Selbsttätige Spulenanswechselvorrichtung an mechanischen Webstühlen. Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine selbsttätige Spulenauswechselvorrich- tung an mechanischen Webstühlen, welche die Möglichkeit gibt, an gewöhnlichen, wie auch an automatischen Webstühlen ohne Ver ringerung der üblichen Schlagzahl von 220 bis 230 pro Minute zu arbeiten, und -dabei eine gesteigerte Leistung im Vergleich mit den bereits bekannten Spulenwe.ehselvorrich- tungen zu erzielen.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist gekennzeichnet durch einen abgefederten Splzleneindrücker, der durch einen über ein Hebelgestänge mit einer von der Antriebs welle des Webstuhls vorübergehend mitge nommenen Nase in Verbindung stehenden Hammer betätigt wird, wobei die Mitnehmer- nase bei fehlendem Schussfaden, über ein zweites Hebelgestänge von der Schussgabel- welle aus in Arbeitsstellung gebracht wird.
Auf beiliegender Zeichnung ist ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Fig. 1 ist die Vorderansicht des seit lichen Teils eines mechanischen Webstuhls, auf dem die erfindungsgemässe Vorrichtung angebracht ist; Fig. 2 ist eine entsprechende Seitenan sicht; Fig. 3 zeigt den obern Teil. der Vorrich tung von vorne gesehen und im grösseren Mässstab; Fig. 4 und 5 sind eine .Seiten- und eine Draufsicht dieses Vorrichtungsteils.
In den Fig. 1 und 2 ist die rechte Seiten wand des Webstuhlgestelles mit 1 und der Brustbaum mit 2 bezeichnet. Die Laden welle 3 trägt in bekannter Weise den Lade stelzen 4, der, wie üblich, durch eine nicht dargestellte Schubstange bewegt wird. An dem Stelzen 4 sind der Ladenklotz 5 und der Ladendeckel 6 befestigt. Der Ladenklotz 5 arbeitet über einen unter Federwirkung stehenden Hebel 7 mit der Ladenwelle 3 zu sammen. Der Brastbaum 2 ist mit Konsolen 8 versehen, in denen die Schussgabelweile 9 drehbar gelagert ist.
Die bekannte, das Feh- len des Schussfadens feststellende Schussgabel ist in der Zeichnung nicht dargestellt.
An dem Webstuhlgestell 1 ist ein Win kelstück 10 angeschraubt, auf dem die eigentliche, in Fig. 3, 4 und 5 grösser dar gestellte Spulenauswechselvorrichtung an geordnet ist. Auf diesem Winkelstück 10 ist mittelst Schraubbolzen die mit Trägern 11 und 12 versehene Grundplatte 13 befestigt. Der Träger 11 besitzt eine horizontale Spin= del 14, auf die .das in den Fig. 3, 4 und 5 einigermassen schematisch dargestellte Spu- lenmagazin 15 aufgesetzt wird.
Dieses Ma gazin besitzt ein Schaltrad 16, welches durch eine hier weiter nicht interessierende, in Fig. 4 strichpunktiert angedeutete Klinken vorrichtung vorwärtsgeschaltet und anschlie ssend angehalten wird. Zum bessern Ver ständnis der Arbeitsweise der Spulenaus- wechselvorrichtung sind die Spulen in Fig. 4 ebenfalls strichpunktiert angegeben.
In den Trägern 11 und 12 ist eine Welle 17 drehbar gelagert, welche durch einen auf ihr befestigten Kniehebel 18 verschwenkt werden kann, wobei die einerends an der Welle 17 und anderends an den 8pulenein- drücker 22 fest angeordnete Rückführungs feder 19 gespannt wird. Der kürzere Schen kel 18' des Hebels 18 ist gegabelt und trägt eine kleine Drehwelle 20, auf die eine Sperr nase 27 und ein mit einem Vorsprung 22' des lose' auf der Welle 17 sitzenden knie bebelartigen iSpuleneindrückers 22 zusam menarbeitender Hammer 23 befestigt sind.
Zwischen Hebel 18 und Welle 20 ist eine Spannfeder 24 eingeschaltet, welche eine ela stische Kupplung zwischen der Welle 20 und dem Hebel 1-8 darstellt.
