Verfahren zum Bleichen von Zellstoff. Die Erfindung betrifft ein Verfahren, das eine ökonomische und sichere Durchfüh rung des Bleichens unter grosser Leistungs- fähi-keit der benutzten Apparate ermöglicht" indem das Bleichen schneller als üblieli durchgeführt werden kann. Es ist bei dein Verfahren möglich, ein gasförmiges Bleich mittel zu benutzen, und zwar unter Erspar nis von Bleichmittel. Die für die Ausfüh rung des Verfahrens benutzten Apparate können, verglichen mit bisher bekannten Apparaten, so ausgeführt werden, dass sie wenig Raum einnelimen.
Man kann die Apparate so ausführen, dass der Zellstoff während der Behandlung sich hauptsäc'hlich in senkreehten Bahnen bewegt, es ist aber nichts im Wege, Apparate zu benutzen, bei denen der Zellstoff sich in mehr wagrecUten Bahnen bewegt oder durch rinnenartige Gefässe mit Böden, die schief liegen, so dass die Masse durchs eigene Ge wicht, vergl. Schweizerpatent Nr. <B>166231,</B> berabfliesst. Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet nun ein Verfahren zum Bleichen von Zellstoff,
bei welchem eine<B>5</B> bis 10% Zell stoff enthaltende wässerige Suspension einer Bleieliung unterworfen wird, dadurch ge kennzeichnet, dass der Zellstoff mit Bleich mittel vermischt und in kontinuierlichem Strom durch wenigstens zwei<U>Kamm</U> n, von denen die erste eine Reguliervorrichtung zur Beeinflussung der Dauer der Einwirkung des BleicUmittels auf den zu bleichenden Stoff aufweist, geleitet wird, derart, dass in der ersten<U>Kammer</U> eine Absorption von Bleich mittel an den Zellstoff stattfindet. Die Zeichnung zeigt in senkrechtem Durchschnitt eine schematische Darstellung einer Vorrichtung, die beispielsweise in An wendung gebracht werden kann zur Ausfüh rung des Verfahrens.
In dieser Zeichnung <B>0</B> sind voll ausgezogene Pfeile eingezeielinet, um anzudeuten, welche Richtung der Zell stoff fliesst, während mit gestrichelten Pfei- len die Bewegungsriclitung der Gase an gedeutet ist.
Das Bleichmittel, sei es Chlorgas oder chloriertes Wasser, wird in den Apparat ein geführt aus dem Behälter<B>1.</B> Der Zellstoff, der gebleicht werden soll, tritt in Form einer <B>5</B> bis 10% Zellstoff enthaltenden wässerigen Suspension in den Apparat ein durch das Rohr 2 und fliesst zusammen mit einem ab gemessenen Quantum Chlorgas oder Chlor wasser in eine Mischvorrichtung<B>3,</B> in wel cher Zellstoff und Bleichmittel gut gemischt werden. 4 ist ein Turm, in welchem oben eine Kammer<B>5</B> und unten eine Kammer<B>5'</B> angeordnet sind. In der Kammer<B>5</B> rotiert eine Rührvorrielltung <B>6</B> zu dem Zwecke, die Faser schwebend in der Flüssigkeit zu hal ten. Nahe dem Boden des Turmes 4 ist ein Schabearm <B>7</B> angeordnet.
Dieser Arm rotiert sehr langsam und hat den Zweck, den Zell stoff aus dem Turm zu entfernen. Dieser Schabearm <B>7</B> wird mit einer Welle<B>8,</B> die von<B>9</B> aus angetrieben wird, in Bewegun,- gehalten.
Wenn die Masse die Mischvorrichtun- <B>3</B> verlässt, fliesst sie dem Kanal<B>10</B> herab nach dem Boden der Kammer<B>5,</B> in welchem sie nach und nach heraufsteigt, um schliesslich in den Kanal<B>11</B> liinüberzufliessen, durch -welchen Kanal die Masse in die untere, Kam mer<B>5'</B> des Turmes hineinkommt.
