CH164597A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Gussstücken in Schleuderformen. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Gussstücken in Schleuderformen.Info
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Description
Verfahren und. Vorrichtung zur Herstellunn von Gussstüeken in Schleuderformen. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur ITer- stellung von Gussstücken in Schleuderformen.
Bisher hat. man zur Herstellung von Schleudergussstücken vorzugsweise das flüs- -ige Material unter hohem statischen Druck durch lange, enge, über dem Eingussloch der Schleuderform angeordnete Röhren zugeführt und dasselbe mit der dadurch gegebenen hohen kinetischen Eigenenergie entweder durch eine einzelne Düse oder durch ein Sy stem von sternförmig angeordneten Kanälen gegen die Formwand der Schleuderform ge schleudert. Dabei bewegte sich die Form wand gegenüber dem Metallstrahl mit hoher Geschwindigkeit.
Dieses Verfahren, das wohl für glatte Rohre und dergleichen ge eignet ist, besitzt den Nachteil, dass es zum Beispiel keine einwandfreie, von Blasen und Lunkerstellen freie Hohlgusskörper mit Flan schen oder block- bezw. stabartige Vollkör per oder dergleichen liefert.
Dieser Mangel wird durch das Verfahren gemäss der Erfin- dung, bei welchem das flüssige Metall von einem zentrisch zur Drehachse der Schleuder form verlaufenden Füllraum, durch am un tern Teil desselben seitlich abzweigende Ka näle in mindestens einen Formhohlraum ge leitet wird, dadurch behoben, dass man das flüssige Metall ohne siatische Druckhöhe derart durch die genannten Kanäle zum Formhohlraum leitet, dass es beim Einmün den in letzteren ungefähr die gleiche Bewe gungsrichtung hat wie der Formhohlraum selbst, und dass das flüssige Metall durch den von -der Fliehkraft herrührenden -dynami schen Druck in den Formhohlraum aufsteigt.
Dies wird bei der Vorrichtung gemäss der Erfindung zur Ausübung dieses Verfahrens dadurch erreicht, dass die mit der Schleuder form rotierenden, zum Zuführen des flüssigen Metalles vom Füllraum zum Formhohlraum dienenden Kanäle auf ihrem ganzen Verlauf im Sinne der Drehrichtung der Schleuder form stetig gekrümmt sind, so dass das Me tall an der Mündungsstelle dieser Kanäle un- gefähr die gleiche Bewegungsrichtung hat wie -der Füllhohlraum selbst.
Die beiliegende Zeichnung zeigt verschie dene Ausführungsbeispiele dieser Vorrich tung. Anhand dieser Beispiele wird auch das Verfahren erläutert.
Fig. 1 und 2 zeigen eine solche V orrich- tung zum Giessen von Hohlzylindern mit Innenflanschen; Fig. 2 ist ein Querschnitt durch Fig. 1 nach der Linie a-b.
In Fig. 1 sieht man, dass auf einer Platte a, die auf einer senkrechten Welle b be festigt ist, eine Gussform steht, in welche ein mit Innenflanschen d zu versehender Hohlzylinder e gegossen werden soll. Die Form enthält einen Kern f aus einem ge eigneten Formmaterial, in dem auch die Aus sparungen für die Innenflanschen d vorge sehen sind. Das Ganze ist oben durch eine Platte g abgedeckt.
Der Kern f ist finit einem zentralen Eingussloch li, versehen, das unten durch die Verbindungskanäle i mit dem auszugiessenden Formhohlraum e in Verbindung steht. Diese Kanäle rotieren mit .der Schleuderform und sind zudem, wie insbesondere aus dem Grundriss (Fig. 2) ersichtlich ist, auf ihrem ganzen Verlauf im Sinne der durch den Pfeil 7 angegebenen Drehrichtung der Schleuder form stetig gekrümmt, so dass das Metall an der Mündungsstelle der Kanäle i ungefähr die gleiche Bewegungsrichtung hat wie der Füllhohlraum selbst.
Die Welle<I>b</I> mit der Platte<I>a</I> und der Form c wird in Umdrehung versetzt und darauf das Metall in das Eingussloch h des Kernes f eingegossen bezw. durch besonders angeordnete Eingusskanäle eingepresst. Das Material tritt dann durch die Kanäle i in den Formhohlraum e zwischen Kern und Form und füllt diesen ansteigend bis oben hin. .aus, wobei auch, da die Platte g den Austritt nach oben verhindert, die Hohlräume für die Innenflanschend mit ausgefüllt wer den.
Die beschriebene Ausbildung der Ka näle i gewährleistet infolge des von der Flieh kraft herrührenden und auf das flüssige Me- tall sich auswirkenden dynamischen Druk- kes das Ausfüllen der Form mit Metall.
