CH168131A - Verfahren und Vorrichtung, um zwei Flüssigkeiten von verschiedenen spezifischen Gewichten nach dem Gegenstromprinzip kontinuierlich zur gegenseitigen Reaktion zu bringen. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung, um zwei Flüssigkeiten von verschiedenen spezifischen Gewichten nach dem Gegenstromprinzip kontinuierlich zur gegenseitigen Reaktion zu bringen.

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CH168131A
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  Verfahren und Vorrichtung, um zwei Flüssigkeiten von verschiedenen spezifischen  Gewichten nach dem Gegenstromprinzip kontinuierlich zur gegenseitigen  Reaktion zu     bringen.       Die Erfindung betrifft ein Verfahren um  zwei Flüssigkeiten von verschiedenen spe  zifischen Gewichten nach dem Gegenstrom  prinzip in einem aus mehreren Mischabteilen  zusammengesetzten, von beiden Flüssigkeiten  in einander entgegengesetzter     Fliessriehtung     durchströmten Aggregat zur kontinuierlichen  gegenseitigen Reaktion zu bringen.  



  Hierbei wird     z=ischen    den Mischabteilen  des Aggregates gemeinsam im Gegenstrom  prinzip die leichtere Flüssigkeit in anstei  gender, die schwerere Flüssigkeit hingegen  in absteigender Richtung geführt, wobei die  schwerere Flüssigkeit durch die ansteigende  leichtere Flüssigkeit herabsinkt und die in  der leichteren Flüssigkeit     emulgierten    Teile  der schwereren Flüssigkeit     zurückwäscht,    und       umgekehrt,    die leichtere Flüssigkeit durch  die absinkende schwerere Flüssigkeit auf  steigt,

   die     in    der schwereren Flüssigkeit       emulgierten    Teile der leichteren Flüssigkeit       zurückwäscht.       Durch diese erfindungsgemässe Führung  der beiden kontinuierlich in einander ent  gegengesetzten Richtungen strömenden Flüs  sigkeiten zwischen zwei Mischabteilen des  Aggregates, werden die bei den bekannten,  nach dem Gegenstromprinzip mit kontinuier  licher Reaktion arbeitenden Verfahren erfor  derlichen     Separatoren    vollständig ersetzt.

       Eiei     diesen     bekannten    Verfahren werden zwar  ebenfalls Apparate mit Mischabteilen in  Reihenverbindung (für     Durchströmung    im  Gegenstrom) angewendet, jedoch derart, dass  nach jedem Mischabteil ein     Separator    ge  schaltet wird, in welchem sich die Emulsion  trennt, worauf die beiden Flüssigkeiten wie  der in einem dem Gegenstromprinzip ent  sprechenden Sinne den nächsten Misch  abteilen zugeführt werden. Es ist somit bei  den bekannten Verfahren für jeden Mischer  auch ein     Separator    nötig.

   Die Scheidung der  Flüssigkeiten in den     Separatoren    muss nun  sehr vollkommen sein, weil sonst der Erfolg      der Gegenstrombehandlung verloren geht  oder sonst     beeinträchtigt    wird. Um diese  vollständige Trennung zu erreichen, müssen  nun bei den bekannten Verfahren die Se  parateren der     Geschwindigkeit,    mit welcher  die Trennung erfolgt, entsprechend dimen  sioniert sein. Für das Waschverfahren von  Nitroglyzerin zum Beispiel, müsste ein sol  cher Separater mindestens drei Viertel des       Stundendurchflusses    fassen, zum Beispiel für  500 kg Stundenleistung Nitroglyzerin, sowie  bei angenommen 500 kg Waschflüssigkeit,  also 750 kg Inhalt haben.

