CH163874A - Verfahren zur Herstellung von coffeinfreiem Kaffee. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von coffeinfreiem Kaffee.

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CH163874A
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Coffein Compagnie Dr E Haftung
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Coffein Compagnie Dr Erich Sch
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  Verfahren zur Herstellung von     coffeinfreiem    Kaffee.    Die     bekannten    Verfahren zum Ausschei  den des     Coffeins    aus Kaffeebohnen arbeiten  derart,     da,ss    man die rohen Kaffeebohnen zu  nächst mit Wasser oder wässerigen Flüssig  keiten in der Wärme vorbehandelt und dar  nach durch organische Lösungsmittel für       Coffein,    beispielsweise Benzin, Benzol,     Tri-          chloräthylen    usw., extrahiert, worauf das  Extraktionsmittel abgelassen und der Kaffee  vom Extraktionsmittel befreit     wird.    Die  Anfeuchtung des Kaffees mit Dampf oder  Wasser oder wässeriger Flüssigkeit erfor  derte ziemlich kostspielige Anlagen,

   insbe  sondere rotierende Extraktionsapparate, bei  denen leicht     Undiehtigkeiten    entstehen  können.  



  Es ist auch schon vorgeschlagen worden,  den Rohkaffee in der Zentrifuge mit geeig  neten Lösungsmitteln zu extrahieren.  



  Schliesslich ist es auch bekannt, die Boh  nen mit ammoniakhaltiger wässeriger Flüs  sigkeit und sodann mit einem das Alkaloid    aus der     ammoniakalischen    Flüssigkeit auf  nehmenden     Lösungsmittel    zu behandeln. Bei  diesem Verfahren soll durch     Ammoniak    das       Coffein    des Kaffees freigemacht werden,  damit es leichter in die umgebende Flüssigkeit  übergehen kann. Aus dieser Flüssigkeit wird  dann das Alkaloid durch das     Lösungsmittel     aufgenommen.  



  Alle diese bekannten Verfahren erfordern  eine besondere     Vorbehandlung    der Bohnen  mit Dampf oder Wasser in der Wärme. Erst  nach dieser     Vorbehandlung    erfolgt die Ent  fernung des     Coffeins.    Zur Durchführung des  Verfahrens sind also zwei Arbeitsvorgänge  erforderlich.  



  Die Erfindung betrifft ein Verfahren,  das eine so gut wie restlose Entfernung des       Coffeins    in einem einzigen Arbeitsvorgang       gestattet.     



  Das     Verfahren    gemäss der Erfindung ist  dadurch gekennzeichnet, dass man das orga  nische Lösungsmittel für     Coffein    in emnl-           gierter    Form auf die Kaffeebohnen einwir  ken lässt. Das Verfahren kann     entweder    der  art ausgeführt werden, dass man von vorn  herein eine fertige Emulsion zum Kaffee zu  gibt, oder aber, indem man die Emulsion  bei Gegenwart des zu     extrahierenden    Kaffees  sich bilden lässt. Zweckmässig wird derart  gearbeitet,     dass'    das organische Lösungsmittel  für     Coffein    bei Gegenwart der zu extrahie  renden Bohnen mit Wasser     emulgiert    wird.

    Durch diese Arbeitsweise kann der besondere       Arbeitsgang    des     Anfeuchtens    vermieden wer  den. Dadurch kann ein günstiger Einfluss  auf den Verlauf des Extraktionsprozesses er  zielt werden, da das Lösungsmittel zusammen       mit    dem Wasser in die Zellen der Bohnen ein  dringen kann.  



  Die Verluste an     aromaspendenden,    wasser  löslichen     Extraktstoffen    sind, wie Versuche  ergaben, bei dem     erfindungsgemässen    Ver  fahren wesentlich geringer als bei bislang  üblichen Verfahren mit     Vorbehandlung.    Die       Kaffeebohnen    können bei dem     Emulsions-          verfahren    zunächst auch nur mit dem orga  nischen     Lösungsmittel    in Berührung gebracht  werden, so dass die Oberfläche der Bohnen       durchtränkt        wird.    Sobald die wässerige  Emulsion zur     Einwirkung    gelangt,

   diffun  dieren Wasser und     Lösungsmittel    vermutlich  gleichzeitig in die Bohnen, und zwar solange,  bis ein Gleichgewichtszustand erreicht ist.  Die Bohnen sind wohl bald     gesättigt    und  nehmen keine     Emulsion    mehr auf, geben  aber auch gleichfalls kein Wasser und Lö  sungsmittel mehr an die umgebende Flüssig  keit ab. Es ist anzunehmen, dass das in das  Zellgewebe der     Bohnen    eingedrungene Was  ser und das organische Lösungsmittel das       Coffein    innerhalb der Zellmembrane in ge  löster Form enthalten und dieses dann durch  Diffusion (Osmose) durch die Zellmembrane  an die Flüssigkeit abgeben, welche die Boh  nen umspült.

   Es ist nicht erforderlich, dass  hierbei gleichzeitig ein Austritt von Was  ser, beziehungsweise von organischem     Lö-          sungsmittel    aus den Bohnen stattfindet.  Hierdurch werden wohl Verluste an wasser  löslichen     wertvollen        Egtraktstoffen    vermie-    den, die dadurch entstehen können, dass das  in die Bohnen eingedrungene Wasser zum  Teil wieder mit     Extraktstoffen    beladen aus  tritt, die somit verloren gehen.

