CH165219A - Verfahren zum Schützen von Holz gegen tierische und pflanzliche Schädlinge. - Google Patents

Verfahren zum Schützen von Holz gegen tierische und pflanzliche Schädlinge.

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CH165219A
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Alkaliwerke Consolidirte
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  Verfahren zum Schützen von Holz gegen tierische     und        pflanzliche    Schädlinge    Unter den in der     Holzschutztechnik    ge  bräuchlichen chemischen Mitteln werden  drei Hauptklassen von wirksamen Stoffen  unterschieden: Kontakt- oder Berührungs  gifte, Frass- oder Ernährungsgifte und     At-          irungsgifte.    Die erstgenannten wirken erst,  wenn sie mit den Schädlingen in direkte  äussere Berührung kommen. Ein Beispiel  hierfür ist das     Pvrethrin.    Frass- oder Er  nährungsgifte sind solche Stoffe, die den  Schädling vernichten, wenn sie in dessen  Magen oder     Verdauungstraktus    gelangen.

    Vertreter dieser Gruppe sind die     Silikofluo-          ride,        Fluoride,    Arsenverbindungen, Schwer  metallsalze und dergleichen. Die genannten  beiden Arten von Giften wirken also nur,  wenn sie mit dem Objekt in unmittelbare  Berührung gelangen; sie haben nur Nahwir  kung. Im Gegensatz hierzu stehen die At  mungsgifte. Diese Stoffe verdampfen mehr  oder weniger leicht, und ihre Dämpfe wir  ken toxisch auf die Schädlinge, wenn sie    ihrer Atmungsluft beigemischt sind.

   Sie  haben - meist neben einer     Kontakt-    oder       FraBgiftwirkung    bei direkter Berührung   vor allem auch eine Fernwirkung, da sie  nicht nur an den Stellen wirksam sind, an  welche sie zufällig oder absichtlich gebracht  worden sind, sondern sich durch ihre Dämpfe  in der Umgebung ihres ursprünglichen Sit  zes ausbreiten. Als Beispiele hierfür seien  angeführt: Schwefelkohlenstoff, Ester der  niedrigen Fettsäuren, mehr oder weniger  flüchtige Halogenverbindungen der aromati  schen Reihe,     Tetrachlorkohlenstoff,    Chloro  form und andere.  



  Diese ausserordentlich wertvolle Eigen  schaft der im allgemeinen flüssigen At  mungsgifte macht sie natürlich für die  Zwecke der Schädlingsbekämpfung sehr ge  eignet, zumal sie     grösstenteils    infolge gerin  ger Oberflächenspannung eine gute     Benet-          zungsfähigkeit        aufweisen    und daher tief in  das behandelte Holz eindringen.

   Man hat      auch bereits vorgeschlagen, Vertreter     dieser     Gruppe, zum Beispiel flüssige oder feste       Chlornaphthaline    niedriger     Chlorierungsstu-          fen    im Gemisch mit andern Insektiziden  oder indifferenten Stoff in Pulverform  oder Lösungen, zur Vertilgung von Insekten  und sonstigen Schädlingen zu verwenden,  auch hat man Mono- und     Dichlornaphthalin     für sich oder im Gemisch mit Naphthalin  oder Imprägnieröl als Holzimprägniermittel  empfohlen.

   Hierbei stellten sich .die techni  schen Vorteile der Atmungsgifte, ihre mehr  oder weniger rasche Verdunstung, als wirt  schaftliche Nachteile dar,     insofern,    als eine  dauernde Schutzwirkung     mit    ihnen nicht zu  erzielen war. Gegenstand des vorliegenden       Patentes    ist es nun,     unter    Vermeidung der  oben geschilderten Übelstände     Anwendungs-.     formen und damit Anwendungsgebiete für  die Atmungsgifte zu finden, bei denen     ledig-          lieh        ihre        Vorteile-    zur Geltung kommen.

