CH165430A - Verfahren zum festhaftenden Versetzen von Platten. - Google Patents
Verfahren zum festhaftenden Versetzen von Platten.Info
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Description
Verfahren zum festhaftenden Versetzen von Platten. Plattenbeläge, insbesondere solche aus keramischem Material wurden bisher so her gestellt, da.ss die Platten mit Hilfe eines hy draulischen Bindemittels, wie Portland- zementmörtel usf., auf der zu belegenden Fläche befestigt wurden.
Die heute im Handel befindlichen kalk reichen Portlandzemente zeichnen sich nun zwar durch hohe Festigkeitseigenschaften aus, jedoch ergeben sie für sich oder in nor maler Weise als Mörtel oder Beton verwen det Bindemittel, .deren Haftfestigkeit an an dern Baustoffen für viele Zwecke zu gering ist. Besonders unangenehm macht sich diese Tatsache durch das in den letzten Jahren auch bei sorgfältigster Verlegung immer mehr auftretende Abfallen von Beilägen aus keramischen glasierten Wandplatten be merkbar.
Die Ursachen dieses Abfallens sind in eindeutiger Weise noch nicht abgeklärt. Tat sache ist, da.ss trotz,der Verwendung von erst klassigem Portlandzement, sauber georasche- nem Sand und reinem Wasser bei der sorg fältigsten Versetzarbeit sich die versetzten Platten in vielen Fällen so sauber vom Ver- setzmörtel ablösen lassen, dass auch keine Spur des Mörtels an der Plattenrückseite haf ten bleibt.
Dabei haftet der Mörtel fast im mer einwandfrei an der Wand und seine Härte und Volumenbeständigkeit ist eine durchaus normale.
Alle Versuche, den Portlandzementmörtel durch Abänderung des Verhältnisses zwi schen Zement, Sand und Wasserzusatz oder durch Beimischung von Weisskalk, Trass, Lehm, Schamotte usf. für Plattenversetz- arbeiten geeigneter zu machen, haben - so weit es sich um Wandplattenbeläge han delt - keine befriedigende Resultate er geben.
Auch wenn das poröse Wandplatten material vor dem Versetzen nur so .gering genässt wird, dass es noch die Tendenz hat, den Versetzmörtel anzusaugen, tritt trotzdem in den meisten Fällen eine genügend innige Bindung zwischen Mörtel und Platte nicht ein, so edass sich die Platte auch nach mehr- monatlichen. Abbinden des Mörtels von :die sen durch Abschlagen- sauber trennen lässt.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist nun ein Verfahren zum festhaftenden Ver setzen von Platten, vorzugsweise solchen aus keramischem Material, oder auch andern Bau stoffen, auf saugendem Untergrund, der höchstens schwach angefeuchtet ist, aber auch vollkommen trocken sein kann, vermit telst eines hydraulischen Bindemittels, da durch gekennzeichnet, dass man dem Binde- mittel eine kolloidale, wasserzurückhaltende Substanz, wie Casein oder ein Caseinsalz, gegebenenfalls im Gemisch mit andern,
die Eigenschaften des Bindemittels verbessern den Zusätzen, zusetzt zum Zwecke mit einer sehr dünnen Bindemittelschicht auszukom men und die Platten trotzdem noch einige Zeit nach -dem Ankleben verschiebbar zu er halten. Die zuzusetzende Menge der kolloidalen, wasserzurückhaltenden Substanzen wird vor teilhaft zwischen 1 und 5 % bezogen auf,das trockene Bindemittel gewählt.
Durch das Verfahren gemäss der vorlie genden Erfindung vermeidet man die vor erwähnten Nachteile. Wie gesagt können so beispielsweise poröse keramische Wandplat ten trocken oder zwecks Entstaubung nur oberflächlich leicht mit einem nassen Schwamm abgewischt, auf einen vorher ge sondert erstellten, porösen Wandputz auf geklebt wurden, und zwar vermittelst einer vorteilhaft -nur 2 bis 3- namdicken Schicht.
Ohne Zusatz der kolloidalen, wasser zurückhaltenden Substanz, als welche sich insbesondere Casein oder lösliche Caseinsalze geeignet erwiesen haben, ist diese Verlegeart nicht ausführbar, weil das als Kitt dienende hydraulische Bindemittel in diesem Fall sein Anmachwasser an die poröse Mörtelunter lage und die gegebenenfalls auch - poröse Platte durch Absaugung so rasch verliert, .dass ein nachträgliches Ausrichten und An passender bereits verlegten,
Platten praktisch verunmöglicht wird und weil @dabei die Er härtung des hydraulischen Bindemittels in- folge Wassermangel eine unvollständige bleibt. Will man ohne Verwendung von Casein ,das zu rasche Festsitzen der angebrachten Platten infolge Wasserabsaugung .dadurch verhindern, dass man Wandplatten und Wand vordem Versetzen mit Wasser tränkt, dann bleibt erfahrungsgemäss die Haftung der Platten am Bindemittel eine ganz ungenii- gende,
so dass .die Platten mit der Zeit von selbst oder durch äussere mechanische Ein flüsse abfallen.
