CH168127A - Verfahren zur Beseitigung der im Kaffee enthaltenen Chlorogensäure. - Google Patents

Verfahren zur Beseitigung der im Kaffee enthaltenen Chlorogensäure.

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CH168127A
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Hanns Dr Dyckerhoff
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Hanns Dr Dyckerhoff
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Description


  Verfahren zur Beseitigung der im     Kaffee    enthaltenen     Chlorogensäure.       Bekanntlich hat der Genuss von Kaffee  verschiedene physiologisch und diätetisch nach  teilige Folgen, die man auf den Koffeingehalt  der Kaffeeaufgüsse schob und daher zunächst  durch Ausziehen des Koffeins aus den Kaffee  bohnen zu beseitigen suchte.  



  Ferner hat man bemerkt, dass die in den  Kaffeebohnen als     chlorogensaures    Kali-Koffein  vorhandene     Chlorogensäure    den Geschmack  des Kaffees beeinträchtigt und sie daher durch  Hydrolyse gespalten, wobei zwei Spaltstücke,  Kaffeesäure und Chinasäure entstanden, die  man aber in der Kaffeebohne beliess (Schweizer  Patent 139789), weshalb der Kaffee nicht  entgiftet wurde.  



  Man erkannte aber bald, dass die     Chlorogen-          säure    auch gesundheitsschädlich wirkte, indem  sie vor     allein    die enzymatischen Verdauungs  vorgänge in physiologischer und diätetischer  Hinsicht nachteilig beeinflusste. Es stellte sich  weiter heraus, dass das Spaltstück Kaffee  säure der Träger der Giftwirkung ist, das       =--heisst    die     Chlorogensäure    muss nicht nur     ge-_          Fiten    werden, sondern es muss auch die    Kaffeesäure beseitigt werden, während die  nicht giftige Chinasäure in den Bohnen ver  bleiben kann.

      In beispielsweiser Ausführung des den  Gegenstand der Erfindung bildenden Verfah  rens kann man die     Chlorogensäure    entweder  durch das Ferment     Tannase    in Kaffeesäure  und Chinasäure, oder durch Einwirkung von  Ozon spalten und dann die Kaffeesäure oder  die durch die     Ozonisierung    entstandenen  Spaltungsstücke durch geeignete organische .  Lösungsmittel, z. B. Aceton oder Alkohol ent  fernen, wodurch der Geschmack des Kaffees  nicht leidet. Man kann die     Chlorogensäure     auch durch Elektrolyse spalten und die an  den Elektroden entstandenen Spaltstücke dort  abscheiden.

      Die     Chlorogensäure    zerfällt bekanntlich  unter der Einwirkung des Ferments     Tannase     in Kaffeesäure und Chinasäure, doch ist die  ser Vorgang bisher nicht zur Beseitigung der       Chlorogensäure    aus der     Kaffeebohne    benutzt  worden. Die Kaffeesäure wird der Bohne      durch organische Lösungsmittel, wie beispiels  weise Äther oder Aceton entzogen.  



  Man kann aber die     Chlorogensäure    auch  durch Ozon spalten. Sie enthält nämlich eine  Doppelbindung     @-CH=CH-)    und bekannt  lich wirkt Ozon so auf solche organischen  Verbindungen ein, dass sich das Ozon an die  Doppelbindung anlagert. Die hierdurch ge  bildeten     Ozonide    sind aber ausserordentlich  unbeständig und zerfallen an der Stelle der  Doppelbindung.  



  Bei der Einwirkung von Ozon auf     Chloro-          gensäureoder    auf ihr hydrolytisches Spaltungs  produkt, die Kaffeesäure, entsteht     Protokat-          echualdehyd,    der durch weitere Einwirkung  von Ozon in niedere Abbauprodukte über  geführt wird, die sich zum Teil in organi  schen Lösungsmitteln leicht lösen, zum Teil  auch sehr flüchtig sind, so dass man sie einer  seits durch Extraktion, zum Beispiel mit  Aceton, anderseits aber auch infolge ihrer  Flüchtigkeit beim Brennen des Kaffees selbst  entfernen kann.  



  Es gibt auch noch die weitere Möglich  keit, dass man die     Chlorogensäure    durch       Ozonisierung    auch in der Weise spaltet, dass  man     beim    Brennen ozonisierte Luft 'durch  das Arbeitsgut leitet. Die Spaltungsprodukte  entweichen dann infolge ihrer Flüchtigkeit:  Bei der Spaltung durch Elektrolyse wer  den die gedämpften, d. h. aufgeschlossenen,  rohen und dann gut durchfeuchteten Kaffee  bohnen mit Wasser     überschichtet    und dann  der elektrische Strom hindurchgeleitet.

