CH163624A - Schleifkörper. - Google Patents

Schleifkörper.

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CH163624A
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Deutsche Gold-Und Sil Roessler
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Degussa
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  Schleifkörper.    Gegenstand der Erfindung ist ein aus  Schleifmaterial, wie zum     Beispiel        Carborund,          Korund    und dergleichen, und Bindemittel       bestehender    Schleifkörper, welcher dadurch  gekennzeichnet ist, dass derselbe infolge  bleichmässiger Durchsetzung mit künstlich  erzeugten Hohlräumen, die grösser sind als  die vorhandenen Schleifkörper, eine Zellen  struktur besitzt. Die den Schleifkörper  durchsetzenden Hohlräume (Zellen) sind da  bei zweckmässig von gleicher oder praktisch  gleicher Grössenordnung. Der Durchmesser  der Zelle kann ein Mehrfaches bis Vielfaches  des Durchmessers des Schleifkornes betra  gen.

   Bei Anwendung von körnigem bis grob  körnigem Schleifmaterial kann der Durch  messer der Zellen zum Beispiel das Drei  fache bis Zehnfache, bei Anwendung von  feinkörnigem bis pulverigem Schleifmaterial  zum Beispiel das Hundertfache bis Tausend  fache und mehr des Durchmessers des vor  handenen Schleifkornes betragen. Für viele    Verwendungszwecke hat sich die Durch  setzung des Schleifkörpers mit     Zellen,    deren  Durchmesser etwa 1 bis 2 mm beträgt, als  zweckmässig erwiesen; er kann aber auch  kleiner oder grösser, zum Beispiel bis 10 mm  und mehr, sein. Zweckmässig sind die Zellen  so ausgebildet, dass ein Eindringen und Fest  setzen von Schleifspänen nicht stattfindet,  sondern eingedrungene Schleifspäne beim  Umlauf der Schleifscheiben wieder aus  geschleudert werden.

   Die die einzelnen Zellen  einschliessenden Wandungen können massiv  sein oder auch selbst eine gewisse natürliche       Porosität    besitzen. Im- übrigen richtet sich  die Wahl des Schleifmaterials, die Grösse des  Schleifkornes und die Grösse der Zellen nach  dem Anwendungszweck, insbesondere auch  der Art und Beschaffenheit des zu schlei  fenden Materials.  



  Zur Bindung des Schleifmaterials können  organische oder anorganische Stoffe oder  auch Stoffe beider Arten, insbesondere auch      die bekannten keramischen Binder verwendet  werden. Es kommen zum Beispiel in Be  tracht: Gips, Zement, Kunstharze, Kaut  schuklösungen, Kautschukdispersionen usw.  Die Verfestigung kann durch Massnahmen,  wie Abbinden, Trocknen, Brennen, che  mische Einwirkungen, Vulkanisieren und  dergleichen erfolgen. Die Mengenverhältnisse  von Schleifmaterial und Bindemittel können  zum Beispiel so gewählt sein, dass auf 100  Teile Schleifmaterial etwa 20 bis 70 Teile  Bindemittel kommen.  



  Die Herstellung der Schleifkörper kann  nach verschiedenen Methoden erfolgen. Man  kann zum Beispiel derart verfahren, dass  man der aus Schleifmaterial und Bindemittel  hergestellten Masse Stoffe einverleibt, wel  che befähigt sind, durch     Einwirkung    von  Wasser, Salzlösungen oder andern Stoffen  Gasblasen in der plastischen Masse vor Ver  festigung derselben zu     entwickeln.    Als gas  bildende Stoffe kommen zum Beispiel- pul  verförmiges Aluminium,     Calcium,    Magne  sium,     Calciumkarbid,        Ammoniumkarbonat,          Calciumkarbonat    und dergleichen in Be  tracht.

   Als besonders geeignet haben sich  aktiven Sauerstoff enthaltende Verbindun  gen, wie Wasserstoffsuperoxyd, Natrium  superoxyd,     Alkaliperborat,        Alkaliperkarbo-          nat    und     dergleiehen    erwiesen. Durch Zer  setzung- von zum Beispiel Wasserstoff  superoxyd durch Wärme oder Zersetzungs  katalysatoren, wie Metalle, zum Beispiel  Kupfer, Metallverbindungen, zum Beispiel       Mangandioxyd,    organische     Katalasen    und  dergleichen, kann man eine gleichmässige  Entwicklung und Verteilung der Sauerstoff  blasen in der Masse erzielen.

