Schleifkörper. Gegenstand der Erfindung ist ein aus Schleifmaterial, wie zum Beispiel Carborund, Korund und dergleichen, und Bindemittel bestehender Schleifkörper, welcher dadurch gekennzeichnet ist, dass derselbe infolge bleichmässiger Durchsetzung mit künstlich erzeugten Hohlräumen, die grösser sind als die vorhandenen Schleifkörper, eine Zellen struktur besitzt. Die den Schleifkörper durchsetzenden Hohlräume (Zellen) sind da bei zweckmässig von gleicher oder praktisch gleicher Grössenordnung. Der Durchmesser der Zelle kann ein Mehrfaches bis Vielfaches des Durchmessers des Schleifkornes betra gen.
Bei Anwendung von körnigem bis grob körnigem Schleifmaterial kann der Durch messer der Zellen zum Beispiel das Drei fache bis Zehnfache, bei Anwendung von feinkörnigem bis pulverigem Schleifmaterial zum Beispiel das Hundertfache bis Tausend fache und mehr des Durchmessers des vor handenen Schleifkornes betragen. Für viele Verwendungszwecke hat sich die Durch setzung des Schleifkörpers mit Zellen, deren Durchmesser etwa 1 bis 2 mm beträgt, als zweckmässig erwiesen; er kann aber auch kleiner oder grösser, zum Beispiel bis 10 mm und mehr, sein. Zweckmässig sind die Zellen so ausgebildet, dass ein Eindringen und Fest setzen von Schleifspänen nicht stattfindet, sondern eingedrungene Schleifspäne beim Umlauf der Schleifscheiben wieder aus geschleudert werden.
Die die einzelnen Zellen einschliessenden Wandungen können massiv sein oder auch selbst eine gewisse natürliche Porosität besitzen. Im- übrigen richtet sich die Wahl des Schleifmaterials, die Grösse des Schleifkornes und die Grösse der Zellen nach dem Anwendungszweck, insbesondere auch der Art und Beschaffenheit des zu schlei fenden Materials.
Zur Bindung des Schleifmaterials können organische oder anorganische Stoffe oder auch Stoffe beider Arten, insbesondere auch die bekannten keramischen Binder verwendet werden. Es kommen zum Beispiel in Be tracht: Gips, Zement, Kunstharze, Kaut schuklösungen, Kautschukdispersionen usw. Die Verfestigung kann durch Massnahmen, wie Abbinden, Trocknen, Brennen, che mische Einwirkungen, Vulkanisieren und dergleichen erfolgen. Die Mengenverhältnisse von Schleifmaterial und Bindemittel können zum Beispiel so gewählt sein, dass auf 100 Teile Schleifmaterial etwa 20 bis 70 Teile Bindemittel kommen.
Die Herstellung der Schleifkörper kann nach verschiedenen Methoden erfolgen. Man kann zum Beispiel derart verfahren, dass man der aus Schleifmaterial und Bindemittel hergestellten Masse Stoffe einverleibt, wel che befähigt sind, durch Einwirkung von Wasser, Salzlösungen oder andern Stoffen Gasblasen in der plastischen Masse vor Ver festigung derselben zu entwickeln. Als gas bildende Stoffe kommen zum Beispiel- pul verförmiges Aluminium, Calcium, Magne sium, Calciumkarbid, Ammoniumkarbonat, Calciumkarbonat und dergleichen in Be tracht.
Als besonders geeignet haben sich aktiven Sauerstoff enthaltende Verbindun gen, wie Wasserstoffsuperoxyd, Natrium superoxyd, Alkaliperborat, Alkaliperkarbo- nat und dergleiehen erwiesen. Durch Zer setzung- von zum Beispiel Wasserstoff superoxyd durch Wärme oder Zersetzungs katalysatoren, wie Metalle, zum Beispiel Kupfer, Metallverbindungen, zum Beispiel Mangandioxyd, organische Katalasen und dergleichen, kann man eine gleichmässige Entwicklung und Verteilung der Sauerstoff blasen in der Masse erzielen.
