Hydraulische leraftiibertragungsvorrichtung, bei welcher als Übertragungsmittel dienende Flüssigkeit in einem Kreislauf umläuft, dessen Inhalt während des Betriebes veränderbar ist. Die Erfindung betrifft eine hydraulische Kraftübertragungsvorrichtung, bei welcher als Mertragungsmittel dienende Flüssigkeit in einem Kreislauf umläuft, dessen Inhalt während des Betriebes veränderbar ist. Die Vorrichtung kann als Kupplung, Getriebe oder Bremse ausgebildet sein.
Bei einer bekannten Vorrichtung erfolgt die Änderung bezw. Entleerung des Inhaltes des Flüssigkeitskreislaufes durch Öffnungen, welche an oder in der Nähe des radial äussersten Teils des Kreislaufes angeordnet sind, und durch welche die Flüssigkeit in folge der Zentrifugalkraft hinausgeschleu dert wird. Für die Steuerung dieser Öff nungen sind Schieber, Ventile oder derglei chen vorgesehen.
Infolge der relativ hohen Geschwindigkeit, mit welcher diese Ventile usw. und ihre Antriebsvorrichtungen sich während des Betriebes der Vorrichtung be wegen, müssen diese Teile genügend stark ausgebildet werden, um den grossen Zentri- fugalkräften, denen sie ausgesetzt sind, widerstehen zu können. Ferner besitzen diese Steuermittel notwendigerweise eine verhält nismässig grosse Trägheit.
Bei Konstruktionen, bei denen die Steuermittel an dem treibenden Vorrichtungsglied angeordnet sind und bei denen ein Antriebsmotor, zum Beispiel ein Dieselmotor, verwendet wird, welcher auf das treibende Vorrichtungsglied ein vibrie rendes Drehmoment ausübt, sind die Steuer mittel infolge ihres Gewichtes und ihrer An ordnung besonders der Gefahr ausgesetzt, durch diese Vibrationen beschädigt zu wer den.
Auch hat man bei andern Ausführungen bereits vorgeschlagen, die Entleerungsöffnun gen dauernd offen zu halten und hinter den Öffnungen eine Entleerungskammer mit Schöpfarmen zum Hinausfördern der Flüs sigkeit vorzusehen. Bei diesen letzteren An- ordnungen kann dann die Regelung der Flüssigkeitsmenge in der Vorrichtung durch Steuerung von Zuführungsöffnungen er folgen. Alle diese Ausführungen verursachen jedoch eine Vergrösserung des Aussendurch messers der Vorrichtung und damit des @Ge- wichtes und der Herstellungskosten.
Ferner tritt aber ausserdem noch, ins besondere bei grossen Flüssigkeitsmengen, ein unerwünschter Leistungsverlust auf, weil die unter Druck und mit hohen Geschwindig keiten aus den Umfangsöffnungen aus strömende Flüssigkeit wieder ersetzt werden muss. Dieses ist besonders der Fall bei Schöpfarmkupplungen bezw. -vorrichtungen.
Bei Flüssigkeit als Übertragungsmittel enthaltenden Vorrichtungen, die insbesondere in den Antrieb von Strassenfahrzeugen, Loko motiven, Krane, Schaufelbagger und der gleichen mit Brenukraftmaschinen betrie benen Maschinen eingeschaltet sind, ist es erwünscht, dass für normale und hohe Dreh zahlen die Leistungsverluste durch die Vor richtung so gering wie nur irgend möglich sind, das heisst, dass der Slip sehr klein ist, um möglichst die volle Leistung von der treibenden Welle auf die getriebene Welle zu übertragen und dadurch einen günstigen Brennstoffverbrauch zu erreichen.
Ander seits soll aber auch wieder der Slip bei klei nen Drehzahlen sehr hoch sein, und dem entsprechend das Drehmoment, welches dann übertragen wird, sehr klein sein, um bei Stillstand der getriebenen Welle, das heisst bei 100 % Slip der Vorrichtung, die Antriebs maschine langsam weiter laufen lassen zu können. Der erste Fall erfordert, dass die Vorrichtung möglichst gross dimensioniert wird, während sie für den letzteren Fall kleiner ausgeführt sein müsste; daraus ergibt sich, dass die gewählte Ausführungsgrösse ein Kompromiss zwischen diesen beiden sich ent gegenstehenden Bedingungen sein muss und keine von beiden Bedingungen vollkommen erfüllen kann.
