Verfahren zum Betrieb eines Dampferzeugers mit unmittelbarer Kohlenstaub-Einblasung und Dampferzeugungsanlage zur Durchführung des Verfahrens. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf den Betrieb eines Dampferzeugers mit Kohlenstaubfeuerung, bei welchem der auf einer Zerkleinerungsvorrichtung erzeugte Kohlenstaub unmittelbar in die Feuerung eingeblasen wird. Beim Antrieb der Zer- kleinerungsvorriehtung durch einen Elektro nmotor oder auch einen andern Motor, der nicht in zweckmässige Beziehung zur Dampf erzeugungsanlage gebracht ist, entsteht in der Regel eine sehr erhebliche Beeinträchti gung der Dampferzeugungskosten infolge des Energieverbrauches der Vorrichtung.
In Fällen, wo zum Antrieb der Vorrichtung verhältnismässig teurer elektrischer Fremd strom benutzt wird, werden oft die sonst durch die Kohlenstaubfeuerung erreichbaren wirtschaftlichen Vorteile ganz oder nahezu ganz durch die Mahlkosten aufgehoben.
Ein weiterer Nachteil, insbesondere des elektromotorischen Antriebes, bildet der Um stand, dass die Drehzahl der Elektromotoren unveränderlich ist, sofern nicht teure Motor- konstruktionen gewählt werden. Aus diesem Grunde lässt sich eine elektromotorisch an getriebene Mahlvorrichtung in der Regel bei Teilbelastungen nicht so ökonomisch betrei ben, wie dies bei veränderlicher Drehzahl möglich wäre.
Nach dem Verfahren gemäss der Erfin dung wird nun die Zerkleinerungsvorrich tung durch eine Gegendruckdampfmaschine, zweckmässig durch eine Gegendrucktampf- turbine angetrieben. Wenn die Vorrichtung eine sog.
Prallmühle ist, welche selber keine mechanisch bewegten Teile enthält und in der die Zerkleinerungsarbeit durch die von einem Luftstrahl erzeugte Prallwirkung ge leistet wird, so wird erfindungsgemäss der zum Betriebe dieser Prallmühle erforder liche Luftverdichter durch eine Gegendruck dampfmaschine (Turbine) angetrieben. Diese Gegendruckdampfmaschine kann nach zwei grundsätzlich verschiedenen Gesichtspunkten betrieben werden: Zweckmässig wird zum Betrieb der Ge gendruckmaschine nur ein verhältnismässig kleiner Teil der erzeugten Dampfmenge, da bei aber ein verhältnismässig grosser Teil des verfügbaren Druck- bezw.
Wärmegefälles zur Umsetzung in mechanische Energie be nutzt oder aber die Gegendruckmaschine wird von der gesamten oder nahezu gesam ten erzeugten Dampfmenge durchströmt, wo bei aber von dem zur Verfügung stehenden Druck- bezw. Wärmegefälle nur ein ver hältnismässig kleiner Teil in dieser Gegen druckmaschine in mechanische Energie um gesetzt wird.
In beiden Fällen ergibt sich in bequem ster Weise die Möglichkeit, den Betrieb der Kohlenmühle durch Veränderung der Dreh zahl der momentanen Belastung des Dampf erzeugers anzupassen.
Die nachfolgenden Ausführungen be ziehen sich vorerst auf den erstgenannten Fall der Gegendruckmaschine mit verhält nismässig kleinem Dampfdurchsatz. Hierbei ist es möglich, nahezu die gesamte, dem Dampferzeuger in Form des für den Betrieb der Gegendruckmaschine benötigten Dampfes entnommene Wärme wieder zuzuführen, und eben darin liegt der grosse Vorteil des er findungsgemässen Verfahrens. Die dem Dampf durch die Expansion entzogene Wärme wird in mechanische Energie um gesetzt. Diese gelangt aber zum grössten Teil in Form von Wärme wieder in die Feuerung; denn die Mahlarbeit setzt sich in Wärme um.