Fig. d und 4 zeigen eine Vorrichtung zur Herstellung von andern Formstücken. Auf der Platte 1, die auf der senkrechten Welle 7n, befestigt ist, steht die Gussform n?, in der beispielsweise verschiedene Gussstücke o mit runden Innen- und kantigen Aussenflächen. sowie vollkommen rechteckige Gussstücke p gegossen werden sollen.
Die Form enthält den Kern q, in welchem die Einführungs kanäle r für das flüssige Material und die Aussparungen für etwa später einzugiessendes Weissmetall vorgesehen sind, während .die äussern Formen der Gussstücke in die eiserne Kokille eingearbeitet oder auch in einer Sandform angefertigt sind. Man kann auch an Stelle des Sandkernes bei glatten Guss- stücken einen Dauerkern (Eisen) verwenden. Das Ganze ist oben durch die Platte s abgedeckt.
Der Kern ist mi\t einem zentralen Ei baussloch t versehen, das unten durch die Verbindungskanäle r mit den auszugiessen den Hohlräumen in Verbindung steht. Die Kanäle sind ähnlich wie in Fig. 2 gekrümmt. Die Drehrichtung der Form ist hier durch den Pfeil u angedeutet. Betrieb und Wir kungsweise dieser Vorrichtung sind genau entsprechend wie bei derjenigen nach Fig. 1 und 2.
Fig. 5 und 6 zeigen wie kernlose Körper nach .dem beschriebenen Verfahren gegossen werden können. Die Verbindungskanäle r des zentralen Eingussloches t stehen mit den Hohlräumen <I>v,</I> ici, <I>x,</I> y iri Verbindung, wel che Körper von rechteckigem, dreieckigem, quadratischem und rundem Querschnitt .dar stellen.
Diese massiven Körper - und eben sogut auch Hohlkörper - lassen sich nach dem beschriebenen Verfahren vollkommen lunkerfrei und ohne verlorene Köpfe her stellen, was bisher nicht möglich war. Man ist sogar in der Lage, sowohl Blöcke, als auch unmittelbar sogenanntes Halbzeug, wie Platinen, Knüppel usw. aus Nichteisenmetal len oder Eisen und Stahl zu schleudern und dadurch den sonst erst erforderlichen Walz- vorgang vom Rohblock zum Halbzeug zu sparen.
In die Gussstücke, vorzugsweise in die Hohlkörper wie zum Beispiel Lagerschalen, können auch gleichzeitig Rohre, etwa Rohr schlangen aus Eisen oder Kupfer, mit einge gossen werden, die als Kühlschlangen oder dergleichen Verwendung finden. Gegebenen falls können durch geeignete Ausbildung der Kokille, die man dann zwei- oder mehrteilig macht, auch entsprechende Kanäle mit ein gegossen werden.
Füg. 7 und b veranschaulichen ein Bei spiel mit Antriebsvorrichtung für die Schleu- -lerform. Diese besitzt ein Reibradgetriebe zum Antrieb der die Form tragenden Plan scheibe, das von einem besonderen Hilfsmotor w iihreild des Betriebes verstellt werden kann, so dass es möglich ist, die Drehgeschwindig keit der Form jederzeit genau den Anfor derungen anzupassen.
Das Gehäuse 1 der Antriebsvorrichtung ist hohl ausgebildet und trägt in einem ent sprechenden Halslager 2 die Welle 3, auf welcher sich oben die Planscheibe -1 zur Auf nahme der Grussform befindet. Die Welle 3 wird unten gleichfalls durch ein Halslager 5 gehalten und legt sich auf ein Stützlager (1. Auf dieser Welle ist verschiebbar das Reibrad 7 angeordnet. Die Verschiebung er folgt längs zweier Keile 8, die fest auf der Welle 3 sitzen. An das Reibrad 7 greift ein Querhaupt 9 an, das auf beiden Seiten je eine Mutter 10 und 11 besitzt.
Durch diese Muttern gehen die senkrecht stehenden Schrauben spindeln<B>122</B> und 13 hindurch, welche oben und unten gelagert sind und am untern Ende ,je ein Schneckenrad 14 und 15 tragen. In diese Schneckenräder greifen die Schnecken 16 bezw. <B>1,7</B> ein, welche auf einer gemein samen, durch das Vorgelege 18 von Hilfs motor 19 angetriebenen Welle 20 sitzen. Läuft dieser Hilfsmotor 19 in der einen oder andern Richtung um, so werden über die beiden Schneckengetriebe die Muttern 10 und 11. und damit. das Querhaupt 9 und das an ihm sitzende Reibrad 7 nach oben oder unten verstellt.
