CH161827A - Verfahren zum Befestigen von Sohlen auf Schuhen mittelst aus Zelluloseestern bezw. -äthern bestehendem Klebstoff. - Google Patents

Verfahren zum Befestigen von Sohlen auf Schuhen mittelst aus Zelluloseestern bezw. -äthern bestehendem Klebstoff.

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CH161827A
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  Verfahren zum Befestigen von Sohlen auf Schuhen     mittelst    aus     Zelluloseestern          bezw.        -äthern    bestehendem     lilebstofF.       Die vorliegende Erfindung bezieht sich  auf ein Verfahren zum Befestigen von Soh  len auf Schuhen     mittelst    Klebstoff, bestehend  aus     Zelluloseestern        bezw.        -äthern,    bei wel  chem der Klebstoff, nachdem er auf den  Schuhboden oder die Sohle oder beide aufge  tragen ist,

   trocknen gelassen und darauf vor  dem Anpressen der Sohle an den Schuh mit  telst eines Lösungsmittels für     Zelluloseester          bezw.        -äther    wirksam gemacht wird.  



  Das Verfahren kennzeichnet sich da  durch, dass ein eine Deckschicht bildender  Stoff in dem Lösungsmittel aufgelöst wird,  wodurch die Verdampfung des Lösungs  mittels von den Schuhteilen bis zu der Zeit  verzögert wird, zu welcher der die Deck  schicht zerreissende     Pressdruck    zum An  bringen der Sohle ausgeübt wird.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung ist  besonders geeignet für die Herstellung von  gekittetem oder     Kompo-Schuhwerk,    bei dem    die Sohle an den     aufgezwickten    Schaftteilen  durch Klebstoff anstatt durch Nähte, Nägel  oder Holzstifte befestigt wird. Während der  letzten Jahre ist eine zunehmende Anzahl  von Schuhen nach diesem Verfahren herge  stellt, und zwar unter Benutzung von     Zellu-          loseester-        bezw.        -äther-Klebstoff    zur Verbin  dung der Sohle mit den Schäften.  



  Die     aufgezwickten    Teile der     Schuh-          sehäfte    und die Randteile der Sohle werden       buffiert    oder     gerauht    und     Zelluloseester-          bezw.        -äther-Klebstoff    wird auf die     gerauh-          ten    Teile aufgebracht und trocken oder hart  werden gelassen.

   Dann wird der Klebstoff  auf einem oder beiden der zu verbindenden  Teile (bei der modernsten Ausführung der  Klebstoff auf der Sohle allein) durch ein ge  eignetes Lösungsmittel erweicht, worauf  Schuh und Sohle in der     gewünschten    Stel  lung zusammengefügt und     einem    Druck aus  gesetzt werden, der Sohle und Schuh zu  sammenpresst, während der Klebstoff ab-      bindet. Bei Anwendung der bisher üblichen       Lösungsmittel    zum Erweichen des Zellulose  ester-     bezw.        -äther-Klebstoffes    war es notwen  dig, Schuh und Sohle etwa 20-30 Minuten  unter Druck zu halten.

   Wenn der Druck nur  kürzere Zeit andauert, liegt die Gefahr vor,  dass die Klebverbindung versagt entweder  sofort oder nach kurzer Tragzeit des  Schuhes. Es ist notwendig, dem Arbeiter  etwa 25 bis 30 Sekunden für die Aufbrin  gung des Lösungsmittels auf die Sohle, die  Zusammenfügung von Schuh und Sohle in  der richtigen Lage     gegeneinander    und gegen  die     Pressvorrichtung    und zum Anlassen der  Druckvorrichtung zu gewähren.