Wenn zum Beispiel eine grosse Kupplung gebraucht- wird, um bei voller Geschwindig- feit einen hohen Wirkungsgrad zu haben, so sucht dieselbe ein unerwünscht grosses Dreh moment zu übertragen, wenn die Antriebs maschine auf Leerlaufdrehzahl läuft bei stillstehender getriebener Welle. Ein wei terer Nachteil einer grossen Kupplung ergibt sich aus der Tatsache, dass, wenn die Drossel klappe der antreibenden Brennkraftmaschine geöffnet wird, die Kupplung die Maschine verhindert, schnell genug anzulaufen, um ihr volles Drehmoment zu entwickeln.
Wenn eine Kupplung verwendet wird, worin die Menge der Arbeitsflüssigkeit wäh rend der Arbeit veränderlich ist, so ist es erwünscht, dass für normale und hohe Ge schwindigkeiten der antreibenden Maschine der Flüssigkeitskreislauf eine verhältnis mässig grosse Menge Flüssigkeit enthalten soll, während für geringe Maschinengeschwin digkeit der Flüssigkeitsinhalt vorteilhafter weise verkleinert werden sollte.
Die Erfindung bezweckt, die oben er wähnten Nachteile bekannter Vorrichtungen bezw. Kupplungen möglichst zu verringern. Die Vorrichtung, bei welcher die Entleerung des Kreislaufmittels durch wenigstens einen in einem Flüssigkeitsfänger mündenden Ka nal erfolgt, ist gemäss der Erfindung in der Weise ausgebildet, dass der Entleerungs kanal wenigstens durch die äussere Schicht des Kreislaufes hindurchgeht und der Flüs sigkeitsfänger innerhalb dieser angeordnet ist.
In der anliegenden Zeichnung sind als Beispiele verschiedene Kupplungen dar gestellt, worin Fig.l einen Schnitt durch einen Teil einer Kupplung darstellt, welche eine Aus lasskanalöffnung im innern Teil des Flüssig keitskreislaufes aufweist; Fig.2 stellt einen Schnitt durch einen Teil einer Kupplung dar, die in .der Nähe der Mitte des Arbeitskreislaufes geleert wird; Fig. 3 bis 9 sind Schnitte durch verschie dene Kupplungen bezw. Teile davon, bei denen die Auslasskanäle innen in einem Kern- leitring münden;
Fig. 10, 1'2 und 13 sind Schnitte durch Kupplungen, bei denen ein Sammelbehälter am getriebenen Teil angeordnet ist; Fig. 11 zeigt eine Kupplung, bei der ein Sammelbehälter am treibenden Teil der Kupplung angeordnet ist; Fig. 14 ist ein Schnitt eines Details nach Linie 14-14 in Fig. 15; Fig. 15 ist ein Schnitt eines Details nach Linie 15-15 in Fig. 14; Fig. 16 ist ein Schnitt eines Teils einer weiteren Kupplung.
Gleiche Bezugsbezeichnungen bezeichnen gleiche Teile in den verschiedenen Figuren der Zeichnung.
In Fig.1 bezeichnet 1 die treibende, 2 die getriebene Welle, 3 die treibende, 4 die getriebene Kupplungshälfte, 5 den ab schliessenden Kupplungsdeckel, der vermit telst Flansch 6 an der Kupplungshälfte 3 befestigt ist, 7 die Kernleitringhälfte an der treibenden Kupplungshälfte 3, und 8 die Leitringhälfte an der getriebenen Kup plungshälfte 4, 22 und 23 sind Schaufeln an der treibenden Hälfte 3 und 2!4 und 25 die Schaufeln an der getriebenen Hälfte 4.