Das Reibrad 7 legt sich gegen die Reib scheibe 21, welche auf der Welle 22 sitzt. Diese wird über ein Zahnradvorgelege 23 von dem Hauptmotor 24 in Umdrehung versetzt. Dabei kann die Welle 22 mit der Reibscheibe 27. in ihrer Längsrichtung etwas verschöben werden, um die Reibscheibe 21 gegen das Reibrad 7 mit entsprechendem Druck an pressen zu können. Dazu ist um den Zapfen 25 ein Hebel 26 drehbar, der mit einem ver stellbaren Gewicht 27 belastet ist. Der Hebel greift mit. einer entsprechenden Hülse 28 um einen Flansch 29 der Welle 22 und bewirkt dadurch eine ständige und gleichmässige An pressung des Reibrades gegen die Reib scheibe.
Eine unter der Wirkung eines Elektro magnetes 30 stehende Bremsvorrichtung 31 dient dazu, beim Abstellen des Motors 24 die Reibscheibe und damit die ganze Vor richtung zum Stillstand zu bringen.
Die stehende Welle 3 ist noch durch einen Schnurtrieb 32 mit einem Tachometer 33 verbunden., um ständig die Umlaufzahl der die Form aufnehmenden Scheibe 4 feststellen zu können.
Es kann noch eine Sicherheitsvorrichtung mit elektrischen Kontakten vorgesehen -wer den, welche einerseits das Querhaupt bezw. das Reibrad innerhalb der festgelegten Gren zen hält und anderseits beim Ausschalten des Hauptmotors das Reibrad wieder in die unterste Stellung bringt, damit beim An lassen der Vorrichtung die Massen langsam beschleunigt werden. Die Kupplung zwi schen Querhaupt 9 und Reibrad 7 kann etwas nachgiebig sein, um Stösse zu vermeiden.
Claims (1)
- PATENTANSPRTICHE I. Verfahren zur Herstellung von Guss- stücken in Schleuderformen, bei welchem das flüssige Metall von einem zentrisch zur Drehachse der Schleuderform ver laufenden Füllraum, durch am untern Teil desselben seitlich abzweigende Ka näle in mindestens einen Formhohlraum geleitet wird, dadurch gekennzeichnet, ,dass man das flüssige Metall ohne sta tische Druckhöhe derart durch die ge nannten Kanäle zum Formhohlraum leitet,.dass es beim Einmünden in letz teren ungefähr die gleiche Bewegungs richtung hat wie der Formhohlraum selbst und dass das flüssige Metall durch den von der Fliehkraft herrührenden dynamischen Druck in den Formhohl- raum aufsteigt.II. Vorrichtung zur Ausübung des Verfah rens nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass die mit -der .Schleuder form rotierenden, zum Zuführen des flüssigen Metalles vom Füllraum zum Formhohlraum dienenden Kanäle auf ihrem ganzen Verlauf im Sinne der Drehrichtung der Schleuderform stetig gekrümmt sind, so dass das Metall an der Mündungsstelle dieser Kanäle ungefähr die gleiche Bewegungsrichtung hat wie der Füllhohlraum selbst. UNTERANSPRüCHE 1.Vorrichtung nach Patentanspruch II, ge kennzeichnet durch einen die Schleuder- form tragenden Drehtisch, .dessen An trieb über ein Reibradgetriebe erfolgt, das ein durch einen Hilfsmotor ver schiebbares Pveibrad aufweist. 2.Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass an dem verschiebbaren Reibrad mittelst einer Kupplung ein Querhaupt angreift, das von Schraubenspindeln durch den Hilfsmotor verstellt werden kann. 3. Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 1 und 2, dadurch ge kennzeichnet, dass die Schraubenspindeln durch Muttern des Querhauptes hin durchgehen und Schneckenräder tragen, in welche Schnecken einer vom Hilfs motor angetriebenen Welle eingreifen.4. Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch ge kennzeichnet, dass das Reibradgetriebe eine Antriebsreibscheibe aufweist, die mittelst einer Anpressvorrichtung stets mit gleichem und regelbarem Druck ge gen das verschiebbare Reibrad gedrückt wird.Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 1 bis 4, dadurch ge kennzeichnet, dass im Antrieb des Dreh tisches eine Bremsvorrichtung einge- schaltet ist. Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 1 bis 5, dadurch ge kennzeichnet, dass die Bremsvorrichtung durch einen Elektromagneten betätigt werden kann.Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 1 bis 5, dadurch ge kennzeichnet, dass an dem das Reibrad verstellenden Querhaupt elektrische Kon- takte vorgesehen sind, mittelst deren einerseits .der Hilfsmotor bei Erreichung ,der beiden Endlagen des Querhauptes ab gestellt wird, anderseits das Reibrad wie der in seine untere Endstellung zurück- geführt wird, sobald der Hauptantriebs- motor abgestellt wird.
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