Selbstverkäufer für Elektrizität mit Rabattarif. Bei einer besonderen Art von Doppel- tarifmiinzzählern, bei den sogenannten Ra battmünzzählern, wird bei Überschreitung einer bestimmten, durch den Tarif fest gesetzten Verbrauchsgrenze das Getriebe zwischen dem Zähler und dem Münzwerk auf ein für .den Verbraucher günstigeres Übersetzungsverhältnis selbsttätig umge schaltet. Die Umschaltung bewirkt ein mit dem Zähler gekuppelter Steuerteil, der von einem Anfangsanschlag aus bis zum Ein griff mit dem Umschaltwerk fortbewegt wird.
Am Schlusse der einzelnen in der Regel vertraglich festäelegten Verrechnungsab schnitte für die verbrauchte Energie wird von dem Werksbeamten das ursprüngliche Übersetzungsverhältnis wieder hergestellt und .der Steuerteil zum Anfangsanschlag zurückgedreht. Die Rückstellung des Steuer teils kann aber auch selbsttätig nach einer bestimmten Zeit, beispielsweise durch eine von einem Zeitwerk gesteuerte Feder, er folgen.
Man verlangt von derartigen Selbstver käufern, .dass die gewünschte Verbrauchs grenze, bei der .die Umschaltung erfolgt, leicht einstellbar ist. Es ist daher bereits vorgeschlagen worden, einen das Umschalt werk steuernden Stift gegen den Steuerteil einstellbar anzuordnen. Bei der bekannten Einstellung muss jedoch zuerst das Gehäuse geöffnet, dann eine Schraube gelöst, ein Körper gedreht und hierauf dieser Körper wieder mit der Schraube festbespannt wer den; sie ist also sehr umständlich und nicht dazu geeignet, Tarife durchzuführen, bei denen je nach der Jahreszeit der Rabatt ver ändert wird.
Die Erfindung beseitigt diesen Mangel. Erfindungsgemäss ist die Verbrauchs grenze durch einen über einen plombierbaren Verschluss von aussen zugänglichen Teil ein stellbar. Die Erfindung soll anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbei spiele des Erfindungsgegenstandes erläutert werden.
Fig. 1 zeigt schematisch eine erste Aus führungsform in perspektivischer Ansicht, Fig. 2 einen Teil der Fig. 1 in grösserem Massstab; Fig. 3 und 4 zeigen eine andere Ausfüh rungsform des Erfindungsgegenstandes.
In Fig. 1- sind das Münzwerk, der Schal ter, -der nach dem Aufbrauchen des Münz vorrates den Strom abschaltet, und andere, für die vorliegende Erfindung weniger wich tige Teile der Einfachheit halber weggelas sen. Es ist nur ein Rad 50 des Münzwerkes angedeutet, .das das Vorgabewerk entspre chend dem Verbrauch zurückdreht; 10 ist der Zähleranker, der über das Vorgelege 11 die Welle 12 und über das weitere Vorgelege 13 die Welle 14 antreibt. Die Welle 14.
dient zum Antrieb des Rabattwerkes 30, das in der Hauptsache aus der lose auf der Achse 310 sitzenden, als Steuerteil dienen den Steuerscheibe 31 mit dem Anschlagstift 32, dem verstellbaren Anfangsanschlag 33, dem Steuerfinger 34 und der Rückstellfeder 35 besteht. Die Scheibe 31 wird über das Ritzel 36 und die durch Schwenkungen des Hebels 37 ausrückbaren, durch die Feder 38 in die Einrückstellung gedrängten Zahn räder 391, 392 von -der Welle 14 angetrie ben.