   Eine beson  ders gleichmässige Entwicklung und Ver  teilung der Sauerstoffblasen kann man, wie  gefunden wurde, dadurch erzielen, dass man  auf Wasserstoffsuperoxyd,     Alkalisuperoxyd     und dergleichen chemisch einwirkende Stoffe;  wie     Permanganat,        Alkalihypochlorit,        Cai-          ciumhypochlorit    und dergleichen, zur Ein  wirkung bringen.

   Es hat sieh weiterhin ge  zeigt, dass man die     Gasentwicklung    mit Be  zug auf .die Anzahl und Grösse der Gasblasen    noch weitgehend durch Zusatz geeigneter  Mittel beeinflussen kann, zum Beispiel sol  cher, welche die Zersetzungsgeschwindigkeit  zu beeinflussen     oderlund    solcher, welche die  Oberflächenspannung zu verändern ver  mögen. Als besonders geeignet hierfür hat  sich Seifenwasser erwiesen.

   Es genügt be  reits ein Zusatz verhältnismässig geringer  Mengen einer sehr verdünnten, zum Beispiel  nur 0,5 ö     igen    Seifenlösung, um die erstreb  ten Wirkungen zu erreichen. Ähnliche Wir  kungen können durch Zusatz von     Saponinen,     Albuminen, Gummi     arabicum,        kolloidale     Erden und dergleichen Stoffe erzielt werden.  Die Wirkung derartiger Zusatzmittel     kann     man gegebenenfalls noch     duroh    Hilfsstoffe,  wie Alkali oder Ammoniak, welche nur in  geringer Menge     anzuwenden    sind, verbes  sern.  



  Ein weiteres Verfahren zur Erzeugung  der den Schleifkörper durchsetzenden Hohl  räume besteht darin, dass man den zur Her  stellung der Schleifkörper dienenden Massen  Körper einverleibt, welche nach teilweiser  oder vollständiger Verfestigung des Schleif  körpers durch Massnahmen, wie Lösen, Her  ausschmelzen, Verdampfen wieder entfernt  werden können. Man kann zum Beispiel dem  Gemisch von Schleifmaterial und Binde  mittel Kugeln aus Zucker, löslichen Salzen  und     dergleichen    in gleichmässiger Verteilung  einverleiben und die Kugeln nach Erhärtung  der Masse durch geeignete Lösungsmittel,  wie Wasser, wieder herauslösen, oder man  kann der Masse Kugeln, die aus Naphthalin  oder ähnlichen Stoffen bestehen, einverleiben  und diese aus dem verfestigten Körper durch  Schmelzen oder Verdampfen wieder ent  fernen.  



       In    manchen Fällen hat es sich als     vo.-          teilhaft    erwiesen, die erfindungsgemäss her  gestellten Schleifkörper zwecks Erhöhung  ihrer Festigkeit, Härte, Widerstandsfähig  keit usw. einer Nachbehandlung zu unter  werfen, zum Beispiel .derart, dass sie mit  Lacken, Harzen, Kunstharzen, wässerigen       Käutschukdispersionen,        Kautsehuklösungen,         Leim, Schellack, Wasserglas oder dergleichen  getränkt und alsdann einer geeigneten Be  handlung, wie zum Beispiel Trocknen, Er  hitzen, Vulkanisieren und dergleichen, unter  worfen werden.  



  Die erfindungsgemäss hergestellten Schleif  körper können für die Behandlung der ver  schiedenartigsten Materialien, wie zum Bei  spiel Metalle, Metallegierungen, keramische  Materialien, Quarz, Kunstmassen, Holz und  dergleichen verwendet werden. Die Schleif  körper eignen sich insbesondere auch zur  Behandlung solcher Materialien, welche zur       Verschmierung    neigendes Schleifmehl lie  fern, wie Weichmetalle und Weichlegierun  gen, Leder, Kork. Derartige Stoffe konnten  mit den bisher üblichen, durch Pressen oder  Giessen hergestellten Schleifscheiben nicht  erfolgreich geschliffen werden, weil Schleif  mehl und     Schleifspänehen    in die verhältnis  mässig engen Poren der Schleifkörper ein  drangen, sieh hier festsetzten und die Schleif  wirkung vorzeitig herabsetzten.

