Fernsprechanlage mit in Gruppen geteilten Wählern und Zeitungen. In den Wählersystemen mit dekadischer Gruppenteilung der Leitungen und mit Wählern, die durch Nummernstromstösse ein gestellt werden, werden im allgemeinen Gruppen von 100 Teilnehmerleitungen ge bildet. Diese Gruppen haben sich in der seinerzeit von Strowger vorgeschlagenen An ordnung besonders bei den Leitungswählern bisher unverändert erhalten.
Hierbei ist jeder der (Truppen von 100 Teilnehmerleitungen eine der grössten Zahl gleichzeitiger Rufe entsprechende Anzahl Leitungswähler zu geordnet, an deren Kontakten die Teil nehmerleitungen gleichmässig vielfachge- schaltet sind. Alle Wähler, die für eine Gruppe von 100 Teilnehmerleitungen vorge- sehen sind, bilden somit eine Wählergruppe.
Diese Anordnung der Wähler und ihrer Vielfachleitungen in unabhängig voneinander ausgebildeten Gruppen hat sich den allmäh lich gesteigerten wirtschaftlichen Anfor derungen gegenüber als unzulässig erwiesen, da die Gruppen von nur 100 Teilnehmer leitungen infolge der hierbei vorkommenden, verhältnismässig grossen Verkehrsschwankun gen eine unerwünscht grosse Zahl von Ver bindungseinrichtungen (Wähler und Verbin dungsleitungen) für die einzelnen Gruppen erfordern.
Eine Beschränkung der Anzahl von Ver bindungseinrichtungen ist durch eine Ver grösserung der Leitungsgruppen mehrfach versucht worden, beispielsweise in den Sy stemen mit Maschinenwählern, die mit einem Fassungsvermögen bis zu 500 Leitungen aus gerüstet sind und durch Verwendung von Hebdrehwählern für 200 Leitungen. Alle diese Anordnungen haben jedoch keine be friedigende Abhilfe geschaffen, sondern zum Teil sogar erhebliche Verwicklungen der Ein richtungen gebracht.
Von dieser Erfahrung ausgehend, schlägt die Erfindung, welche ebenso wie die vorge nannten Anordnungen eine Beschränkung der Anzahl der Verbindungseinrichtungen an strebt, eine erweiterte Vielfachschaltung von Leitungsgruppen mit einer gegenseitigen Gruppenaushilfe vor.
Dieser in besonderem für Gruppen von Leitungswählern zum ersten Mal ausgesprochene Gedanke wird bei der Erfindung grundsätzlich in folgender Weise verwirklicht: Es werden in einer Fernsprechanlage mit in wenigstens drei Gruppen geteilten Wäh lern und Leitungen die Wähler aller Wäh lergruppen mit zwei gleich ausgebildeten Teilvielfachen ausgebildet und die Leitun gen einer Gruppe sowohl in einem Teilviel fach einer Wählergruppe, als auch in einem Teilvielfach mindestens einer andern Wäh lergruppe derart angeschlossen, dass die Zu sammensetzung der beiden Gruppen von Lei tungen, welche je in einer Wählergruppe an geschlossen sind, von. Wählergruppe zu Wäh lergruppe wechselt.
Die neu hinzugefügte zweite Vielfaeh- schaltungder Leitungen schafft für,die Ver bindungsherstellung mit einer gewünschten Leitung neben dem bisherigen Verbindungs weg über eine Wählergruppe noch einen zweiten Verbindungsweg über eine andere Wählergruppe. Allen Wählern jeder Gruppe sind hierdurch zwei Gruppen von Leitungen zugänglich. Die Wähler können daher in geringerer Zahl vorgesehen sein, so dass eine Ersparnis an Wählern und Verbindungs leitungen eintritt.
Eine Anlage nach der Erfindung weist gegenüber den bekannten Anordnungen fol gende Unterschiede und Vorteile auf: Die -dekadische Teilung .der Leitungen in Gruppen von 100 Leitungen kann beibehal ten werden und es können Wähler verwen det werden, deren Kontaktfeld anstatt für nur 100 Leitungen nunmehr für 2 X 100 Leitungen ausgebildet ist. Durch diese Er haltung der Gruppen von 100 Leitungen wird die leichte Teilbarkeit der Wähleranlagen in Unterämter wie bei den bisherigen deka dischen Systemen beibehalten.