Ein oder mehrere Auslasskanäle 11, gebildet von Rohren, welche von dem treibenden Kupplungsteil 3 gehalten werden, münden in den Teil des Kreislaufes zwischen Kern leitring und Kupplungsachse, und es sind die Rohre innen mit einem Mundstück 10 versehen, dessen Öffnung 10' nach der Dreh achse der Kupplung hin gerichtet ist und die einen grösseren -Querschnitt aufweist als der anschliessende Kanal.
Die Wirkungsweise der Kupplung ist wie folgt: Wie bekannt, zirkuliert die Betriebs flüssigkeit bei Übertragung von beträcht licher Leistung in einem geschlossenen Ring. Wenn Flüssigkeit weggenommen wird, der Flüssigkeitskreislauf also nicht mehr voll ist, erhält sich die Zirkulation aufrecht in der Form eines geschlossenen Ringes von ver minderter Dicke, welcher sich in der Haupt sache an den Aussenwänden. der Kupplungs hälften, wie durch Pfeile a angegeben, an- schmiegt.
Aber auch in diesem Zustande fliesst stets noch ein Teil der Flüssigkeit beim Verlassen des treibenden Teils von dem Hauptzirkulationsring weg, wie durch Pfeile d angedeutet ist, und wird aufgefangen durch das Mundstück 10, welches so als Flüssigkeitsfänger wirkt; aus diesem Grunde wird Flüssigkeit solange gegen das Mund stück 10 fliessen, als eine zirkulierende Be wegung der Flüssigkeit vorhanden ist. Die durch das Mundstück 10 aufgefangene Flüs sigkeit wird durch den Kanal 11 aus dem Flüssigkeitskreislauf abgeführt.
Solange eine Zirkulation in dem Flüssig keitskreislauf der Kupplung stattfindet, ist die Druckhöhe am innern Ende des Austritts- kanals 11 genügend, um die Flüssigkeit dar aus an die Aussenseite des Kanals heraus zubefördern.
Falls es gewünscht wird, den Abfluss der Flüssigkeit zu beschleunigen, so kann das äussere Ende des Austrittskanals 11 weiter entfernt von der Kupplungsachse als das innere Ende sein, wodurch der Austritt der Flüssigkeit aus dem Kanal 11 durch die Zentrifugalkraft unterstützt wird. Wenn der Auslass des Kanals 11 nur ein wenig weiter von der Kupplungsachse entfernt ist als das Mundstück 10, so ist auch der dadurch be dingte Energieverlust infolge der Zentri- fugalbeschleunigung entsprechend klein.
In der Anordnung nach Fig.2 ist der Kernleitring weggelassen worden, und das den Auslasskanal 11 bildende Rohr ist so ge lagert, dass seine innere Mündung 10' un gefähr im Kern des Flüssigkeitsringes liegt. Diese Anordnung arbeitet ähnlich der jenigen, die in Fig. 1 gezeigt wurde.
In der in Fig.3 dargestellten Ausfüh rungsform ist der Kernleitring mit einem Auffangraum 9 versehen, welcher durch ein ringförmiges Glied 33 gebildet wird, das sich am Teil 7 befindet und gegen die Kup plungsachse hin offen ist. Der Auffangraum 9 kann den Teil des umlaufenden Flüssig keitsstromes empfangen, der in der Richtung angezeigt durch Pfeil d fliesst, so dass der Auffangraum als Flüssigkeitsfänger wirkt, ähnlich dem Mundstück 10 bei den Aus führungsbeispielen nach Fig. 1 und 2.
Flüs sigkeit, welche durch den Auffangraum 9 während der Tätigkeit der Kupplung auf gefangen wird, tritt durch den bezw. die Auslasskanäle 11 aus.
In der Ausbildung nach Fig. 1 bis 3 ist der bezw. sind die Auslasskanäle am treiben den Teil angeordnet, während sie in der jenigen nach Fig. 4 auf dem getriebenen Teil 4 angeordnet sind. Bei dieser Bauart tritt, wenn mehrere Kanäle 11 in Abständen von einander rund um das Kupplungsglied 4 an geordnet sind, die Flüssigkeit aus den bezw. dem untersten der Kanäle 11 durch Schwer kraft aus, wenn der getriebene Teil 4 nicht rotiert. Diese Figur stimmt in andern Hin sichten überein mit der Konstruktion nach Fig. 3.