   Weitere Vor  teile bestehen darin,     da.ss    die     Zellenstruktui     der vorliegenden Schleifkörper die Ausbil  dung besonders wirksamer Schleifkanten ge  stattet und dass infolge der gleichmässigen  Durchsetzung des     Schleifkörpers    mit einer  Vielzahl verhältnismässig grosser Hohlräume  einer unerwünscht starken Erhitzung von  Schleifkörper und Werkstück vorgebeugt  wird.    <I>Beispiele;</I>  1. In 2 kg Leimlösung (aus 2 Teilen  Leim und 3 Teilen Wasser) werden in der  Wärme 45 cm'     30%iges    Wasserstoffsuper  oxyd unter Rühren zugesetzt, und hierzu  5 kg     Bleiglaspulver,    die vorher mit etwas  Wasser angefeuchtet waren, unter Rühren  eingetragen.

   Nach Zugabe von 15     gr    in  Wasser suspendierten Braunsteins beginnt  die Gasentwicklung, in deren Verlauf 5 kg       Corundpulver    eingerührt werden. Die noch  warme Masse wird verformt, getrocknet und  darauf bis zum Sintern des Glases erhitzt.  



  2. 140     gr    gemahlener     Corund    werden mit  60     gr    Tonbindung, 50     mgr    Aluminiumpulver    und 60 cm' Wasser zu einer Paste verrührt.  Hierzu werden 10 cm 3 einer 2,5     %        igen    Leim  lösung gegeben und schliesslich 5     cm3    'Ätz  natronlaugenlösung (5 %     NaOH)    eingerührt.  Der homogene Brei wird verformt und sich  selbst überlassen. Die     Gasentwicklung    setzt  bald ein. Nach dem Trocknen an der Luft wird  vorgewärmt und sodann bei geeigneter Tem  peratur, zum Beispiel 1400, gebrannt.  



  3. Man verdünnt 1,60     gr    Wasserglas von  36       B6    mit einigen cm' Wasser und setzt  2,5 cm' Wasserstoffsuperoxyd 30%ig hinzu.  In diese Lösung werden 600     gr        Silizium-          karbid    eingerührt. Zu der möglichst homo  genen Masse wird eine Aufschlämmung von  1,5     gr    Braunstein in 5     cm3    Wasserglas von  <B>36'</B>     B6    eingerührt. Die Paste wird in Form  gegeben und dem Treiben überlassen.

   Nach  geeigneter Trocknung richtet man gegebenen  falls ab und tränkt sodann mit     Verfesti-          gungslösungen,    wie Bakelit, oder macht die  Scheibe sonst beständig gegen Wasser.  



  4. Zu einer Mischung von 300     gr    Ton  bindung und 1000     gr        Siliziumkarbid    wird  eine Lösung von 50 cm' einer 2;5 %     igen    Leim  lösung in     2$0        ein'    Wassergegeben. Es wer  den 4 cm'     Wasserstoffsuperaxyd    30%ig ein  gerührt und sodann eine     Braunsteinauf-          schlämmung    von 400     mgr    in 5 cm? Wasser  zugegeben. Die Masse     wird    in Formen ge  gossen, in der Form treiben gelassen, sodann  getrocknet und bei geeigneter Temperatur       gebrannt.     



  5. 30     gr        Tonbindung    werden mit 1     gr     fein gemahlenem Kalk trocken gemischt,  nachdem der letztere vorher mit einer Auf  lösung von Paraffin in Benzol präpariert  war. Das Gemisch wird mit 40 cm' Wasser  verrührt und sodann 70     gr    fein gemahlener       Corund    zugegeben.