In den Gruppenwählern, welche den Lei- tu?igswählern unmittelbar vorgeordnet sind, tritt eine Herabsetzung des Kontaktbedarfes -in. Dies ist. darauf zurückzuführen, dass die Gruppenteilung der Leitungswähler un verändert bleibt, die Zahl dieser Wähler jedoch kleiner als bisher wird.
Die Verrin- gerung der Zahl der an die genannten Grup penwähler anzuschliessenden, zu Leitungs wählern führenden Verbindungsleitungen er leichtert für sie die Verwendung der voll kommenen Vielfachschaltung, ohne dass damit die Gefahr eines grösseren Zeitauf wandes für .die Auswahl eines freien Lei tungswählers in Kauf zu nehmen ist. Abweichend von allen bekannten Vielfach schaltungen mit Gruppenaushilfe eignet sich die vorliegende erfindungsgemässe Viel fachschaltungsweise für alle Arten von Wäh lern, insbesondere auch für Anrufsucher.
In Fig. 1 ist schematisch ein Teil eines ersten Ausführungsbeispiels des Erfindungs gegenstandes dargestellt. Es bedeuten die Linien A, B und C drei Gruppen von Teil nehmerleitungen, die je zwei durch kleine Kreise I und II markierte Teilvielfache von drei Anrufsuchergruppen zyklisch mitein- ander verbinden. Die Linien a, <I>b,</I> c bedeuten drei Gruppen von Verbindungsleitungen, an welche die durch Pfeile angedeuteten Anruf suchergruppen angeschlossen sind.
Da die Anrufsucher der drei Anrufsuchergruppen mit den Verbindungsleitungen der drei Ver- bindungsleitungsgruppen <I>a, b</I> und c fest ver bunden sind, werden im nachfolgenden nie Anrufsuchergruppen ebenfalls mit a, b und c bezeichnet. Die Richtung .der Pfeile gibt nie Einstellrichtung der Anrufsucher an. Es sind hier, wie in allen folgenden Abbildun gen, Wähler mit Nullstellung angenommen, so dass die Pfeilrichtung zugleich die Reihen folge für die Belegung der untereinander liegenden Teilvielfache I und II anzeigt.
In folge der erkennbaren Verschränkung dler Leitungsgruppen A, B, C erscheint jede dieser Gruppen in der einen Annrufsucher- gruppe im Teilvielfach I und in der andern im Teilvielfach Il. Die Anrufe jeder Teil nehmergruppe können somit von je zwei An rufsuchergruppen aufgenommen werden. Durch eine entsprechende Ausbildung der Anlassstromkreise der Anrufsucher kann man erreichen, dass die Anrufe zum Beispiel aus der Teilnehmergruppe A jeweils von der (eigenen) Anrufsuchergruppe a so lange zuerst aufgenommen werden, bis alle Anruf sucher dieser Gruppe besetzt sind.
Wäh rend dieser Zeit weiter hinzukommende An rufe derselben Teilnehmergruppe A werden über den inzwischen umgeschalteten Anlass- stromkreis der Anrufsuchergruppe b zur aushilfsweisen Erledigung überwiesen. Die Anrufsuchergruppe b kann deshalb eine ver langte Aushilfe leisten, weil die Teilnehmer der Gruppe B ihrerseits eine etwa nötige Aushilfe von der Anrufsuchergruppe c er langen können.
Würde die dritte Anrüfsuchergruppe c fehlen und daher der Ring der Vielfach- scha.ltung von den zwei Anrufsuchergruppen a und b allein gebildet sein, so hätte die Teilnehmergruppe B während des Belegt- sein. der beiden Anrufsuchergruppen a und b keine l#löglichheit mehr, einen Anruf zu vollziehen.
Das Vielfach der Anrufsucher gruppen a und b würde in diesem Fall ein gewöhnliches verschränktes Vielfach der Leitungsgruppen A und B sein. Der Erfolg, den die Erfindung anstrebt, kann nur er- reieht werden, wenn die Zusammensetzung der beiden Gruppen von Leitungen, welche in jeder Wählergruppe angeschlossen sind, von Wählergruppe zu Wählergruppe wech selt. Zur Bildung solcher Leitungsvielfache sind wenigstens drei Gruppen von Wählern und Leitungen nötig.
Hierbei wird es näm- lieh erst möglich, dass mit derselben Zahl und Grösse der Wähler in den Gruppen ver hältnismässig mehr Anrufe als bei nur zwei Gruppen aufgenommen werden können. Wenn man zum Beispiel den Teilnehmer- gruppen A, B.
