CH168438A - Verfahren zur Herstellung von Stickoxyden durch Oxydation von Ammoniak. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Stickoxyden durch Oxydation von Ammoniak.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Stickoxyden durch Oxydation von .Ammoniak. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Oxydation von Ammoniak zu Stickoxyden durch Überleiten eines Gemisches von Am moniak und sauerstoffhaltigen Gasen über einen Katalysator, und im besonderen die Verbesserung einer bestimmten Stufe dieses Verfahrens, wodurch katalytische Zersetzung auf ein Minimum reduziert wird.
Zur Ausführung der bei diesem Verfah ren notwendigen Reaktion ist es üblich, ein Gemisch von gasförmigem Ammoniak und einem sauerstoffhaltigen Gas in einer Reak tionskammer über einen geeigneten Kataly sator zu leiten. Um dauernd wirksame Um wandlungen von Ammoniak zu Stickoxyden zu erzielen, war man gezwungen, bei Tem peraturen zwischen 700 und<B>1100'</B> C zu arbeiten, zu welchem Zwecke man das in -die Reaktionskammer eintretende Gasgemisch entsprechend vorwärmte.
Hierbei ist aber immer ein gewisser Verlust an Ammoniak aufgetreten, und zwar infolge von Oxydation desselben zu freiem Stickstoff oder infolge nachträglicher Zersetzung der gebildeten Stickoxyde. Die heisse Oberfläche .des all gemein benutzten Metalles wirkt dabei kata lytisch an der Vergrösserung dieses Ver lustes mit.
Früher ist man der Ansicht gewesen, dass lediglich die Zersetzung des Ammoniakes zu freiem Stickstoff in Betracht zu ziehen sei, weshalb man schon vorgeschlagen hat, die vor dem Katalysator liegenden Kammer wände, sowie die Rohrzuleitung mit einem von einer Kühlflüssigkeit durchflossenen Mantel zu umgeben. Cederberg (amerika nische Patentschrift Nr. 1666958) beschreibt eine gatalysatorkammer, bei,der ,die Wände der Reaktionszone gekühlt sind, um Explo sionen des Gemisches zu verhindern.
Ceder- berg bezweckt damit aaber nur, die Wärme von dem Katalysator abzuführen, um ammo- niakreichere Mischungen verwenden zu können. Zweck des den Gegenstand vorliegender Erfindung bildenden. Verfahrens ist die Ver meidung der erwähnten Nachteile.
Es sollen namentlich die \beim Ammoniak-Oxydations- prozess infolge Zersetzung der Stickoxyde zu freiem ,Stickstoff auftretenden Verluste ver mieden und dadurch eine :Steigerung der Stickogydausbeute erreicht werden.
Gemäss -diesem Verfahren werden die Re aktionsprodukte unmittelbar nach dem Pas sieren -des Katalysators abgekühlt und von dem Katalysator weggeführt und ausser Be rührung mit heissen Oberflächen gebracht.
Die Vermeidung .der Zersetzung der -Stick oxyde lässt sich ferner dadurch fördern, dass man die Gasgeschwindigkeit zum Kataly sator, durch ,diesen hindurch und von diesem hinweg auf genügender Höhe hält, .dergestalt, .dass die gasförmigen Reaktionsprodukte nicht wieder mit dem Katalysator in Berüh rung kommen können, sondern von ihm weg geführt werden und keine Gelegenheit haben, in einer der Katalysatoroberfläche parallelen Richtung zu strömen, wie es bei den bisher üblichen Verfahren der .Fall war.
Zweck mässig werden sowohl die Wandung -der Kammer, sowie die vom Katalysator weg führende Rohrleitung bis auf eine Tempera tur gekühlt, die genügend niedrig ist, um keine merkbare katalytische Zersetzung statt finden zu lassen. Die erwähnte Gasgesohwin- .digk eit wählt man zweckmässigerweise der art, dass sie mehr als 6,1 m pro Sekunde :be tragt.
Es wurde ferner gefunden, dass; sich die direkte Zersetzung .des Ammoniakes zu 1,Stiok- stoff vor dem Katalysator bei den gewöhn lieben Arbeitstemperaturen durch Anwen dung geeigneter, katalytisch unwirksamer Baustoffe vermeiden lässt, dass dagegen die Wandkühlung vor dem Katalysator nicht von Bedeutung ist.