In der Konstruktion nach Fig.:5 ist ein Auffangraum 9 gebildet zwischen dem Kern leitring 7 des treibenden Teils 3 und einem ringförmigen Blech, welches daran ange bracht ist. Ein oder mehrere radiale Arme 37, die durch stellenweises Verdicken der Schaufeln des treibenden Teils gebildet wer den können, beherbergen die Austrittskanäle 11, welche vermittelst in den Deckel 5 ge bohrten Löchern 13 und 15 mit einer Ent leerungskammer in Verbindung stehen, die an der Aussenseite des Deckels 5 gelegen und durch ein geflanschtes Gehäuse 21 ein geschlossen ist.
Ein ringförmiges Blech 36 ist vorgesehen, um die Höhlung des Kern- leitringteils 8 des getriebenen Teils der Kupplung abzuschliessen. Die getriebene Welle 2 ist umgeben von einer stillstehenden Hülse 18, die einen gleichfalls stillstehenden Schöpfarm 17 trägt, welcher in die Ent leerungskammer mündet und mit einer Aus lassöffnung 19 in der Hülse 1.8 in Verbindung steht.
Die Entfernung der äussern Mündung des Schöpfrohres 17 von der Kupplungs achse ist grösser als die Entfernung der Ein trittsstelle der Flüssigkeit in den Auffang raum von dieser Achse, infolgedessen wird, während die treibende Hälfte der Kupplung sich dreht, Flüssigkeit, welche vom Raum 9 aufgenommen worden ist, vermittelst Zentri fugalkraft in die Entleerungskammer trans portiert, von wo sie durch den oder die Schöpfarme 17 entfernt wird.
Eine Ver schraubung 2,6 kann als Ventil benutzt wer den, um das Ausmass des Flüssigkeitsflusses von dem Flüssigkeitskreislauf in die Ais- trittskammer zu regeln.
Die -Ausführungsformen nach Fig. 6, 7, 8 und 9 entsprechen im Prinzip derjenigen nach Fig. 3, mit Ausnahme, dass hierbei die Austrittsöffnungen aus den Entleerungs kanälen 11 von Steuermitteln beeinflusst werden. Die Welle 1 läuft im. Lager 31 und die Welle 2 im Lager 32. Die Kupplung ist von dem Gehäuse 40 umgeben, das mit dem Lager 31 starr verbunden, gegen das Lager 32 jedoch vermittelst des Teils 41 abgedichtet ist. Der Eintritt der Flüssigkeit erfolgt durch das Lager 32, durch die Kanäle 14 und Bohrungen 16 im Kupplungsteil 4.
Die Flüssigkeit kann durch Schwerkraft oder Druck aus einem nicht dargestellten Behäl ter den Kanälen 14 zugeführt und der Zu fluss durch ein von Hand betätigtes Ventil geregelt werden. Eintrittsöffnungen, wel che ähnlich den in Fig. 6 dargestellten an geordnet sind, können- auch bei -den Kup plungen gemäss Fig. 1 bis 5 vorgesehen sein. Gemäss Fig. -6 und 7 sind die Kanäle 11 durch Ringschieber<B>218</B> gesteuert, welche durch Achsen 38 betätigt werden, auf denen je ein Zahnrad 38' befestigt ist. Die Zahn räder 38' greifen in Zahnstangen 60' ein, welche sich an einer verschiebbaren Muffe 60 befinden, die mittelst einer nicht dar gestellten, in die Nut 60" eingreifenden Ga bel verschoben wird.
Gemäss Fig. 8 werden die Kanäle 11 durch einen um die Kup plungsachse umlaufenden Schieber 2,7 ge steuert, welcher durch drei Stangen 30 be wegt wird (von denen nur eine dargestellt ist), welche in gleichen, Abständen vonein ander um die Welle 1 herum angeordnet sind. Die Stangen 30 sind in Lagern 26 am Gehäuse 40 geführt und mit einem Ring 61 verbunden, welcher zum Verstellen des Schiebers 27 dient. Gemäss Fig. 9 greift ein um die Kupplungsachse umlaufender Schie ber 29, welcher mit je einer jedem Kanal 11. gegenüberliegenden Öffnung versehen ist, mittelst eines an ihm festen Zahnsegmentes in ein an einer Achse 39 sitzendes Zahnrad 62 ein.