C je fünf Anrufsucher zu- ordnet, so können für die Teilnehmergruppe .d zehn beliebige Anrufe von den Anrufsucher- gruppen a und b zusammen aufgenommen werden, während zugleich in der Teilnehmer gruppe B noch fünf beliebige weitere An- rufe über die Anrufsucher :der Gruppe c möglich sind.
Inder Fig. la, in welcher :die :Sehaltungs- anordnung eines zweiten Ausführungsbei- Spielsdargestellt ist, bei welcher die wählen den und wählbaren Leitungen gegenüber der Anordnung der Fig. 1 gegeneinander ver tauscht angeordnet sind, sind mit A, B und C wiederum Teilnehmerleitungsgruppen be zeichnet, welche an .durch Pfeile angedeuteten Vorwählern enden, während im Vielfach,der Wähler je zwei Gruppen I, II der Verbin dungsleitungen a, <I>b, c</I> enthalten sind.
Die Anlage nach dieser Schaltungsanordnung verhält sich hinsichtlich der Ausnutzung der Verbindungsleitungen wie diejenige nach der Schaltungsanordnung nach Fig. 1. Für die unter dem Schaltbild dieser und der andern Abbildungen angegebenen Buchstabenzusam menstellungen folgt später eine Erklärung.
Beim Beispiel nach Fig. 2 sind, abwei chend vom Beispiel nach Fig. 1, die Teil nehmerleitungsgruppen in Untergruppen -41-A4, Bl-B4 und Cl-C4 geteilt. Dem entsprechend sind auch die Teilvielfache I und II in Untergruppen geteilt. Die an den Verbindungsleitungen a, b,
c<B>...</B> mehrfach vorgesehenen Pfeile gelten als Bürstensätze von Anrufsuchern in Form von 1VIehrfach- bürstenwählern oder von parallel geschalteten kleinen Anrufsuchern, die beide an sich be kannt sind. Beim Anruf aus einer :der Teil nehmergruppen soll jedenfalls immer der Bürstensatz eines Anrufsuchers derjenigen Untergruppe wirksam werden, welcher der betreffende Anruf entstammt. Im übrigen wirkt die Schaltungsanordnung hinsichtlich der Ausnutzung der Verbindungsleitungen a, b, c,<B>...</B> ebenso wie diejenige,der Fig. 1, das heisst die Ausnutzung der Verbindungs leitungen wird in diesem Fall von der Tei lung der Teilnehmerleitungen in Untergrup pen nicht beeinflusst.
In :dem Beispiel :der Fig. 2a, bei welchem gegenüber der Anord nung der Fig. 2 die wählenden und wähl baren Leitungen gegeneinander vertauscht angeordnet sind, bedeuten AI-A4, B1-B4 und Cl-C4 Untergruppen von Vorwählern, deren Vielfach der Fig. Ja entspricht und daher ebenfalls dieselbe Wirksamkeit besitzt.
Die Fig. 3 und 3a zeigen schematisch Beispiele von Anlagen, bei welchen die vor genannten Schaltungsanordnungen in Ver bindung mit einer grösseren Anzahl Wähler und Leitungsgruppen vorhanden sind, wo durch der erreichbare Vorteil grösser ist.
Nimmt man bei der Anlage nach Fig. 3 wiederum das Vorhandensein von je fünf Anrufsuchern in den Teilnehmergruppen an, so sind jetzt in drei benachbarten Teilneh mergruppen gleichzeitig '20 Anrufe möglich, nämlich zum Beispiel in der Teilnehmer gruppe Al-A4 beliebige 10 Anrufe, die von den Anrufsuchern -der Leitungsgruppen a und b aufgenommen werden;
ferner in der Teil nehmergruppe Bl-B4 beliebige Anrufe, die von den Anrufsuchern der Leitungsgruppe c aufgenommen werden und in der Teil nehmergruppe Cl-C4 wiederum fünf be- liebige Anrufe, die von den Anrufsuchern der Leitungsgruppe d aufgenommen werden. In den übrigen Teilnehmergruppen sind in ähnlicher Weise ebenfalls gleichzeitig An rufe möglich. Entsprechendes gilt auch hin sichtlich der Schaltung in Fig. 3a.
Die in .den beiden und den folgenden ähnlichen Ab bildungen bei der ersten Wählergruppe links eintretenden Leitungsgruppen bilden die Fortsetzung .der bei der letzten Wähler gruppe rechts austretenden Leitungsgruppen.
