Anlage für den gleichzeitigen Empfang von zwei oder mehr modulierten Hochfrequenzwellen. Die Erfindung bezieht sich auf eine An lage, die sich zum gleichzeitigen Empfang von zwei oder mehr modulierten Hochfre- quenzwellen eignet, deren Trägerwellen nahe beieinanderliegen, zum Beispiel einer zur Übertragung stillstehender oder beweglicher Bilder dienenden und einer zur Übertragung von Sprache oder Musik dienenden modulier ten Welle.
Die Erfindung hat den Zweck, eine ein fach zu bedienende Empfangsanlage für den gemeinsamen Empfang der genannten modu lierten Hochfrequenzwellen zu schaffen, bei der die Gefahr störender Interferenzerschei- nungen vermieden wird.
Dieses Ziel wird dadurch erreicht, dass der Empfänger mit einem für den Empfang sämtlicher gleichzeitig zu empfangenden Hochfrequenzwellen gemeinsamen Eingangs- -ireis versehen ist, und dass durch Anordnung des Heterodynprinzips unter Verwendung eines einzigen Oszillators von den modulier- ten Hochfrequenzwellen modulierte Mittel frequenzwellen abgeleitet werden, und dass ferner der Empfänger mit einer Anzahl se lektiver Kanäle versehen ist,
die je auf eine der gebildeten Mittelfrequenzen abgestimmt sind.
Für das richtige Verständnis der Erfin dung werden einige Ausführungsbeispiele anhand der zugehörigen Zeichnung näher er läutert, wobei angenommen wird, dass es sich beispielsweise um den Empfang einer Fern seh- und einer Rundfunkübertragung han delt, für welchen Fall die Anlage nach der Erfindung vorzugsweise angewendet wird, obwohl sich eine Anlage nach demselben Prinzip auch zu andern Zwecken anwenden lässt.
In Fig. 1 ist eine Empfangsanlage dar gestellt, bei welcher der Antennenkreis 10 mittelst eines Kondensators 35 derart abge stimmt ist, dass zwei modulierte Wellen, deren Trägerwellen nahe beieinander liegen empfangen werden können. Die eine Welle ist entsprechend dem zu übertragenden Bilde, die andere entsprechend der ausge sandten Sprache oder Musik moduliert.
Beiden Wellen wird eine von einem Os- zillator 14 erzeugte Hochfrequenzschwingung überlagert und das Frequenzgemisch von Detektoren 12 und 13 gleichgerichtet, so dass in den Anodenkreisen dieser Detektoren Mittelfrequenzströme entstehen.
Dem Detek tor 12 folgt ein mehrstufiger Mittelfrequenz verstärker A, der die mit Sprache oder Musik modulierten Mittelfrequenzschwingun- gen verstärkt und eine hinreichende Trenn schärfe besitzt, um zu verhindern, dass die mit den Bildströmen modulierten Mittel frequenzschwingungen, die von dem Ver stärker B verstärkt werden, störende Inter ferenzen verursachen. Dem Verstärker A folgen ein Detektor 17, ein Niederfrequenz verstärker 18 und ein Lautsprecher 19, welcher die niederfrequenten, elektrischen Schwingungen in Schallschwingungen um setzt.
Der Verstärker B besteht aus .drei Ver- stärkerstuf.en 20, 2,1 und 22, die derart ab gestimmt sind, dass nur das durch die Bild modulationsfrequenz bestimmte Frequenz band verstärkt wird. Dem Verstärker B folgen drei besondere Detektorröhren 23, 24 und 25, die eine zur Niedergabe des emp fangenen Bildes dienende Kathodenstrahl röhre 26 steuern.
Die Intensität des auf den Fluoreszenzschirm 217 fallenden Elektronen bündels 27a wird durch .die Detektorröhre 24 gesteuert, während die senkrechte und wagrechte Bewegung des Elektronenbündels über den Schirm mittelst zweier senkrecht zueinander stehender Spulensysteme 31 und 31a erhalten wird, die von Generatoren 2$ und 30 gespeist werden.