Wie oben schon festge stellt vlzrde, beruht ein grosser Teildes Aus beuteverlustes auf der Zersetzung der Stick- oxy de zu freiem Stickstoff, die entweder :durch katalytische Wirkung :des Kataly- sators selbst oder der äusserst heissen Wan dungen der Kammer verursacht wird, welche -die Gase unmittelbar nachdem Verlassendes Katalysators durchströmen.
Zum Beispiel muss sowohl bei CederbergsApparat, als auch bei dem von Jones und Parsons (amerika nische Patentschrift Nr. 1321376) beschrie benen das Gas nach dem Passieren des Ka talysators, sowie,das in den Katalysator ein tretende Frischgas eine gewisse Strecke lang parallel der Katalysatoroberfläche strömen, und wenn auch,die tatsächliche Gasgeschwin digkeit hoch sein mag, so ist doch die Ge- scUwindigkeit des vom Katalysator abströ menden Gases niedrig.
Dies bietet,dem Gase Gelegenheit ,zu wiederholter Berührung mit dem aktiven Katalysator, mit darauf sich ergebender katalytischer Zersetzung unter Verlust, insbesondere bei Anwendung von Drucken, die höher als :der atmosphärische sind.
Die vom Katalysator abströmenden heissen Gase erhitzen die Wände des Ab leitungsrohres bis zu einem Punkt, wo die selben katalytisch auf das -Gas unter Zer setzung und Ausbeuteverlust einwirken. Ka talysatoren aus Platinmetallen verflüchtigen sich in erheblichem Masse bei den Tempera turen, bei ,denen sie arbeiten. Eine kleine Menge dieses wirksamen Katalysators wird sich auf diesen heissen Wandungen nieder schlagen, wodurch sich die katalytische Wirksamkeit der letzteren und somit der Ausbeuteverlust steigert.
Auf .der Zeichnung ist eine Einrichtung, die beispielsweise zur Ausführung des Ver fahrens gemäss der Erfindung dienen kann, veranschaulicht. Das auf die gewünschte Temperatur vorgewärmte Gasgemisch tritt .durch Rohr 1 ein und gelangt hierauf in das Rohrstück 2. Letzteres kann, wie darge stellt, die Formeines<B>T</B> haben, um die An bringung eines :Schauglases 3 zu ermöglichen, welches, entsprechend angebracht, die Beob achtung des Katalysators während des Re- aktionsverlaufes gestattet.
Der Katalysator 4 wird durch einen Träger 5 gehalten, :der seinerseits zwischen ,die Flansche des Einlass- T.Stückes 2 und des Ableitungsrohres 6 ein geschoben ist. Vorzugsweise ruht,der Kataly sator auf einem Rost .oder Schirm 7 aus einem katalytisch unwirksamen Stoff, wel cher den Arbeitsbedingungen widersteht, bei spielsweise einer Legierung von 80% Nickel und 20 ,% Chrom. Der Wände der Kammer oder des Ableitungsrohres 6 hinter dem Ka talysator sind von einem Kühlmantel 8 um geben, durch .den eine Kühlflüssigkeit strömt. Dieser Kühlmantel hält die Ableitungsrohr und Kammerwände unterhalb einer Tempera tur, bei der merkbare katalytische (Zer setzung eintreten würde.
Beim Durchströmen des Abführungsrohres 6 werden die Gase ebenfalls unter eine Temperatur abgekühlt, bei der merkbare katalytische Zersetzung eintreten würde. Es wurde festgestellt, .dass eine Abkühlung der in Berührung mit dem Gase kommenden Oberflächen auf eine Tem peratur unterhalb 500 C zur Vermeidung ernsthafter Verluste ausreichend ist.
Es wird vorzugsweise ein Katalysator von kleiner Fläche, aber erheblicher Tiefe oder Dicke angewendet, zum Beispiel von dem Typ, wie er im Schweizer Patent Nr. 162456 beschrieben ist, bei dem die Ge schwindigkeiten durch den Katalysator hin durch aussergewöhnlich hoch sind. Bei einem Katalysator dieses Typs wird,die Ab strahlung nach den kühleren Wandungen nur einen geringen Einfluss auf die Temperatur des Katalysators haben, und zwar wegen des sen kleinerer Oberfläche.