Man erkennt bei dieser Gelegenheit die bemerkenswerte Eigenschaft der beschrie benen Schaltungsanordnungen, dass den ein zelnen Teilnehmergruppen in demselben Mass, in welchem ihnen die eigenen Verbin dungseinrichtungen durch die vorausgehende Teilnehmergruppe entzogen werden können, bei den Verbindungseinrichtungen der fol genden Teilnehmergruppe fortlaufend ein Ersatz zur Verfügung steht. Dies beruht darauf, dass jede Wählergruppe zwei gleich mässig ausgebildete Teilvielfache I und II besitzt.
Man erkennt die Ausgeglichenheit ,der Schaltungsanordnung auch daran, dass sich hinsichtlich der Wirksamkeit derselben nichts ändert, wenn man die Teilvielfaehe <B>1</B> und II in jeder der Wählergruppe in -der umgekehrten Reihenfolge anordnen würde, oder wenn man in der Anlage nach Fig. 3 die Anrufe aus ,den Teilnehmergruppen ab wechselnd auf die eigene und auf die fol gende Anrufsuchergruppe verteilen wiirde, was wiederum bei der Anlage nach Fig. 3a gleichbedeutend damit wäre,
- dass die Ver bindungsleitungen der Teilvielfache I und II in einer gemischten Reihenfolge angeordnet werden. Diese Bemerkungen gelten auch für .die folgende weitere Ausführungsform -des Erfindungsgegenstandes.
Bei den bisher besprochenen Anlagebei spielen mit in Untergruppen geteilten Teil nehmerleitungen (Fig. 2-.3 und 2a-3a) sind die Untergruppen einer wählbaren Leitungs gruppe in allen Untergruppen der Teilviel fache I bezw. II zweier Wählergruppen an geschlossen. Dementsprechend ist das Viel fach der einzelnen Wählergruppen aus den Untergruppen von je zwei wählbaren Lei tungsgruppen zusammengesetzt. Diese gleichmässige Schaltungsweise drückt sich in der Zeichnung durch -den parallelen Verlauf der Linien aus, welche die wählbaren Lei tungsgruppen darstellen.
Es ist nicht unbedingt erforderlich, die Untergruppen der einzelnen Teilnehmerlei- tungsgruppen in den Teilvielfachen I bezw. II zweier Wählergruppen gleichmässig an zuordnen. Es kann vielmehr die Unterteilung .der Teilnehmerleitungsgruppen in Unter gruppen dazu benutzt werden, auch die Teil vielfache I und II aus Untergruppen ver schiedener Teilnehmerleitungsgruppen zu sammenzusetzen und diese Zusammensetzung für die einzelnen Wählergruppen verschie den zu gestalten.
Hierdurch ergibt sich eine doppelte Mannigfaltigkeit in der Zusammen setzung (Mischung) der wählbaren Leitungs gruppen in den Teilvielfachen I und II. Einmal nämlich wechselt die Zusammen setzung von Wählergruppe zu Wählergruppe und ausserdem wechselt sie innerhalb der Untergruppen des Teilvielfaches II der ein zelnen Wählergruppen. Diese Ausführungs form bedeutet einen Gewinn für die Zugäng- lichkeit und Ausnutzbarkeit der Verbin dungsleitungen.
Die Fig. 4 zeigt schematisch diese ver besserte Ausführungsform der erfindungs gemässen Anlage mit Wählern mit Teil nehmerleitungen im Vielfach. Vergleicht man diese Ausführungsform mit der jent- sprechenden nach der F'ig. 3, so ergibt sich, .dass die Leitungsanschlüsse der Teilnehmer gruppen in den Teilvielfachen I der eigenen Wählergruppe unverändert sind, wogegen die Leitungsanschlüsse in den Teilvielfachen 1I für die Untergruppen jeder Teilnehmer- leitung-sgruppe bei verschiedenen andern Wählergruppen enden.
Man ersieht dies an rlen ungleichen N eigungswinkeln der paral lelen Linien, welche die Untergruppen der Teilnehmerleitungen darstellen.
Um die grösseren Vorteile einer Anlage hach der Fig. 4 zu erkennen, sei wieder an- I;enommen, dass die Wähler Anrufsucher sind und die Gruppen der Verbindungsleitungen a, h, e, . . . ,je fünf Leitungen und ebensoviele Anrufsucher enthalten.
