CH162977A - Verfahren zur Chemischreinigung von Gewebestücken, Kleidungsstücken, Teppichen und dergleichen Gebrauchsgegenständen. - Google Patents

Verfahren zur Chemischreinigung von Gewebestücken, Kleidungsstücken, Teppichen und dergleichen Gebrauchsgegenständen.

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CH162977A
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Wacker Gesellschaft Alexander
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Wacker Chemie Gmbh
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      Verfahren    zur     Chemischreinigung    von Gewebestücken, Kleidungsstücken, Teppichen  und dergleichen     Gebrauchsgegenständen.       Zur     Chemischreinigung    von     Gewebestük-          ken,    Kleidungsstücken, Teppichen und son  stigen Gebrauchsgegenständen wurde früher  ausschliesslich Benzin verwendet, mit dem das  Waschgut in geeigneten Waschmaschinen  behandelt wurde.

   Dieses an sich gute Löse  mittel hat aber den grossen     Nachteil,    sehr  brennbar zu sein und mit Luft höchst explo  sible Gemische zu bilden, weshalb man be  strebt war, es durch gleichwertige, aber     un-          brennbare    Lösemittel zu ersetzen.

   Als ge  eignet hierfür erwiesen sich vor allem einige  völlig     unbrennbare,    niedrig siedende Verbin  dungen, die der Gruppe der     chlorierten        Koh-          lenwasserstoffe    angehören, wie zum Beispiel       Trichloräthylen    und     adergleichen,    die infolge  dessen neuerdings auch in grösserem Mass  stabe für Zwecke der     Chemischreinigung    Ver  wendung finden.

   Neben dem     Vorzuge    völ  liger     Unbrennbarkeit,    den sie vor dem Ben  zin haben, besitzen sie eine stärkere Löse-         fähigkeit    als letzteres, so dass das mit ihnen  gereinigte Waschgut sauberer ausfällt als bei  der Behandlung mit Benzin.  



  Diesen günstigen Eigenschaften stehen  auch einige     weniger        günstige    gegenüber, da die  bei der     Chemischreinigung        verwendeten.    Chlor  kohlenwasserstoffe sehr     flüchtig    sind. Sowohl       Trichloräthylen,    als auch     Tetrachlorkohlen-          stoff    sind sehr flüchtig und stark narkotisch  wirkend, was eine Belästigung der damit be  schäftigten Personen herbeiführen kann; die  Dämpfe dieser Lösemittel können aber auch  in grösseren Mengen oder lange Zeit hindurch  eingeatmet, ernstere Gesundheitsschädigun  gen verursachen.

   Wenn auch dieser Gefahr  dadurch begegnet werden kann, dass     die    Löse  mittel nur in gänzlich geschlossenen     Reini-          gungsapparaten        verwendet    und vor deren       Öffnung    durch Warmluft oder ähnliche Mit  tel aus dem gereinigten Waschgut vollstän  dig entfernt werden, so bleibt doch die      Möglichkeit einer Gesundheitsschädigung bei  etwaigen unbeachteten     Undichtheiten    der  Reinigungsanlage oder fehlerhafter Bedie  nung der letzteren bestehen.  



  Ungünstig ist es auch, dass gewisse Tex  tilfarben, namentlich die für     Azetatseide    ge  bräuchlichen, bei längerer Behandlung mit  den genannten Lösemitteln teilweise gelöst  werden können, was bei der Behandlung mit  Benzin -weniger der Fall ist. Dies gilt na  mentlich für das     Trichloräthylen,    dessen  Anwendung zum Reinigen farbiger     Azetät-          seide    infolgedessen die     Beobachtung    gewisser  Vorsichtsmassregeln erfordert.

   Manche     Che-          mischwäscher    ziehen es . deshalb noch vor,  empfindliche farbige Textilstoffe weiterhin  mit Benzin zu reinigen, trotz der Feuerge  fährlichkeit dieses     Lösemittels.     



  Durch eingehende Untersuchungen     wurde          gefunden,        .dass    das     ebenfalls    zur Gruppe der       Chlorkohlenwasserstoffe    gehörige und gleich  falls unbrennbare     Perchloräthylen    die Nach  teile der bisher verwendeten Chlorkohlen  wasserstoffe nicht oder nur -in sehr viel ge  ringerem Masse besitzt und überdies Eigen  schaften aufweist, die es auch in anderer Be  ziehung besonders geeignet für die Chemisch  reinigung machen.  



  Zunächst -ist     Perchloräthylen    weit weni  ger flüchtig als die bisher -verwendeten       Chlorkohlenwasserstoffe        und    hat sehr viel  schwächere     narkotische    und     sonstige    physio  logische Wirkungen als. -diese;

   infolgedessen  gilt es als der in gesundheitlicher Beziehung  ungefährlichste flüssige     Chlorkohlenwasser-          stoff.-    Seine Anwendung in geeigneten Rei  nigungsapparaten lässt selbst dann     Gesund-          heitsschädigungen    kaum     befürchten,        wenn     durch eine ungenügende Abdichtung der Ap  parate oder deren     fehlerhafte    Bedienung ge  legentlich mässige     Lösemittelmengen    aus  treten     sollten.    Jedenfalls unterscheidet es  sich in dieser Beziehung bei weitem nicht so  erheblich von dem Benzin,

   wie die vorer  wähnten beiden andern     unbrennbaren    Löse  mittel.  



