CH164003A - Kabel mit Eisenbewehrung. - Google Patents

Kabel mit Eisenbewehrung.

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CH164003A
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Aktiengesellschaft Siem Halske
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Siemens Ag
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  Kabel mit Eisenbewehrung.    Treten in Starkstromleitungen Erdfehler  auf, so induzieren die über die Erde fliessen  den     Erdschlussströme    in benachbarten Fern  meldeleitungen Längsspannungen, die durch  ihre Höhe die Isolation der Fernmeldeanlage  gefährden können. Diese Längsspannungen  lassen sich durch geerdete, in der Nähe der  Starkstromleitungen oder der vor Störungen  zu schützenden Leitungen geführte Schutz  leiter vermindern. Einen besonders wirk  samen Schutz in dieser Richtung übt be  kanntlich der leitende Mantel eines beeinflus  senden Starkstromkabels oder der eines beein  flussten Fernmeldekabels für die in seinem  Innern befindlichen Fernmeldeadern aus.

    In erster guter Näherung ist die Schutz  wirkung eines Kabelmantels dem Verhältnis  seines Scheinwiderstandes mit Erde als Rück  leitung zu seinem Gleichstromwiderstand  proportional. Man besitzt deshalb in der  Verkleinerung des Gleichstromwiderstandes  durch Anwendung einer     Bandeisenbewehrung       mit hoher     Permeabilität    zwei seit langem  gebrauchte     Mittel    zur Verbesserung der  Schutzwirkung des Mantels.  



  Da die     Permeabilität    eines     magnetischen     Materials allgemein von der jeweils herr  schenden magnetischen Feldstärke abhängt,  sind die     Selbstin.duktivität        und    damit der  Scheinwiderstand und die Schutzwirkung       eines    eisenbewehrten Kabelmantels Funk  tionen der im     Bewehrungseisen    auftretenden  magnetischen Feldstärke, die selbst von der  elektrischen     Durchflutung    der Bewehrung  abhängt.

   Die     Durchflutung    ist beim Fern  meldekabel durch den Mantelstrom und die  in den     Fernmeldeleitungen    fliessenden     Ströme,          beinx    Starkstromkabel durch die Summe aus  Phasenströmen und Mantelstrom gegeben.

    Es wurde nun gefunden, dass entsprechend  dem Verlauf einer     Permeabilitätskurve    die  Schutzwirkung des Kabelmantels mit stei  gender elektrischer     Durchflutung    des     Be-          wehrungseisens    zunächst zunimmt, im Ge-      biet günstigster Feldstärken bei maximaler       Permeabilität    einen     Höchstwert    erreicht und  bei stärkerer     Durcbflutung    wieder absinkt.

    Bei hohen Störströmen, insbesondere     Erd-          schluss.strömen,    zum Beispiel bei     Doppelerd-          schlüssen    in     .der    Starkstromanlage, wird die  günstigste Feldstärke für die Bewehrung des  gestörten Starkstromkabels fast immer, für  die eines stark benachbarten Fernmelde  kabels zumeist weit überschritten.

   Es ist       dann    die Schutzwirkung der Kabelmäntel  verhältnismässig gering, und ausserdem treten  in den induzierten     Längsspannungen    starke,  die Isolation gefährdende     Spannungsspitzen     auf, .die den     bekannten    Spitzen eines     Magne-          tisierungsstromes    beim Arbeiten im Gebiet  starker Eisensättigung entsprechen.  



  Gemäss der Erfindung werden Kabel mit       Eisenbewehrung    dadurch verbessert, dass der  Gleichstromwiderstand des Kabelmantels der  art bemessen und das     Bewehrungseisen    der  art dimensioniert und aus solchem Material  hergestellt sind, dass bei     einer        Magnetisierung     des     Bewehrungseisens    infolge Beeinflussung  des Kabels durch Störfelder bestimmter  Grösse die     magnetische    Feldstärke im     Beweh-          rungseisen,    bei der die     Permeabilität    ihren       Höchstwert    erreicht, höchstens um 50  überschritten wird.