   Die       Chlorogensäure    und ihre Spaltstücke scheiden  sich an der Anode, dass     Koffein-Kalium    und  dessen Umsetzungsprodukte und     Zerfallpro-          dukte    an der Kathode aus, wo sie bei Ver  wendung einer geeigneten Einrichtung ohne       weiteres    abgelassen werden können.  



  Da das Koffein ebenfalls in den meisten  organischen Lösungsmitteln löslich ist, so  kann es gleichzeitig mit den den Spaltstücken  der     Chlorogensäure    den Bohnen entzogen  werden  Das Verfahren selbst sei noch durch fol  gende Beispiele näher erläutert         $eispiel        j:     Nach Aufschluss der Bohne durch Behan  deln mit überhitztem Dampf lässt man     Tannase-          Lösung    auf die Bohne einwirken, wodurch  die vorhandene     Chlorogensäure    in Chinasäure  und Kaffeesäure aufgespalten wird. Man extra  hiert nun mit einem organischen Lösungs  mittel (z. B.

   Aceton), wodurch die Spaltstücke  der     Chlorogensäure,    worunter die Kaffeesäure,  entfernt wird. Das leicht flüchtige Lösungs  mittel kann nötigenfalls in bekannter Weise  durch Nachbehandlung mit Wasserdampf  völlig entfernt werden.  



       Beispiel   <I>2:</I>  Kaffeebohnen werden in bekannter Weise  mit überhitztem Wasserdampf aufgeschlossen.  Darnach werden die Bohnen in luftdichten  Apparaturen unter wechselndem Druck bei  Temperaturen zwischen 20  und 120  mit  ozonhaltiger Luft behandelt. Die auf diese  Weise vorbehandelten Bohnen werden in Ex  traktionsapparaten mit organischen Lösungs  mitteln, z. B. Äther und Aceton ausgezogen,  wodurch die schädlichen Spaltungserzeugnisse  aus der Bohne entfernt werden. Etwaige  Spuren flüchtiger Spaltstücke entweichen beim  Brennen der Bohne.  



  <I>Beispiel 3:</I>  Zur Ausführung bedient man sich in die  sem Falle einer besonderen     Elektrolysiervor-          richtung,    die in der Zeichnung dargestellt ist.  In dem Behälter e sind an seinen beiden  Enden die Anode     ca    und die Kathode<I>b</I> an  gebracht, zu denen die Stromleitungen d und e  führen.

   Durch die     Diaphragmen   <I>f</I> und     g    wird  der Behälter c in drei Teile geteilt, nämlich  in den Anodenraum h, in den zur Aufnahme  der     Kaffeebohnen    oder des     Kaffeeextraktes    be  stimmten Raum     q    und den Kathodenraum<I>i,</I>  <I>n</I> und<I>m</I> sind     Ablassleitungen,    die durch die  Hähne p und k verschlossen werden.  



  Die mit überhitztem     Wasserdampf    aufge  schlossenen Kaffeebohnen werden in den mitt  leren Raum     q    gebracht und mit Wasser über  schichtet. Es wird dann Gleichstrom hindurch  geleitet. Die Elektrolyse setzt sofort ein und      nachdem diese vollendet ist, wird aus der  Leitung<I>na</I> die im Anodenraum<I>h</I> gebildete  und angesammelte     Ohlorogensäure    und deren  Zersetzungsprodukte abgelassen, aus dem Ka  thodenraum<I>i</I> aber durch die Leitung     n    das       Koffein-Kalium    und dessen Umsetzungspro  dukte und     Zerfallprodukte.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Beseitigung der im Kaffee enthaltenen Chlorogensäure, dadurch gekenn zeichnet, dass man die rohen Kaffeebohnen zunächst mit überhitztem Wasserdampf auf schliesst, die Ohlorogensäure sodann aufspaltet und die Spaltungsprodukte aus den Bohnen entfernt. . UNTERANSPRVCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Chlorogen- sä.ure durch Einwirkung von Tannase auf- spaltet und die Spaltungsprodukte mit or ganischen Lösungsmitteln auszieht. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Chlorogen- säure durch Einwirkung von ozonhaltiger Luft spaltet und die Spaltungsprodukte mindestens teilweise mittelst organischen Lösungsmitteln extrahiert. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Chlorogen- säure bei erhöhter Temperatur durch Ein wirkung von ozonhaltiger Luft spaltet, wobei die Spaltungsprodukte sich ver flüchtigen. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Chlorogen- säure durch Elektrolyse spaltet und die Spaltungsprodukte aus dem Anodenraum abzieht.
CH168127D 1933-02-16 1933-02-16 Verfahren zur Beseitigung der im Kaffee enthaltenen Chlorogensäure. CH168127A (de)

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