Es ist zwar schon lange bekannt, hydrau lischen Bindemitteln oder Weisskalkmörteln Casein zuzusetzen, um deren Klebekraft, Witterungsbeständigkeit und Zähigkeit zu erhöhen; keine dieser Veröffentlichungen weist aber auf die wasserzurückhaltenden Eigenschaften .des Caseins hin, die für des sen Verwendung im vorliegenden Fall aus schlaggebend sind.
Das Verlegender Platten nach,dem neuen Verfahren kann beispielsweise folgender massen geschehen: Eine fertig an die Baustelle gelieferte Portlandzement - Caseinmischung mit bei spielsweise 3 % Gehalt an staubfeinem Casein wird in einem sauberen Pflasterkübel ohne Sandzusatz mit soviel Wasser angeteigt, -dass eine leicht spachtelbare, aber nicht flüssige Masse von salbenartiger Beschaffenheit ent steht. Dazu sind etwa 35 Gewichtsprozente Wasser nötig.
Am besten nimmt man zuerst soviel Wasser, ,dass eine zu dünne Mischung entsteht, die man .,durch weiteren Zusatz von trockener Mischung auf die richtige Salben konsistenz bringt. Bei kaltem Wetter ist zweckmässig leicht angewärmtes Wasser zu verwenden.
Nach guter Durchmischung ist der ange machte Zementkitt vor der Verwendung 15 Minuten stehen zu lassen. Inzwischen wer- ,den. Wandplatten in normaler Weise auf Grösse sortiert und mit einem nassen Schwamm auf der Rückseite kurz angenässt, jedoch soll die Platte noch stark saugfähig bleiben.
Ein längeres Eintauchen in Wasser ist unnötig. Die Wandplatten werden nun vermittelst eines Spachtels 4 bis 5 mm ,dick mit dem Zementkitt glatt besparhtelt und sofort nach seitlichem Anschieben kreisförmig an die Wand angerieben, bis der Kitt an den Plat tenecken herausquillt, worauf der überflüs sige Kitt längs den Plattenkanten mit dem Spachtel entfernt und zum Rest zurückgege ben wird.
Jede weitere Platte wird anfangs dicht an die vorhergehende geschoben, so,da.ss der Kitt aus den Fugen herausquillt.
Bevor die versetzten Platten unbeweglich werden, wird durch Einstecken von vierkan tigen schwedischen Zündhölzern eine einheit liche Fugenbreite von zirka 3 mm erzielt. Nachdem die Platten unbeweglich geworden sind, jedoch bevor der Kitt vollständig erhär tet ist, werden die Fugen durch Ausbürsten mit einer rauhen Bürste von dem eingedrun genen Kitt befreit.
Nach dem Abbinden des Kittes werden die Fugen mit englischem Zement oder mit Casein-Zementkitt oder mit einem andern Fugenmaterial in normaler Weise ausgefugt.
Bei hydraulischen Bindemitteln, die kein freies Kalkhydrat enthalten, oder beim An machen mit Wasser kein solches abspalten, ist es zweckmässig, an Stelle von staubfeinem Casein, lösliche Caseinsalze oder cas.einhal- tige Kaltleimpulver in entsprechenden Men gen zuzusetzen.
Die im übrigen bereits bekannten Beein flussungen des Abbindens von Portland- zement durch Casein, welche dessen Kleb fähigkeit und Volumenbeständigkeit erhöhen und seine Sprödigkeit herabsetzen, sind für das gute Haftender nach der beschriebenen Methode versetzten Platten natürlich auch von Vorteil.
Sehr wichtig ist es, dass ein 2 bis 5%iger Caseinzusatz das Abbinden von Portlaudzement im Gegensatz zu den bis herigen Angaben in der Literatur wesentlich verlangsamt.
Dieses langsame Abbinden und die beim vorliegenden Verfahren ermöglichte geringe Dicke der Kittklebeschicht von nur 2 bis 3 mm verhindern Schwindungsspan- nungen in der abgebundenen Kittschicht, welche zwischen Platte und Unterlagsmörtel zu liegen kommt, während solche Spannun gen bei Verwendung von Mörteln entspre chend den bisherigen Plattenversetzverfahren sehr oft auftreten und ein Absprengen der versetzten Platten bewirken, dies besonders dann,
wenn zum Ausgleich unebener Wände die Plattenmörtelschicht in grösserer Stärke aufgebracht werden muss. Bei der neuen Versetzmethode hat die vorher separat aus geführte und vollkommen erhärtete Mörtel- unterlage, die beim Erhärten von Mörtel immer mehr oder weniger auftretenden Volumenveränderungen schon hinter sich.
