CH164542A - Verfahren zur Aufarbeitung von Produkten, die unter Verwendung gelatinierter Nitrozellulose hergestellt worden sind. - Google Patents

Verfahren zur Aufarbeitung von Produkten, die unter Verwendung gelatinierter Nitrozellulose hergestellt worden sind.

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CH164542A
CH164542A CH164542DA CH164542A CH 164542 A CH164542 A CH 164542A CH 164542D A CH164542D A CH 164542DA CH 164542 A CH164542 A CH 164542A
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Karl Jaehn Friedrich
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Karl Jaehn Friedrich
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  Verfahren zur Aufarbeitung von Produkten, die unter Verwendung gelatinierter  Nitrozellulose hergestellt worden sind.    Die vorliegende Erfindung betrifft ein  Verfahren zur Aufarbeitung von Produkten,  die unter Verwendung gelatinierter Nitro  zellulose hergestellt worden sind, wie zum  Beispiel Filmabfälle,     Zelluloidabfälle,        etc.     unter gleichzeitiger Wiedergewinnung der       Crelatinierungs-    und     Weichmachungsmittel     und der Nitrozellulose in für die Lackher  stellung besonders geeigneter Form.  



  Es ist bekannt, Filmabfälle,     Zelluloidab-          fälle    und ähnliche     nitrozellulosehaltige    Pro  dukte zur Herstellung von     Nitrozellulose-          lacken,    plastischen Massen     etc.    zu     verwenden.     Die aus diesen Abfällen bisher hergestellten  Lösungen weisen aber den grossen Fehler auf,  dass man keine niedrig viskosen     bezw.    keine  hochkonzentrierten Lösungen herstellen  konnte.

   Auch reicht die Stabilität der Film  abfälle     bezw.    der daraus     bisher    erhaltenen  Produkte meist nicht zur Herstellung halt  barer     Lacke,    plastischer Massen     etc.    aus, und  es stören die in den Abfällen     befindlichen            Weichmaehungsmittel,    da diese nur schwer  zu bestimmen sind und bei verschiedenen Ab  fällen eine verschiedene Zusammensetzung  aufweisen, so dass man im Betrieb nicht ein  heitlich gleichmässige Produkte mit gleich  bleibenden Eigenschaften erhält.  



  Alle diese Nachteile können durch die  vorliegende Erfindung vermieden werden;  man kann die     Gelatinierungs-    und Weich  machungsmittel, wie zum Beispiel Kampfer  in verwertbarer Form zurückerhalten und  eine veränderte Nitrozellulose von grosser  Stabilität     gewinnen,    welche niedrig     viskose     Lösungen ergibt.

   Das Verfahren gemäss der  Erfindung     kennzeichnet    sich     dadurch,    :dass  die     aufzuarbeitenden    Produkte mit Wasser  in einem geschlossenen     Autoklaven    bei min  destens 2     Atm.    ohne Durchleiten von Dampf  erhitzt werden, worauf der     Autoklaveninhalt     abgekühlt, längere     Zeit    bei Atmosphären  druck gekocht,     dann    gut gewaschen und ge  trocknet wird, während die Gelatinierungs-      und     Weichmachungsmittel    aus dem entwei  chenden Dampf     bezw.    aus dem Waschwasser  gewonnen werden.  



  Zweckmässig wird     das    Verfahren in     fol-          ;;enderWeise    durchgeführt:  Das Rohmaterial wird zunächst von Ge  latine, Eiweiss, Metallsalzen, sowie von Staub  und andern     Verunreinigungen        (insbesondere     Eisenspuren) befreit und dann mit Wasser  unter Druck erhitzt, vorzugsweise bei einem  Druck von 2 bis 4     Atm.,    wobei bereits     eine     Abtrennung des Kampfers und anderer       Weichmachungsmittel,        Ti4kres,-#lphosphat,     Rizinusöl     etc.    und gleichzeitig eine Verände  rung,

   wahrscheinlich ein teilweiser Abbau  der     Nitrozellulose-Moleküle    oder -Aggregate,  stattfindet. Die Zeit der Erhitzung     richtet     sich nach dem     gewünschten        Viskositätsgrad,     welchen das Endprodukt aufweisen soll.  Sollte der Druck infolge zu heftiger Reaktion  zu hoch ansteigen,-so kann dem in bekannter  Weise, zum Beispiel durch Kühlen des Auto  klaven mit Wasser, begegnet werden.