Eine beson ders gleichmässige Entwicklung und Ver teilung der Sauerstoffblasen kann man, wie gefunden wurde, dadurch erzielen, dass man auf Wasserstoffsuperoxyd, Alkalisuperoxyd und dergleichen chemisch einwirkende Stoffe; wie Permanganat, Alkalihypochlorit, Cai- ciumhypochlorit und dergleichen, zur Ein wirkung bringen.
Es hat sieh weiterhin ge zeigt, dass man die Gasentwicklung mit Be zug auf .die Anzahl und Grösse der Gasblasen noch weitgehend durch Zusatz geeigneter Mittel beeinflussen kann, zum Beispiel sol cher, welche die Zersetzungsgeschwindigkeit zu beeinflussen oderlund solcher, welche die Oberflächenspannung zu verändern ver mögen. Als besonders geeignet hierfür hat sich Seifenwasser erwiesen.
Es genügt be reits ein Zusatz verhältnismässig geringer Mengen einer sehr verdünnten, zum Beispiel nur 0,5 ö igen Seifenlösung, um die erstreb ten Wirkungen zu erreichen. Ähnliche Wir kungen können durch Zusatz von Saponinen, Albuminen, Gummi arabicum, kolloidale Erden und dergleichen Stoffe erzielt werden. Die Wirkung derartiger Zusatzmittel kann man gegebenenfalls noch duroh Hilfsstoffe, wie Alkali oder Ammoniak, welche nur in geringer Menge anzuwenden sind, verbes sern.
Ein weiteres Verfahren zur Erzeugung der den Schleifkörper durchsetzenden Hohl räume besteht darin, dass man den zur Her stellung der Schleifkörper dienenden Massen Körper einverleibt, welche nach teilweiser oder vollständiger Verfestigung des Schleif körpers durch Massnahmen, wie Lösen, Her ausschmelzen, Verdampfen wieder entfernt werden können. Man kann zum Beispiel dem Gemisch von Schleifmaterial und Binde mittel Kugeln aus Zucker, löslichen Salzen und dergleichen in gleichmässiger Verteilung einverleiben und die Kugeln nach Erhärtung der Masse durch geeignete Lösungsmittel, wie Wasser, wieder herauslösen, oder man kann der Masse Kugeln, die aus Naphthalin oder ähnlichen Stoffen bestehen, einverleiben und diese aus dem verfestigten Körper durch Schmelzen oder Verdampfen wieder ent fernen.
In manchen Fällen hat es sich als vo.- teilhaft erwiesen, die erfindungsgemäss her gestellten Schleifkörper zwecks Erhöhung ihrer Festigkeit, Härte, Widerstandsfähig keit usw. einer Nachbehandlung zu unter werfen, zum Beispiel .derart, dass sie mit Lacken, Harzen, Kunstharzen, wässerigen Käutschukdispersionen, Kautsehuklösungen, Leim, Schellack, Wasserglas oder dergleichen getränkt und alsdann einer geeigneten Be handlung, wie zum Beispiel Trocknen, Er hitzen, Vulkanisieren und dergleichen, unter worfen werden.
Die erfindungsgemäss hergestellten Schleif körper können für die Behandlung der ver schiedenartigsten Materialien, wie zum Bei spiel Metalle, Metallegierungen, keramische Materialien, Quarz, Kunstmassen, Holz und dergleichen verwendet werden. Die Schleif körper eignen sich insbesondere auch zur Behandlung solcher Materialien, welche zur Verschmierung neigendes Schleifmehl lie fern, wie Weichmetalle und Weichlegierun gen, Leder, Kork. Derartige Stoffe konnten mit den bisher üblichen, durch Pressen oder Giessen hergestellten Schleifscheiben nicht erfolgreich geschliffen werden, weil Schleif mehl und Schleifspänehen in die verhältnis mässig engen Poren der Schleifkörper ein drangen, sieh hier festsetzten und die Schleif wirkung vorzeitig herabsetzten.