   Nach einer besonderen  Ausführungsform werden ,die Kabel derart  bemessen, dass die     Permeabilität    des     Beweh-          rungseisens    bei der stärkst vorkommenden  Beeinflussung ihren Höchstwert besitzt.  



  Vorzugsweise wird die Bewehrung des  Kabels aus einem Eisen gewählt, dessen       maximale        Permeabilität    bei     magnetischen     Feldern     auftritt,    die über 3,5 Gauss liegen.  Durch diese Bemessung können die spitzen       Spannungskurven    vermieden und eine Er  höhung der Schutzwirkung, die durch dein  Schutzfaktor bestimmt ist, erreicht werden.  Unter Schutzfaktor des Starkstromkabel  mantels ist das Verhältnis von Gleichstrom  widerstand zum Scheinwiderstand des Man  tels zu verstehen.

   Ist bei einer Anlage die       Permeabilität    für grössere Störströme bereits  weit     überschritten,    so genügt in manchen  Fällen schon eine verhältnismässig geringe    Erhöhung der     Induktivität    des Mantels, zum  Beispiel durch Anbringen einer weiteren       magnetisierbaren    Bandlage. Durch die Er  höhung der     Induktivität    des Bleimantels  wird die Schutzwirkung des Kabelmantels  erhöht und der :das Eisen magnetisierende  Strom verringert.

   Dadurch     verringert    sich  die Feldstärke im Eisen, so dass dadurch die  Selbstinduktion des Mantels noch etwas er  höht wird, so lange bei dieser Feldstärke  die maximale     Permeabilität    noch überschrit  ten ist. Die hier in Aufeinanderfolge angege  benen Änderungen treten natürlich     gleich-          zeitig    ein und führen zu einem durch die  Wechselwirkung festgelegten Wert der Man  telinduktivität. Bei verhältnismässig geringer  Erhöhung .der     Induktivität    des Bleimantels  durch eine weitere Bandlage kann daher bei  geeigneter Konstruktion des Kabels schon  eine bedeutende Erhöhung der Schutz  wirkung eintreten.  



  In ähnlicher Weise wirkt die Verwen  dung eines     Bewehrungsmaterials,    welches  erst bei höheren Feldstärken     gesättigt    ist.       Ungünstig    wäre beim Arbeiten im Gebiet  hoher magnetischer Feldstärken im Eisen  oberhalb der optimalen     Permeabilität    eine  Verminderung des Gleichstromwiderstandes       des    Mantels     beim    Fernmeldekabel,

   da da  durch auch der Scheinwiderstand des Mantels  kleiner und die elektrische     Durchflutung     wegen des wachsenden Mantelstromes noch  grösser     würde.    Beim Arbeiten im Gebiet  magnetischer Feldstärke unterhalb .der opti  malen     Permeabilität    ist dagegen eine Ver  minderung des     ohmschen    Mantelwiderstandes  wirksamer als die     Steigerung    der     Mantel-          induktivität    durch stärkere Eisenbedeckung.  



  Bei Kabeln, deren     Eisenbewehrung    wegen  der hohen     Beeinflussung    elektrisch stark  durchflutet wird, ist die Verwendung eines       Bewehrungseisens    zweckmässig, bei dem die       maximale        Permeabilität    erst bei hoher Feld  stärke     auftritt.    Obwohl die mittlere Per  meabilität (gerechnet als     Mittel    für .die ganze       Hystereseschleife)    solcher meist billiger  Eisensorten kaum höher     liegt    als bei hoch  wertigen Sorten mit hoben Anfangspermeabi-           litäten,    so ist der     Vorteil    darin begründet,

    dass die Augenblickswerte der     Permeabilität,     die durch das Verhältnis
EMI0003.0004  
   gegeben sind,  im Punkte maximaler     Durchflutung    grösser  sind als bei den hochwertigen Eisensorten.  Für die Spannungsspitzen, die vermieden  werden sollen, ist gerade dieser Augenblicks  wert der     Permeabilität    im Gebiet maximaler       Durchflutung    wichtig. Durch einen hohen  Wert des Augenblickswertes der     Permea-          bilität    in dem genannten Gebiet     wird    er  reicht, dass die     Bleimantelinduktivität    hoch  liegt und dadurch der maximale Wert des       Bleimantelstromes    herabgesetzt wird.

