Gliederfigur, insbesondere zur Aufnahme von Trickfilmen. Die Erfindung gehört zur Klasse -der Gliederfiguren, bei welchen die einzelnen Körperteile durch Kugelreibungsgelenke mit einander verbunden sind.
Insbesondere dient die neue Gliederfigur nach der Erfindung zur Aufnahme von Trick filmen an Stelle der bekannten grossen An zahl sonst erforderlicher Zeichnungen, die die verschiedenen Bewegungsphasen des aufzu nehmenden Gegenstandes darstellen. Eine solche Gliederfigur für die Aufnahme von Trickfilmen muss<I>eine</I> ausserordentlich grosse Anzahl weitestgehend verschiedener Einstell- miigIiehkeiten besitzen, die mit den bekann ten Figuren dieser Art nicht erzielt werden konnten.
Die neue Figur nach der vorliegenden Er findung ermöglicht dieses vermöge der beson- zur Verbindung der verschiedenen Glieder oder Körperteile untereinander an gewendeten allseitig beweglichen und in je der Bewegungsstellung fixierten Gelenkver bindungen. Die Figur nach der Erfindung ist, wenn auch in erster Linie für die Aufnahme von Trickfilmen gedacht, so doch auch als Schau fensterfigur, Spielzeugfigur und dergl., ver wendbar.
Gemäss :der vorliegenden Erfindung wer den einige Körperteile, z. B. der Kopf, der Rumpf, der Leib, die Arme, Schenkel und Beine der Figur, aus je zwei durch Klemm schrauben in geringem Abstand voneinander parallel zusammengehaltenen Platten gebil det. Zwischen zwei solchen einen Körperteil bildenden, mit entsprechendem Umriss ver- sehenen parallelen, durch Klemmschrauben zusammengehaltenen Platten kann auch noch, um ein vollständiges. Zusammenziehen der beiden parallelen Platten durch die Klemm schrauben zu verhindern, eine Distanzplatte, z. B. aus Karton oder aus Gummi, angeord net sein.
Die so gebildeten Körperteile oder Glieder werden nun allseitig frei beweglich und in jeder Bewegungsstellung fixiert da- .durch miteinander verbunden, dass sie an der Verbindungsstelle pfannenaxtige, nach dem freien Rand .der Platte zu offene kreisbogen förmige Ausschnitte tragen, in welche die kugelförmigen Köpfe eines die Glieder oder Körperteile verbindenden kurzen Zapfens eingreifen. Dabei können diese kugelförmi gen.
Enden der Verbindungszapfen in den käfigartigen Ausschnitten der die Glieder oder Körperteile bildenden parallelen Platten durch Klemmwirkung festgehalten werden, welche von den die Platten zusammenhalten den Klemmschrauben erzeugt wird, wobei diese Klemmwirkung je nach .dem Masse des Festziehens dieser Klemmschrauben entspre chend eingestellt werden kann.
Durch diese Art der Verbindung der Körperteile oder Glieder untereinander wird erreicht, dass jedes Glied für sich um drei zueinander senk rechte Achsen verschwenkt werden kann, zwei durch einen Zapfen mit kugelförmigen Enden verbundene Glieder oder Körperteile der neuen. Gliederfigur bei noch unabhängi ger Einstellbarkeit zueinander um sechs ver schiedene Drehachsen.
Es wird. demnach eine so weitgehende Verstellungsmöglichkeit der Glieder oder Körperteile zueinander erreicht, wie sie bislang bei keiner andern bekannten Gliederfigur erzielt werden konnte.
Dabei ist der Aufbau der Figur ein ein facher, da fast alle Körperteile oder Glieder aus zwei gleichartigen parallelen Platten in geringem Abstand voneinander gebildet wer den, ebenso wie die Verbindungszapfen gleichartige Teile darstellen, nämlich kurze gerade Zapfen mit kugelförmigen Enden.
In besonderer Weise kann dabei auch der Kopf der Gliederfigur gestaltet sein, indem er ebenfalls aus. zwei in gleichem Abstand voneinander liegenden parallelen Platten, die durch Klemmschrauben zusammengehalten werden, gebildet sein kann, zwischen welche die für den Gesichtsausdruck wichtigsten Gesichtsteile, wie Nase, Kinn, beweglich und einstellbar angeordnet sind, während die Augen in kugelzapfenförmige Ausschnitts dieser Platten drehbar eingesetzt sind.
In einer beispielsweisen Ausführungsform ist der Erfindungsgegenstand in der mitfol- genden Zeichnung :dargestellt, und zwar zeigt: Fig. I die Gliederfigur im Aufriss und im vergrösserten Massstabe, Fig. 2 einen Schnitt.
nach Linie II-II ,der Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt nach Linie III-III der Fig. 1, Fig. 4 im Grundriss und Fig. 5 im Querschnitt den Fuss der Glie derfigur, Fig. 6 im Grundriss und Fig. 7 in Seitenansicht die Hand der Glie derfigur, Fig. 8 einen Schnitt nach Linie VIII-VIII durch den Kopf der Glieder figur.
Nach Fig. 1 besteht die Gliederfigur aus einem Kopf 1, einem Rumpfteil 2, einem Leib 3, den Oberarmen 4, 4', den Unterarmen 5, 5', den Händen 6, 6', den Oberschenkeln 7, 7', den Unterschenkeln 8, 8' und den Füssen 9, 9'. Die einzelnen Glieder bezw. Körperteile, z. B. der Rumpf 2 und der Leib 3, werden nun aus zwei in geringem Abstand voneinander parallel angeordneten Platten 10, 10' gebildet, z.