   Das  erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch ge  kennzeichnet. dass flüssige     Atmungsgifte     dem Holz unter solchen Umständen einver  leibt werden, dass eine wesentliche Verdun  stung derselben     vermieden    wird.  



  Dies kann beispielsweise dadurch gesche  hen, dass man:  1. Den Dampfdruck der flüssigen At  mungsgifte durch Zusatz geeigneter Stoffe,  wie zum Beispiel     Wachse,    Harze, Peche,  Teere oder     ,dergleichen,    herabsetzt.  



  2. Zu den flüssigen Atmungsgiften Stoffe  zusetzt, .die beim Verdunsten des Atmungs  giftes an der Oberfläche des behandelten       Holzes    oder durch Reaktion mit der Luft  Filme bilden, so dass die Verdampfung des  Atmungsgiftes nach .der Bildung des Filmes  lediglich in .das Holz hinein und nicht mehr  nach aussen     stattfinden    kann. Zur Filmbil  dung nach der erstgenannten Methode kom  men zum     Beispiel    höhere Fettsäuren, ihre  Salze, bestimmte Harze, Wachse und     Zellu-          loseester    in Frage. Filmbildung nach der  zweiten Methode wird durch Zusatz von zum  Beispiel     Leinölfirnis    oder trocknenden Ölen  erreicht.    3.

   Die flüssigen Atmungsgifte in den  noch lebenden Stamm einführt.  



  4. Flüssige Atmungsgifte zusammen mit       nichtflüchtigen    Kontakt- und/oder Ernäh  rungsgiften und oben genannten     Verdun-          stungsverzögerern    nach einer beliebigen Me  thode zum Holzschutz verwendet.  



  Die Erfindung, deren Zweck es ist, die  Atmungsgifte dem Holzschutz in wirtschaft  lichster Form zur     'Verfügung    zu stellen, sei  anhand     einiger    Beispiele nachstehend näher  erläutert:  Zu 1.     Dampfdruckerniedrigung    durch  Zusatz von     Verdunstungsverzögerern:     a) In Atmungsgiften, wie zum Beispiel  flüssigem, niedrig chloriertem Naphthalin       (etwa,    der monochlorierten Stufe entspre  chend),     Monochlorxylol    oder dergleichen,  werden 1 bis 3 % Montanwachs     gelöst.     



  b) Niedrig chlorierte     Naphthaline    werden  mit Imprägnieröl und Harzen oder Pechen       gemischt.    Die Zusammensetzung der Ge  mische kann folgendermassen sein:  a) 50 %     Braunkohlenteeröl     40 % flüssiges Chlornaphthalin  <B>10%</B> Harzöl       ss)    GO %     Steinkohlenteeröl     37 % flüssiges Chlornaphthalin  3 % Asphalt.  



  Diese Mischungen sind besonders geeig  net zur Schutzbehandlung von Telegraphen  stangen, Eisenbahnschwellen, Pfählen und  dergleichen.  



  Zu 2. Filmbildung.  



  a)<B>70%</B>     Monochlornaphthalin,    3075 Stea  rin.  



  b) a) für schnelle Filmbildung:  50     %        Chlorxylol    und 50 %     Leinölfirnis.     Auf den mit dieser klaren Lösung ge  tränkten Flächen hat sich nach 30 Stunden       bereits    ein Oberflächenfilm gebildet, der  jede weitere     Chlorxylolverdun.stung    unter  bunden hat (für Innenräume).  



       ss)    für langsame Filmbildung:  80     %        Monochlornaphthalin    und 20     %          Leinölfirnis.         Diese Mischung bildet die Filmschicht  erst nach drei bis vier Tagen     volltsändig    aus.  



  Die unter 2a angeführte Methode ist  nicht identisch mit der unter     1a    abgehandel  ten Ausführung. Der Unterschied besteht  darin, dass bei la die zusätzlichen Stoffe  nicht die Löslichkeitsgrenze erreichen, wäh  rend die Zusatzmenge nach     2a    dicht unter  der Löslichkeitsgrenze liegt, so dass beim  Verdunsten von nur geringen Mengen des  Atmungsgiftes sofort .eine Ausscheidung des  Filmes an der Oberfläche stattfindet, wäh  rend im Innern der gelöste Stoff im Unter  schied zu andern Verfahren unverändert in  Lösung bleibt.  