Der Schieber 29 kann mittelst einer Muffe 60 gegenüber dem Kupplungsteil 3 um einen kleinen Winkel gedreht bezw. ver schoben werden, um die Kanäle 11 zu öffnen oder zu schliessen. Die Steuerschieber oder -ringe, .die in allen Fällen betätigt werden können, während die Kupplung im Betrieb ist, befinden sich in einem Abstand von der Kupplungsachse, der beträchtlich geringer ist, als der Abstand des äussersten Teils des Kreislaufes von dieser Achse.
Bei der in Fi g. 10 dargestellten Kupplung ist eine Verlängerung 2' der Welle 2 unter stützt durch ein Kugellager 20 in dem trei benden Teil 3 der Kupplung. Am getrie benen Teil 4 ist ein durch ein Gehäuse 12 gebildeter Sammelraum 12' vorgesehen, wel ches Gehäuse mit dem Teil 4 durch einen Flansch 12" verbunden und durch Packung 12"' gegen die Welle 2 abgedichtet ist. Kanäle 11, die vorzugsweise in stellenweisen Verstärkungen der Schaufeln des getriebenen Teils 4 untergebracht sind, verbinden das Innere des Kernleitringes 7, .8 mit dem Sammelraum 12' und münden in letzteren an denjenigen Teil, der am weitesten von der Kupplungsachse entfernt ist.
Die Rohre der Kanäle 11 sind zweckmässig mit Mund stücken 10 versehen, deren Öffnungen sich innerhalb des Kernleitringes befinden und tangential, entgegengesetzt der normalen Drehrichtung um die Achse der Kupplung berichtet sind, so da.ss sie als Schöpfansätze wirken. Eine ringförmige Verlängerung 7', welche am Teil 7 des Kernleitringes vor gesehen ist, bildet zusammen mit diesem Teil einen Auffangraum 9, welcher mit dem trei benden Teil 3 rotiert und nach der Achse der Kupplung offen ist. Das Mundstück 10 ragt in diesen Auffangraum hinein. Die Kup plungsteile sind so dimensioniert, dass das Volumen des Flüssigkeitskreislaufes grösser ist, als dasjenige des Sammelraumes 12'.
Der Betrieb mit einer solchen Kupplung geht nun wie folgt vor -sich: Angenommen, der Betrieb ruht, die nicht dargestellte Antriebsmaschine und damit die Welle 1 stehe still, die Arbeitswelle 2 sei unbelastet und stehe ebenfalls still, der Sammelraum 12' sei gefüllt, und der Kreis lauf der Kupplung 3, 4 sei nur teilweise ge füllt. Fängt nun die Maschine an zu ar beiten, so wird die in dem Kreislauf sich befindende Flüssigkeit zu zirkulieren be ginnen und nach Beschleunigung des Teils 3 auf eine bestimmte Drehzahl die Arbeits welle 2 mitnehmen, was je nach der Be lastung derselben früher oder später erfolgen wird.
Mit dem weiteren Steigen der Dreh zahl der treibenden Welle 1 wird auch die Drehzahl der Arbeitswelle 2 steigen. Durch die Umdrehungen der Arbeitswelle 2, des ge triebenen Teils 4 und des Sammelgehäuses 12 wird nun infolge der Zentrifugalkraft Flüs sigkeit aus dem Sammelraum 12' durch die Kanäle 11 in den Kreislauf hineingedrückt werden, und zwar an einer Stelle nahe beim Mittelpunkt des Flüssigkeitskreislaufes, wo der Flüssigkeitsdruck gering ist infolge der Wirbelbewegung der Flüssigkeit zwischen dem treibenden und dem getriebenen Teil in der Nähe dieses Mittelpunktes. Als Folge dieses Einflusses der Flüssigkeit vermindert sich der Slip, und als Folge der weiteren Geschwindigkeitsvergrösserung der getrie benen Welle 2 wird noch mehr Flüssigkeit in den Kreislauf gezwungen.