B. Fig. 2 oder Fig. 3, wel che durch Klemmschrauben 11, die durch Muttern 12 beliebig angespannt werden kön nen, untereinander verbunden werden. Die allseitig gelenkige Verbindung zweier Körperteile untereinander, z. B. des Rumpfes 2.' mit dem Leib 3, erfolgt nun durch kurze Zapfen. 14, z. B. Fig. 1 oder Fig. 3, die kugel förmige Köpfe 15, 15' tragen.
Der kugel förmige Kopf 15 greift in entsprechende pfannenartige, am Rande des betreffenden Körperteils offene kreisbogenförmige Aus schnitte der Platten 10, 10' ein und wird in diesen durch die Klemmschraube 11 mit Rei bung festgehalten. Ebenso greift der kugel förmige Kopf 15' eines Zapfens 14 in den zweiten Körperteil ein, der mit dem ersten allseitig gelenkig verbunden werden soll. Es ist so möglich, z.
B. den Rumpf um drei zueinander senkrechte Achsen durch Drehen beliebig einzustellen, ebenso den Leibteil 3, so dag,die beiden Körperteile 2 und 3 relativ zueinander um sechs verschiedene Achsen drehbar bezw. einstellbar sind, wodurch die ausserordentlich weitgehende räumliche Ver- stellbarkeit der Körperteile zueinander bei gewünschter bestimmter Lage eines Körper teils erzielbar ist.
Wie der Rumpf 2 zum Leib 3 allseitig einstellbar ist, geschieht dies auch. wie aus Fig. 1 hervorgeht, in gleicher Weise durch kurze Zapfen mit. kugelförmi gen Köpfen oder Enden zwischen Kopf 1 und Rumpf 2 oder zwischen Oberarmen 4, 4' und Rumpf 2, Oberschenkeln 7, 7' und Leib 3, Füssen 9, 9' und Unterschenkeln 8, 8'. Nur die Unterarme 5, 5' sind der Vereinfachung halber unmittelbar als etwas längere Zapfen ausgebildet mit kugelförmigen Enden, durch welche die allseitig bewegliche Angliederung der Hände 6, G' an die Oberarme 4, 4' erfolgt.
Hingegen findet die Verbindung zwischen den Oberschenkeln 7, 7' und den Unterschen keln 8, 8' nur durch die gewöhnlichen Zap fengelenke 16, 16' statt, entsprechend der nur um eine Achse möglichen Beweglichkeit des menschlichen Gliedes.
Die Füsse .der Gliederfigur sind, wie aus Fig. 1, 4 und 5 hervorgeht, als napfartige Körper 17 von länglicher rhombischer Ge stalt ausgebildet mit einem mit Klemm schrauben 18 aufgeklemmten Winkelsteg 19, welcher die Kugel 15 des Verbindungs zapfens 14 in einem entsprechenden kreis förmigen Ausschnitt des Fusses 17 fest klemmt, während der Kugelkopf 15' dieses @'.erbindungszapfens 14 in Ausschnitte der den Unterschenkel bildenden parallelen Plat ten 8 bezw. 8' mit Klemmung eingreift.
Die Hände :der Gliederfigur sind in be sonderer Weise ausgebildet. Sie bestehen, zu vergl. insbesondere Fig. 6 und 7, aus zwei durch Klemmschrauben 20 in geringem<B>Ab-</B> stand parallel zusammengehaltenen Platten 21, 21', die am obern Rande pfannenartige Ausschnitte zur Aufnahme der Verbindungs kugel 22 des Unterarmteils 5 bezw. 5' tragen, ferner mit pfannenartigen Auschnitten am Seitenrande, die die Kugel 23 eines daumen artigen Gliedes 24 mit Klemmung umgreifen.
Die einzelnen Finger hingegen sind an einem an der Unterkante der Platte 21, 2'1' befestig ten Hügel 25 um eine wagreehte Achse 26 nebeneinander drehbar gelagert, wie das ins besondere aus Fig. 6 und 7 sich ergibt.
Der Kopf der Gliederfigur ist insbeson dere, wie aus Fig. .8- hervorgeht, aus zwei parallelen Platten 217 und 28 gebildet, welche durch Klemmschrauben 13 auf geringen Ab stand voneinander zusammenpressbar sind, um in entsprechenden Ausschnitten zwischen sich den Kugelkopf 15' eines den Hals der Figur bildenden Zapfens 14 aufzunehmen. Diese Platten 27 und 28 sind mit Auflagen aus Gummi oder ähnlichen die Reibung er höhenden elastischen Stoffen 29 und 30 ver sehen, wodurch ,die Festhaltung des zwischen den Platten beweglich eingesetzten Kinnteils 31 und Nasenteils 32 verbessert wird.
Die Augen 33 bezw. 33' ,des Gesichtes sind in ent sprechenden kreisbogenförmigen Ausschnit ten der Platten 2!8 und 27 drehbar eingesetzt, wobei die Festhaltung dieser Augen in belie biger Stellung ebenfalls durch die Armierung der Platten 27 und 28 mit elastischen Auf lagen 29, 30 aus Gummi oder dergl. gleich falls verbessert wird.
Die einzelnen Glieder oder Körperteile werden zweckmässig aus dünnen Metallplat ten oder dergl. durch Stanzen oder dergl. her gestellt, wodurch eine leichte Anpassung an jede gewünschte künstlerische Gestaltung der Körperteile ermöglicht wird, gleichzeitig aber auch eine sehr geringe Rauminanspruch nahme erfordert wird und ferner die ein fache Auslösung -der doppelten Kugelklemm- gelenke, welche je zwei Körperteile unterein ander verbinden, erreicht wird.