CH167833A - Verfahren und Werkzeug zur Herstellung einer gezogenen Patronenhülse aus Metall für Schusswaffen. - Google Patents
Verfahren und Werkzeug zur Herstellung einer gezogenen Patronenhülse aus Metall für Schusswaffen.Info
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Description
Verfahren und Werkzeug zur Herstellung einer gezogenen Patronenhülse aus Metall für Sehusswaffen. Es ist bereits vorgeschlagen worden, Pa tronenhülsen aus Metall für Schusswaffen durch Ziehen herzustellen. Es ist auch vor geschlagen worden, eine @do ppelte Falte des Werkstoffes zwischen dem Boden der Hülse und dem Mantel,der Hülse anzuordnen. Die Doppelfalte war so hergestellt, dass die bei den Schenkelflächen ,der Falte dicht aufein ander gepresst waren. Man wollte durch eine derartige Falte den Boden,der Patronenhülse verstärken.
Die Dicke des verwendeten Werkstoffes war am Mantel der Hülse, an den Flächen der Doppelfalte und am Boden überall gleich. Diese Patronenhülsen ergaben ,den Nachteil,,dass sie nichtdicht waren und beim Absehuss Rissbildung an der Doppel falte aufwiesen.
Dies lag daran, dass durch das dichte Aufeinanderpressen der Schenkel flächen der Falte auch die beiden Scheitel der Falte zusammengepresst waren, so dass in den Krümmungsscheiteln der Falte die Werkstoffasern überbeansprucht und zum Teil gerissen waren, so dass@diese Doppel falten nicht dicht waren und auch vollständig unelastisch und im Augenblicke des Ab schusses unnachgiebig waren.
Dieser Nachteil wird durch die im fol genden beschriebene Erfindung vermieden. Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Werkzeug zur Herstellung einer ge zogenen Patronenhülse aus Metall für Schuss- waffen mit einer Doppelfalte zwischen der Bodenkrempe und dem. Hülsenmantel. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass ,die Doppelfalte federnd ausgebildet wird.
Durch diese federnde Doppelfalte werden die beim Abschiessen der Patrone auftretenden Zugbeanspruchungen :des untern Teils: der Patronenhülse federnd aufgenommen, so dass dadurch die Rissbildung in,der Hülse vermie- den ist. Die lässt sich daher mit sehr .dünnen Wandungen herstellen und weist nur ein geringes Gewicht auf. Die federnde Doppelfalte kann in einem Arbeits- gang durch ein im folgenden beschriebenes Presswerkzeug hergestellt werden.
Zufolge der federnden. Doppelfalte ist es möglich geworden, Patronenhülsen aus Me tall herzustellen, deren Mantel nur eine Dicke von etwa 0,3, mm im mittleren Teile aufweist. Derartige Hülsen zeigen beim Abschuss bei Drucken von 475 kg Maximum keine Risse oder Brüche an dem meist beanspruchten Teile der Patronenhülse, also keine Risse zwi schen Bodenkrempe und Hülsenmantel.
Nicht alle Metalle sind zur Herstellung derartiger Patronenhülsen geeignet. Reines Zink ist zu weich. Das handelsübliche Mes- sing ist zu teuer und lässt sich unter den vor liegenden Bedingungen nicht gut ziehen und kümpeln. Nach langen Versuchen ist es ge lungen als ein für den vorliegenden Zweck geeignetes. Metall eine Legierung zu finden, die sehr reich an Zink und sehr arm an Kupfer ist, beispielsweise eine Legierung von etwa 99,5 Gewichtsprozenten Zink und 0,
5 Gewichtsprozenten Kupfer.
Ein Ausführungsbeispiel der neuen Pa tronenhülse und eines zu ihrer Herstellung geeigneten Werkzeuges ist in der beiliegen .den Zeichnung dargestellt.
Fig. 1 und 2 zeigen zwei verschiedene Stufen der vorgezogenen Hülse; Fig. 3 zeigt den untern Teil der Patronen hülse :der Deutlichkeit halber stark ver grössert; Fig. 4 zeigt den Oberteil A und den Un terteil B des Werkzeuges: vor Beginn des P'ressvorganges, durch welche die doppelte elastische Falte in einem Arbeitsgang erzeugt wird; Fig. 5 zeigt :die Stellung des Werkzeuges bei Beendigung des Faltvorganges;
Fig. 6 zeigt,der Deutlichkeit halber ver- grössert .den untern Teil ,des obern Presswerk- zeuges A; Fig. 7 ist ein wegrechter Schnitt durch das Futter 6 .gemäss: der Schnittlinie I-II der Fig. 4.