Da kein Zementpflaster, sondern nur rela tiv geringe Mengen Versetzkitt angemacht werden müssen und,da ferner das nachträg liche Zuputzen ,der Wände und die An schlüsse an Sehreinerarbeiten usw. wegfallen, kann das Versetzen der Wandplatten nach dem erfindungsgemässen Verfahren auch nach Fertigstellung aller Rohbauarbeiten ausge- führt werden.
Pflasterstanden und Wasser bottiche für das Einweichen der Platten sind nicht mehr nötig. Der Transport der voluminösen Mörtelmengen durch den Bau und die nachträgliche Durchnässung der schon zum Teil ausgetrockneten Mauern wer den dadurch vermieden und selbst in bewohn ten Räumen lassen sich Wandplattenbeläge anbringen, ohne .dass der Verputz abgeschla gen zu werden braucht und ohne dass die Be wohner durch Staub, Lärm und Schmutz be lästigt werden.
Durch beidseitiges Bekleben von armier ten. Betonwänden, Zwischenwänden aus Schlackensteinen, Bimsplatten, Gipsdielen usf. lassen sich beidseitig glasierte Zwischen wände erstellen, deren Belag sich in keiner Weise von denjenigen der anstossenden ein seitig verkleideten Wände unterscheidet. Un ter Verwendung von nur 4 mm dicken Wandplatten und durch .den nur 2 bis 3 mm dicken Kittauftrag kann die Dicke von abso lut stabilen, beidseitig glasierten Zwischen wänden auf zirka 5,5 cm reduziert werden.
Die so versetzten Wandplatten haften ab solut sicher sowohl am Kitt als an der Wand, falls die letztere aus abgeriebenem Zement oder Kalkputz besteht. Geweisselte oder mi# Kalkfarbe gestrichene Wände sind zweck mässig vorher mit der Drahtbürste gut abzu bürsten und nachher abzuwaschen.
Alle bisher bekannten Versetzmethoden, bei welchen in einem Arbeitsvorgang der Wandputz und das Ankleben der Platten miteinander ausgeführt werden, stellten an das Können des Plattenlegers grosse Anf4r- derungen. Das Einhalten einer genau ebenen Belagsoberfläche, das Vermeiden von soge- nannten Überzähnen und das satte Hinterfül len der Platten mit Mörtel verlangten eine grosse Handfertigkeit des Legers, weil die Unterlage der Platten aus dem plastischen Mörtel bestand,
der auch nach dem Ansetzen der Platten noch eine Zeitlang "lebendig", .das heisst beweglich blieb und ein forWäh- rendes Nachrichten der bereits versetzten Platten notwendig machte.
Beidem neuen Verfahren ist es nun viel leichter, eine ebene Oberfläche des Belages ohne Überzähne zu erzielen, vorausgesetzt natürlich, dass der zur Verfügung gestellte Grundputz genau in der Flucht und mit ebener Oberfläche ausgeführt ist. Ein solcher Putz ist natürlich eine viel solidere, zusam menhängendere und besser haftende Unter lage als der aus einzelnen "Patzen" aufge brachte Mörtel der alten Versetzmethode.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum festhaftenden Versetzen von Platten auf höchstens schwach ange- feuchtetem, saugendem Untergrund vermu- telst eines hydraulischen Bindemittels, da durch gekennzeichnet, dass man dem Binde- mittel eine kolloidale, wasserzurückhaltende Substanz zusetzt, zum Zwecke mit einer sehr dünnen Bindemittelschicht auszukommen und ,die Platten trotzdem noch einige Zeit nach dem Ankleben verschiebbar zu erhalten. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, @dass man als kolloidale, wasserzurückhaltende Substanz Casein verwendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als kolloidale, wasserzurückhaltende Substanz ein lös liches Caseinsalz verwendet. d. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die kolloidale wasserzurückhaltende Substanz in staub feiner Verteilung zusetzt. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die kolloidale, wasserzurückhaltende Substanz in Mengen zwischen 1 und 5 % bezogen auf das trok- kene Bindemittel zusetzt. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man neben der kol- laldalen, wasserzurückhaltenden Substanz noch andere, die Eigenschaften des Binde mittels verbessernde Zusätze verwendet.
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|---|---|---|---|---|
| DE4421722A1 (de) * | 1994-06-21 | 1996-01-04 | Sueddeutsche Kalkstickstoff | Fließmittel für zementhaltige Bindemittelsuspensionen |
| EP1081112A1 (de) * | 1999-08-30 | 2001-03-07 | Halliburton Energy Services, Inc. | Flüssigkeitsverlust kontrollierendes Dispergiermittel für Bohrlochzement |
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1933
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| EP1081112A1 (de) * | 1999-08-30 | 2001-03-07 | Halliburton Energy Services, Inc. | Flüssigkeitsverlust kontrollierendes Dispergiermittel für Bohrlochzement |
| EP1473285A1 (de) * | 1999-08-30 | 2004-11-03 | Halliburton Energy Services, Inc. | Flüssigkeitsverlust kontrollierendes Dispergiermittel für Bohrlochzement |
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