   Hierzu     wird    eine Mi  schung unter lebhaftem Rühren gegeben, die  dadurch hergestellt wurde, dass man 30     gr     Tonbindung mit 25 cm' Wasser und 10     cm3     einer     2,5%igen    Leimlösung verrührt,     sodann     ungefähr 0,75 cm' konzentrierte Salzsäure  zuführt und schliesslich 70     gr    fein gemah  lenen     Korund    einträgt. Die fertige Mischung           @vvird    in Formen gegeben und sich selbst über  lassen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Aus Schleifmaterial und Bindemittel be stehender Schleifkörper, .dadurch gekenn zeichnet, dass derselbe infolge gleichmässiger Durchsetzung mit künstlich erzeugten Hohl räumen, die grösser sind als die vorhandenen Schleifkörner, eine Zellenstruktur besitzt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Schleifkörper nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass .die Zellen von im wesentlichen gleicher Grössen ordnung sind. 2.
    Schleifkörper nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass der Durchmesser der Zellen ein Mehrfaches des Durchmessers des vor handenen Schleifkornes beträgt. B. Schleifkörper nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass derselbe körniges bis grob körniges Schleifmaterial enthält und der Durchmesser der Zellen mehr als das Dreifache des Durchmessers des Schleif kornes beträgt. 4. Schleifkörper nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass er feinkörniges bis pulveriges Schleifmaterial enthält und der Durch messer der Zellen mehr als das Hundert fache des Durchmessers des Schleif kornes beträgt. 5.
    Schleifkörper nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass die Zellen im Durchschnitt einen Durchmesser von mindestens 1 mm be sitzen. 6. Schleifkörper nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass die Grösse der Zellen so gewählt wird, dass in dieselben eindringende Schleifspäne beim Umlauf des Schleif körpers wieder ausgeschleudert werden.
    PATENTANSPRUCH II: Verfahren zur Herstellung eines Schleif körpers nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass eine Mischung von Schleif material und Bindemittel hergestellt und diese in- einen festen, von Hohlräumen gleichmässig durchsetzten Körper von Zellen struktur übergeführt wird, dessen Hohl räume grösser sind als die Körner des ver wendeten Schleifmaterials.
    UNTERANSPRÜCHE: 7. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man eine pla stische Mischung von Schleifmaterial, Bindemittel und zur Entwicklung von Gasen befähigten Stoffen herstellt, durch Entwicklung von Gasblasen die Masse gleichmässig durchsetzende Hohlräume erzeugt und die Masse verfestigt. B. Verfahren nach Patentanspruch II und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeich net, dass aktiven Sauerstoff enthaltende Verbindungen als gasentwickelnde Stoffe verwendet werden. 9.
    Verfahren nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 7 und 8, dadurch ge kennzeichnet, dass Wasserstoffsuperoxyd als gasentwickelnder Stoff verwendet wird. 10. Verfahren nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 7 und 8, dadurch ge kennzeichnet, dass der plastischen Mi schung von Schleifmaterial, Bindemittel und zur Gasbildung befähigten Stoffen noch Stoffe einverleibt werden, welche befähigt sind, auf die gasbildenden Stoffe zersetzend einzuwirken. 11.
    Verfahren nach Patentanspruch ]EI und Unteransprüchen 7, 8 und 9, dadurch ge kennzeichnet, dass der plastischen Mi schung von Schleifmaterial, Bindemittel und Wasserstoffsuperoxyd Stoffe einver leibt werden, welche befähigt sind, auf das Wasserstoffsuperoxyd zersetzend ein zuwirken. 12. Verfahren nach Patentanspruch II und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeich- net, dass man der Mischung von Schleif material, Bindemittel und zur Gas entwicklung befähigten Stoffen noch Stoffe zusetzt, welche befähigt sind, eine Regelung der Gasentwicklung mit Bezug auf Zahl und Grösse der Gasblasen zu gestatten. 13.
    Verfahren nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 7 und 8, dadurch ge kennzeichnet, dass man der Mischung von Schleifmaterial, Bindemittel und aktiven Sauerstoff enthaltenden Verbin dungen als gasentwickelnden Stoffen noch Stoffe zusetzt, welche eine Rege lung der Gasentwicklung mit Bezug auf Zahl und Grösse der Gasblasen ermög lichen. 14.
    Verfahren nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 7, 8 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass man der Mischung von Schleifmaterial, Bindemittel, zur Gasbildung befähigten Stoffen und sol chen Stoffen, welche auf die gasbilden den Stoffe zersetzend einwirken, weiter hin noch Stoffe zusetzt, welche befähigt sind, eine Regelung der Gasentwicklung mit Bezug auf Zahl und Grösse der Gas blasen zu gestatten. 15.
    Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass man in einer Mischung von Schleifmaterial und Binde mittel feste Körper, deren Grösse und Ge stalt den gewünschten Hohlräumen ent spricht, gleichmässig verteilt, die Masse verfestigt und die einverleibten Körper entfernt.
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