Beispielsweise im Falle der Prallmühle lie gen die Verhältnisse wie folgt: In dem zum Betriebe der Prallmühle erforderlichen Luftverdichter erhöht sich der Wärmeinhalt der angesaugten Luft nahezu um den Betrag der dem Dampf entnomme nen und in mechanische Energie umgesetz ten Wärmemenge. Die verdichtete Luft ex pandiert in der Prallmühle; die dadurch er zeugte kinetische Energie dient zur Kohlen zerkleinerung und wird in ihrem vollen Be trage wieder in Wärme zurückverwandelt; in der Regel wird hierbei allerdings eine Temperaturabsenkung der "Müblenluft" trotzdem eintreten, weil während des Mahl vorganges allfällig feuchte Kohle getrocknet wird. Diese Trocknungsleistung ist aber da für in der Feuerung selbst nicht mehr auf zubringen.
Von der in der Gegendruck maschine in mechanische Energie umgesetz ten Wärmemenge sind nur die Wärmever luste an die Umgebung durch Leitung und Strahlung und die Reibungsarbeit der Lager der Gegendruckmaschine und der angetrie benen Maschine als wirklich verloren zu b- trachten.
Der Hauptteil der dem Dampferzeuger entnommenen Wärme steckt in dem Wärme inhalt des in der Gegendruckmaschine expan dierten Dampfes. Dieser überwiegende Teil kann dem Dampferzeuger in verschiedener Weise wieder zugeführt werden, und zwar in nahezu vollkommenem Masse. Eine Ein schränkung bezüglich dieses Teils bilden lediglich die Stopfbüchsenverluste der Ge gendruckmaschine, und es ist daher bei der Konstruktion dieser Maschine diesem Punkte besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Rechnungsbeispiele haben ergeben, dass die Verluste durch Leitung und Strahlung an die Umgebung und durch die Reibungsarbeit in den Lagern, bezogen auf die Erzeugungs wärme des Dampfes, nur einige hundertstel Prozent ausmachen. Unter der Annahme üblicher und wohl ausführbarer Stopfbüch sen ist dagegen (ebenfalls bezogen auf die Erzeugungswärme des Dampfes) mit einem Verluste von 0,3, bis 0,5510' zu rechnen.
Der Totalverlust von höchstens<B>0,5%</B> ist aber um ein Vielfaches geringer als in den Fällen, wo die Kohlenmühle mit Fremdstrom oder durch eine Kondensationsanlage unmittelbar oder mittelbar (elektrisch) angetrieben wird. (Über eine Rückgewinnung der Stopfbüchsen verluste siehe weiter unten.) Die Wiedergewinnung der Wärme des Abdampfes der Gegendruckmaschine kann durch Mischung des Abdampfes mit Speise wasser erfolgen, wobei dieser Mischvorgang sich in der Speisepumpe vollzieht.
Der Ab dampf der Gegendruckmaschine kann aber auch zur Erwärmung von Verbrennungsluft dienen; insbesondere günstig ist es, die zum Betrieb der Kohlenmühle erforderliche Luft (welche ja ebenfalls Verbrennungsluft ist). mittelst des Abdampfes der Gegendruck maschine vorzuwärmen. Allfälliger Rest dampf und auf jeden Fall das gebildete Kon densat wird mit dem Speisewasser gemischt, wodurch die Rückgewinnung des Wärme inhaltes des Abdampfes vollkommen wird.
Im Falle der Speisewasservorwärung ist es oft nicht erwünscht, die Vorwärmung vor der Speisepumpe zu weit zu treiben, ganz besonders, wenn als Speisepumpe eine Krei selpumpe benutzt wird. Es kann dann aber das Speisewasser vermittelst eines Oberflä- chen-Wärmeaustauschers durch den Abdampf hinter der Speisepumpe vorgewärmt werden, wobei dann nur noch das entstehende Kon densat sich mit dem Speisewasser vor der Speisepumpe mischt.