Die Achse 310 der Scheibe 31 steht fest; auf der Achse 310 sitzt ferner das den Anfangsanschlag 33 tragende Rad 330; es ist entweder fest mit .der Achse 310 verbun den oder sitzt .ebenfalls lose auf dieser Achse, falls diese gegen Drehung gesichert ist. Der Anfangsanschlag. kann 'über das Vorgelege 331 durch den mit einer Skala 332 versehenen Handgriff 333 entsprechend der vereinbarten Verbrauchsgrenze eingestellt werden. Der Teil 333 ist plombierbar und liegt ausserhalb des Selbstverkäufergehäuses; die Plombiervorrichtung und das Gehäuse sind der Einfachheit halber weggelassen.
In den Weg des Steuerfingers 34 ragt der gesteuerte Teil 340, der zum Steuern des umschaltbaren Getriebes 40 dient. Die Feder 341 drängt diesen Teil in .die gezeich nete Stellung, in der er mittelst der Nase 342 den unter der Einwirkung,der Feder 20 stehenden Hebel 21 verklinkt (vergl. Fig. 2). Wird aber beim Auftreffen des Steuerfin gers 34 auf den Hebel 340 die Verklinkung aufgehoben, so drückt der Hebel 21 auf die schräge Flanke 3420 der Nase 342 und .dreht .den Steuerteil 340 unter Spannung der Fe der 341 im Sinne des eingezeichneten Pfeils.
Der Arm 343 des Steuerteils 340 dreht da bei den Hebel 37 unter Spannung der Fe- ,der 38 im Sinne des in Fig. 1 eingezeichne ten Pfeils. Die Drehung dieses Hebels hat zunächst zur Folge, dass die Räder 391, 392 ausser Eingriff kommen und .die Steuer scheibe 31 unter Entspannung der Feder 35 in die Anfangsstellung so lange zurück bewegt wird, bis der Stift 32 auf dem An fangsanschlag 33 aufruht.
Eine Rückkehr -des Teils 340 in .die Stel lung der Fig. 1 und damit eine erneute Kupplung der Räder 391, 392 wird durch den als Klinke wirkenden Hebel 21 verhütet, der sich gegen die Flanke 3420 der Nase 342 unter der Einwirkung der Feder 20 legt und dadurch den Steuerteil 340 sperrt.
Die Schwenkung .des Hebels 37 bewirkt ferner ein Ausrücken der Zahnräder 41, 42 des Übersetzungsgetriebes. Das Überset zungsgetriebe ist folgendermassen beschaffen: Auf der vom Zähler 10 angetriebenen Welle 12 sitzt fest das Zahnrad 41 und das Steigrad 43; gleichachsig zur Welle 12 ist der Arm 44 mit der Klinke 440 und - das Zahnrad 45 gelagert.
Die Teile 43, 44, 440 bilden ein sogenanntes Überholungsgetriebe. Auf der Welle des Zahnrades 42 sitzt das mit dem Zahnrad 45 dauernd gekuppelte Zahn rad 46 und die Schnecke 47, die über ein Vorgelege 48 das Rad 50 .des Münzwerkes antreibt. Die Zähnezahlen der Räder 45 und 46 sind gleich; die Zähnezahl des Rades 41 ist grösser als die des Rades 42. Solange die Zahnräder 41, 42 in Eingriff sind, werden über das Rad 46 das Rad 45 und der Klin kenarm 44 im Sinne der eingezeichneten Pfeile rascher gedreht, als die Räder 41 und 43. Die Klinke 440 bleitet deshalb über die Zähne des Rades 43 hinweg.
Werden nun, wie oben erwähnt, nach dem Überschreiten der festgesetzten Ver brauchsgrenze die Räder 41, 42 ausgerückt. so wird über das Überholungsgetriebe 43, 44, 440 das Rad 45 gleich schnell wie das Rad 41 angetrieben, das Übersetzungsverhältnis wird also herabgesetzt. Dies hat zur Folge, dass nach dem Überschreiten der Verbrauchs grenze das Münzwerk (Rad 50) langsamer zurückgedreht wird, der Münzvorrat also weniger rasch aufgebraucht wird.