Nachdem bereits früher erkannt wurde, dass bei der Anlage nach der Fig. 3 unter derselben Annahme eine Teilnehmergruppe gleichzeitig zehn Ver- bindunben erlangt, kann jetzt festgestellt werden, class sich diese Zahl bei der Anlage nach Fig. 4 auf 25 erhöht.
Es können zum Beispiel in der Teilnehmergruppe A1-A4 zunächa beliebige Teilnehmer ,die fünf An rufsucher der Verbindungsleitungsgruppe a belegen, und dann können ausserdem je fünf Teilnehmer der Untergruppen A1,<I>A2, A3,</I> A4 die sämtlichen Anrufsucher der nächst folgenden vier Teilnehmer- bezw. Verbin- clungsleitungsgruppen b-e belegen.
Dies er gibt zusammen die erwähnten 25 gleich zeitigen Belegungen für die Teilnehmer- W (r -e AI-A4. Setzt man diese Unter- upp Suchun.g, weiter fort, so ergibt sich, dass duroh Anrufe aus fünf benachbarten Teil nehmergruppen jeweils sämtliche Anruf sucher und Verbindungsleitungen der Grup pen a-i gleichzeitig belegt werden können.
Die genannten Belegungszahlen gelten aller dings unter bestimmten günstigen Voraus- setzungen, jedoch bieten sie jedenfalls ein Vergleichsmass zur Beurteilung des Fort schrittes bei einer Anlage nach :der Fig. 4 gegenüber derjenigen nach der Fig. 3.
Bei einer Anlage mit. einer Schaltungs anordnung in bezug auf die Vorwähler in Fig. 4a, welche wieder eine Umkehrung der Anordnung in Fig. 4 darstellt, tritt die vor genannte Änderung der Leitungsanschlüsse in den Teilvielfachen II durch die schräg verlaufenden Abzweige der Verbindungslei- tungsgruppen <I>a, b,</I> e in Erscheinung.
Zur Erklärung der Wirksamkeit der Schaltungsanordnung der Fig. 4a seien die schrägen Zweige der Leitungsgruppen<I>a, b,</I> e, . . . vorübergehend fortgenommen gedacht, so dass die innerhalb der Wählergruppen senkrecht verlaufenden Zweige als unab hängige reine Leitungsvielfache allein be stehen bleiben. Man kann diese Vielfache als erste Halbbündel von doppelt so grossen Leitungsgruppen auffassen. Es ist bekannt, dass solche Halbbündel, wenn sie klein sind und zum Beispiel nur fünf bis zehn Leitun gen enthalten, etwa<B>90%</B> des grössten Ver kehrs der doppelt so grossen Leitungsgruppen aufnehmen.
Hält man an dieser Auffassung, dass die Leitungsgruppen a,<I>b, c, . . .</I> unab hängige erste Halbbündel sind, fest, so kann man nicht im Zweifel darüber sein, dass diese Halbbündel mit den Teilvielfachen I allein den grössten Verkehr der Hauptstunde bis auf einen Rest von etwa<B>10%</B> bewältigen. Die hierbei erzielte Ausnutzung der Halb bündel ist so gut, dass sie voll befriedigt und zu keiner weiteren Verbesserungsmass nahme Veranlassung gibt, als dass für den von den Halbbündeln nicht aufnehmbaren Spitzenverkehr eine Gruppenaushilfe ge schaffen wird.
Der Durchführung dieser Aus hilfe kommt zustatten, dass bei einer Viel zahl von Wählergruppen :der durchschnitt liche Verkehr der Hauptstunde kleiner als der vorhin vorgenommene grösste Verkehr einer Wählergruppe ist und dass somit auch der Spitzenverkehr um<B>10%</B> kleiner als der Spitzenverkehr einer Wählergruppe ist. Für die Gruppenaushilfe sind deshalb die in der Fig. 4a schräg verlaufenden Abzweige der selben Leitungsgruppen <I>a, b, c, . . .</I> mit den Teilvielfachen II vorgesehen.
Die Wähler selbst haben somit ein Kontaktfeld, wie es unabhängige, gewöhnliche Ganzbündel er fordern würden, während die in den Wählern gevielfachten Leitungsgruppen bei derselben Verkehrsleistung auf die halbe Leitungs zahl beschränkt sind.
