Vorrichtung an Motorfahrzeugen zum Betätigen der Fahrzeugbremse und der Drosselklappe des Vergasers des Motors durch ein gemeinsames Pedal. Es ist bekannt, die Fahrzeugbremse und die Drosselklappe des Vergasers des Motors durch ein gemeinsames Pedal zu verstellen in der Art, dass' im ersten Teil des Arbeits hubes des Pedals, welch letzterer von der Ausgangsstellung des Pedals bis zu dessen den angezogenen Bremsen entsprechender Lage reicht, bloss auf die Drosselklappe des Vergasers eingewirkt wird.
Bei dieser be kannten Vorrichtung sind die Wirkungs bereiche des Pedals" auf die Drosselklappe des Vergasers und auf die Bremsen durch einen kurzen toten Pedalgang voneinander derart getrennt, dass während der Bewegung des Pe dals zwecks Lüftung der Bremsen (Zurück führung des Pedals in seine Ausgangslage) ein Zustand auftritt, bei welchem die Brem sen vollkommen gelüftet und die Drossel klappe noch geschlossen ist. Dadurch ergeben sich für das Anfahren, insbesondere auf Stei gungen, Nachteile, die gemäss der vorliegen den Erfindung durch eine zweckmässige Kon- struktion des Mechanismus zur Übertragung der Bewegung des Bremspedals auf die Bremse und die Drosselklappe des Vergasers des Motors behoben werden.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungs beispiele der Vorrichtung dargestellt. Von den die erste Ausführungsform behandeln den Fig. 1 bis 8 zeigt Fig. 1 eine Gesamt ansicht der Vorrichtung, Fig. 2 im grösseren Massstabe einen senkrechten Schnitt des zwi schen Pedal und Gestänge des Vergasers ein geschalteten Mechanismus bei geschlossener Drosselklappe, Fig. 8 einen Schnitt im we sentlichen nach der Linie x3-x3 der Fig. 2, Fig. 4 eine teilweise Ansicht in der Rich tung des Pfeils y der Fig. 8' gesehen; die Fig. 5 und 7 bezw. 6 und 8 zeigen in senk rechten Schnitten bezw. in Schnitten im we sentlichen nach den Linien x6-xs und xs-xs den genannten Mechanismus bei verschiede nen Arbeitslagen seiner Teile.
Von den die zweite Ausführungsform behandelnden Fig. 9 bis 17 zeigt Fig. 9 eine Gesamtanordnung der Vorrichtung in An sicht, Fig. 10 den zwischen Pedal und Ge stänge der Drosselklappe eingeschalteten Me chanismus in grösserem Massstabe in der Ruhelage in .Seitenansicht und Fig. 11 in zugehöriger Endansicht; die Fig. 12 und 13 zeigen in der gleichen Darstellung den Me chanismus bei geschlossener Drosselklappe, die nunmehr durch das Pedal in seinem hier zu bestimmten Wirkungsbereich bis zur ma ximalen Eröffnung eingestellt werden kann; Fig. 14 zeigt den Mechanismus bei maximaler Öffnung der Drosselklappe, Fig. 15 densel ben bei fest angezogener Bremse und Fig. 16 in einer Zwischenstellung während des Lüf tens der Bremse; die Fig. 15a, 1:6a und 17 stellen Einzelteile dar, auf welche im Laufe der Beschreibung noch näher hingewiesen werden wird.
Bei der in den Fig. 1 bis 8 dargestell ten Ausführungsform ist die Drosselklappe 1 durch die Stange 2 mit dem auf der Welle 3 befestigten Hebel 4 verbunden. Auf der in einem Gehäuse drehbar gelagerten Welle 3 sitzt fest ein elastischer, seitlich nachgiebi ger Arm 5. Eine an diesem Arme 5 an greifende Feder 19 hat das Bestreben, die Drosselklappe 1 in der geschlossenen Lage zu erhalten, bezw. den Arm 5 auf einen Daumen ss zu drücken. Der Daumen 6 sitzt fest auf einer Welle 7, welche in der Ach senrichtung verschiebbar im Gehäuse gela gert ist und eine drehbar in der Gehäuse wand gelagerte Büchse 8 durchsetzt, mit wel cher ein Arm 9 fest verbunden ist. Die Welle 7 macht die Drehung der Büchse 8 mit, indem ein Wellenstift in einer Büchsen nut geführt ist (Fix. 4).