Der zeitweilige Ver lauf des die Spulen durchfliessenden Stromes hat einen dreieckförmigen Charakter, so dass sich der Elektronenstrahl 27a in geeigneter Weise über dem Schirm 27 hin und her be wegt.
Die Synchronisierung des Bildsenders und des Empfängers wird mittelst besonders zu diesem Zweck ausgesandter Synchronisier t' erhalten, die auf dieselbe Träger welle wie die Bildströme moduliert sind und nach Gleichrichtung durch die Detektoren 23 und 2'5 die Generatoren 2,8 und 30 steuern.
Um den Empfänger für den wahlweisen Empfang verschiedener Sender einzurichten, die je ein Fernseh-, sowie ein Rundfunkpro gramm aussenden, erfolgt die Abstimmung des Empfängers mittelst veränderlicher Kon densatoren 35, 36 und 37, die mechanisch ge kuppelt sind und mittelst eines einzigen Knopfes 38 bedient werden.
Die bereits bekannten Fernseh- und Rund funk-Empfangsanlagen weisen den Nach teil auf, dass es nicht möglich ist, die Intensität des einen Signals, zum Beispiel der Bildströme, zu ändern, ohne gleichzeitig auch die Intensität des andern Signals, zum Beispiel der Lautstärke der Rundfunküber tragung zu beeinflussen. Bei der vorliegen den Anlage ist dieser Nachteil behoben und zwar wird die Stärke der Bildströme und der Synchronisierimpulse selbsttätig geregelt. Dieser selbsttätige Regler besteht aus einer Gleichrichterröhre 39, deren Gitterkreis pa rallel zu den Gitterkreisen der Detektoren 23, 24 und 25 geschaltet ist.
Die gleichge richteten Ströme in dem Anodenkreis des Gleichrichters 39 beeinflussen die negative Gittervorspannung der Verstärkerröhren der Stufen 20 und 21 des Mittelfrequenzverstär- kers B, so dass der Verstärkungsgrad des letzteren auf bekannte Weise selbsttätig ge ändert und eine nahezu konstante Spannung in dem Ausgangskreis des Verstärkers B er halten wird. Ist ausserdem eine selbsttätige Regelung der Lautstärke erwünscht, so kann der Verstärkungsgrad des Verstärkers A auf gleiche Weise, wie jener des Verstärkers B geändert werden.
Es kann in diesem Fall die Einstellung des Verstärkungsgrades mittelst eines von Hand zu bedienenden Potentio- meters 15a wegfallen. Um die Einstellung eines bestimmten Grades der Lautstärke zu ermöglichen, ist es jedoch in diesem Fall erwünscht, in den Ausgangskreis des Detek tors 17 ein Potentiometer einzuschalten. Es kann in einigen Fällen die Verstär- kerröhre 11 fortgelassen und der Kreis 36 unmittelbar mit dem Kreis 35 gekoppelt werden.
Um der Möglichkeit, dass der Fernseh empfang von dem Rundfunkempfang gestört wird, noch besser vorzubeugen, sind in die Anodenkreise der Röhren 20 und 24 Reso nanzkreise 20a und 2!3a eingeschaltet. Der Kreis 20a. ist auf die Mittelfrequenz des Verstärkers A abgestimmt, während der Kreis 23a auf die Differenzfrequenz der Trägerwellen für Randfunk- und Bildüber tragung abgestimmt ist. Diese Kreise können gewünschtenfalls aus mehreren gleichartigen Elementen, wie sie in Fig. 1 dargestellt sind, zusammengesetzt werden.
In Fig. 2 ist ein Empfänger dargestellt, bei dem das Heterodynprinzip zweimal an gewendet ist. Die zweite Transformation der Frequenz der empfangenen Trägerwellen wird mit Hilfe des Oszillators 44 und der beiden Detektoren 42 und 43 erhalten. Die Wirkung dieser Anlage entspricht im übri gen der in Fig. 1 dargestellten, und die den beiden Schaltungen gemeinsamen Teile sind mit demselben Bezugszeichen versehen.