  Wenn     Perchloräthylen    trotzdem in Ma  schinen für     Chemischreinigung    bisher nicht    verwendet wurde, so lag dies daran, dass man  in seiner geringen Flüchtigkeit     bezw.        seinem     hohen Siedepunkt von 119   eine Eigenschaft  erblickte, durch die einerseits das Trocknen  des Waschgutes und anderseits die Destilla  tion des Lösemittels sehr erschwert wird.

   Er  fahrungsgemäss .darf man nämlich bei dem  üblichen Trocknen des     Waschgutes    mittelst  Warmluft innerhalb einer geschlossenen  Waschmaschine sowohl bei Benzin, als auch  bei     Jen        bisher    üblichen     unbrennbaren    Löse  mitteln nur mässig hohe Temperaturen an  wenden,     woil    sonst eine     Schädigung    des  Waschgutes eintreten kann.

   Bei solch  mässig hohen     Temperaturen    können zwar die       erwähnten    leicht flüchtigen     Lösemittel    rasch  abgetrieben werden, das Abtreiben des weit  schwerer flüchtigen     Perchloräthylens    erfor  dert dagegen unter den gleichen Verhältnis  sen eine so viel längere     Zeit,    dass     damit    die  praktische Anwendbarkeit dieses Lösemittels  in der     Chemischwäscherei    ausgeschlossen zu  sein schien,  Neuerdings liess sich jedoch durch Ver  suche feststellen,

   dass man     überraschender-          weise    bei der Abtreibung von     Perchlor-          äthylen    Warmluft von weit höheren Tem  peraturen als bei den     genannten    andern Löse  mitteln     anwenden:    kann, ohne dass dadurch  das behandelte Waschgut geschädigt wird.

    Durch diese neue     Erkenntnis    ist der     :bisherige     Hinderungsgrund für die     Benützung    von       Perchloräthylen    in geschlossenen     Maschinen     zur     Chemischreinigung    hinfällig geworden,  denn man kann nun unter Anwendung ent  sprechend hoher     Lufttemperaturen    die voll  ständige Trocknung .des gereinigten Wasch  gutes auch bei     Benützung    von     Perchlor-          äthylen    in der den praktischen Erforder  nissee entsprechenden kurzen Zeit erreichen.

    Überdies lässt sich diese Zeit noch weiter ab  kürzen, wenn man das Trocknen     unter    An  wendung eines Unterdruckes vornimmt, was  an sich bekannt ist, in der     Chemischwäscherei     bisher aber nicht üblich war.  



  Einer     Erschwerung    der Destillation in  folge. des hohen Siedepunktes .des Perchlor-           äthylens    kann in einfacher Weise dadurch be  gegnet werden,     dass    man während des     De-          stillierens    Wasserdampf in die     Destillations-          blase    einleitet. Bei dem dabei sich bildenden  sogenannten binären System erfolgt die Ver  dampfung des     Perchloräthydens    bereits bei  etwa 86  , so dass seine vollständige Destil  lation auch mit gewöhnlichem Heizdampf ge  lingt.

   Die nachträgliche Trennung des Was  sers vom Lösemittel ist unschwer in der       üblichen:    Weise durch einen     Wasserabschei-          der    zu erreichen.  



  Schliesslich haben Versuche zu dem neu  artigen Ergebnis geführt,     dass    sich aus der  zur Trocknung benützten Warmluft das ver  dunstete     Perchloräthylen    durch Kühlung weit  vollständiger wiedergewinnen lässt als bei  Benzin,     Trichloräthylen    und dergleichen mög  lich ist. Die unvermeidlichen     Lösemittelver-          luste    bei der     Chemischwäscherei    stellen sich  dadurch unter Verwendung von     Perchlor-          äthylen    als Reinigungsmittel viel niedriger  als unter Benützung der     'bisher    gebräuch  lichen Lösemittel.  



  Demnach können durch die neuartige  Verwendung von     Perchloräthylen    zur     Che-          micehreinigung    von Kleidungsstücken, Tep  pichen und sonstigen Gebrauchsgegenständen    innerhalb geschlossener Reinigungsapparate  erhebliche     Vorteile    technischer, wirtschaft  licher und hygienischer Art erzielt werden,  die im Vergleiche mit der Anwendung bis  her     hierfür    üblicher     Lösemittel    einen grossen  Fortschritt darstellen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Chemischreinigung von Gewebestücken, Kleidungsstücken, Teppi chen und dergleichen Gebrauchsgegenstän den mittelst eines flüssigen Lösemittels in geschlossenen Waschvorrichtungen., dadurch gekennzeichnet, dass die Waschflüssigkeit mindestens der Hauptsache nach aus Per- Chloräthylen besteht. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Trocknung des Waschgutes erforderliche Entfernung der Lösemittelreste unter Anwendung eines En terdruckes erfolgt.
CH162977D 1931-12-21 1932-06-18 Verfahren zur Chemischreinigung von Gewebestücken, Kleidungsstücken, Teppichen und dergleichen Gebrauchsgegenständen. CH162977A (de)

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