Weitere Vor teile bestehen darin, da.ss die Zellenstruktui der vorliegenden Schleifkörper die Ausbil dung besonders wirksamer Schleifkanten ge stattet und dass infolge der gleichmässigen Durchsetzung des Schleifkörpers mit einer Vielzahl verhältnismässig grosser Hohlräume einer unerwünscht starken Erhitzung von Schleifkörper und Werkstück vorgebeugt wird. <I>Beispiele;</I> 1. In 2 kg Leimlösung (aus 2 Teilen Leim und 3 Teilen Wasser) werden in der Wärme 45 cm' 30%iges Wasserstoffsuper oxyd unter Rühren zugesetzt, und hierzu 5 kg Bleiglaspulver, die vorher mit etwas Wasser angefeuchtet waren, unter Rühren eingetragen.
Nach Zugabe von 15 gr in Wasser suspendierten Braunsteins beginnt die Gasentwicklung, in deren Verlauf 5 kg Corundpulver eingerührt werden. Die noch warme Masse wird verformt, getrocknet und darauf bis zum Sintern des Glases erhitzt.
2. 140 gr gemahlener Corund werden mit 60 gr Tonbindung, 50 mgr Aluminiumpulver und 60 cm' Wasser zu einer Paste verrührt. Hierzu werden 10 cm 3 einer 2,5 % igen Leim lösung gegeben und schliesslich 5 cm3 'Ätz natronlaugenlösung (5 % NaOH) eingerührt. Der homogene Brei wird verformt und sich selbst überlassen. Die Gasentwicklung setzt bald ein. Nach dem Trocknen an der Luft wird vorgewärmt und sodann bei geeigneter Tem peratur, zum Beispiel 1400, gebrannt.
3. Man verdünnt 1,60 gr Wasserglas von 36 B6 mit einigen cm' Wasser und setzt 2,5 cm' Wasserstoffsuperoxyd 30%ig hinzu. In diese Lösung werden 600 gr Silizium- karbid eingerührt. Zu der möglichst homo genen Masse wird eine Aufschlämmung von 1,5 gr Braunstein in 5 cm3 Wasserglas von <B>36'</B> B6 eingerührt. Die Paste wird in Form gegeben und dem Treiben überlassen.
Nach geeigneter Trocknung richtet man gegebenen falls ab und tränkt sodann mit Verfesti- gungslösungen, wie Bakelit, oder macht die Scheibe sonst beständig gegen Wasser.
4. Zu einer Mischung von 300 gr Ton bindung und 1000 gr Siliziumkarbid wird eine Lösung von 50 cm' einer 2;5 % igen Leim lösung in 2$0 ein' Wassergegeben. Es wer den 4 cm' Wasserstoffsuperaxyd 30%ig ein gerührt und sodann eine Braunsteinauf- schlämmung von 400 mgr in 5 cm? Wasser zugegeben. Die Masse wird in Formen ge gossen, in der Form treiben gelassen, sodann getrocknet und bei geeigneter Temperatur gebrannt.
5. 30 gr Tonbindung werden mit 1 gr fein gemahlenem Kalk trocken gemischt, nachdem der letztere vorher mit einer Auf lösung von Paraffin in Benzol präpariert war. Das Gemisch wird mit 40 cm' Wasser verrührt und sodann 70 gr fein gemahlener Corund zugegeben.
Hierzu wird eine Mi schung unter lebhaftem Rühren gegeben, die dadurch hergestellt wurde, dass man 30 gr Tonbindung mit 25 cm' Wasser und 10 cm3 einer 2,5%igen Leimlösung verrührt, sodann ungefähr 0,75 cm' konzentrierte Salzsäure zuführt und schliesslich 70 gr fein gemah lenen Korund einträgt. Die fertige Mischung @vvird in Formen gegeben und sich selbst über lassen.