   Es sind Ver  suche mit     7elluiloseester-        bezw.        -äther-Lö-          sungsmitteln    gemacht worden, deren Siede  punkt unter dem allgemein angewandten  liegt, beispielsweise mit Mischungen von  Azeton und     Äthyläther.    Dabei ergibt sich  die Schwierigkeit, dass diese Lösungsmittel  zwar das Abbinden des Klebstoffes beschleu  nigen, so dass der Druck nach viel kürzerer  Zeit als den üblichen 20 bis 30 Minuten ge  löst werden kann, aber so rasch während des       Zusammenfügens    von Schuh und Sohle und  schon während des     Aufbringens    des Lösungs  mittels auf die Sohle verdampfen,

   dass der  trocken und hart gewordene     Zelluloseester-          bezw.        -äther-Klebstoff    in ungenügendem  Masse erweicht wird. Dadurch entsteht eine  schlechte unzuverlässige Verbindung. Jedoch  haben Versuche unter den Bedingungen eines  Laboratoriums gezeigt, dass bei genügend  raschem Aufbringen des Lösungsmittels und  Zusammenfügen und Unterdruckstellen der  Teile innerhalb von 5 oder 10 Sekunden eine  gute zuverlässige Verbindung erhalten wer  den kann.  



  Beim Verfahren nach der vorliegenden  Erfindung kann der Druck beispielsweise  nach 5 oder 6 Minuten oder noch weniger, je  nach der Beschaffenheit der     Werkstücke,     unterbrochen werden. Diese sehr erhebliche  Verkürzung der Zeitdauer, während welcher  die Schuhe unter Druck gehalten werden  müssen, vermindert entsprechend die Anzahl  der     Pressvorrichtungen,    die jedem Arbeiter    zur Verfügung stehen müssen, um Sohlen  bei der Erzeugung von     Kompo-Schuhen    zu  befestigen. Da diese Klemmvorrichtungen  verhältnismässig teuer sind, ergibt sich bei  einer Schuhfabrik, welche etwa 1000 Paar  geklebte Schuhe dieser Art am Tage erzeugt,       eine    ganz erhebliche Ersparnis.  



  Beim Verfahren gemäss der vorliegenden  Erfindung wird die Viskosität des Lösungs  mittels schon bei Anwendung verhältnis  mässig geringer Mengen der Zusatzstoffe  vergrössert und dadurch die Verdampfung  beim Aufbringen des     Lösungsmittels    und  beim Zusammenfügen des     Schuhbodens    und  der Sohle verlangsamt, während trotzdem ein  rasches     Abbinden    des Klebstoffes eintritt,  wenn der Druck zur Anwendung kommt. Wie  oben erwähnt, bildet sich bei der Anwendung  dieses Verfahrens eine dünne Haut oder  Deckschicht. auf der Oberfläche des aufge  strichenen Lösungsmittels, welche die Ver  dampfung des Lösungsmittels verzögert und  dieses infolgedessen schützt, während es den  Klebstoff erweicht.

   Diese Haut wird jedoch  bei Anwendung des Druckes zerrissen, so  dass das leicht flüchtige Lösungsmittel gerade  so rasch verdampft, als wenn es von den Zu  sätzen frei wäre.  



  Ein Beispiel einer zur Aufweichung des  Klebstoffes vorzugsweise angewandten Mi  schung hat folgende Zusammensetzung:    300 cm' C. P. Aceton  100 cm'     Äthyläther     42     gr        Kampferharz     15     gr        Rezylbalsam     9     gr    Nitrozellulose von 330 Sekun  den Viskosität.

      Dieses Gemisch enthält ungefähr 83  einer Mischung von einem Teil     Athyläther     und drei Teilen Aceton, etwa 11     %    Kampfer  harz, etwa 4 %     Rezylbalsam    und etwas über  2 % der Nitrozellulose, wobei das spezifische  Gewicht des Acetons mit 0,79 und das des       Äthyläthers    mit 0,72 gerechnet ist. Diese  Prozentsätze können jedoch in erheblichem  Masse geändert werden. . Es muss besonders      darauf hingewiesen werden, dass die ange  wendete Nitrozellulose eine sehr hohe Vis  kosität hat. Wenn Nitrozellulose mit gerin  gerer Viskosität angewandt wird, so muss  eine entsprechend grössere Menge zugesetzt  werden.