Es kann aber auch gleichzeitig eine Vor- wärmung von Verbrennungsluft, insbeson dere von Mühlenluft, und von Speisewasser hinter der Speisepumpe durchgeführt wer den.
Die Anpassung der Leistung der Kohlen mühle und der sie mittelbar oder unmittel bar antreibenden Gegendruckmaschine an die Belastung des Dampferzeugers kann vom Druck, von der Menge oder von der Tem peratur des erzeugten Dampfes geregelt v wer den, in dem Sinne beispielsweise, dass bei Zunahme des Druckes oder der Menge oder der Temperatur des erzeugten Dampfes die Mahlleistung verkleinert wird. Es können aber auch mindestens zwei der genannten Betriebsgrössen gleichzeitig zur Regelung der Gegendruckdampfmaschine herangezogen werden.
Meistens erfolgt die Regelung einer der artigen Gegendruckdampfmaschine auf der Admissionsseite. (Durch Drosselung oder Quantitätsregelung.) In der vorliegenden Kombination kann es aber vorteilhaft sein, zur Regelung ein Drosselorgan an geeigne ter Stelle, hinter der Gegendruckmaschine und hinter einem nachgeschalteten Oberflä- chen-Wärmeaustauscher, anzubringen. Dies bringt den Vorteil, dass bei Teilbelastungen der Druck in dem Wärmeaustauscher dampf- seitig steigt, wodurch die Wärmeübertragung verbessert wird.
In den Fällen, wo beispiels weise die wärmeaufnehmende Luftmenge bei Teilbelastungen in höherem Masse ab nimmt als der Dampfdurchsatz der die Koh lenmühle antreibenden Gegendruckmaschine, kann der Vorteil dieser Schaltung von er- heblieher Bedeutung sein.
Von der die Kohlenmühle unmittelbar oder mittelbar antreibenden Gegendruck maschine können noch andere Hilfsmaschinen der Dampferzeugungsanlage angetrieben werden. Ganz besonders vorteilhaft ist .der gleichzeitige Antrieb eines Gebläses für die Einblasung von Verbrennungsluft, weil ver möge dieser Verbindung dieses Gebläse in gleichem Masse geregelt wird wie die Mahl leistung und damit .die Menge des eingeführ ten Brennstoffes. In bester Weise gestaltet sich diese Kombination in dem Falle der Prallmühle, wo sich dabei der Zusammenbau zweier Gebläse ergibt.
Wenn eine sogenannte Niederdruck-Prall- mühle verwendet wird, so arbeitet man in der Regel mit einem Druck von etwa 2000 mm W. S. für die Mühlenluft. Der Anteil der Mühlenluft an der Gesamt verbrennungsluft beträgt etwa 1/4;
der Hauptteil der Verbrennungsluft (3/4) muss in der Regel nur auf einen verhältnismässig kleinen Druck verdichtet werden, der, je nachdem der Brenner gestaltet ist und je nachdem noch der Widerstand eines Luftvor- wärmers zu überwinden ist oder nicht, etwa 80 bis etwa 150 mm W. S. betragen kann. Bei Anwendung auf eine Feuerung mit sehr hohen Geschwindigkeiten der Gase können die hier beispielsweise genannten Drücke er heblich höher sein. Die damit verbundene Erhöhung der Verdichtungsarbeit kann je doch vermöge des erfindungsgemässen Ver fahrens praktisch kostenlos aufgebracht wer den.
Ein sehr vorteilhafter Zusammenbau der beiden Gebläse für die Mühlenluft und für die Hauptluft ergibt sich dann, wenn für die Hauptluft ein Achsialgebläse und für die Mühlenluft ein Zentrifugalgebläse verwendet wird. Ganz besonders einfach und vorteilhaft wird dieser Zusammenbau, wenn das Achsialgebläse die Gesamtverbrennungs luft (4/4) fördert und das Zentrifugalgebläse den Mühlenluftanteil (etwa 1/4) hinter dem Achsialgebläse entnimmt.