Es ist wichtig, die Flüssigkeitsllöhe in der Kammer<B>5</B> regulieren zu können, um dadurch die Dauer der Einwirkung des Bleichmittels auf den zu bleichenden Stoff zu beeinflussen. Wie die Zeichnung zeigt, ist in dem ab-,ebildeten Ausfülirungsbeispiel als Regelungsvorrielitung ein Soliieber 12 an geordnet, welcher bewegt werden kann mit- telst dem Handrad<B>13.</B> Durch die Kammer <B>5'</B> sinkt dann die Masse herab und verlässt den Turm durch ein Ausflussrohr 14 und wird in einem Behälter<B>15</B> aufgenommen.
Der Vorgang in der Kammer<B>5</B> wird als Absorption, der Vorgang in<B>5'</B> als Bleichen bezeichnet. Die Kammer<B>5</B> ist so klein, dass der Bleichvorgang ohne Belang ist. In der kurzen Zeit, in welcher das Bleichmittel und der Stoff in der Kammer<B>5</B> zusammen sind, wird eine gründliche Absorption des Bleich mittels an den Zellstoff erreicht.
Es ist wünschenswert, die Flüssio-keits- höhe in der Kammer<B>5'</B> so konstant als mön-- lieh zu halten. Zu diesem Zwecke ist in dem Rohre 14 eine Klappe 16 angeordnet. Diese, Klappe wird automatisch gesteuert mittelst eines Schwimmers<B>17,</B> der mit einem mit der Klappe<B>16</B> verbundenen Arm<B>18</B> mittelst eines über Rollen 20 geführten Kabels<B>19</B> verbunden ist.
Durch das Rohr 21 können Chemikalien, zum Beispiel kaustische Alkalien der die Kammer<B>5'</B> verlassenden Masse beigemischt werden.
Aus dem Behälter<B>15</B> wird die Masse mit,- felst einer Pumpe 22 durch das Rohr<B>23</B> einer Waschvorrichtung und einem Verdichter 24 zugeführt, wo sie gewaschen und eingedickt wird,<B>so</B> dass sie 15 <B>%</B> oder mehr Zellstoff enthält. Aus dieser Vorrielitung fällt die Masse in eine Mischvorrichtung<B>25.</B> In diese Mischvorrichtung wird aus einem Behälter <B>26</B> Bleichmittel zugeleitet und die Masse und das Bleielimittel gut gemischt, ehe sie in den Turm<B>27</B> kommen, wo ein Bleichen der ein gedickten Masse erfolgt.
Der Turm<B>9,7</B> kann zweckmässig von derjenigen Art Bleielitürme sein wie in einem älteren Patent des An- melders beschrieben ist.
In dem Turm<B>27</B> bewegt sich die Masse langsam nach dem Boden. Hier ist ein Schaberaum 28 angeordnet, welcher bewirkt, dass die Masse gleichförmig von dem ganzen Querschnitt des Turmes nach der Ausfluss- öffnung befördert wird. Es ist zweckmässig, dabei Wasser zuzuführen, was durch die Rohrleitung<B>29</B> geschehen kann.
Die Masse gelangt dann durch das Rohr<B>30</B> in den Behälter<B>31.</B> Von diesem Behälter wird die Masse durch eine Pumpe<B>32</B> zu der Wasch- vorrichtun-, <B>33</B> gebracht, um schliesslich eventuell in 34 nochmals in Form einer dünn flüssigen Suspension einer Bleichung unter worfen zu werden.
Bei dem vorstehend beschriebenen Aus- fülirungsbeispiel wird das Bleichen in drei Prozessen durchgeführt, wobei der erste Pro- zess bei niederer Konzentration ausgeführt wird unter Anwendung von Chlorgas oder el ZD chloriertem -Wasser. Der zweite Prozess ist ein Bleichen bei hoher Konzentration, bei dem zum Beispiel als Bleichmittel Hypochlo- rit oder ähnliches benutzt werden kann.