   Beispielsweise haben 12     gr    von  Nitrozellulose mit einer Viskosität von 240  Sekunden im wesentlichen dieselbe Wirkung  wie 9     gr    mit einer Viskosität von 330 Sekun  den. Der Massstab der Viskosität der Zellu-    lose ist derjenige, der in einer Veröffent  lichung der     "American        Society        for        Testing     Materials" angegeben ist,

   die betitelt ist       "Tentative        Specifications        and    Tests     for          Soluble        Nitrocellulose".    Diese Veröffent  lichung ist im Jahre<B>1929</B> erschienen und  1930 revidiert. Folgende Stelle wird hieraus  zitiert  "Konsistenz, Film und     Toluol-Verdün-          nungsversuche.    Erforderliche Lösungen.

    
EMI0003.0015     
  
    10. <SEP> Die <SEP> angewandten <SEP> Lösungen <SEP> sollen <SEP> den <SEP> folgenden <SEP> Formeln <SEP> entsprechen.
<tb>  . <SEP> Formel <SEP> Formel <SEP> Formel <SEP> Formel
<tb>  A <SEP> B <SEP> C <SEP> D
<tb>  Lösungen <SEP> von <SEP> Nitrozellulose <SEP> bei <SEP> 50 <SEP>   <SEP> C <SEP> bis
<tb>  auf <SEP> konstantes <SEP> Gewicht <SEP> getrocknet, <SEP> Ge  wichtsprozente <SEP> 12,2 <SEP> 20,0 <SEP> 25,0 <SEP> 12,2
<tb>  Athylacetat <SEP> a), <SEP> Gewichtsprozente <SEP> 17,5 <SEP> 16,0 <SEP> 15,0 <SEP>   Denaturierter <SEP> Spiritus <SEP> handelsüblicher <SEP> De  stillation <SEP> (Nr.

   <SEP> 1, <SEP> 188-Probe) <SEP> Gewichts  prozente <SEP> 22,0 <SEP> 20,0 <SEP> 18,75 <SEP>   Toluol <SEP> b), <SEP> Gewichtsprozente <SEP> 48,5 <SEP> 44,0 <SEP> 41,2,5 <SEP>   Normales <SEP> Butyl-Acetat <SEP> c), <SEP> Gewichtsprozente <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> 87,8            cc)        Athylacetat    entsprechend den Anfor  derungen der Versuchsbeschreibungen für       Athylacetat    (85 bis 88% Grad) (A. S. T. M.  D :     30'2-30    T) der amerikanischen     Material-          prüfungs-Gesellschaft.     



  b) Nichtätzendes     Toluol,    2   C Siede  punktdifferenz, einschliessend den Siede  punkt des     Toluols    110,7   C.  



  c) Normales     Butyl-Acetat    entsprechend  den Anforderungen der     Versuchs-Beschrei-          bungen    für normales     Butyl-Acetat    (88 bis  9,2 % Grad ) (A. S. T. M. D     :303-30    T) der  amerikanischen     Materialprüfungs    - Gesell  schaft.  



  <I>Konsistenz</I>  11.<I>(a) Zylinder.</I> Ein Glaszylinder von  25,4 mm   0,5 mm lichtem Durchmesser von       355,$    mm Höhe und mit Marken von  254,0   0,25 mm Abstand an der Seite einer    Stelle etwa 50,8 und 304,8 mm von der  Oberkante.  



  <I>b)</I>     Stahlkugel.    Eine Stahlkugel von  0,794 cm       0,0,0,1    cm Durchmesser und       2,03,5      0,010     gr    Gewicht.  



  12.     (a)   <I>Konsistenz</I>     (Viskosität).    Die Kon  sistenz wird bestimmt dadurch, dass die lös  liche Nitrozellulose nach einer normalen For  mel in Lösung gebracht und die Geschwin  digkeit gemessen wird, mit welcher eine       Normalstahlkugel    durch die Lösung hin  durchfällt.  



  Formel A, B oder C wird gewöhnlich zur  Bestimmung der Konsistenz benutzt. Die  Formel A wird angewandt, wenn nicht bei  der darnach bestimmten Probe eine Viskosi  tät von 6 Sekunden oder weniger gemessen  wird. In letzterem Falle soll die Formel B  benutzt werden, und wenn die Viskosität bei  Anwendung der Formel B unter drei Sekun-      den sinkt, die Formel C. Die Lösung der  Nitrozellulose wird etwas rascher vollendet,  wenn Alkohol und     Toluol    zuerst zugesetzt  und das Gemisch dann 5 bis 10 Minuten  stehen gelassen wird, ehe das     Änyl-Acetat     zugesetzt wird. Eine     vollstän        ,-ge    Losung der  Probe in dem Lösungsgemisch wird durch       Umschütteln    in einem fest geschlossenen Be  hälter erreicht.