   Es  treten daher bei magnetischen Stoffen, die  erst bei hohen Feldstärken gesättigt wer  den, geringere Spannungsspitzen auf als  bei Stoffen, deren maximale     Permeabilitä,t     im Gebiet niedriger Feldstärke liegt. Die  Verwendung von Eisensorten, deren maxi  male     Permeabilität    erst     bei    hohen     Feld-          --tärken    auftritt, ist besonders empfehlens  wert.

   Materialien solcher Eigenschaften sind  zum Beispiel: Gusseisen,     Flusseisen,        Fluss-          ctahl    und     Elektrolyteisen.    Bei etwaiger  Wärmebehandlung ist diese so zu führen,       da.ss    die Sättigung erst bei hohen Feld  stärken, vorzugsweise bei solchen über 3,5  Gauss, eintritt. Beispielsweise würde bei     un-          geglühten        Siliziumeisen    mit etwa     ä    %     Sili-          ziumgehalt    die maximale     Permeabilität    erst  bei 8 Gauss eintreten.

   Durch Glühen kann  das Material leichter     bearbeitbar        bezw.        be-          wickelbar    gemacht werden und doch noch ein  hoher     Feldstärkenwert    für die maximale Per  meabilität eingehalten werden. Durch An  wendung von Luftspalten kann bewirkt wer  den, dass die Sättigung erst bei hoher Feld  stärke eintritt. Die Luftspalten können     fabri-          katorisch    einfach durch eine geeignet grosse  Steigung der Bandwicklung (mit einem oder  mehreren Bändern) verwirklicht werden.  



  Günstig ist .fernerhin das Auftreten von  Wirbelströmen im     Bewehrungseisen,    die eine  Verminderung der wirksamen Feldstärke im  Eisen hervorrufen, wodurch es leichter ge  lingt, im ansteigenden Ast der Permeabilität-    Kurven arbeiten zu können. Als     Bewehrungs-          eisen    wird vorzugsweise ein solches mit einer  elektrischen Leitfähigkeit von mindestens  <B>7</B>     m/Ohm-mm\    benutzt.  



  Ein weiteres besonders     wirksames    Mittel,  ein Arbeiten über der maximalen     Permea.-          bilität    zu verhindern, besteht in der     Anbrin-          gung    einer gut leitenden     Hülle    (zum Beispiel  aus Kupfer, Aluminium oder dergleichen)  über der     magnetisierbaren    Bewehrung.

   Da  die     magnetisierbare    Bewehrung wohl die In  duktivität und damit den     Scheinwiderstand     des Bleimantels erhöht, nicht aber die     Induk-          tivität    und den Scheinwiderstand der Hülle,  wird bewirkt, dass der Strom hauptsächlich  in der gut leitenden Hülle und nur zum  geringeren Teil im Bleimantel verläuft. Der  Strom des Bleimantels wird also sozusagen  nach aussen verdrängt. Durch diese Strom  verdrängung wird nun die elektrische Durch  flutung des     magnetisierbaren        Bewehrungs-          materials    verringert.

   Ausser einer günstigen  Verschiebung des Arbeitspunktes auf der       Permeabilitätskurve    wird durch die Strom  verdrängung erreicht,     dass    die in den Fern  meldeadern des Kabels induzierten Span  nungen (Längsspannungen) herabgesetzt  werden. Dies kommt dadurch zustande,     daB     das für diese Spannung massgebende Produkt  aus     Bleimantelstrom    und dem     ohmschen    Blei  mantelwiderstand herabgesetzt wird.  