  Zu 3. Zur Behandlung lebender Stämme  mit Atmungsgiften empfiehlt es sich, diese  in im wesentlichen unverdünnter Form anzu  wenden. Als besonders geeignet erwiesen  sich für diesen Zweck     Monochlornaphthalin          und        Monochlorxylol,    die nach an sich be  kannten Methoden, zum Beispiel durch Bohr  löcher unter Druckanwendung in den untern  Teil des Stammes eingeführt werden, sich  mit den Baumsäften     emulgieren    und sich mit  diesen im Stamm verteilen. Ein Zusatz von       Verdunstungsverzögerern    ist möglich, aber  nicht unbedingt notwendig.  



  Zu d. Der Zusatz von Kontakt- und/oder  Ernährungsgiften zusammen mit     Verdun-          stungsverzögerern    zu den Atmungsgiften  kann den Wert und die Dauer des Schutzes  ganz wesentlich erhöhen. Man geht am  zweckmässigsten so vor, dass     züm    Beispiel  die Ernährungsgifte, wie     Fluoride,        Siliko-          fluoride,        Arsenate,        Arsenite    und derglei  chen in fein     vermahlenem    Zustand mit den  Atmungsgiften, die     Verdunstungsverzögerer     enthalten,

   angerührt und als dünne oder kon  sistente Massen verstrichen oder in sonstiger  Weise zum Holzschutz verwendet werden.  



  Nach den geschilderten Methoden ist es  möglich, die grossen Vorteile, die die At  mungsgifte kraft ihrer Fernwirkung besit  zen, für den Holzschutz auszunutzen und  gleichzeitig eine lange Wirkungsdauer zu  erzielen. Soweit nicht durch die oben auf  geführten Methoden bereits ein ganz be-         stimmter    Behandlungsweg vorgeschrieben  ist, kann man die vorgeschlagenen Mischun  gen als Lösungen oder Pasten oder Emulsio  nen auf jede beliebige Weise durch Spritzen,  Vollanstrich, Tränken, Tiefimprägnierung,  Oberflächenbehandlung von frisch gefälltem  Holz an den Schnitt- und Wundstellen,       H.ohrlochimpfung    oder dergleichen zur An  wendung bringen.

   Gelegentlich sind auch  andere Zusätze, zum Beispiel zur     Rissverhü-          tung    oder dergleichen, zweckmässig.  



  Der besondere Vorzug     derartiger    Anwen  dungen ist darin zu erblicken, dass es auf  diese Weise gelingt, eine Holzkonservierung  unter Ausschluss. von Wasser oder wässerigen  Lösungen durchzuführen. Bei der Schutz  behandlung trockenen Holzes mit wässerigen  Lösungen von Schutzstoffen hat sieh der       Übelstand    gezeigt, dass beim nachfolgenden  Trocknen .des behandelten     Materials    Riss  und Schwundbildungen eintraten, wodurch  die Möglichkeit erneuter Infektionen gege  ben war. Durch die Anwendung von flüssi  gem Atmungsgift an Stelle von Wasser wird  bei dem angemeldeten Verfahren ein derar  tiges Reissen und Werfen des Holzes weit  gehend vermieden.

   Die gelegentlich, zum  Beispiel infolge der Auslösung von innern  Spannungen, später auftretenden Risse sind  dann durch das vorhandene Atmungsgift  hinreichend     infektionsgewchützt.     



  Man hat zwar verschiedentlich insbeson  dere     Chlornaphthaline    von niedriger     Chlorie-          rungsstufe    als Holzschutzmittel vorgeschla  gen. Bei allen diesen Arbeitsweisen hat man  jedoch die Eigenschaft, dass die     Chlornaph-          thaline    relativ flüchtig sind, nicht berück  sichtigt, so dass dauerhafte Schutzimpräg  nierungen .damit nicht vorgenommen werden  konnten.  