   Lässt man ein  organisches     Lösungsmittel    auf vorher ange  feuchtete Bohnen zur Einwirkung bringen,  so tritt vermutlich ebenfalls ein Gleich  gewichtszustand zwischen dem in die Bohnen  eingedrungenen Wasser und dem organischen       Lösungsmittel    ein, und zwar schon dadurch,       dass    das Wasser der Bohnen von dem Lösungs  mittel entsprechend seinem Lösevermögen für  Wasser aufgenommen wird.  



  Es hat sich gezeigt, dass nach diesem       Emulsionsverfahren    grosse Wassermengen,  bis 50     /    und mehr des Bohnengewichtes,  angewendet werden können, ohne dass Ver  luste an wertvollen     Extraktstoffen    zu be  fürchten sind. Es erübrigt sich also, bei der  Arbeitsweise nach dem     Emulsionsverfahren     die bisher übliche Sorgfalt in bezug auf An  feuchtungsmengen, die namentlich bei Bohnen  verschiedener Provenienzen notwendig war,  zu beachten.  



  Mit dem Verfahren gemäss der Erfindung  ist die Möglichkeit gegeben, anstatt der sehr  kostspieligen und mit geringem Wirkungs  grad arbeitenden rotierenden Extraktions  apparate gewöhnliche, ortsfeste, unbeweg  liche     Extrakteure    zur     Auslaugung    des     Cof-          feins    anwenden zu können.

   Die sehr unwirt  schaftlich arbeitenden rotierenden     Extrak-          teure    wurden bisher bei     Kaffeeextraktionen     nur deshalb verwandt, weil der     Anfeuch-          tungsprozess    sich in andern     Extraktionsappa-          raten    nicht durchführen liess'.  



  Die Emulsion wird zweckmässig durch  dauerndes     Inbewegimghalten    des Lösungs  mittels für das     Coffein    und Wasser  während der Extraktion erzeugt und auf  recht erhalten. Beispielsweise kann die Emul  sion durch dauerndes Umwälzen der Flüssig  keiten (Lösungsmittel und Wasser), zum  Beispiel Absaugen der Flüssigkeiten und  Neueinführung und Hindurchführung der  Emulsion durch die Kaffeebohnen, erzeugt  werden.

        <I>Beispiel:</I>       1000    kg lufttrockene Kaffeebohnen wer  den zum Beispiel in einen senkrecht stehen  den. zweckmässig zylindrisch ausgebildeten  Extraktionsbehälter eingefüllt und hierauf       zunächst    das organische Lösungsmittel für  das     Coffein,    beispielsweise     Trichloräthylen,     Chloroform, Benzol usw. hinzugefügt. Als  dann werden 400 bis 500 kg Wasser auf ein  mal oder besser sukzessive dem organischen  Lösungsmittel beigemengt. Bei geschlosse  nem Behälter werden unter gleichzeitiger  Erwärmung des Inhaltes zur Bildung der  Emulsion die beiden Flüssigkeiten. Wasser  und organisches Lösungsmittel, in rasche,  zirkulierende und umwälzende Bewegung ver  setzt.  



  Die Umwälzung der Flüssigkeiten kann  entweder durch ein Propellerrührwerk oder  aber durch eine Pumpe mit entsprechendem  Leistungsgrad bewirkt werden. Die Flüssig  keit wird beispielsweise mittelst der Pumpe  aus dem untern Teil des Behälters mit gro  sser     Geschwindigkeit    abgesaugt und an die  Oberfläche der Füllung gefördert. Gegebe  nenfalls kann auch umgekehrt gearbeitet  werden. Durch die hierbei entstehende senk  rechte Strömung wird eine intensive Um  wälzung und rasche     Emulgierung    bewirkt.  Für den Arbeitsgang ist es     belanglos,    ob für  die Extraktion organische Lösungsmittel für       Coffein    verwandt werden, die schwerer oder  leichter als Wasser sind.  



  Nachdem die Umwälzung der Flüssig  keiten etwa 30     Minuten    gedauert hat, ist das  gesamte Wasser von den Bohnen gleichmässig  absorbiert. Die Extraktion kann nunmehr in  üblicher Weise fortgesetzt werden. Man kann  das organische Extraktionsmittel dann     ab-          lugen    und den     Kaffee    unter Erwärmung  von dem Extraktionsmittel gänzlich befreien  und das     Coffein    in bekannter Weise aus dem       Extraktionsmittel    gewinnen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von coffein- freiem Kaffee durch Behandeln der Kaffee bohnen mit einem organischen Lösungsmittel für Coffein, dadurch gekennzeichnet, dass' man das organische Lösungsmittel für Cof- fein in emulgierter Form auf die Bohnen einwirken lässt. UNTERANSPRüC13E 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das organische Cof- feinlösungsmittel bei Gegenwart der zu extrahierenden Bohnen mit Wasser emul- giert wird. 2. Verfahren näch Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Emulgieren des organischen Cof- feinlösungsmittels mit Wasser durch dauerndes Inbewegunghalten der beiden Flüssigkeiten während der Extraktion vor genommen wird. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das organische Coffeinlösungsmittel mit dem Wasser durch dauernde Umwäl zung der beiden Flüssigkeiten emulgiert wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Emulgieren des organischen Cof- feinlösungsmittels mit dem Wasser durch Absaugen der Flüssigkeiten und Hin durchführen durch die Kaffeebohnen vor genommen wird.
CH163874D 1931-07-07 1932-07-04 Verfahren zur Herstellung von coffeinfreiem Kaffee. CH163874A (de)

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