Es wird ohne wei teres klar sein, dass auch ein grösserer Ka talysator, ähnlich dem von Janes & Parsons in der amerikanischen Patentschrift Nr. 1321376 beschriebenen zylindrischen, im Rahmen vorliegender Erfindung benutzt wer den könnte, indem man den abgebildeten Apparat zwecks Anbringung des abweichend geformten Katalysators modifiziert. ;
So, müsste zum Beispiel die Kammer derartig konstruiert werden, dass die Gase direkt von der Katalysatoroberfläche weggeführt, an statt wie bei Parsons & Janes Apparatetyp an ihr entlang geführt werden. Auch müssten die Kammerwände auf der Abführungsseite des Katalysators -dann gekühlt werden.
Bei einem Katalysator von derartig grosser Ober fläche würde die Katalysatortemperatur ge- ringfügig beeinflusst werden, dies liesse sich aber mit Leichtigkeit durch entsprechende Erhöhung der Vorwärmung ausgleichen.
Aus der Beschreibung von Cederberg ist zu erkennen, dass er sich über die Bedeutung der Abkühlung der Gase unmittelbar nach dem Durchströmen. des Katalysators nicht klar war; denn er hat seinerseits ausdrück lich erklärt, -dass sich seine Erfindung auf die Vermeidung der Überhitzung des Kataly- sators selbst bezieht.
Während die Anwendung von Kühlkam mern, wo immer dieselben nötig sind, ganz allgemein üblich ist, und obschon ihre Kon struktion ein einfaches mechanisches Rilfs- mittel darstellt, handelt es -sieh bei vorliegen der Erfindung nicht um einen Apparat, son dern um ein Verfahren, mit .dem sich erheb lich verbesserte Resultate erzielen lassen, und zwar mit Hilfe der Abkühlung der Reak tionsprodukte an der richtigen Stelle zu einem ganz bestimmten Zwecke, sowie mit Hilfe des Hinwegführens der Gase von dem Katalysator unmittelbar nach ihrem Durch strömen desselben, dergestalt,
dass eine wie derholte Berührung mit dem Katalysator, so wie eine Berührung mit noch nicht in Reak tion gegangenen Teilen des verarbeiteten Gasgemisches infolge von Konvektions- strömen und einer Diffusion nach rückwärts ausgeschaltet wird. Ebenfalls ausgeschaltet ist eine Berührung mit heissen, teilweise kata lytisch wirksamen Oberflächen des Behäl ters.
Das Problem bestand somit offenbar in der Ermittlung der genauen Stelle, wo die Abkühlung zur Wirkung kommen muss, ver bunden mit der richtigen Führung der Gas strömung, und nicht etwa nur die Konstruk tion einer Kühlkammer.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Stick oxyden durch Überleiten eines Gemisches von Ammoniak und sauerstoffhaltigen Gasen über einen Katalysator, dadurch gekenn zeichnet, dass man .die Reaktionsprodukte un mittelbar nach dem Passieren des Kataly- sators abkühlt, von dem Katalysator hinweg- führt und ausser Berührung mit heissen Ober flächen bringt. UNTERANSPRüCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, -dass man die mit den Re aktionsprodukten in Berührung kommen- ,den Oberflächen durch Anwendung eines Kühlmittels auf niedriger Temperatur hält. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un- teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, ,dass man die mit den Reaktionsprodukten in Berührung kommenden Oberflächen durch Anwendung eines Kühlmittels auf einer unter 500 C liegenden Temperatur hält. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Un- - teranspruch <B>1,</B> dadurch gekennzeichnet, ,dass man ,die Gase durch ,die Katalysator- zone hindurch und von ihr weg in einer Richtung führt, die mit der Katalysator- oberfläche der Hauptsache nach einen rechten Winkel bildet. 4.Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass man die Gase durch den Katalysator hindurch und von ihm weg mit einer Geschwindigkeit führt, die zur Verhinderung von Rückströmen und Dif fusion ausreichend ist. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1, 3 und 4, ,dadurch ge kennzeichnet, dass man die Gase durch -den Katalysator hindurch und von ihm weg mit einer Geschwindigkeit führt, die grösser als 6,1 m pro 'Sekunde ist.
Applications Claiming Priority (1)
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1007302B (de) * | 1953-01-08 | 1957-05-02 | Norsk Hydro Elektrisk | Mit Kuehlanlagen im Stickoxydteil ausgestatteter Ammoniakverbrennungsofen |
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1930
- 1930-04-25 CH CH168438D patent/CH168438A/de unknown
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