   Mit dieser Lösung wird der  Glaszylinder gefüllt. Der Zylinder wird ge  schlossen und stehen gelassen, bis alle Luft  blasen aus der Lösung entwichen sind und  auf eine Temperatur von 25     0,1   C ge  bracht. Der Zylinder wird in senkrechte  Lage gestellt und die Stahlkugel wird in der  Mitte der Oberfläche der Lösung losgelassen  und durch die Lösung hindurchfallen gelas  sen. Die Anzahl der Sekunden, welche die  Kugel braucht, um durch die zehnzöllige  Lösungssäule zwischen den Strichen in 2 und  12 Zoll Höhe am Zylinder     hindurchzufallen,     wird als Mass der Konsistenz der Probe auf  geschrieben.  



  Der oben erwähnte     Rezylbalsam    ist ein       wohlbekanntes,    handelsübliches Kunstharz,  welches einen balsamischen Ester von     Phthal-          säureanhydrid    und     Diäthylen-Glycol    dar  stellt und zweckmässig auch ein trocknendes  oder halbtrocknendes Öl enthält, beispiels  weise     Tungöl    oder chinesisches Holzöl.  



  Andere weiche Kunstharze, welche feste  Lösungsmittel für Nitrozellulose sind und in  den angewandten     Zelluloseester-        bezw.        -äther-          Lösungsmitteln    löslich sind, beispielsweise  weiches     Sa.ntolit-Harz,    können an Stelle des       Rezylbalsames    benutzt werden.     Rezylbalsam     hat gegenwärtig den Vorteil wesentlich ge  ringeren Preises gegenüber den andern geeig  neten Harzen.  



  Verschiedene Flüssigkeiten, welche Lö  sungsmittel für     Zelluloseester        bezw.        -äther,     zum Beispiel Nitrozellulose, bilden, können  bei der Herstellung des Gemisches benutzt  werden. Wesentlich ist jedoch, dass das Lö  sungsmittel bei     atmosphärischen        Tempera:          turen    verhältnismässig     flüchtig    ist, das heisst  es muss einen niedrigen Siedepunkt haben,  der zweckmässig in der Nähe von 40 bis 50   C    liegt.

   Beispielsweise     kann    anstatt Aceton mit  einem Siedepunkt von 56   C     und        Äthyläther     (Siedepunkt ungefähr 35   C), welche oben  erwähnt sind, ein Gemisch von     6,0%        Äthyl-          alkohol    (Siedepunkt ungefähr 78   C) und  40%     Äthyläther    benutzt werden.     Iso-Propyl-          Äther    (Siedepunkt ungefähr 39   C) kann  an Stelle des     Äthyläthers    treten.

       Äthylacetat          (Siedepunkt    ungefähr 77   C) kann an Stelle  des Acetons benutzt werden, ergibt aber,  wenn es ganz ohne Aceton benutzt wird, ein  Gemisch, welches zu breiig ist. Ferner kön  nen verschiedene     Kohlenwasserstoffe    an  Stelle des     Äthyläthers    und in grösseren Men  gen als     Äthyläther    benutzt werden, wenn mit  Aceton gemischt. Beispielsweise ergibt eine  Mischung von<B>50%</B> (Gewichtsteile)     Penta-          nen    mit einem     Siedepunktsbereich    von etwa  30 bis 40   C mit 50 % Aceton gute Resultate  hinsichtlich des flüssigen Teils des Ge  misches.