Eine mit einem Lederpolster 25 versehene, an den Träger 11 bezw. die Plätte 13 an geschraubte Äuschlagleiste 26 begrenzt die Bewegung des Hebels 18. Der Anschlag des Hammers 23 kann durch .die Stellschraube 2 7 eingestellt werden, während für die Einstel lung der Klinkenvorrichtung des Magazins eine weitere Stellschraube 28 vorgesehen ist. An der Grundplatte 13 ist der unter Wir kung der Feder 29 stehende und mit dem Schützen in bekannter Weise zusammen arbeitende Protektor (Ausschalter des Spu- leneindrückers) 30 verschiebbar gelagert.
Auf diesem Protektor ist das Anschlagstück 31 aufgeschraubt, welches bei 31' einen An schlag für die Sperrnase 21 und bei 31" einen solchen für einen seitlichen Fortsatz der Betätigungsstange 32 des Hebels 18 aufweist. Diese Stange hält den Protektor zusammen mit dem Anschlagstück 31 entgegen der Wirkung der Feder 29 zurück.
Die tiefste Lage. des Spuleneindrückers 22 ist durch einen Anschlag begrenzt, welche Stellung mit dem Einführen einer Spule in den ,Schützenkasten übereinstimmt. Zur Füh rung der Spule ist ein Blech 34 und eine an dem Träger 11 befestigte, federnde Stahl platte 3.5 vorgesehen.
Die aus den Fig. 1 und 2 hervorgehende Antriebseinrichtung ist von einer am Web stuhlgestell angeschraubten und winklig ab gebogenen Leiste 3,6 getragen. Auf ihrem Drehzapfen 37 sitzt ein -doppelarmiger Hebel 38, der durch die Feder 39 gegen, den An schlag 40 angezogen wird. Die Höhe dieses Anschlages kann durch Auflegen bezw. Ent- fernen von Unterlagsscheiben genau einge stellt werden.
Der kürzere Arm des Hebels 38 steht über der bereits erwähnten, eben falls einstellbaren Stange 32 mit dem Hebel 18 in Verbindung. Am Ende des längeren Armes des Hebels 38 ist eine Mitnehmernase 41 schwenkbar angelenkt, wobei. die Feder 42 diese Nase in der in Fig. 2 ausgezogenen Stellung hält.
Auf dem Drehzapfen -43 der Leiste 36 ist .ein Kniehebel 44 angeordnet, der mit seinem einen Schenkel über eine ein stellbare Stange 45 mit dem Mitnehmer 41 und mit seinem andern Schenkel über die beiden gelenkig miteinander verbundenen Arne 46 und 47 mit der Schussgabelwelle 9 in Verbindung steht. Der Arm 47 ist fest auf diese Welle 9 aufgesetzt, so dass er beim Drehen derselben mitgenommen wird.
Die Mitnehmernase 41 arbeitet mit einem durch die Antriebswelle 48 des Webstuhls mitgenommenen Anschlag 49 zusammen. Die ser Anschlag steht unter dem Einfluss einer Zugfeder 50, die ihn gegen eine Nase 51 andrückt, derart, dass der Anschlag nur bei Vorwärtsgang des Webstuhls (siehe Pfeil richtung) in Funktion tritt. Wird der Stuhl aus irgendeinem Grunde von Hand zurück gedreht, so wird der Anschlag 49 über die Nase 41 hinweggleiten, ohne dass die Spulen auswechselvorrichtung betätigt wird.
Die Arbeitsweise der beschriebenen Vor richtung ist folgende: Sobald das Fehlen des Schussfadens durch die Schussgabel festgestellt ist, wird auf bekannte Weise die Schussgabelwelle 9 verdreht, so dass letztere die beiden Arme 46 und 47 hochhebt. Hierdurch wird der Kniehebel 44 verschwenkt und bringt mit- telst Stange 45 die Mitnehmernase 41 in die in Fig. 2 strichpunktierte Stellung.