Es wurde bei den beschriebenen Anlagen angenommen, dass die eine Trägerwelle von den Schallschwingungen und die andere Trägerwelle sowohl von den bei der Bildab- tastung erhaltenen Strömen, als auch von den Impulsen zum Synchronisieren der senkrech ten und wagenechten Bewegung des Elektro nenbündels über den Schirm der Kathoden- strahlröbre moduliert wird. Ist dies nicht der Fall und wird für jeden der Synchronisier- impulse eine besondere Trägerwelle benutzt, so kann ein Empfänger der in Fig. 3 dar gestellten Art angewendet werden.
Bei diesem Empfänger besitzt der Eingangskreis 11 eine derartige Resonanzkurve, dass der Emp fang der vier verschiedenen Trägerwellen möglich ist. Diese werden durch Überlage rung einer vom Generator 49 erzeugten Schwingung und nach Gleichrichtung durch die Detektoren 45, 46, 47 und 48 in ver schiedene Mittelfrequenzschwingungen um- geformt und dann in, den Kanälen C,<I>D, E</I> und F jede für sich verstärkt und gleich gerichtet.
In den Fig. 1, 2 und 3 erfolgt die Tren nung der Rundfunkübertragung von der Fernsehübertragung bei der ersten Gleich richtung, während die Synchronisierimpulse hinter dem zweiten Detektor von den Bild strömen getrennt werden.
Wie aus Fig. 4 ersichtlich ist, findet bei dieser Anordnung die Trennung der Fernseh- und der Rund funkübertragung hinter der ersten Mittel- frequenzverstärkungsstufe 54 statt und die Trennung der Synchronisierimpulse von den Bildströmen erfolgt erst, nachdem diese ge- meinsam niederfrequent verstärkt worden sind.
Bei einer praktischen Ausführung der Erfindung beträgt die Frequenz der Träger welle für die Fernsehsendung zum Beispiel 50 000 KHz und die der Trägerwelle für die Rundfunksendung 51000 KHz, wie in Fig. 5 dargestellt ist. Der Bildsender kann in diesem Fall bis einschliesslich 500 KHz und der Rundfunksender bis einschliesslich 1,0 KHz moduliert werden.
Es bleibt also zwischen den Modulationsseitenbändern der beiden Sendungen ein Frequenzraum von 490 KHz übrig, während das gesamte benötigte Fre quenzband eine Breite von 1510 KHz hat. Letzteres Frequenzband wird dem Eingangs kreis des Empfängers aufgedrückt, dessen Impedanz die in Fig. 7 durch die Kurve 58 dargestellte Frequenzabhängigkeit besitzt.
Die von dem Oszillator im Empfänger er zeugten Schwingungen haben eine Frequenz von zum Beispiel 45 000 KHz, so dass der Mittelfrequenzverstärker für den Bildemp fang auf 5,000 -!- 500 KHz und der Mittel- frequenzverstärker für den Rundfunkemp fang auf 6000 10 KHz abgestimmt sein muss. Die Resonanzkurven dieser Verstärker sind durch die Kurven 59 und 60 in Fig. 7 dargestellt.
Es ist erforderlich, dass die Dämpfung des Mittelfrequenzverstärkers für den Bildempfang bei 6000 KM ge nügend gross ist, so dass eine Interferenz mit den Mittelfrequenzschwingungen für die Schallübertragung vermieden wird. Dies kann mittelst der abgestimmten Mittelfrequenz transformatoren 13a und .der Resonanzkreise 20a und 23a in Fig. 1 erzielt werden.
Dieselbe Empfangsanlage kann für den Empfang einer Fernsehübertragung benutzt werden, bei der nur ein einziges Seitenband ausgesandt wird. Der Bildsender sendet zum Beispiel in diesem Fall eine Trägerwelle von 50 500 KHz und der Rundfunksender eine Trägerwelle von<B>51000</B> KHz aus.
Diese Ver hältnisse sind in Fig. 6 dargestellt, wobei die Modulationsfrequenz des Bildsenders bis ein schliesslich 1000 KHz moduliert werden kann und dennoch die ganze Breite des benötig ten Wellenlängenbereichs gleichfalls nicht mehr als 15e10 KHz und der Abstand zwi schen den beiden Seitenbändern 4490 RHz beträgt.