Die konstruktive Gestaltung wird hinsichtlich Gewicht, Preis und Platzbedarf besonders günstig, wenn im Falle der Gegendruckdampfmaschine, in wel cher nur ein kleiner Teil der erzeugten Dampf menge expandiert, der oder die Wärmeaus- taüscher zur Aufnahme der Wärme des Ab dampfes in der Grundplatte der Hilfs maschine angeordnet sind. Es kann zum Beispiel die Grundplatte als Mischraum für den Abdampf der Gegendruckmaschine mit Speisewasser ausgebildet sein. Die Grund platte kann aber auch nach Art eines Ober- flächenkondensators ausgebildet sein, wobei durch die Kühlrohre Speisewasser oder Ver brennungsluft geführt wird, oder beides zu gleich in getrennten Bündeln.
Umgekehrt kann aber auch die Grundplatte als luft führendes Gehäuse des Wärmeaustausches dienen, in welchem ein vom kondensierenden Abdampf durchströmtes Rohrsystem einge baut ist. Dabei können getrennte Wärme austauschsysteme für allgemeine Verbren nungsluft (wenig verdichtet) und für Müh lenluft (höher verdichtet) vorgesehen sein. Um den Grad der Vorwärmung der Mühlen luft zu beeinflussen, kann beispielsweise eine den Vorwärmer umgehende Leitung mit ein gebautem Regulierorgan für die Mühlenluft vorgesehen sein. Es kann aber auch die Grösse des die Mühlenluft heizenden Anteils des Abdampfes vermöge eines Regulierorganes beeinflusst werden.
Eine besonders vorteilhafte Regulierung besteht darin, dass das Dampfregulierorgan der Gegendruckmaschine einerseits unter den Einfluss des Druckes des erzeugten Dampfes und anderseits unter den<B>Ei</B> influss des Druckes des Gebläses für die Mühlenluft gestellt wird (in dem Falle der Verwendung einer Prall mühle). Hierbei ist es vorteilhaft, den letzt- genannten Einfluss nicht zur Auswirkung kommen zu lassen, solange der Luftdruelz und demgemäss die Drehzahl ein gewisses Mass nicht überschreitet.
Mit andern Wor ten, es soll im allgemeinen nur der vom Druck des erzeugten Dampfes beeinflusste Teil der Reguliervorrichtung spielen, wäh rend der vom Luftdruck abhängige Teil die Rolle eines Grenzreglers übernimmt. Anstatt den statischen Druck des erzeugten Damp fes auf das Regulierorgan wirken zu lassen, ist es vorteilhaft, diesen statischen Druck vermindert um die Geschwindigkeitshöhe in einem geeignet bemessenen Querschnitt der Verbrauchsleitung des erzeugten Dampfes zur Regelung zu benutzen.
Auf diese Weise erhält man eine Regelung, die den statischen Druck im Dampferzeuger um so höher ein stellt,. je grösser der Dampfverbrauch und die Dampferzeugung sind, und umgekehrt.
In den Fällen, wo die Gegendruckmaschine von der gesamten erzeugten Dampfmenge durchströmt wird, wird in der Regel ein ganz kleiner Teil des Druck- bezw. des Wärmegefälles unmittelbar anschliessend an den Dampferzeuger von der Gegendruck maschine verarbeitet. Es können aber Fälle vorkommen, wo diese Gegendruckmaschine an das Ende der Totalexpansion oder auch in irgend einer Zwischenstufe eingeschaltet wird. Die von der Gegendruckmaschine auf genommene und abgegebene Leistung ist pro portional dem Dampfdurchsatz und dem ver arbeiteten Anteil des Gefälles.