Der dritte Prozess kann ein gewöhnliches Bleichen bei niederer Konzentration sein, unter An- wendun-, eines Bleichmittels wie Hypochlo- rit oder etwas ähnliches. Die chemische Be handlung, die in dem Behälter<B>15</B> stattfin det, kann, falls gewünscht, zwischen dem zweiten und dritten Prozess ausgeführt wer den, indem man durch das Rohr<B>29</B> statt Wasser eine chemische Flüssigkeit zuführt. Wie viel Bleichmittel bei jedem Prozess in Anwendung kommt, hängt von der Qualität des Endproduktes und der Natur des Zell stoffes, der gebleicht werden soll, ab.
Eine der Schwierigkeiten bei der Benut zung von Chlorgus als Bleielimittel in einem kontinuierlichen System war bisher die, das Gas am Entweichen zu verhindern, so dass der Apparat sicher wirken konnte. Man sieht indessen, dass gemäss der vorliegenden Aus- führungsforin der Erfindung die Kammer<B>5</B> einen canz sicheren Verschluss für das Gas bildet, so dass das ganze System dadurch geschlossen wird und keine Gase entweichen können.
Indessen wird ja etwas Gas frei gegeben werden in den Kammern<B>5'</B> und<B>9-7</B> und, um dieses Gas wiederzugewinnen, sind Rohr<B>35</B> und<B>36</B> angeordnet, durch welche die entweichenden Gase mittelst einer Saug pumpe<B>37</B> von den Türmen durch das Wie- dergewinnungssystein gesaugt werden.
Die Gase treten dann ein am Boden des Wieder- gewinnungsturmes <B>38.</B> Dieser Turm hat einen durchgelöcherten Boden<B>39</B> und ist gefüllt mit Berieselungskörpern, zum Beispiel säure beständigen, glasierten Te-elsteinen. Oben in dem Turme ist eine Wasserzuführungsvor- richtunn- 40 angeordnet. Die Gase steigen in den Turm<B>38</B> hinauf und werden von dem herabrieselnden Wasser absorbiert.
Die re sultierende hypochlorithalii,-e Lösung fliesst durch einen Wasserversehluss 41 in eine Kammer 42, aus welcher sie mittelst einer Pumpe 43 zu dein Berieseler 40 zugeführt wird. Wenn. die hypochlorithaltige Lösung n ZD die ewünschte Konzentration erhalten hat, wird sie durch ein Rohr 44 zu irgend einem Verwendungspunkt in der Anlage geführt, zum Beispiel zu dem Bleichmittelbehälter <B>26.</B>
Es ist von Vorteil, als Berieselungsflüs sigkeit in den Turm<B>38</B> Abwasser einzulei ten, da das so angewendete Wasser in dieser Weise wieder in dem Fabrikationsprozesse verwendbar gemacht ist.
Was die Konstruktion des Apparates be trifft, ist es ersichtlich, dass die Kammer<B>5</B> und die damit verbundenen Teile nicht not wendigerweise in dem Turm 4 angebracht zu werden brauchen. Dieser Teil des Appa rates kann auch als eine gesonderte Kon- siruktion ausgeführt werden, die an geeigne ter Stelle plaeiert wird und mit der Kammer <B>5'</B> in Verbindung sieht.
Es ist auch ersichtlich, dass die Prozesse des Verfahrens, falls erwünsc'bf,. variiert wer den können, um sie den verschiedenen Arten von Zellstoff anzupassen, so zum Beispiel kann der Prozess bei Hoclikonzentration der erste sein, worauf ein oder mehrere Prozesse mit niedriger Konzentration folgen, in denen Chlorgas oder chlorierfes Wasser als Bleich mittel benutzt wird. Hierauf kann dann fol- rcren die übliche Bleiellung unter niedriger Konzentration.
Auch andere Kombinationen von den verschiedenen Prozessen können an geordnet werden unter Anwendung der Er- 2n findung.