Die Hülse 1 wird zunächst in üblicher Weise kalt gezogen, so dass, die in Fig. 1 dargestellte Zwischenstufe entsteht. Eine sol- ehe Hülse 1 weist beispielsweise oben eine Wandstärke von 0,23 mm und unten eine Wandstärke von 0;35 mm und am Boden 2 eine Stärke von etwa 0,7 mm auf. Der Boden 2 ist also stärker als :die Hülsenwand 1.
Letz tere ist im Querschnitt keilförmig ausge'oil- @det. Dann wird die in Fig. 1 dargestellte Hülse in einem weiteren Arbeitsgang derart behandelt, dass1 :der Boden 2 nach, aussen ge wölbt wird, wie es in Fig. 2 etwas übertrie ben dargestellt ist, damit für die im Press- werkzeug (Fix. 4, 5) stattfindende Bildung der elastischen Doppelfalte hinreichend Werkstoff vorhanden ist.
Die Hülse wird in :der in Abb. 2 dar gestellten Form in,das Oberteil A des Werk- zeuges (Fix. 4) eingesteckt und weist nach dem Pressvorgang die in Fig. 3 dargestellte Ausbildung auf. 3 ist die Bodenkrempe. Zwischen Bodenkrempe 31 und Seitenwand 1 ist die Faltung 4, 5 durch Umlegen -des ver fügbaren Werkstoffes erzeugt worden.
Die Elastizität bezw. Federung der Doppelfalte 4, 5 wird dadurch erzielt, dass die Schenkel flächen der Falte zur Bodenfläche 2' geneigt ;stehen, und dass ,die beiden Scheitel :der Dop pelfalte 4, 5 (Fix. 3). voll ausgerundet sind, so @dassi die Werkstoffasern in diesen Run .dungen nicht überbeansprucht sind.
Der Ver lauf der Doppelfalte 4, 5 kann daher seit einem liegenden<B>S</B> verglichen werden, und es wird meistens zwischen den beiden von den Rundungen ausgehenden Schenkeln der Falte etwas Zwischenraum in der Nähe der Run dung na.,-ch dem Pressvorgang vorhanden sein.
Die so hergestellten Patronenhülsen ge statten besonders vorteilhaft, den Ersatz :der üblichen Jagdpatronen, die einen Metall sockel und eine Papphülse aufweisen, da die Hülsen aus Metall sich in beliebiger Länge herstellen lassen und nicht die Empfindlich keit gegen Feuchtigkeit aufweisen, welche einen schweren Nachteil der Papphülsen bildet.
Der Oberteil A des Werkzeuges ist als mehrteiliges Werkzeug ausgebildet und wird beispielsweise am Stössel einer Ziehpresse oder Prägepresse befestigt. 6 ist ein Futter, das aus zwei Teilen besteht (Fig. 7). In dem in diesem Futter belassenen zentralen Hohl raum 19 ist ein zylindrischer Stempel 7 fest angeordnet. Oberhalb des Futters 6 ist ein Hohlraum 17 vorgesehen, der durch den Bund 20 des Stempels 7 begrenzt wird.
Die untere Stirnfläche des Stempels 7 ist mit einer Absehrägung 11 (Fig. 6) versehen, wel- ehe für die Ausbildung der obern Falte 5 (Fig. 3) mitbestimmend ist. Indem Stempel 7 ist ein Auswerfer 9 beweglich angeordnet, der unter -Wirkung einer Druckfeder 8 steht. Zwischen dem Stempel 7 und dem Futter 6 ist im Raume 19 Platz zum Einschieben der in Abb. 2 dargestellten, vorgezogenen Hülse vorhanden.
Der untere Teil des Futters 6 weist eine Auskehlung 10 auf (Fig. 6), wel che mit zur Ausbildung der Bodenkrempe 3 und der untern Falte 4 beiträgt und gleich zeitig,den Durchmesser :des Bodens 2 genau kalihriert.
Das Werkzeugunterteil B weist einen Ringflansch 14 auf, der durch mehrere Stan gen 15 mit einer Traverse 16 verbunden ist, die unter Wirkung einer Druckfeder 13 steht. In dem Ringflansch 14 ist ein Amboss 12 angeordnet. Der Durchmesser der unterhalb des Futters 6 vorgesehenen Öffnung 18 ist etwas grösser als der äussere Durchmesser des Ringflansches 14.