Im Falle einer Gegendruckturbine mit gegebenem Düsen querschnitt ergibt sich beispielsweise bei ver mindertem Dampfdurchsatz aus doppelter Ursache eine Verringerung der Leistungs aufnahme und -abgabe, nämlich: 1. weil die durchfliessende Menge geringer ist, und 2. weil bei gegebenem Querschnitt die Ge schwindigkeit, also auch das verarbeitete Wärmegefälle, kleiner sein muss. Die Lei stungsveränderung würde also in höherem Masse als proportional mit der durchfliessen den Dampfmenge (welche im allgemeinen gleich der Verbrauchsdampfmenge ist) sich verändern.
Es ist daher in der Regel not- wendig, von Hand oder selbsttätig eine sol ehe Gegendruckturbine bei veränderlicher Verbrauchsdampfmenge zu beeinflussen, und zwar in dem Sinne, dass im Falle verkleiner ter Verbrauchsdampfmenge der Durchfluss- quersehnitt der Gegendruckmaschine (Tur bine) verkleinert wird, und umgekehrt. Die selbsttätige Regelung kann in Abhängigkeit des Druckes oder der Temperatur oder von diesen beiden Betriebsgrössen zugleich er folgen. Der Einfluss der Verbrauchsdampf menge kommt ohne weitere Massnahme zur Geltung. Bezüglich der möglichen Kombi nation zwischen Mühle, insbesondere Mühlen.
luftgebläse, und andern Hilfsmaschinen der Dampferzeugungsanlage, insbesondere dem Hauptluftgebläse, bestehen in Verbindung mit dieser Ausführungsform der Gegendruck- mnaschine genau die gleichen Möglichkeiten und Vorteile, wie sie vorstehend in Verbin dung mit der Gegendruckmaschine geschil dert sind, die nur einen verhältnismässig kleinen Teil der erzeugten Dampfmenge ver arbeitet. In Wegfall kommen selbstverständ lich die Verfahren und Vorrichtungen, die sich auf die Ausnützung von Abdampf be ziehen, weil ja in dem vorliegenden Falle von Abdampf der Gegendruckmaschine nicht ge sprochen werden kann.
In allen Fällen be steht die Möglichkeit, die unvermeidlichen Verluste der Stopfbüchsen ebenfalls in den lWärmeprozess zurückzuführen, indem diese Verluste in das Speisewasser abgesaugt wer den. Dabei gewinnt man zwar an Wärme- inlhalt und Substanz diese Verluste vollstän dig zurück, wird aber den Nachteil in Kauf nehmen müssen, dass mit diesem Verlustdampf auch Luft angesaugt und ins Speisewasser geführt wird, was unter Umständen als ein unerwünschter Nachteil zu betrachten ist. Man kann die Stopfbüchsenverluste aber auch durch eine geeignete Absaugevorrichtung in die Hauptverbrennungsluft führen.
Rech nungsbeispiele zeigen, dass damit nur eine ganz geringfügige Erhöhung der Feuchtig keit der Hauptverbrennungsluft entsteht, die in keiner Weise nachteilig, im Gegenteil als Erhöhung des strahlenden Bestandteils der Verbrennungsprodukte nützlich sein kann. Wärmeinhalt und Substanz dieser Stopf büchsenverluste gehen dann allerdings durch das Kamin verloren.
Zur Erläuterung des erfindungsgemässen Verfahrens und der erfindungsgemässen Vor richtung dienen die Fig. 1 bis 6. In den Fig. 1 bis 3 sind beispielsweise Ausführungs formen des Verfahrens schematisch darge stellt, und zwar in Fig. 1 und 2 für den Fall einer Gegendruckmaschine mit verhält nismässig kleinem Dampfdurchsatz und in Fig. 3 für den Fall einer Gegendruckdampf turbine, die von der gesamten Verbrauchs dampfmenge durchströmt wird.
Fig. 4 zeigt schematisch eine Ausfüh rungsform der Regelung insbesondere für den Fall, dass die Kohlenmühle mittelbar durch ein Gebläse angetrieben wird (Prallmühle).