Der Arm 9 steht durch eine Stange 13 mit einem federbeein flussten zweiarmigen Hebel 14 in Verbindung, auf welchen das Bremspedal 15 einwirkt.
Eine die Welle 7 umgebende Schrauben feder 10 hat die Schrägfläche 11 der Dau mennabe gegen einen feststehenden Stift 12 angedrückt.
Bei der in Fig. 1 und 2 dargestellten Lage der einzelnen Teile ist die Drossel- klappe 1 geschlossen, die Bremsen sind ausser Wirkung. Der Hub des Pedals 15 von der Ausgangsstellung im Bereiche z wirkt nur auf die Drosselklappe 1 ein, indem jeweils die Stellung des Daumens 6 bezw. des Ar mes 5 die Lage der Drosselklappe bestimmt. Zu bemerken ist, dass der Daumen 6 so breit ist, dass er während der Bewegungen des Pe dals 15 im Bereich z den Arm 5 von der Schlusslage der Drosselklappe bis zur maximalen Eröffnung abstützen kann, trotz dem sich die Daumenwelle durch Zusammen wirken der Schrägfläche 11 mit dem Stift 12 verschiebt.
Wird das Pedal über den Bereich z hinausbewegt, wird also die in Fig. 5 ge zeichnete Grenzlage (Maximaleröffnung der Drosselklappe 1) überschritten, so gleitet der Arm 5 seitlich von dem Daumen 6 ab (in die Lage 5'), und es beginnt jener Wirkungs bereich des Pedals 15, welcher die Bremsen beeinflusst.
Während des Rückhubes des Pedals zum Zwecke des Lüftens der Bremsen trifft der Arm 5 bei der Rückdrehung des Daumens 6 (Fix. 7) nach Zurücklegen eines gewissen Leerganges auf Daumen 16 der Daumennabe und wird so angehoben, dass er die Drossel klappe vorübergehend teilweise öffnet, be vor die Bremsen vollkommen gelüftet sind, um nachher aus seiner abgebogenen Lage (Fix. 8) wieder in den Bereich des Daumen 6! zu gelangen.
Um dem Fahrer anzuzeigen, dass sich das Pedal 15 an der Grenze des Bereiches z be findet und bei eventueller weiterer Bewegung des Pedals die Drosselklappe 1 selbsttätig ihre Schlusslage einnimmt und auf die Brem sen eingewirkt wird, kann, wie aus der Zeichnung ersichtlich, zweckmässig durch elektrischen Stromschluss bei 17,<B>18</B> selbst tätig ein Signal gegeben werden.
Die in den Fig. 9 bis 17 dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich von der vorstehend beschriebenen dadurch, dass der Mechanismus, welcher auf das Gestänge der Drosselklappe einwirkt, derart ausgebildet ist, dass die der geschlossenen Drosselklappe entsprechende Lage des Pedals sich an einer Zwischenstelle zwischen den Grenzen des Pe dalhubes befindet, während die der grössten Eröffnung der Drosselklappe entsprechende Lage des Pedals der Ausgangsstellung des letzteren entspricht.
Dadurch wird der Vor teil erzielt, dass das Pedal unter allmählicher Wegnahme des Gases durch die der Schluss stellung der Drosselklappe entsprechende Lage in den die Bremse beeinflussenden Wirkungsbereich geführt wird, wodurch dann auch hier das Bremsen bei abgeschal tetem Motor vorgenommen werden kann. Auch hier wird beim Rückwärtshube des Pedals bereits innerhalb dessen die Bremsen beeinflussenden Wirkungsbereiches die Dros selklappe teilweise eröffnet und in dieser Lage bis zum Übergreifen des Pedals in sei nem die Drosselklappe beeinflussenden Wir kungsbereich erhalten, so dass einerseits die Bremslüftung bei stetiger teilweiser Gaszu führung erfolgt und anderseits diese ohne Unterbrechung bis zum Maximum gesteigert werden kann. Dies hat ein stossfreies, sanf tes Anfahren auch in Steigungen zur Folge.