Diese Tätig keit hält an, bis der Kreislauf vollkommen gefüllt ist und der gewünschte geringe Slip wert erreicht ist. Wenn die Geschwindigkeit der getriebenen Welle nun als Folge der er höhten Last fällt, wird Flüssigkeit aus dem Kreislauf durch die Mundstücke 10 aus geschöpft und durch die Kanäle 11 nach dem Sammelraum 12' geführt, worin die Zentri fugalkraft nunmehr gemindert ist.
- Der Kreislauf ist infolgedessen teilweise entleert, wodurch der Slip vermehrt wird. Je geringer die Geschwindigkeit der getriebenen Welle 2 und je höher die relative Geschwindigkeit der treibenden Welle 1 zur getriebenen Welle 2 ist, desto grösser die Schöpfwirkung, die ihren höchsten Wert erreicht, wenn die Welle 2 stillsteht und die Welle 1 fortfährt, sich zu drehen.
In diesem Zustand wird der Sammelraum 12' voll von Flüssigkeit ge halten durch die Schöpfwirkung, die grösser ist als die entleerende Wirkung der Schwer kraft, die entsteht, wenn der getriebene Teil 4 mit einem Kanal 11 in seiner untersten Stellung'stillsteht, so dass Flüssigkeit infolge der Schwerkraft aus dem Sammelraum 12' auszufliessen sucht.
Es liegt daher auf der Hand, dass, wäh rend die Belastung und Geschwindigkeit ver änderlich gestaltet werden, Betriebsflüssig keit entweder von dem Arbeitskreislauf zu dem Sammelraum 12' überführt wird in einem Masse, das sich verändert mit der rela tiven Geschwindigkeit der Kupplungsteil, oder von dem Sammelraum durch Zentri fugalkraft entsprechend der Geschwindigkeit des getriebenen Teils herausgefördert wird, so dass auf diese Weise eine Slipcharakte- ristik automatisch festgelegt wird, die von speziellem Vorteil für gewisse Aufgaben ist.
Fig.l1 zeigt ein Beispiel, bei welchem der Sammelbehälter 12 mit dem treibenden Teil 3 der Kupplung umläuft, welcher Teil von der treibenden Welle 1 mittelst des Ge häuses 5 angetrieben wird. In diesem Falle sind Kanäle 11 radial angeordnet und stehen durch in der Welle 2 gebohrte Löcher 63, 64 und 6,5 mit dem Sammelbehälter 12 in Verbindung, während der Übergang von Flüssigkeit aus dem Sammelbehälter in den Kreislauf durch Kanäle<B>66</B> ermöglicht wird, welche am Umfang des genannten Behälters münden und je in Verbindung mit einem Kanal 67 stehen, der wiederum in dem hohlen Kernleitring mündet.
In diesem Falle sind die Auslasskanäle 11, welche an dem getrie benen Teil 4 angebracht sind, auch mit als Flüssigkeitsfänger dienenden Schöpfenden 10 versehen. Das Füllen des Kreislaufes erfolgt in einer Weise ähnlich derjenigen, welche unter Bezugnahme auf Fig. 10 beschrieben ist, mit der Ausnahme, dass in diesem Falle, solange sich überhaupt Flüssigkeit in dem Sammelbehälter befindet, diese aus dem Sammelbehälter in den Kreislauf zurück geschickt wird, während die Entfernung von Flüssigkeit aus dem Kreislauf in den Sam melbehälter abhängig ist von einer gewissen Differenz in der Geschwindigkeit der trei benden und getriebenen Teile der Kupplung.
In dieser Anordnung wird ein andauernder Fluss durch die Vorrichtung erfolgen, solange als der Slip in der Kupplung relativ hoch ist.
In der Konstruktion nach Fig. 11 ist der Sammelbehälter 12 um die Welle 2 herum angeordnet, um die Kupplung gedrungen zu gestalten und. die für den Betrieb der Kupplung erforderliche Flüssigkeitsmenge möglichst gering zu halten, indem der grösste Radius des Sammelraumes 12' nicht grösser ist, als der kleinste Radius des Kreislaufes von der Kupplungsachse. Um eine Regelung der Flüssigkeitsmenge, die durch den Kreis lauf strömt, zu ermöglichen, sind Drosse- lungsvorrichtungen, zum Beispiel Schrauben 67', in den Kanälen,67 vorgesehen.