Die Fig. 5 und 6 geben ein konstruk tives Beispiel des Zusammenbaues des Hauptluftgebläses des Verdichters für eine Prallmühle, der Gegendruckdampfturbine und des Luftvorwärmers, sowohl für die Hauptluft, wie für die Mühlenluft. In den Fig. 1 bis 3 gelten folgende Be- zeielinungen gemeinsam:
1 der Dampferzeu ger im engere Sinne, 2 die Speisepumpe, 3 die Ableitung für die Verbrennungsgase, 4 die Dampfleitung für den Verbrauchsdampf, 5 die Gegendruckmaschine, 6 die Mühle (bei Fig. ? und 3 der die Luft für den Betrieb einer Prallmühle liefernde Verdichter), 7 der Kohlenbunker, aus welchem die Kohle in die Mühle fliesst, 8 die Leitung für das Staub luftgemisch in den Dampferzeuger bezw. dessen Brenner, 9 die Zuleitung des Speise wassers von der Speisepumpe in den Dampf erzeuger, 10 die Zuführungsleitung von Ver brennungsluft (ohne Mühlenluft) in den Dampferzeuger bezw. dessen Brenner,
11 die Zuleitung von Fiisahluft in die Mühle bezw. den entsprechenden Verdichter. G ist die total erzeugte Dampfmenge, - G_ die Ver- brauchsdampfmenge und G, die zum Betriebe der Gegendruckmaschine dienende (im Falle der Fig. 1 und 2) verhältnismässig kleine Dampfmenge, 12 eine Prallmühle (im Falle der Fig. 2 und 3).
In Fig. 1 strömt die Dampfmenge G2 durch die Leitung 13 zur Gegendruck maschine 5, welche die Kohlenmühle irgend welcher Art 6 antreibt. Die zum Betrieb dieser Mühle und im besonderen des zuge hörigen Sichters erforderliche Luft wird aus dem Freien durch die Leitung 11 angesaugt; das Kohlenstaub-Luftgemisch wird durch die Leitung 8 in die Feuerung des Dampferzeu gers geleitet. Der Abdampf der Gegendruck maschine strömt durch die Leitung 14 in ein Mischgefäss 15, in welchem er seinen Wärmeinhalt an die Speisewassermenge G, abgibt und hierbei gleichzeitig als Substanz zurückgewonnen wird.
Durch einen mit ge strichelten Linien angedeuteten Wärmeaus- tauscher 16 ist gezeigt, wie durch den Ab dampf auch die von der Mühle durch die Leitung 11 angesaugte Luftmenge vorge wärmt werden kann, wobei der Wärmeinhalt des Abdampfes ganz oder auch nur zum Teil an die Luft abgegeben wird. Allfälliger Rest dampf und das Kondensat strömen in das Mischgefäss 15.
In Fig. 2 strömt die verhältnismässig kleine Dampfmenge G2 durch die Leitung 17 zur Gegendruckmaschine 5. Der Abdampf durchströmt einen Wärmeaustauscher 18, durch welchen die von dem Verdichter 6 zur Prallmühle 12 strömende Mühlenluft vor gewärmt wird. In der Annahme, dass dabei nicht die gesamte anfallende Abdampfmenge kondensiert werde, ist diesem Wärmeaustau- scher ein zweiter Oberflächen-Wärmeaus- tauscher 19 nachgeschaltet, durch welchen das von der Speisepumpe 2 geförderte Speise wasser erwärmt wird. Das Kondensat fliesst über ein Drosselorgan 20 in ein Mischgefäss 21, welches der Speisepumpe vorgeschaltet ist.
Die Regelung der Gegendruckmaschine kann beispielsweise durch ein Organ 22 er folgen, das in der Abbildung beispielsweise in Abhängigkeit von der Verbrauchsdampf menge (Impulsleitung g) und von der Tem peratur des Verbrauchsdampfes (Impuls leitung t) beeinflusst wird. Anstatt das Or- gan 22 zur Regelung zu benutzen, kann auch das Organ 20 hierfür verwendet werden. Hier ist beispielsweise eine selbsttätige Rege lung in Abhängigkeit vom Druck des Dampferzeugers (Impulsleitung p) und von der Temperatur (Impulsleitung t) angenom men worden.