  Die erwünschte Stromverdrängung nach  aussen lässt sich durch Ausnutzung des mag  netischen Feldes, das durch die Steigung des       Bewehrungseisens    in der Richtung der Ka  belachse entsteht, noch steigern. Dies kann  dadurch geschehen, dass die     magnetisierbare     Bewehrung in Form von Drähten oder Bän  dern, die gut leitende Hülle ebenso in Form  von Drähten (zum Beispiel Flachdrähten)  oder Bändern aufgebracht wird, jedoch der  art, dass die Schutzleiter     schraubenlinien-          förmig    um das Kabel verlaufen mit einem  der     Drallrichtung    der     Bandeisenbewehrung     entgegengesetzten     Windungssinn.    Dadurch  wird nämlich erreicht,

   dass die magnetischen  Längsfelder der Bewehrung in der gut lei-           tenden    Hülle zusätzliche     Spannungen    indu  zieren, welche den in der gut leitenden Hülle  bereits vorhandenen Strom unterstützen.  Durch diese magnetische Kopplung wird  anderseits der     Bleimantelstrom        entsprechend     herabgesetzt. Durch geeignete     Wähl    der  Steigung der     entgegengesetzt    aufgebrachten       Wicklungen    lässt sich ein     Optimum    der  Wirkung erzielen.  



  Die als Schutzleiter über der     magnetisier-          ba.ren        Bewehrung    aufgebrachten Drähte oder  Bänder können selbst aus     magnetisierbarem     Material bestehen, wodurch eine Erhöhung  der     Induktivität    des Bleimantels bewirkt  wird. Die     Schu zleiter    können beispiels  weise aus einer     Flachdrahtbewehrung    oder  einer     Runddrahtbewehrung    bestehen.

   Die  äussern Drähte oder Bänder werden vorzugs  weise aus einem Material höherer spezifischer       Leitfähigkeit    und gegebenenfalls geringerer       Permeabilität    als die innern Drähte oder  Bänder ausgeführt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Kabel mit Eisenbewehrung, dadurch ge kennzeichnet, dass der Gleichstromwiderstand des Kabelmantels derart bemessen und das Bewehrungseisen derart dimensioniert und aus solchem Material hergestellt ist, dass bei einer Magnetisierung des Bewehrungseisens infolge Beeinflussung des Kabels durch Stör felder bestimmter Grösse die magnetische Feldstärke im Bewehrungseisen, bei der die Permeabilität ihren Höchstwert erreicht, höchstens um<B>50%</B> überschritten wird.
    UNTERANSPRüCHE 1. Kabel nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Permeabilität des Bewehrungseisens bei der stärkst vor kommenden Beeinflussung ihren Höchst wert besitzt. 2. Kabel nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Bewehrung des Kabels aus einem Eisen besteht, dessen maximale Permeabilität bei magnetischen Feldstärken auftritt, die über 3,5 Gauss liegen. 3.
    Kabel nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Bewehrungseisen ein solches mit einer elektrischen Leit fähigkeit von mindestens 7 mlOhm-mm - ist. 4. Kabel nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass durch einen über dem Bewehrungseisen liegenden Mantel die elektrische Durchflutung in dem Beweh- rungseisen vermindert ist. 5.
    Kabel nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass .durch dicht über dem Bewehrungseisen liegende Schutzleiter die elektrische Durchflutung im Beweh- rungseisen vermindert ist. 6. Kabel nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzleiter schraubenlinienförmig um das Kabel ver laufen mit einem der Drallrichtung der Bandeisenbewehrung entgegengesetzten Windungssinn. 7.
    Kabel nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Schutzleiter eine über der magnetisierbaren Bandbeweh rung liegende Flachdrahtbewehrung selbst aus magnetisierbarem Material dient. B. Kabel nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Schutzleiter über der magnetisierbaren Bandbewehrung eine Runddrahtbewehrung aus magneti- sierbarem Material liegt. 9. Kabel nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass im Bewehrungseisen Luftspalte vorgesehen sind.
CH164003D 1931-03-12 1932-03-11 Kabel mit Eisenbewehrung. CH164003A (de)

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