   Sind nun sechs  Mischer zur Durchführung des Verfahrens       nötig,    so gibt dies einen Apparateinhalt nur  in den Separateren von 4500 kg. Die Kon  zession für einen     derartigen    Apparat zur  Durchführung der bekannten Waschverfah  ren würde aber in verschiedenen Staaten  nicht erteilt werden, so dass die bisher be  kannten Verfahren nur im beschränkten Um  fang arbeiten     können.     



  Diese Nachteile werden nun durch das  erfindungsgemässe Verfahren vollständig be  seitigt, zu dessen Durchführung eine Vor  richtung dient, welche aus ein oder mehreren,  zwischen den einzelnen Mischabteilen die       Verbindung    herstellenden, in der Fliessrich  tung der leichteren Flüssigkeit ansteigenden  Führungsbahnen besteht, in welchen ausser  halb der Mischabteile des Aggregates eine  kontinuierliche     gegenseitige        Reaktion    der  beiden einander entgegengesetzt strömenden,  spezifisch verschieden schweren Flüssigkei  ten stattfindet.  



  Durch diese Vorrichtung ist es gemäss  dem erfindungsgemässen Verfahren im Ver  gleich zu dem vorstehend angeführten Bei  spiel möglich, den Inhalt der Verbindungs  kanäle zwischen je zwei Mischabteilen, glei  che Verhältnisse vorausgesetzt, auf zirka  30 kg Inhalt herabzusetzen. Diese gesamten  Verbindungskanäle enthalten dann zusammen  nur 180 kg. Bei andern Verfahren, bei wel  chen die Trennung noch langsamer vor sich  geht, würde dieser Erfolg noch augenschein  licher.    Bezüglich der Löslichkeit der beiden  Flüssigkeiten gilt, dass jeweils das spezifisch  schwerere Ausgangsprodukt in dem spe  zifisch leichteren     Endprodukt,    sowie das  spezifisch leichtere Ausgangsprodukt in dem  spezifisch schwereren Endprodukt nur schwer  löslich oder ganz unlöslich sein muss.  



  Die Vorrichtung nach der Erfindung ist  geeignet, zwei Flüssigkeiten irgendwelcher  Art, aber verschiedenen spezifischen Gewich  tes, so zum Beispiel von Nitroestern oder  Nitroprodukten mit Wasser oder alkalischen  Lösungen zwecks ihrer Reinigung     bezw.     Neutralisierung, Benzol,     Kohlenwasserstoffe     oder andere     Körper    mit Säuren zweck Ni  trierung,     Rohpetrolen    mit Säuren zwecks  Raffinieren und dergleichen zur     Reaktion    zu  bringen.  



  In beiliegender Zeichnung ist als Beispiel  zur     Durchführung    des erfindungsgemässen  Verfahrens eine Vorrichtung zum Waschen  von saurem Nitroglyzerin mit alkalischer       '\Äraschflüssigkeit    zwecks Neutralisierung  schematisch dargestellt.  



  In dieser Zeichnung bezeichnen     9.,    B und  C oben offene Gefässe, in welchen die zwei  Flüssigkeiten von verschiedenen spezifischen  Gewichten, zum Beispiel saures Nitroglyze  rin und alkalische Waschflüssigkeit, mitein  ander vermischt werden.  



  Zum Mischen wird durch die Röhren     l     Luft in die Flüssigkeit eingeblasen, oder es  können auch mechanische, in. der     Zeichnung     nicht dargestellte     Rührvorrichtungen    in den  Gefässen angeordnet werden. Die Gefässe     e1,     <I>B</I> und G sind durch ansteigende Kanäle     h     und c     miteinander    verbunden. An den beiden  äussersten Gefässen A und C endigen die  schiefen Kanäle     a        bezw.   <I>d</I> mit den Über  läufen e     bezw.   <I>g. f</I> ist ein Hahn zum     Ver-.     schliessen oder Öffnen des     Überlaufes    e.  