Zur Rückstellung von Hand dient der plombierbare Handgriff 2\? auf der kraft schlüssig mit dem Hebel 21 verbundenen Schubstange 23, auf der auch der mit ihr verschiebliche Arm 24 befestigt ist. Dabei dient der Arm 24 zur Rückstellung der Steuerscheibe 31 in ihre Ausgangslage, falls dies nicht, wie bereits dargelegt wurde, schon infolge Umschaltens des Getriebes 40 erfolgt ist, während durch die Bewegung des Hebels 21 der Ausgangszustand zwischen dem. He bel 21 und dem gesteuerten Teil 340 wieder hergestellt wird.
Dabei wird durch Ziehen an dem Handgriff 22 über den Arm 24 der Hebel 37 entgegen der Kraft der Feder 38 bewegt, wodurch, falls es nicht schon durch den gesteuerten Teil 340 erfolgt ist, die Entkupplung der Räder 391, 392 bewirkt wird. Dadurch kehrt die Steuerscheibe unter der Einwirkung der Feder 35 auf alle Fälle in ihre Ausgangslage zurück. Ist die Um schaltung des Getriebes 40 während dieser Messperiode bereits erfolgt, so liegt der He bel 21 auf der schrägen Flanke 3420 des ge steuerten Teils 340 auf.
Durch Drücken des Handgriffes 22 und der dadurch erfolgenden Verschiebung .der Schubstange 23 in Rich tung des eingezeichneten Pfeils wird dann der Hebel 21 entgegen der Kraft der Feder 20 von der schrägen Flanke abgehoben; der dadurch frei werdende Hebel 340 wird dann durch die Feder 341 und der Hebel 37 durch die Feder 38 in die gezeichnete Stellung zu rückgebracht, in der auch die Zahnräder <B>391,</B> 392 und 41, 42 wieder in Eingriff ge bracht werden.
Zusammenfassend sei noch kurz die Ar beitsweise der Einrichtung erläutert. In der Anfangsstellung liegt der Stift 32 am An fangsanschlag 33 an. Das nicht dargestellte Münzwerk wird durch Einwurf von Münzen um einen bestimmten Betrag vorwärtsge dreht, bei Stromentnahme wird es über das Rad 50 vom Zähler zunächst mit grossem Über setzungsverhältnis (über die Zahnräder 41, 42) zurückgedreht, gleichzeitig wird die Scheibe 31 im Sinne des eingezeichneten Pfeils angetrieben. Nach der Entnahmeeiner bestimmten Anzahl von Kilowattstunden trifft der Stift 34 auf den Hebel 340, ent- kuppelt die Zahnräder 391, 392 und 41, 42.
Die Steuerscheibe 31 kehrt in die Anfangs stellung zurück, .das Münzwerk wird von nun an mit kleinerer Übersetzung über das Über holungsgetriebe 43, 44 und das Überset zungsgetriebe 45, 46 zurückgedreht. Nach Ablauf der Verrechnungsperiode wird unter Lösung einer Plombe der Handgriff 22 im Sinne des eingezeichneten Pfeils bewegt und eladurch wird der Anfangszustand wieder hergestellt. Nach Lösen einer andern Plombe kann die Verbrauchsgrenze durch Drehen des Handgriffes 333 eingestellt werden.
Bei der Ausführungsform nasch den Fig. 3 und 4 sind für die Teile, die die gleiche Wirkungsweise haben wie entsprechende Teile der erstbeschriebenen Ausführungs form, die gleichen Bezugszeichen verwendet. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von derjenigen nach Fig. 1 in der Haupt sache dadurch, dass .die Steuerscheibe 31. nicht durch eine Feder nach Entkupplung vom Zähler, sondern von Hand unter Schlupf gegen den Zähler an der Kupplung 393 zu rückgestellt wird.