Kommt nun beim Weiterdrehen der An triebswelle 48 der Anschlag 49 mit er Nase 41 in Berührung, so wird letztere hochge hoben und Hebel 38 verschwenkt sich. Die Stange 32 gibt das Anschlagstück 31 frei, so dass der Protektor 30 zusammen mit die sem Stück 31 vtin der Feder 29 in Richtung der Lade (in Fig. 2, 4 und 5 nach links) verschoben wird. Gleichzeitig hat sich der Hebel 18 ebenfalls verschwenkt und bewegt den Hammer 23 kräftig gegen den Vor sprung 22' des Spuleneindrückers 22.
Die ser befindet sich mit seinem oberhalb der Lade liegenden Ende über einer Spule des Magazins und drückt diese .Spule in den Schützen hinein.
Sobald der Anschlag 49 die Nase 41 wie der freigegeben hat, bringt die Feder 39 den Hebel 38 und die Feder 42 die Nase 41 und mit ihr die Stangen 45, 46 und 47 zusammen mit dem Kniehebel 44 wieder in ihre Ruhe lage. Der Hebel 38 bringt mit seiner Stange 32 den Hebel 18 ebenfalls wieder in seine Ausgangsstellung, wobei die Stange 32 mit- telst ihres obern schrägen Teils das An schlagstück 31 zusammen mit dem Protektor 30 von der Lage wegschiebt.
Gleichzeitig wird der Spuleneindrücker 22 durch das Ent- spannen der beim Eindrücken gespannten Feder 39 wieder gehoben und das Magazin durch seine Klinkenvorrichtung auf eine hier weiter nicht interessierende Weise gedreht; so dass der Eindrücker 22 nunmehr oberhalb der nächsten Spule zu stehen kommt.
Kommt beim Spulenwechsel der Schüt zen einmal nicht in seine richtige Lage im Schützenkasten, so schiebt der Schützen den Protektor 30 mit dem an denselben ange schraubten Anschlagstück 31 entgegen der Wirkung der Feder 29 weg. Dabei hebt der Anschlag 31' die Nase 21 und mit ihr den Hammer 2.3, der dann beim Verschwenken des Hebels 18 an der Oberseite des Vorsprun ges 22' entlanggleitet, wodurch das Einfüh ren der neuen Spule vermieden wird.
Zur Regelung des Schützenlaufes ist am Ende der Lade ein von der Aussenseite des Schlagarmes her verstellbarer Anschlag aus Buchenholz - mit Lederbeschlag vorgesehen.
Die Vorteile der beschriebenen Vorrich tung können wie folgt zusammengefasst wer den: I. Die Spule wird in den Schützen nicht durch die übliche Einwirkung .der Lade auf den Spuleneindrücker eingeführt, bei welcher die Anfangsgeschwindigkeit .des @Spulenein- drückers grösser als die Endgeschwindigkeit ist, was eigentlich dadurch entsteht, dass die Lade zur Zeit des Durchdrückers .der Spule durch den Schützen bei der Rückwärtsbewe- gung der Lade verzögert wird.
Die vorliegende Vorrichtung wird, im Gegensatz dazu, von der Schlagnase einer an die Schützenschlagwelle aufgesetzten Scheibe angetrieben. Diese Schlagnase wirkt durch ein Gestänge auf den Spuleneindrücker mit fast konstanter Geschwindigkeit ein. Da durch entsteht auch augenblicklich das Aus treten des Spuleneindrückerkopfes aus dem Schützen gerade beim Schussanschlag.
II. Der Spulenkopf wird zwischen Klemmfedern in den Schützen geführt, was irgend eine Änderung der Spulenlage in bezüg auf die Schützenachse verhindert.
III. Der sogenannte 2rotektor (Ausschal ter des Spuleneindrückers) für etwaigen Kurzlauf, bezw. Abspringen des Sehützens von dem Picker ist mit der gesamten Vor richtung als ein Ganzes ausgebildet, wodurch die Empfindlichkeit des Protektors während der Arbeit, sowie seine Betriebssicherheit. wesentlich -gesteigert werden.
IV. Zur Regulierung des Schützenlaufes ist am Ende .der Lade ein verstellbarer Schützenanschlag vorgesehen, welcher die genaue Einstellung des Schützens im Schüt zenkasten erlaubt.