  Zu Beginn des Verfahrens ist die ganze       Apparatur    bis zur Höhe des Überlaufes ,g  mit Waschflüssigkeit gefüllt. Die Rührung  in den Gefässen<I>A, B, C</I> ist im Gange, der  Hahn<I>f</I> geschlossen. Bei<I>w</I> lässt man nun  kontinuierlich Waschflüssigkeit, bei     n    kon  tinuierlich saures     Nitroglyzerin    zulaufen.      Dem Flüssigkeitsniveau entsprechend wird  ein Gemisch von Nitroglyzerin und Wasch  flüssigkeit,     Emulsion    genannt, aus C in den  Kanal c gedrückt und, da in den Trenn  kanälen<I>a, h, c</I> keine Rührung ist, fällt.  durch die aufsteigende leichtere     Flüssickeit,     die Emulsion nach den spezifischen Gewich  ten nach abwärts gegen den Mischer B.

   Diese  fallende Emulsion besteht aus saurem Was  ser und saurem, aber schon teilweise gerei  nigtem     Nitroglyzerin.    Durch das im Kanal  c aufsteigende alkalische Wasser wird nun  dieses saure Wasser nach C zurückgewaschen,  so dass nur das Nitroglyzerin nach B gelangt.  Durch das im Kanal c fallende Nitroglyzerin  wird nämlich das im Laufe des Verfahrens  in Emulsion mit dem Wasser aus B durch C  ansteigende Nitroglyzerin in analoger Weise  zurückgewaschen. Gleichzeitig wird Emul  sion aus C nach d gedrängt. Dort fällt das  Nitroglyzerin aus und zurück, so dass saures  Wasser bei g abfliesst.

   Diese gegenseitige  Auswaschung könnte sinngemäss auch in den       Überlaufkanälen    stattfinden, wenn man die  Ausgangsflüssigkeiten statt direkt in das  erste     bezw.    letzte Gefäss bei     w1    und     n1    in die  ansteigenden Kanäle in der Nähe der Über  läufe einleitet, wie in der Zeichnung an  gedeutet.  



  Das durch c nach B fallende Nitroglyze  rin ist schon etwas entsäuert, wird in B  wieder mit frischerer Waschflüssigkeit ge  mischt, fällt dann analog nach A, wird dann  mit noch frischerer Waschflüssigkeit noch  mals gemischt usw. und fällt dann gereinigt  nach a, wo es sich bei s ansammelt. Der  Hahn f wird erst geöffnet, wenn so viel  Nitroglyzerin bei s angesammelt ist, dass bei  ,Öffnung des Hahnes mindestens der ganze  Steigkanal zwischen e und s gefüllt ist, so  dass diese Flüssigkeitssäule von Nitroglyzerin  das Ausfliessen von Wasser durch diesen  Überlauf verhindert. Der Überlauf e ist ent  sprechend den spezifischen Gewichten der       beiden    Flüssigkeiten der Höhe nach einzu  stellen und fliesst dann das gereinigte Nitro  glyzerin kontinuierlich bei e aus.

   Da das       Waschwasser    in analoger Weise gegen g    fliesst und dort     austritt,    ergibt sich ein Flie  ssen der beiden Flüssigkeiten in entgegen  gesetzter Richtung, das     heisst    "im Gegen  strom".  



  In C trifft die sauerste Waschflüssigkeit  ein sauerstes Nitroglyzerin, dem es gerade  noch Säure entreissen kann, während in A  schon gereinigtes Nitroglyzerin, mit feinster  Waschflüssigkeit, die nur ganz schwach  alkalisch zu sein braucht, zusammenkommt  und es vollkommen reinigt. Die Zahl der  Mischer<I>A, B,</I> C kann beliebig erweitert wer  den. Es wird so erreicht, dass man mit ge  ringsten     Mengen    Wasser und Alkali gerei  nigtes, neutrales Nitroglyzerin erhalten kann.  Die Länge, Dicke, Steigung und auch die  Zahl der ansteigenden Trennkanäle hängt  von der Geschwindigkeit ab, mit der sich die  Emulsion trennt     bezw.    ausgewaschen wird.