Die Wirkungsweise .des Werkzeuges ist folgende: Wenn die Hülse 1 in,der in Abb. 4 dargestellten Weise in den Oberteil A des Werkzeuges eingeschoben ist, senkt sich der Stössel der Presse, wobei das obere Werkzeug A auf das untere Werkzeug B zu liegen kommt.
In :diesem Augenblick wird die Hülse 1 ganz in den freibleibenden Hohlraum 19 zwischen Futter 6 und Stempel 7 hinein gedrückt, und zufolge des starken Zusam- mendrückens der Feder 13, stösst der Ring- flanseh 14 das Futter 6 derart in -die Höhe, dass es den Hohlraum 17 ausfüllt und die Hülse 1 fest umfasst. Dann rückt ,der Amboss 12(Fig. 5) nach oben,,der Auswerfer 9 wird hochgeführt, und die Feder 8 wird gespannt.
Hierauf treibt,der Amboss 12' den Werkstoff des Hülsenbodens 2 in die Auskehlung 10 und an die Abschrägung 11 und bildet den ebenen Hülsenboden und die elastische Dop pelfalte 4, 5 aus, ohne in den Rundungen ihren Werkstoff mit Bezug auf die beabsicb.- tigte Federwirkung .der Doppelfalte 4, 5 un zulässig zu beanspruchen.
Nachdem die Presse eine Umdrehung vollendet hat, hebt sich unmittelbar nach Überwindung der un tere Totpunktlage der Presse der Stössel, rnd mit ihm hebt sich ,der Oberteil A ,des Werk- zeuges vom Unterteil B ab. Die Feder 8 drückt jetzt den Auswerfer 9 nach unten, welcher die das Aussehen der F'ig. 3 auf weisende, fertig gestellte Patronenhülse 1 aus dem Werkzeugoberteil A auswirft.
Durch die beschriebene Arbeitsweise des Werkzeuges wird eine grosse Anzahl von Arbeitsgängen gespart, die bisher sowohl bei der Herstellung von Jagdpatronen, als auch von Militärpatronen aufgewendet werden mussten.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung einer gezoge nen Patronenhülse aus Metall für Schusswaf- fen mit einer Doppelfalte zwischen der Bodenkrempe und dem Hülsenmantel, da durch gekennzeichnet, dass@ die Doppelfalte federnd ausgebildet wird. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass. eine Legierung verwendet wird, .die Zink und Kupfer ent hält. 2.Verfahren nach Patentanspruch I und Un teranspruch 1, dadurch ,gekennzeichnet, dass eine Legierung von 99,5 Gewichts prozenten Zink und 0,5 Gewichtsprozenten Kupfer verwendet wird. PATENTANSPRUCH II:Werkzeug zur Durchführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, dadurch gekenn zeichnet, dass es als Pressw.erkzeug mit mehr teiligem Oberteil (A) ausgebildet ist, welcher einen Stempel (7) mit einer untern abge schrägten Stirnfläche (11) und einem obern Bund (20) aufweist, wobei der Stempel (7) unter Freilassung eines Zwischenraumes für die Hülse (1) von einem zweiteiligen Futter (6) umgeben ist, das unten eine Auskehlung (10) aufweist und in ,seiner Länge so.bemes sen ist, dass. oben zwischen ihm und dem Bund (20) des Stempels (7) ein Zwischen raum (17) und unten zwischen ihm und .dar untern Begrenzungsfläche des.Oberteils eine Öffnung (1-8) freigelassen ist, ferner dadurch gekennzeichnet, dass der Unterteil (B) einen unter Wirkung einer Druckfeder (13) stehen .den beweglichen Flanschring (14) aufweist, innerhalb welchem ein fester Ambass (12) an- geordnet ist, bei dessen Anlegen an die untere Stirnfläche des Futters (6) der Boden (2) der Hülse (1) kalibriert und die federnde Doppel falte (4, 5) ausgebildet wird. UNTERANSPRUCH: 3.Werkzeug nach Patentanspruch 1I, da:- durch gekennzeichnet, .dass im Stempel (7) ein unter Wirkung einer Druckfeder (8) stehender Auswerfer (9) angeordnet ist.
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