   Ferner kann, wenn entweder     Äthyl-          äther    oder     Iso-Propyläther    mit Aceton als  flüssiger Teil der Mischung benutzt wird. ein  Teil des     Athyläthers    oder des     Iso-Propyl-          äthers    durch einen leichten Kohlenwasser  stoff ersetzt werden, zum Beispiel durch die  soeben erwähnten     Pentane.    Wenn ein     flüch-          tigeres    Lösungsmittel gewünscht wird als  die oben beschriebenen, so kann ein Teil  Aceton auf zwei Teile     Äthyläther    benutzt  werden.

   Dies gibt .weniger Zeit zum Auf  bringen des     Lösungsmittels    und zum Hand  haben des Werkstückes, ehe der Druck ange  wandt wird, aber lässt ein noch rascheres Ab  binden des Klebstoffes erreichen, nachdem  der Druck zur Anwendung gebracht ist.  



  Es ergibt sich aus dem vorstehenden, dass  die Beschaffenheit des flüssigen Teils des       Lösungsmittels    keine besondere Aufmerk  samkeit bedingt. Wesentlich ist, dass er den  hart gewordenen Klebstoff rasch erweicht  und genügend     flüchtig    ist, um schnell nach  der Anwendung des Druckes zu verdampfen.  



  Eine Aufgabe der Nitrozellulose mit hoher  Viskosität besteht darin, dass die Dampfspan  nung des     Lösungsmittels    vermindert     wird,     wodurch die Verdampfung des Lösungs-      mittels verhindert wird, während die mit dem  vorher hart gewordenen     Zelluloseester-        bezw.          -äther-Klebstoff    bedeckten Teile zusammen  gefügt werden.

   Anscheinend verdampft der  flüssige Teil des Lösungsmittels von der  Oberfläche der Lösungsmittelschicht auf dem  Werkstück und bildet eine Haut, die eine  weitere Verdampfung verzögert und die ver  bleibende Flüssigkeit schützt, während diese  den     Zelluloseester        bezw.        -äther,    auf welcher  sie aufgetragen ist, erweicht.  



  Der Kampfer und der     Rezylbalsam    tra  gen beide zur Verringerung der     Verdampfung     des flüssigen Teils des     Lösungsmittels    wäh  rend des     Zusammenfügens    von Schuh und  Sohle bei. Es ist nicht wesentlich, dass gerade  diese Substanzen einzeln oder zusammen an  gewandt werden, aber die Anwendung dieser  Stoffe oder ihrer Äquivalente ist wünschens  wert, weil sie beträchtlich für die Wirksam  keit der Nitrozellulose hoher Viskosität bei  tragen und ebenso wie diese Nitrozellu  lose keinen nachteiligen Einfluss ausüben.

    Kampfer und     Rezylbalsam    sind feste Lö  sungsmittel für Nitrozellulose und haben das  Streben, die Mischung zu stabilisieren und  das Ausfällen der Nitrozellulose während der  Anwendung des Lösungsmittels an einem  feuchten Tage zu verhindern. Der     Rezylbal-          sam    ist wohl auch in der Richtung wirksam,  dass eine gleichmässige Verteilung des Lö  sungsmittels aufrecht erhalten wird, so dass  die Bildung von freien Stellen verhindert  und eine     Ausgleichwirkung    erzielt wird. Das  Weglassen des Kampfers vermindert die Ver  zögerungswirkung beim Aufbringen des Lö  sungsmittels und Zusammenfügen der Teile,  wenn auch bei genügend rascher Arbeit trotz  dem eine gute Verbindung entsteht.  



  Ein wesentlicher Umstand für .das rasche  Abbinden des Klebstoffes besteht darin, dass  durch die Anwendung des Druckes die Vis  kosität des Lösungsmittels und des erweich  ten Klebstoffes vermindert wird, so dass die  Dampfspannung zunimmt und die Verteilung  und Verdampfung des Lösungsmittels und  das Abbinden des Klebstoffes erleichtert  wird. Die Zunahme der Viskosität des Lö-         sungsmittels,    welche durch die darin gelösten  Stoffe erreicht wird, verhindert auch eine  übermässige Verbreitung des     Lösungsmittels     im Leder der Sohle, wenn der Druck ausge  übt wird, so dass ein Durchschlagen des Lö  sungsmittels auf die Aussenfläche der Sohle  verhindert wird, was unter andern Be  dingungen zuweilen eintritt.