Bei dem Beispiel nach Fig.10 können ähnliche Drosselvorrichtungen in dem Kanal 11 vorgesehen werden.
Die Ausführung nach Fig. 12 entspricht in der Hauptsache derjenigen nach Fig. 10 mit der Ausnahme, dass der Sammelbehälter so konstruiert ist, dass sein grösster Radius ungefähr gleich dem Abstand der Mund stücke 10 von der Kupplungsachse ist.
In der Ausführungsform der Kupplung nach Fig.13, die speziell eingerichtet ist zum Gebrauch von Schmierflüssigkeit als Betriebsflüssigkeit, ist die treibende Welle 1 an der Welle 42, die den treibenden Teil 3 hält, befestigt. An dem getriebenen Teil 4 ist ein Riemenseheibenrad 43 oder ein an deres drehbares Element, wie zum Beispiel ein Rad eines Getriebes zur Kraftübertra gung befestigt. Diese Riemenscheibe mit der Schale des getriebenen Teils 4 bildet den Sammelraum 12'. Der Deckel 5 ist vermit telst eines Zapfens 44 in einem Lager 45 gelagert. Die Welle 42 ist mit einer achsialen Bohrung 46 versehen. Drucklagerflächen 49 sind zwischen den Kanal 47 und das Lager 48 gesetzt.
Wegen des ZentrifugaIflüssig- keitsdruekes in dem Kreislauf wird Arbeits flüssigkeit durch den Kanal 47 getrieben, durch welche die Lagerflächen 448 und 49 ge schmiert werden. Der Druck bewirkt, dass die Flüssigkeit langsam durch diese Lager und dann durch die achsiale Bohrung 46 fliesst.
Radialbohrungen 50 in der Welle 42 ver binden die Bohrung 46 mit den Drucklager flächen 51, zu welchen ein Teil der durch die Kanäle 47 laufenden Flüssigkeit gelangt, um von hier aus wieder dem Kreislauf zuzu strömen. Weitere Bohrungen 52. führen von der Bohrung 46 zu dem Lager zwischen der Nabe der Riemenscheibe 48 und der Welle 4?. In dieser Weise wird die Bewegungs energie der Arbeitsflüssigkeit für zwangs weise Schmierung ausgenützt.
Um den Zusammenbau der Kupplungen nach Fig. 10 und 13 zu ermöglichen, wer den die Kanäle 11 von Röhren gebildet, die in den Getriebeteil 4 hineingeschoben werden 1Lö nnen, und zwar werden sie von dem Kern aus gegen die äussere Schale eingeschoben, wobei ihre Mundstücke auf die Kupplungs achse sehen.
Nachdem die Kupplungsteile 3 und 4 zusammengebaut sind, werden die Rohre, deren äussere Enden noch zugängig sind, durch Einbringen eines Werkzeuges in die äussern Enden so gewendet, dass die Mundstücke ihre richtige Stellung ein nehmen, um dann in ihren Plätzen verblockt zu werden, zum Beispiel durch Keile 53, die durch Löcher 54 getrieben werden, wie in Fig. 14 gezeigt.
Eine alternative Ausbildung zur Er möglichung des Kupplungszusammenbaues ist in Fig. 14 dargestellt. In .diesem Falle werden die Rohre der Kanäle 11 in dem ge triebenen Teil 4 in ihrer endgültigen Stel lung befestigt, bevor die Kupplungsteile zu sammengebaut sind, und es werden Schlitze 55 (Fig. 14 und 15) in der ringförmigen Ver längerung 7' des gernleitringes 7 gebildet, so dass die Mundstücke 10 durch sie hin- durch in den Auffangraum. 9 geführt wer den können.