Zum Zurückstellen dient das gleichachsig zur Scheibe 31 gelagerte Rad 28 mit .dem Nocken 29, der .den Steuer stift 34 angreift; -das Rad 29 ist über das Rad 27 mit dem mit einer Skala 2-6 ver- sehenen Rad 25 verbunden. Auf der Skala 26 schleift der gleichzeitig als Bremse die nende Zeiger 260, Der Handgriff 22 und die Schubstange 23 sind sowohl verschiebbar wie drehbar gelagert. Die Stange 23 ist gegen Drehung in der einen Richtung durch Klinke und Steigrad 231 gesichert.
Auf der Stange sitzt ferner das Rad 230, die Rutschkupp lung 235, .der Finger 234, der mit dem am Gehäuse 60 fest angebrachten Führungskör per 232 mit der Nut 233 zusammenarbeitet. Die Feder 20 (Fig. 4) sucht die Stange 23 nach aussen zu drücken, in welcher Stellung sie .durch Nut 233 und Finger 234 gegen Verdrehung gesperrt ist. Die Zahnräder 230 und 25 sind ausser Eingriff. Durch Hoch ziehen der Plombenschlaufe 220 kann die Stange 23 unter Spannung .der Feder 20 nach einwärts gedrückt werden; dadurch kommen die Räder 230 und 25 in Eingriff, der Finger 234 tritt aus der Nut 233.
Der Handgriff 22 kann im Sinne des eingezeich neten Pfeils gedreht werden; dabei wird die Steuerscheibe 31 bis zum Anfangsanschlag 33 zurückgenommen. Ein Wiederplombieren des Handgriffes ist nur .dann möglich, wenn mit dem Handgriff eine oder ein Vielfaches einer Umdrehung ausgeführt worden ist, weil sonst der Finger 234 nicht in die Nut 233 treten könnte. Eine volle Umdrehung reicht vollständig zur Zurückführung der Scheibe 31 aus, etwa überschüssige Dreh bewegung nimmt die Kupplung 23'5 unter Schlupf auf.
In Fig. 4 sind die einzelnen Getriebeteile in dem Augenblick kurz vor der Umschal tung gezeichnet. Nach vollendeter Umschal tung wird der Stift 34 von dem Hebelarm 340 festgehalten, so dass sich also die Steuer scheibe 31, ebenso die mit ihr gekuppelten Teile 2.5 bis 28 nicht weiterdrehen können. Diese Ausführungsform bietet den Vorteil, dass an dem Rad 2'5 eine Skala 26 angebracht werden kann, die angibt, wieviele Kilowatt stunden noch bis zur festgesetzten Ver brauchsgrenze entnommen werden können.
Die Wirkungsweise ist folgende: Ausgehend vom einstellbaren Anfangs anschlag 33 wird die Steuerscheibe 31 über die Schlupfkupplung 393 vom Zähler ange trieben, bis nach Erreichung der Verbrauchs- grenze, wie bei der Ausführungsform nach Fig. 1, .das Getriebe umgeschaltet wird. Dann wird die Scheibe 31 festgehalten und der Zähler kann unter Schlupf .der Kupplung 393 weiterlaufen. Die Skala 26 hat in die sem Augenblick ihren Nullpunkt erreicht, . wenn jeweils dafür gesorgt wird, dass die Skalen 332 und 26 dieselbe Zahl anzeigen.
Bei .der Rückstellung wird die Plombier- schlaufe 220 gelöst, der Handgriff 22 unter Spannung der Feder 20 eingedrückt; da durch wird .das Getriebe auf das ursprüng liche Übersetzungsverhältnis mittelst der He bel 21, 340, 37 zurückgeschaltet; dann wird der Handgriff 22 im Sinne des Pfeils einmal umgedreht; dadurch wird die Steuerscheibe 31 in die Anfangsstellung zurückgebracht, nach Vollendung einer Umdrehung kann nach Loslassen des Knopfes die Feder 20 den Teil 23 wieder in die gezeichnete Stellung zurückbringen.