Die der Fig. 4a beigefügte Tabelle er klärt das Bildungsgesetz der Schaltungsan ordnung durch eine Aneinanderreihung der Symbole der wählenden und wählbaren Lei tungsgruppen.. Die Buchstabenverbindungen zeigen an, mit welchen wählbaren Leitungs gruppen die einzelnen Wähleruntergruppen bezw. deren Zuleitungen in Beziehung ge setzt sind.
Beispielsweise besagt der Aus druck Alab unter Fig. 4a und Fig. 5, dass die Wähleruntergruppe Al in Verbindung treten kann mit den beiden Leitungsgruppen a und b. Betrachtet man die kleinen Buch stabeilverbindungen näher, so erkennt man, dass es die Kombinationen 2.
Klasse ohne Wiederholung von den neun Elementen a, <I>b, . . . i</I> sind. Die Fig. 6 zeigt die Kom- binationen in .der sonst bekannten Anord- uling. In der Fig. 7 sind dieselben für den vorliegenden Zweck geordnet, wobei die in Fig. 6 unter der strichpunktierten Linie stehenden Kombinationen, die über der Linie stehenden Kombinationsreihen ergän zen und als Umkehrungen (Inversionen) hin geschrieben sind. In Fig. 7 sind die In versionen unterstrichen.
Sie gelten für die jenigen Leitungsgruppen, die Teilvielfache der letzten Wählergruppen mit denen der ersten verbinden. Die Form und Anordnung der Kombinationen in der Abb. 7 deckt sich vollständig mit derjenigen in Fig. 4a.
Man könnte daher das Schaltbild der Fig. 4a un mittelbar auch aus Fig. 7 erhalten, wenn man die gleichartigen Buchstaben, die in jeder Kombination an erster Stelle stehen, durch Linienzüge miteinander verbindet und ebenso die gleichartigen Buchstaben, welche in jeder Kombination an zweiter Stelle stehen, miteinander verbindet, sowie für jeden Buchstaben einen Punkt als Symbol eines Teilvielfaches setzt.
Eine gleiche analytische Herleitung soll jetzt für die (Schaltungsanordnung nach der Fig. 4 gezeigt werden. Zu dem Zweck ver bindet man die in der Tabelle der Fig. 4a mit den einzelnen kleinen Buchstaben<I>a, b,</I> c, . . . zusammen vorkommenden grossen Buchstaben zu Kombinationen.
Man erhält auf diese Weise zum Beispiel für den Buch staben a aus den einzelnen Querreihen der Tabelle, Fig. 4a, die neue Kombinations- reihe: a(Alll -f- A,2H2 -f- A3G3 <B>+</B> A4F4). Dieser Ausdruck besagt, dass die Wähler gruppe a mit den in der Klammer anbe- gebenen paarigen Kombinationen von Lei tungsuntergruppen Verbindungen eingehen kann. Ähnliche Kombinationsreihen lassen sich für die andern Leitungsgruppen b, <I>c, . . ., i</I> aufstellen.
Die Reihen sind in der Tabelle der Fig. 4 zusammengestellt und stimmen mit. der in Fig. 4 gezeigten Schal tungsanordnung überein. Diese enthält 9 Wählergruppen mit 36 Leitungsuntergrup pen im Vielfach, während in der Fig. 4a umgekehrt 36 Wähleruntergruppen mit 9 Leitungsgruppen im Vielfach enthalten sind. Auf jede Wählergruppe der Fig. 4 entfallen vier paarig zusammengesetzte Untergruppen von Teilnehmerleitungen. Sie entsprechen Inversionen der in Fig. 4a enthaltenen Kom binationen und zeigen die kleinen Buch staben mit den entsprechenden grossen Buch staben vertauscht.
Die sonstige Gleichheit der Kombinationen in den Fig. 4 und 4a beweist das Bestehen desselben Bildungs gesetzes und für beide zugehörige Schal tungsanordnungen, woraus weiterhin auf die gleiche Wirksamkeit derselben geschlossen werden kann.
Wenn in Anlehnung an die Anordnungen der Fig. 4 und 4a allgemein für die Zahl Untergruppen der Teilnehmerleitung der Reihe nach die Werte n = 1 bis 10 gesetzt werden, ergeben sich für die Zahl der Ver- bindungsleitungsgruppen und für die hier aus folgende Summe aller Kombinationen 2. Klasse ohne Wiederholung, die in der Ta- belle der Fig. 8 unter den Überschriften 2n + 1 bezw. n. (2iz + 1) angegebenen Zah len. n = 1 ist der kleinste Wert, auf dem die Erfindung aufbaut.