Bei der Konstruktion nach Fig. 16 besitzt der Kernleitring einen ringförmigen Teil 7, mitgenommen von dem treibenden Teil 3, der mit Bezug auf den ringförmigen Teil 8 des getriebenen Teils 4 so angeordnet ist, dass eine schmale Lücke .8' zwischen diesen Teilen besteht. Die Mundstücke 10 sind so geformt und angeordnet, dass sie möglichst nahe an dem äussern Teil des ringförmigen Teils 7 liegen.
Wenn die Kupplung läuft, so kann zwischen den Teilen 7 und 8 von der Rich tung der Kupplungsachse her mehr Flüssig keit eintreten als durch die Lücke 8' ent weichen kann, da der Eintrittsquerschnitt radial innen zwischen den Teilen 7 und 8 grösser ist als der Querschnitt der Lücke 8'. Der Flüssigkeitsüberschuss wird dann durch die Teile 10 ausgeschöpft. Diese Ausbildung vereinfacht die Form des treibenden Teils der Vorrichtung und erleichtert den: Zusammen bau derselben.
Die Kupplungen, versehen mit einem drehbaren Sammelbehälter, werden vorzugs weise mit einem oder mehreren Entlüftungs kanälen, welche den Kreislauf und den Sammelbehälter verbinden, ausgestattet. In den bezüglichen auf der Zeichnung dar gestellten Anordnungen sind solche Ent- lüftungskanäle mit 68 bezeichnet; diese wer den von Rohren gebildet, die von dem ge triebenen bezw. treibenden Kupplungsteil mitgenommen werden und von dem Innern des Kernleitringes zu einer Stelle nahe der Achse beim Sammelbehälter 12. führen.
Infolge der Bewegung der Flüssigkeit in der Kupplung neigen Gase dazu, sich in der Nähe des Kernes des Kreislaufes zu sammeln und auch in der Nähe der Drehungsachse des Sammelbehälters. Die Entlüftungskanäle 6,8 ermöglichen, dass die Gase aus dem Kreislauf in den Sammelbehälter entweichen können, wenn Flüssigkeit von dem Behälter in den Kreislauf fliesst und umgekehrt.
Eine weitere Eigenschaft von Kupplun gen, welche mit einem. drehbaren Sammel behälter versehen und entsprechend der Er- findung konstruiert sind, ist die Ausschal tung eines Schadenrisikos für die-Kupplung als Folge einer Flüssigkeitsausdehnung. Wenn die Flüssigkeit in dem Arbeitskreis lauf sich erhitzt und infolgedessen ausdehnt, so fliesst jeder Flüssigkeitsüberschuss darin zu dem Sammelbehälter, der ein ausreichendes Fassungsvermögen hat, um die Ausdehnung der Flüssigkeit zu gewährleisten;
und ob wohl in den in Fig. 10 bis 16 dargestellten Beispielen ein Erhitzen der Arbeitsflüssig keit eine geringe Erhöhung des in dem Kreislauf und dem Behälter herrschenden Druckes und ein Zusammendrücken der Gase im Sammelbehälter bewirkt, so besteht doch keine Möglichkeit, dass dieser Druck un erwünscht gross wird.
Der Behälter braucht mit keinem der bei den Kupplungsteile direkt verbunden zu sein; er kann sich ausserhalb. .der Kupplung befinden und stationär sein, in welchem Falle die Rückkehr der Flüssigkeit in den Kreis lauf durch Schwere oder Druck bewirkt wer den kann.
Um den Eintritt der Flüssigkeit in den Raum 9 zu erleichtern, können die Schau feln 23 des treibenden Teils 3 sich über die innere Zutrittsöffnung dieses Raumes hinaus erstrecken, wie dies in Fig.3 bis 5 dar gestellt ist, so dass die Flüssigkeit, nachdem sie .den getriebenen Teil verlassen hat, indem sie auf die Schaufeln 23 trifft, plötzlich be schleunigt und in der Richtung des Pfeils d (Fig.3) fortbewegt wird.
In der Ausführung nach Fig. $, 9, 10, 1 2 und 14 sind einzelne Schaufeln so ausgebil det, dass der Abstand zwischen den Schau feln 23 des treibenden Teils 3' und den Schau feln 25 des getriebenen Teils 4 von dem Auf fangraum 9 gegen die Achse der Kupplung sich vermindert.