  Auch der Zusatz von Teeren, Pechen,  Naphthalin, Paraffin und dergleichen zu  insbesondere     kreosothaltigen    Holzschutzmit  teln ist bereits bekannt. Es handelt sich  jedoch bei diesen     Imprägnierungsmitteln     nicht um Atmungsgifte, .da sie nicht flüch  tig sind, sondern bekanntlich um im wesent  lichen wasserabweisende Stoffe. Ausserdem      sollen nach den     bekannten    Verfahren die  zusätzlichen Stoffe im Holz in     fester    Form  verbleiben, also porenfüllend wirken, wäh  rend bei dem vorliegenden Verfahren das       Schutzmittel    entweder als Dampf oder als  Flüssigkeit im     Innern    des Holzes vorhan  den ist.  



  Man hat auch schon vorgeschlagen,  Asphalt, Teer und Pech durch Zusatz von       Naphthalinprodukten        (öster.    P. Nr. 105361)  urientzündlich zu machen. Hierbei kann es  sich jedoch lediglich um die höher chlorier  ten Produkt handeln, die bei Normaltempe  raturen nicht flüchtig     sind.    Die niedrig  chlorierten     Naphthaline    kommen für diesen  Zweck gar nicht in Frage, weil sie sowohl  flüchtig, als auch brennbar sind.  



  Die Einführung von Farbstoffen oder  wässerigen Metallsalzlösungen in lebende  Bäume ist zwar ebenfalls schon bekannt,  Atmungsgifte nach dieser Methode zu     vem-          wenden,    ist jedoch bisher noch nicht vor  geschlagen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Schützen von Holz gegen tierische und pflanzliche Schädlinge, da durch gekennzeichnet, dass dem Holz flüs sige Atmungsgifte unter solchen Bedingun gen einverleibt werden, dass eine wesentliche Verdunstung der Atmungsgifte vermieden wird. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach dem Patentanspruch, da .durch gekennzeichnet, dass der Dampf druck der Atmungsgifte -durch Zusatz von Stoffen, die sich in den Ätmungsgif- ten lösen, herabgesetzt wird. 2.
    Verfahren nach dem Patentanspruch und Unteranspruch 1, .dadurch gekennzeich net, dass Mischungen aus Chlornaphtha linen und Imprägnieröl unter Zusatz schwer flüchtiger, in diesen löslicher Stoffe benutzt werden. 3. Verfahren nach ,dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man das At mungsgift kombiniert mit solchen Men gen von filmbildenden Stoffen verwendet, dass sich an der Oberfläche des behandel ten Holzes ein aus diesen Stoffen beste hender Film bildet.
    4. Verfahren nach dem Patentanspruch und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeich net, dass das Atmungsgift als filmbil dende Stoffe trocknende Ole enthält. 5. Verfahren nach dem Patentanspruch und Unteranspruch 3, ,dadurch gekennzeich net, dass das Atmungsgift als filmbil dende Stoffe ,solche Substanzen enthält, die nach Verdampfung geringer Mengen desselben einen Film bilden. 6.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, ,dass man ,die At mungsgifte kombiniert mit anders wir kenden Giften verwendet. 7. Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man die At mungsgifte kombiniert mit rissverhüten- den Stoffen verwendet.
CH165219D 1931-09-09 1932-09-06 Verfahren zum Schützen von Holz gegen tierische und pflanzliche Schädlinge. CH165219A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE937667C (de) * 1950-01-01 1956-01-12 Bayer Ag Verfahren zur Bekaempfung des Verstockens von saftfrischen Laubhoelzern, insbesondere von Rotbuchenstammholz

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE937667C (de) * 1950-01-01 1956-01-12 Bayer Ag Verfahren zur Bekaempfung des Verstockens von saftfrischen Laubhoelzern, insbesondere von Rotbuchenstammholz

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