Diesem Wert ent sprechen die Schaltungen der Fig. 1 und <B>j</B>a. n = 4 ist der den Schaltungen der Fig. 4 und 4a zugrunde liegende Wert. Der Wert n - 10 ist praktisch von besonderem Interesse, weil er für Wählersysteme mit dekadischer Gruppenteilung gilt. Man hat in diesem Fall Teilnehmergruppen von 100 Leitungen mit je 10 Untergruppen von je 10 Leitungen, deren Vielfach sich bei voller Ausnutzung aller Kombinationen auf 21 Wählergruppen erstreckt.
Auf jede 100- Gruppe entfallen hierbei entsprechend der Verkehrsstärke 5 bis 9 Verbindungsleitun gen, die entweder mittelst einfacher Vor wähler mit 10 bis 18 Kontakten oder mit- telst 5 bis 9 Anrufsuchern mit einem Kon taktfeld für 2 X 100 Leitungen erreicht werden. Als Anrufsucher können gegebenen falls Hebdrehwähler mit einem Vielfach für 2. X 100 Leitungen zur Anwendung kommen.
Die Schaltungsanordnung ergibt bei @21 100-Gruppen einen Wirkungsgrad, der demjenigen der bekannten doppelten Vorwähleranordnung nahe kommt und den jenigen der grössten als Anrufsucher und Leitungswähler vorkommenden Maschinen wähler für 500 Leitungen übertrifft.
Eine genaue Einhaltung ,der in der Ta belle der Fig. 8 angegebenen Zahlen für die Gruppen und Untergruppen ist nicht nötig. Ein Überschreiten der Zahl der Verbindungs- leitungs- oder Wählergruppen gegenüber dem einer gegebenen Zahl Untergruppen zukom menden Wert kann jedenfalls nicht schaden, sondern nur nützen. In dieser Hinsicht kann auf eine früher bezüglich :der Fig. 3 und 3a gemachte Bemerkung verwiesen werden.
Ein Unterschreiten der Gruppenzahl gegenüber dem für eine gegebene Zahl Untergruppen errechneten Wert kann nur für Schaltungs- anordnungen ähnlich der Fig. 4 und 4a Fol gen haben. Um dies an einem Beispiel zu zeigen, ist die in Fig. 4a enthaltene Schal tung in Fig. 5 mit nur 5 Wählergruppen wiedergegeben. Die der Vig. 5 beigefügte Tabelle zeigt, dass die darin enthaltenen Kombinationen doppelt, nämlich zur Hälfte als Umkehrungen, vorkommen.
Aus den bisherigen Kombinationen. sind auf fliese Weise Variationen geworden, die der .Schal tung der Fig. 5 folgendes besondere Gepräge geben: Es enthalten die Untergruppen der Vorwähler paarweise, zum Beispiel A1 und B4, dieselben Gruppen von Verbindungs leitungen, jedoch sind die Vielfache der ganzen Wählergruppen verschieden zusam mengesetzt. Dadurch bleibt die Wirksam keit der Schaltungsanordnung in Fig. 5, abgesehen von einer geringen Minderung ge- genüber derjenigen der Fig. 4a, doch auf einer befriedigenden Höhe.
Zur Verwendung der .Schaltungsanord nung für Leitungswähler kommen die An ordnungen in Betracht, bei denen an die hei .den Teilvielfache der Wähler Teilnehmer leitungen angeschlossen sind. Hierbei ist hervorzuheben, dass sich im Auf bau der Schaltungen nichts ändert, so dass alle beim Gebrauch derselben für Anruf sucher nachgewiesenen Eigenschaften auch beim Gebrauch für Leitungswähler erhalten bleiben.
Da Vizlfaehschaltungen mit Grup penaushilfe bei Leitungswählern, soweit fest stellbar ist, bisher unbekannt: sind, sei an hand der Fig. 4 gezeigt, auf welche Weise beliebig herausgegriffene Leitungsuntergrup pen, zum Beispiel ss1, <I>B2,</I> B3 oder B4 durch Nummernwahl ohne Umrechnung zu errei chen sind. Die Wahl .dieser Leitungsunter gruppen wickelt sich zunächst in bekannter Weise ajJ, indem in vorgeordneten Gruppen wählern eine freie Leitung und damit ein Leitungswähler der Gruppe b belegt wird.
