyd    mit Magnesium und Nachbehandeln  mit Salzsäure gewonnen wurde, wird im       Kohlerohrofen    auf möglichst nicht kohlender  Unterlage     (Tantalkarbid)    unter Spülung mit  Wasserstoff oder einem     Wasserstoff-Kohlen-          wasserstoffgemisch    bei etwa 1700   C so  lange erhitzt, bis eine etwa der Formel     BEC     entsprechende Zusammensetzung erreicht ist.

    Das entstandene graue Pulver-     wird    sodann  mit etwa 5 % amorphem feinkörnigem Sili  zium und 2,5 % feinkörnigem, in Wasser  stoff reduziertem Eisenpulver innig ver  mischt. Das Gemenge wird sorgfältig bei  etwa<B>1350</B>   C im Vakuum entgast und un  mittelbar hierauf zu Formkörpern gepresst.  In einem von trockenem Wasserstoff durch  spültenKohlerohrofenwerden     sodann.        diePress-          körper    langsam auf etwa 2000   C erhitzt,  wodurch sie eine so grosse Festigkeit erlan  gen, dass sie sich gut bearbeiten lassen.

   Das  Silizium wird während dieser Erhitzung zu      dem als Hilfskarbid dienenden Silizium  karbid     karburiert.    Nach der Formgebung  werden die Formkörper unter den gleichen  Bedingungen wie vorher auf etwa 2200 bis  <B>2300'</B> C erhitzt und fertig gesintert, was  nach etwa einer Stunde der Fall ist.  



  Die erfindungsgemäss hergestellten Er  zeugnisse besitzen neben beträchtlicher Härte  eine so grosse Festigkeit und     Zähigkeit,    dass  sie für Arbeitsgeräte und vor allem auch  Werkzeuge aller Art ausgedehnte Verwen  dung finden können, und zwar nicht nur für  metallische Werkstoffe, sondern auch für  Glas, Porzellan, Isolierstoffe und harte Mi  neralstoffe, wie beispielsweise Bergkristall.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRüCHE I. Gesinterter, ' Borkarbid enthaltender Formkörper, dadurch gekennzeichnet, dass er ausser dem den Hauptbestandteil bildenden Borkarbid sowohl mindestens ein die Porosität herabsetzendes Hilfs karbid von hohem 2000 C übersteigen dem Schmelzpunkt, als auch gleichzeitig mindestens ein der Erniedrigung der Sin- terungstemperatur und der Erhöhung der Zähigkeit und Festigkeit dienendes nie driger schmelzendes Hilfsmetall, beide in einer Gesamtmenge von bis höchstens <B>25%,</B> enthält.
    II. Verfahren zur Herstellung eines Form körpers gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass Borkarbid mit mindestens einem zu karburierenden Ele ment und mindestens einem Hilfsmetall gemischt, geformt und dann gesintert wird, wobei während der Sinterung das zu karburierende Element in das Hilfs karbid übergeführt wird. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass als zu karbu- rierendes Element mindestens zum Teil Bor zugesetzt wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch II und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass das Ausgangsgemisch im Va kuum bei hohen Temperaturen möglichst vollständig entgast und die Sinterung des Formkörpers ebenfalls im Vakuum durchgeführt wird.
CH161613D 1930-07-31 1931-05-04 Gesinterter, Borkarbid enthaltender Formkörper und Verfahren zu seiner Herstellung. CH161613A (de)

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