In Fig. 3 strömt die Verbrauchsdampf menge G, welche mit der Menge des erzeug ten Dampfes identisch ist, durch die Gegen druckmaschine 5, welche nicht nur den zur Prallmühle 12 gehörigen Verdichter 6, son dern auch noch ein Gebläse 23 zur Förde rung von Verbrennungsluft gleichachsig an treibt. Die verdichtete Mühlenluft durch strömt einen mit dem Dampferzeuger in ge eigneter Verbindung stehenden Lufterhitzer 24. Die Verbrauchsdampfmenge strömt durch die Leitung 25 vom Dampferzeuger zur Ge gendruckmaschine 5.
Im Nebenschluss zum Hauptdurchflussquerschnitt dieser Maschine ist ein Hilfsdurchflussquerschnitt \?4' ange- nGmmen, in welchen das Regelorgan 27 ein geschaltet ist. Dieses letztere steht. unter dem Einfluss der Temperatur des erzeugten Dampfes (Impulsleitung t), in dem Sinne, dass bei erhöhter Dampftemperatur das Re gelorgan \?7 mehr geschlossen und bei er niedrigter Temperatur mehr geöffnet wird.
In Fig. 4 bedeutet G wiederum die Menge des erzeugten Dampfes und G, die verhält nismässig kleine Dampfmenge, welche die Gegendruckmaschine 30 durchströmt. In die Zuleitung 31 ist das Drosselventil 32 ein geschaltet, dessen Ventilkegel 33 mit dem Hebel 34 in Verbindung steht. In dem Zy linder 35 läuft der Kolben 36, welcher einer seits unter der Wirkung der Feder 37, ander seits unter der Wirkung des Dampfdrucke in der Leitung 38 steht. Diese ist an einem Messrohr 39 angeschlossen, welches mit seiner Mündung von der Strömungsrichtung abgewendet in einer Verengung der Ver- brauchsdampfleitung 40 steht.
Diese Mess- stelle kann auch vor die Abzweigung der Dampfmenge G, gesetzt werden. Der Kol ben 36 ist ebenfalls in Verbindung mit dem Hebel 34 gebracht. Die Glocke 41 taucht. in eine Flüssigkeit 42 ein und steht einerseit unter dem Einfluss einer Feder 43 und ander seits unter dem Einfluss des Druckes in der Leitung 44, welche von dem Luftverdichter 45 zu einer nicht gezeichneten Prallmühle führt. An demn die Glocke 41 einschliessen den Gehäuse ist ein Anschlag 46 angebracht. gegen welchen die Glocke stösst, wenn der Luftdruck im Verhältnis zur Spannung der Feder ein gewisses Minimum unterschreitet.
Die Vorrichtung arbeitet wie folgt: Angenommen, der Druck an der Mess- stelle (Messröhrehen 39) steigt; dann sinkt der Kolben 36 Der Hebel 34 dreht sich um den Aufhängepunkt der Glocke 41 und schliesst das Admissionsventil der Maschine 30. Dadurch wird die Mühlenluftmenge und demzufolge auch die Mahlleistung verringert. Der Dampferzeuger wird auf kleinere Lei stung eingestellt. Da angenommen worden ist, dass der Druck des Luftverdichters 45 eine gewisse gewollte Grenze nicht über schritten habe, steht die Glocke 41 am An- chlag 46.