    Durch die Möglichkeit, in A reines Wasser  einzuführen und Alkali erst in B     zuzusetzen,     kann man     Alkaliüberschüsse,    die im Wasch  verfahren vom Nitroglyzerin aufgenommen  wurden, in A wieder herauswaschen. Auch  ist es möglich, Wärme zu- oder abzuleiten,  indem man die Mischgefässe und Trennkanäle  mit einem     Heiz-    oder Kühlmantel umgibt.  



  Die Scheidung der beiden Flüssigkeiten  erfolgt in diesem Apparat, also nicht mehr,  wie bei den eingangs angedeuteten bekann  ten Verfahren, in     Separatoren    nur auf Grund  des spezifischen Gewichtes, sondern dadurch,  dass in Trennkanälen, die von den beiden  Flüssigkeiten gleichzeitig in entgegengesetz  ter Fliessrichtung durchströmt werden, sich  die beiden     Flüssigkeiten    gegenseitig aus  waschen.  



  Bisherige Versuche zur Gegenstromwäsche  scheiterten in der Praxis an den     apparativen     Schwierigkeiten, die durch die Grösse der       Separatoren,    welche eine vollständige Schei  dung bedingt, verursacht wurden.  



  Wenn durch ausserordentliche Verhält  nisse diese Scheidung     fallweise    unvollkom  men würde, so lassen sich Kreisläufe der  Emulsion zwischen den     Mischern    nicht ver  meiden. Durch die gegenseitigen Aus  waschungen in den erfindungsgemässen      Trennkanälen zwischen den einzelnen Stellen  intensivster Mischung, welche gleichzeitig  von beiden Flüssigkeiten in einander ent  gegengesetzter Fliessrichtung durchströmt  werden, sind solche     Schwierigkeiten    erst  malig beseitigt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRüCHE I. Verfahren, um zwei Flüssigkeiten von verschiedenen spezifischen Gewichten nach dem Gegenstromprinzip in einem aus mehreren Mischabteilen zusammen- gesetzten, von beiden Flüssigkeiten in einander entgegengesetzter Fliessrichtung durchströmten Aggregat zur kontinuier lichen gegenseitigen Reaktion zu bringen, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Mischabteilen des Aggregates ge meinsam im Gegenstrom die leichtere Flüssigkeit in ansteigender, die schwere Flüssigkeit hingegen in absteigender Richtung geführt wird,
    wobei die schwe rere Flüssigkeit durch die ansteigende leichtere Flüssigkeit herabsinkt und die in der leichteren Flüssigkeit emmulgier- ten Teile der schwereren Flüssigkeit zu- rückwäscht, und umgekehrt die leichtere Flüssigkeit durch die absinkende schwe rere Flüssigkeit aufsteigt und die in der schwereren Flüssigkeit emulgierten Teile der leichteren Flüssigkeit zurückwäscht. II. Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, bestehend aus einem aus mehreren Mischabteilen zusammengesetzten Aggregat,
    welches in seiner Gesamtheit von den beiden Flüs sigkeiten in einander entgegengesetzter Fliessrichtung durchströmt wird, gekenn zeichnet durch ein oder mehrere zwischen je zwei Mischabteilungen vorgesehene, in der Fliessrichtung der leichteren Flüssig keit ansteigende Durchflussorgane. UNTERANSPRUCH: Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass das erste und letzte der Mischabteile des Aggregates durch je ein oder mehrere in der Fliessrichtung der leichteren Flüssigkeit ansteigende Durchfluss- organe mit Überläufen in Verbindung steht..
CH168131D 1932-02-12 1933-01-11 Verfahren und Vorrichtung, um zwei Flüssigkeiten von verschiedenen spezifischen Gewichten nach dem Gegenstromprinzip kontinuierlich zur gegenseitigen Reaktion zu bringen. CH168131A (de)

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