Verfahren und Apparat zur gleichmässigen Befeuchtung von Stereotypmatertafeln vor deren Gebrauch. Die aus Pappestoffen oder ähnlichem saugfähigem Material hergestellten Mater- tafeln, die zur Einprägung von Klischeebil dern oder von Typen in ihre Oberfläche die nen und von denen, nachdem sie durch die Prägung in Matrizen umgewandelt wurden, schliesslich die Druck-Stereotypplatten abge gossen werden, müssen infolge not@vendiger, trockener Lagerung je nach ihrer Zusammen setzung unmittelbar vor Gebrauch mehr oder weniger durchfeuchtet werden, um sie respek tive ihre Oberfläche wieder in gewissem Grade weich, das heisst eindrucksfähig zu machen.
Diese Anfeuchtung der Matertafel wird indirekt durch deren Einlegen in nasse Löschblätter oder auf ähnliche Weise be wirkt. Eine direkte Befeuchtung ist so viel wie ausgeschlossen, da die Matertafeln dies falls zu viel Wasser in sich aufnehmen und der Überschuss durch Pressen derselben zwi schen einer Lage trockener Papiere wieder entfernt werden müsste.
Da die Anfeuchtung der Matertafel eine gewisse Zeit vor ihrer Benützung geschehen muss, damit sie in die zur Ermöglichung einer Einprägung in sie erforderliche Weichheit gerät, der Grad der Feuchtigkeit derselben - nicht zu feucht, aber auch nicht noch zu trocken bezw. nicht wieder zu ausgetrock net - jedoch nicht stets gleichmässig erreich bar ist bezw. eine gewisse Geschicklichkeit hiezu bedingt ist, so sind diese Bewirkun- gen nicht nur ein wenig umständlich, sondern sie erzielen trotzdem nicht stets den genauen Feuchtigkeitsgrad.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht da gegen mittelst eines einfachen Verfahrens unter Entfernung von Überschuss an Nässe durch mechanische Beeinflussung, wie zum Beispiel mittelst eines der unten beschriebe nen, kleinen Apparate, stets den richtigen Feuchtigkeitsgrad, also immer und auf sichere, leichte Weise ein gleichmässiges Er gebnis zu erzielen.
Die Befeuchtung der Matertafel wird nämlich im vorliegenden Falle nicht einfach mittelst Wasser, sondern mittelst einer Flüs sigkeit betätigt, welche die besondere Wir kung äussert, einerseits rasch in die Mater einzudringen und sie zu sättigen, aber der art, dass Rückstände von ihr sich dennoch auch wieder schnell verflüchtigen, also wel che die Eigenschaft relativ rascher Ver dunstung besitzt, nämlich mittelst einer Flüssigkeitsmischung, die einen leicht ver dunstenden Bestandteil besitzt, wie zum Bei spiel Wasser mit einer Beigabe von Alkohol oder Äther.
Die Matertafel wird vor Ge brauch in dieser Flüssigkeit getränkt und nach hinreichender Sättigung wird der Über- sehuss an Flüssigkeit durch eine mechanische Pressung der Matertafel wieder entfernt.
Dann wird die Hatertafel der freien Ober flächenabtrocknung überlassen, die infolge des der Flüssigkeit beigemengten, leicht verdunstenden Bestandteile viel schneller er folgt als wie bei einer nur mit Wasser be wirkten Nässung, und -die Matertafel ist dann sofort in genau und richtig elastischem und prägefertigem Zustande, gleichgültig, ob sie für auf kaltem oder heissem Wege erfolgende Einprägungen in sie bestimmt ist.
Um nun sowohl die Benässung, als auch die Abtrocknung auch im übrigen leicht und stets gleichförmig bewirken zu können, wird dies auf mechanischem Wege, nämlich mit- telst eines Apparates betätigt, der aus einem Behälter zur Aufnahme einer hinreichenden Menge von Flüssigkeit mit einer darüber be findlichen Vorrichtung zum Quetschen oder Abstreifen der Matertafel besteht. Zwei Aus führungsbeispiele eines solchen Apparates sind in der Zeichnung in je einem Quer schnitt dargestellt.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 ist die Vorrichtung gebildet aus einem in der Mitte eingewölbten Behälter a zur Aufnahme der Flüssigkeit, in dem an einer Seite ein Paar mit Gummi überzogene oder ganz aus elastischem Material hergestellte, drehbar be festigte, aber etwas federnd gelagerte Wal zen b, b angeordnet sind, deren eine eventuell mittelst einer Kurbel angetrieben wird und deren Abstand voneinander durch Verstel lung einer derselben mittelst einer ,Stell schraube c nach Belieben reguliert werden kann.
Dicht über dem Grund des Behälter ist von ungefähr seiner Mitte bis unter di-. Walzen hin ein Führungsblatt d starr be festigt, das dicht unter den Walzen in eine Abstreifklemme f endet, die in deren Zwi schenraum mündet.
Bei dem Ausführungsbeispiele nach Fig. 2 ist an einer Seite des ebenfalls am Grunde gewölbten Behälters a eine Ansatzleiste be festigt und auf dieser (mittelst einer Metall schiene) eine Leiste b aus Gummi oder der ,gleichen. Hieran schliesst sich in den Behäl ter hinein ein (herausnehmbar befestigter) unten ungefähr parallel zum Behältergrund gewölbter, oben abgeflachter Führungsein satz c, der am äussern Rande ebenfalls mit einer (mit einer Metallschiene verbundenen) Gummi- oder dergleichen Leiste d versehen ist, und:
zwar in der Anordnung, dass sich diese auf die Leiste b nächst ihrer gante legt, und dass der Grad ihres lockeren Auf liegens durch ein Paar, in einer starr be festigten Schiene g gelagerter Press- und Stellschrauben f geregelt werden kann.
Bei beiden Ausführungsformen wird die in die Flüssigkeit eingelegte Matertafel, nachdem sie genügend gesättigt ist, zwischen demBehälterboden und dem Führungsblatt d oder Führungseinsatz c in Pfeilrichtung aufwärts, zwischen die Walzen b oder die Leisten<I>b, d</I> hindurch gedrückt bezw. gescho ben, beidem heraustretenden Ende ergriffen und sodann herausgezogen.
Auf -diese Weise wird der ganze Näs- sungs- und Wiederabtrocknungsprozess rasch, leicht und in genau erforderlichem Grade be wirkt, indem einerseits die Tränkung der Matertafel schnell erfolgt, deren Intensität infolge der gelinden Quetschung durch die Walzen oder Gummileisten erhöht wird, wäh rend anderseits nachher durch diese die über schüssige Flüssigkeit von den beiden Flächen der Matertafel sofort wieder abgestreift wird,
worauf dann rasch noch eine weitere Ober- fläehenabtrocknung der Matertafel infolge der flüchtigen Bestandteile der Flüssigkeit erfolgt, so dass sich also dann wie erwähnt, sofort eine sehr geschmeidige und prägefer tige Matertafel ergibt.