   Hier  auf     wird    die Heizung des     Autoklaven    ab  gestellt, das Überdruckventil gegebenenfalls  nach völliger Abkühlung des     Autoklaven    ge  öffnet und der Inhalt noch einige Zeit bei  Atmosphärendruck gekocht, wobei flüchtige  Bestandteile mit dem Dampf entweichen und  in bekannter Weise     wiedergewonnen    werden  können. Dieses längere Kochen wirkt stabili  sierend auf die bereits veränderte oder abge  baute gelatinierte Nitrozellulose, welche als  dann gut gewaschen, in bekannter Weise ent  wässert und vorsichtig, vorzugsweise im Va  kuum,     getrocknet    wird.  



  Im Gegensatz zu andern Verfahren ist  es hier nicht     notwendig,    während der Druck  erhitzung Dampf durch den     Autoklaven    hin  durchzuleiten, oder irgendwelche Chemi  kalien zuzufügen.  



  Die     erhaltene    Nitrozellulose ist von glei  cher oder noch grösserer     ,Stabilität    als han  delsübliche     Kollodiumwolle.       <I>Beispiel:</I>  20 kg     Filmabfälle    oder     Zelluloidschnitzel     und 250     Liter    Wasser werden in einem Auto-         klaven    von     r400    Liter-Inhalt auf zirka  3     Atm.        während    1/2 bis 4 Stunden erhitzt.

    Der Druck wird am     zweckmässigsten,    durch  Kühlung des     Autoklaven    (zum Beispiel Be  rieseln desselben mit     kaltem    Wasser) oder  des     Autoklaveninhaltes    (durch eingebaute  Kühlschlangen) geregelt.

   Alsdann wird die  Heizung des     Autoklaven    abgestellt und der       Autoklaveninhalt    6 bis 4$ Stunden bei At  mosphärendruck,     gegebenenfalls        unter    Durch  leiten von     direktem    Dampf, gekocht, wobei  bis 95     %    der im Rohmaterial enthaltenen  flüchtigen     Weichmachungsmittel,    zum Bei  spiel Kampfer, zurückerhalten werden kön  nen.

   Die Nitrozellulose wird alsdann durch  Filtrieren oder Zentrifugieren von     dem    Was  ser befreit, aus welchem Rizinusöl,     Trikresyl-          phosphat        etc.    in geeigneter Weise gewonnen  werden können. Nach gründlichem Waschen  der Nitrozellulose mit Wasser wird diese ab  gepresst und im Vakuumschrank getrocknet.  Man erhält so 17 kg einer Nitrozellulose, wel  che in ihren     Eigenschaften    der     sogenannten          "1/2        Sekunden-Kollodlumwolle"    entspricht.  



  Durch eine längere oder kürzere     Druck-          kochung        .lässt    sich eine     Nitrozellulose    von  jeder gewünschten Viskosität erzielen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Aufarbeitung von Produk ten, die unter Verwendung gelatinierter Ni trozellulose hergestellt worden sind, unter gleichzeitiger Wiedergewinnung der Gelati- nierungs- und Weichmachungsmittel und der Nitrozellulose in für die Lackherstellung be sonders geeigneter Form, dadurch gekenn zeichnet, dass die aufzuarbeitenden Produkte mit Wasser in einem geschlossenen Auto klaven bei mindestens 2 Atm. ohne Durch leiten von Dampf erhitzt werden, worauf der Autoklaveninhalt abgekühlt, längere Zeit bei Atmosphärendruck gekocht,
    dann gut ge waschen und getrocknet wird, während die Gelatinierungs- und Weichmachungsmittel alus dem entweichenden Dampf bezw. aus dem Waschwasser gewonnen werden. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass einem zu starken An steigen des Druckes bei der Druckerhit zung durch Kühlen des Autoklaveninhal- tes entbegengewirkt wird.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die aufzuarbeitenden Produkte vor der Druckerhitzung von Stoffen befreit e, werden, den, welche die rückerhaltene Nitro zellulose verunreinigen würden. . Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, .dass der Autoklaveninhalt unter Durchleiten eines Dampfstromes gekocht wird.
CH164542D 1931-07-20 1932-06-09 Verfahren zur Aufarbeitung von Produkten, die unter Verwendung gelatinierter Nitrozellulose hergestellt worden sind. CH164542A (de)

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