Wenn bei umgekehrtem Regulier- v organg bei abnehmendem Drucke an der Messstelle unter der Wirkung des Kolbens 36 sich das Admissionsventil der Gegen druck maschine 30 öffnet, kann es vorkommen.
dass die Drehzahl der Maschinengruppe 30, 45 so hoch steigt, dass ein zulässiges Mass überschritten würde. Diese Drehzahlerhöhung entspricht aber auch einer Erhöhung des Druckes in der Leitung 44, wodurch bei Erreichung einer vorgeschriebenen Grenze sich die Glocke 41 von ihrem Anschlag 46 löst, sich nach unten bewegt und in Gegen wirkung zum Einfluss des Kolbens 36 das Admissionsventil schliesst. Auf diese Weise kann die Überschreitung einer zulässigen Drehzahl der Gruppe 30, 45 vermieden wer den. Da das Messröhrchen 39 nicht den sta tischen Druck in der Leitung 40 misst, regelt der Kolben 36 auf einem um so höheren Druck im Dampferzeuger, je höher der Dampfverbrauch ist.
Es lässt sich durch Bemessung der Verengung in der Leitung 40 und der Feder 3 7 eine gewollte Zuordnung zwischen Verbrauchsdampfmenge und stati- schem Druck des Dampferzeugers in vor geschriebenen Grenzen verwirklichen.
Fig. 5 stellt einen Längsschnitt dar durch eine Maschinengruppe, bestehend aus einem Achsialgebläse für die Hauptver brennungsluftmenge, einem Schleuderver dichter für Mühlenluft (wobei eine Prall mühle vorausgesetzt ist) und einer Gegen druckdampfturbine, die einen verhältnis mässig kleinen Teil der erzeugten Dampf menge verarbeitet. Dabei ist die Fundament platte als Vorwärmer für die Hauptluft und für die Mühlenluft ausgebildet.
Fig. 6 gibt teilweise eine Ansicht von der Seite der Antriebsturbine gesehen (wo bei die Turbine entfernt gedacht ist) und einen teilweisen Schnitt durch den Druck stutzen des Schleudergebläses und einen Querschnitt durch die Fundamentplatte. Auf der Welle 50 sind das Flügelrad 51, .das Schleuderad 52 und das Dampfturbinenrad 53 befestigt. 54 ist ein gemeinsames Ge häuse für das im wesentlichen von 51 ge bildete Aclisialgebläse und den im wesent lichen von 5 2 gebildeten Schleuderverdichter. 55 ist: das Gehäuse der Antriebsturbine. Die Welle ist bei 56 und bei 5 7 gelagert.
Die gesamte V erbrennungsluftmenge strömt bei 58 in das Gehäuse ein und wird durch das Aclisialgebläse in den Raum 59 gedrückt. Von dort fliesst der Hauptteil . durch den Ringraum 60 und den Stutzen 61 in die Fundamentplatte, umströmt dort. die Rohr schlangen<B>0</B>2 und tritt durch die Öffnung 63 aus. Ein Teil der in den Raum 59 ge förderten Luft wird vom Rad des Schleuder gebläses 52 angesaugt und in die Spirale 64 gedrückt, aus welcher sie durch den Stut zen 65 in eine besondere Abteilung 66 der F undamentplatte fliesst, dort den Teil 67 der Heizschlangen umströmt und dann bei 68 austritt.
Von dort kann die Mühlenluft un mittelbar zur Prallmühle, unter Umständen jedoch zu einem weiteren, zwischengeschal teten Lufterhitzer geleitet werden. Der die Turbine antreibende Dampf tritt bei 69 ein: der Abdampf strömt durch den Abdampf stutzen 70 in einen Sammler 71, an welchem die im Längsschnitt gemäss Fig. 5 zur Zeich nungsebene parallelstehenden Rohrschlangen angeschlossen sind. Der kondensierte Dampf der einzelnen Schlangen sammelt sich in 72 und das Kondensat kann von dort beispiels weise in das Speisewasser geleitet werden.
Im Falle der Verwendung der Prall mühle kann der die Mühlenluft liefernde Verdichter gemeinsam für verschiedene Prall mühlen vorgesehen sein, und zwar in der Weise, dass eine Mehrzahl von Prallmühlen für verschiedene Feuerstellen ein und des selben Dampferzeugers oder auch, dass ver schiedene Prallmühlen im Zusammenhang mit einer Batterie von Dampferzeugern ver wendet werden.