Dann folgt durch eine vorletzte Ziffernwahl die Einstellung dieses Leitungswählers auf eine,der genannten Leitungsgruppen Bl, B2, B3 oder B4 und hiernach .durch eine letzte Ziffernwahl die Einstellung des Leitungs wählers auf die gewünschte Einzelleitung der betreffenden Untergruppe. Dies geht so lange, als in der Gruppe b die Leitungs wähler ausreichen, lind dies ist nach einer früheren Erklärung bei der Mehrzahl der in der Hauptstunde erfolgenden Anrufe - der Fall.
Für weitere Anrufe ist eine Um leitung derselben auf andere Gruppen von Leitungswählern nötig. Hierfür stellt nun der gesetzmässige Aufbau der Wählerviel fache bestimmte Gruppen von Leitungswäh lern bereit, nämlich die Wählergruppe c für Rufe nach B1, die Wählergruppe d für Rufe nach B2, die Wählergruppe e für Rufe nach B3 und schliesslich die Wählergruppe f für Rufe nach B4.
Man -erkennt an diesen Bei spielen, dass in der Reihe der miteinander ge koppelten Leitungswählergruppen der Ab= stand derjenigen Leitungswählergruppe, wel che einen umzuleitenden Anruf aufzunehmen fähig ist, von der für den Ruf zuerst be stimmten Leitungswählergruppe b in .dem Masse wächst, wie es jeweils dem Rang -der gewünschten Untergruppe, das heisst der vor letzten Ziffernwahl, entspricht. Der einzu schlagende Verbindungsweg für jeden umzu leitenden Anruf ist somit ersichtlich allein durch Nummernwahl ohne Umrechnung be stimmt.
Wie diesem Etrfordernis im ;ein zelnen entsprochen wird, ist keine Aufgabe der Vielfachschaltung mehr und braucht des halb hier nicht weiter erörtert zu werden.
Bei der Anwendung der .SchaItungsanord- nung .der Fig. 3 für Leitungswähler besteht hinsichtlich der Abwicklung des Hauptver kehrs kein Unterschied gegenüber dem vorigen, Fall. Wenn, wie vorhin, die Teil nehmeruntergruppen BI-B4 angerufen wer den, verläuft.. die Mehrzahl der Verbindungen wieder über das Teilvielfach I der Leitungs- wählergruppe b, wo die vorgenannten Teil nehmeruntergruppen in den Fig. 3 und 4 gleichartig angeschlossen sind.
Verschieden gegenüber dem vorigen Fall ist bei Fig. 3 nur die Umleitung der Anrufe im Spitzen verkehr, die sich jedoch vereinfacht, weil die Teilnehmeruntergruppen BI-B4 alle gleich mässig im Teilvielfach II der nächstfolgenden Leitungswählergruppe c angeschlossen sind.
Es kommen also bei Fig. 3 für alle Anrufe zu einer beliebigen Teilnehmergruppe Ihin je nur zwei Verbindungswege in Frage, von welchen der eine über die durch einen Grup penwähler unmittelbar gewählte )Leitungs- wählergruppe führt oder beim Besetztsein derselben über die nächstfolgende in der Schaltungsreihe der Leitungswählergruppe verläuft.
Um den gewünschten Teilnehmer sowohl im Teilvielfach I, als auch im Teil vielfach II unter sonst gleichen Bedingungen der Nummernwahl finden zu können, ist es nötig, da.ss die Teilnehmerleitungen in beiden Teilvielfachen in derselben Nummernfolge angeschlüsseii sind.
Wenn Teilnehmergruppen mit 100 Lei tungen angenommen werden, haben die Lei tungswähler gleich den besprochenen Anruf suchern ein Kontaktfehl und Gruppenviel- fach für 2 x 100 Leitungen gegenüber nur 100 Leitungen bei den bisherigen Leitungs- wählergruppen des Hebdrehwählersystems. Diese Verdoppelung der Kontaktfelder und Gruppenvielfache bedeutet jedoch bei Lei- tungswählern und Anrufsuchern keinen Mehraufwand, weil die damit erzielte Grup penaushilfe ein Auskommen mit annähernd der halben Zahl Wähler gestattet.
Es komnna daher bei gleichbleibendem Aufwand für die Wählervielfache die entsprechende Ersparnis an Einstellwerken, .dazu gehörigen Relaissätzen und Verbindungsleitungen der Wähler voll zur Geltung. Bei Anrufsuchern wirkt sich die Ersparnis gleichzeitig auch auf die mit ihnen fest verbundenen I. Grup penwähler aus.