   Die Vergrösse  rung der     Viskosität    verhindert auch die Ver  zögerung der Verdampfung des Lösungsmit  tels, die sich durch solche übermässige Aus  breitung ergibt, wobei das Lösungsmittel  durch eine Schwammwirkung in der ganzen  Masse der Sohle zurückgehalten wird.  



  Versuche haben ergeben, dass Zellulose  acetat an Stelle der hochviskosen Nitrozellu  lose bei der Anwendung der oben beschrie  benen Mischung treten kann. Dies ist beson  ders wünschenswert, vielleicht unter Um  ständen notwendig, wenn das     Weich-          machungsmittel.    angewandt werden soll, um       Zelluloseaeetat-Klebstoff    zu erweichen.  



  Die Ausführung des Verfahrens kann  beispielsweise folgendermassen geschehen       Zelluloseester        bezw.        -äther-Klebstoff    wird in  üblicher Weise auf den     buffierten    oder ge  raubten     Zwickeinschlag    des Schuhober  leders und den     buffierten    oder geraubten  Randteil der Sohle aufgetragen und in  üblicher Weise trocknen und hart wer  den gelassen. Dann wird der Klebstoff  auf einem oder beiden dieser Teile, zweck  mässig auf der Sohle, mit einer der oben  beschriebenen Mischungen angefeuchtet, die  mit der Hand oder durch ein geeignetes  Gerät aufgetragen werden.

   Schuh und Sohle  werden dann zusammengefügt und unter  Druck gesetzt, wozu eine der üblichen Pres  sen benutzt werden kann. Es hat sich gezeigt,  dass bei Anwendung des neuen     Erweichungs-          mittels    Schuh und Sohle nur 4 bis 6 Minuten  unter Druck gehalten zu werden brauchen  oder auch erheblich kürzere Zeit, wenn  Wärme angewandt wird. Die     Presszeit    hängt  von der Natur und dem Zustand der Schuh  teile und der Gestalt des Leistenbodens ab,  ist aber stets vielgeringer als die bisher not  wendigen 20 bis 30 Minuten. Trotzdem hat      der Arbeiter genügend Zeit, nämlich etwa  30 Sekunden, um das     Erweichungsmittel    auf  zubringen, den Schuh und die Sohle zusam  menzubauen und gegeneinander einzustellen  und den Druck anzustellen.

   Die Verringe  rung der     Presszeit    ermöglicht, dass nur 10 bis  20     Pressvorrichtungen    erforderlich sind, um  den Arbeiter beschäftigt zu erhalten, wäh  rend bei den bisher üblichen Hilfsmitteln  auf jeden Arbeiter<B>60</B> bis 80 oder sogar mehr       Pressvorrichtungengerechnet    werden     mussten.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Befestigen von Sohlen auf Schuhen mittelst Klebstoff, bestehend aus Zelluloseestern bezw. -äthern, bei wel chem der Klebstoff, nachdem er auf den Schuhboden oder die Sohle oder beide aufge tragen ist, trocknen gelassen und darauf vor dem Anpressen der Sohle an den Schuh mit- telst eines Lösungsmittels für Zelluloseester bezw. -äther wirksam gemacht wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein eine Deckschicht bildender Stoff in dem Lösungsmittel auf gelöst wird,
    wodurch die Verdampfung des Lösungsmittels von den Schuhteilen bis zu der Zeit verzögert wird, zu welcher der die Deckschicht zerreissende Pressdruck zum An bringen der Sohle ausgeübt wird. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zelluloseester im Lösungsmittel aufgelöst wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet;f dass eine Nitro-Zellulose von hoher Vis kosität im Lösungsmittel aufgelöst wird. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da.ss neben einem Zellu- loseester ein festes Lösungsmittel für den Zelluloseester dem Lösungsmittel zuge setzt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als festes Lösungsmittel Rezylbalsam dem Lösungsmittel zugesetzt wird.
CH161827D 1931-01-12 1932-01-11 Verfahren zum Befestigen von Sohlen auf Schuhen mittelst aus Zelluloseestern bezw. -äthern bestehendem Klebstoff. CH161827A (de)

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