Die der vorstehend beschriebenen Aus führungsform entsprechenden Teile des im Folgenden erläuterten Mechanismus haben gleiche. Bezugsziffern wie jene.
Der in einem Gehäuse untergebrachte Hauptmechanismus wird von einer Welle 7 bewegt, welche in dem Gehäuse achsial ver schiebbar und drehbar gelagert ist. Das eine Ende der Welle 7 ist mittelst eines Zapfens 20 in einer Nut einer in der Gehäusewand drehbar gelagerten Büchse 8 achsial geführt, auf welcher ein Hebel 9 befestigt ist. Dieser ist durch den Lenker 13 an einem drehbar gelagerten und durch eine Feder 21 beein flussten Hebel 14 angelenkt, dessen freies Ende (Rolle 33) an das Pedal 15 angedrückt gehalten wird.
Die Drehung der Welle 7 in der einen oder andern Richtung wird mit- telst der im Folgenden zu. beschreibenden Vorrichtung auf die im Gehäuse drehbar gelagerte Welle 3 übertragen, welche mit- telst des Gestänges 4, 2 die Drosselklappe 1 in die jeweils gewünschte Lage einstellt.
Das Pedal 15 wirkt in seinem Hubbereich A auf das Gestänge der Drosselklappe allein und in seinem Hubbereich B vom Beginne der Lüftung der Bremsen (von der Stellung III aus) neben auf diese auch auf die ge schlossene Drosselklappe, wobei die Einwir kung auf letztere, sie öffnend, bis zum Über greifen in den Hubbereich A beibehalten wird, damit bei vollkommen gelüfteter Bremse die dabei bewerkstelligte Gaszufüh rung ohne Unterbrechung bis zum Maximum gesteigert werden kann.
Der Teil des Mechanismus, der im Hub bereich A des Pedals allein auf das Gestänge der Drosselklappe hinwirkt, besteht aus dem Daumen 6 und dem Hebelarm 5, die auf der Welle 7 bezw. 3 festsitzen.
In der Ruhelage des Fahrzeuges bei voll kommen gelüfteten Bremsen befindet sieh das Pedal 15 in der Stellung I, welcher die maximale Eröffnung der Drosselklappe ent spricht. Es muss daher zum Beispiel in der Garage die gegenseitige Einwirkung von Daumen 6 und Hebelarm 5 aufgehoben wer den. Dies geschieht dadurch, dass die Welle 7 durch einschaltbaren Kraftschluss seitlich gegen die Wirkung der Feder 10 verschoben wird, so dass der Daumen 6 unter dem Hebel arm 5 weggleitet und dieser zufolge der Feder 19 (siehe Fig. 9) die in Fig. 10, 11 dargestellte Lage einnehmen kann, bei wel cher er an der Seitenfläche des Daumens 6 anliegt. Dieser Lage entspricht "geschlos- sene Drosselklappe".
Der vorher erwähnte einschaltbare Kraftschluss kann mittelst des auf das Ende der Welle 7 einwirkenden He bels 2;2, bewerkstelligt werden, welcher elek trisch, pneumatisch, hydraulisch oder mecha nisch gesteuert wird.
Um den Mechanismus zunächst auf "Gas" einzustellen, ist das Pedal 15 nach vorne in die Stellung II zu bewegen, wodurch der Daumen 6 in bezug auf den stillgehaltenen Hebelarm 5 in der Richtung des in Fig. 10 gezeichneten Pfeils in die in F'ig. 12 gezeich nete Lage .gedreht wird, derart, dass die vor dere bezw. hintere Stirnkante des Daumens 6 und Hebelarmes 5 versetzt nebeneinander liegen und ein seitliches Bewegen dieser Teile zueinander bezw. übereinander zulassen. Da durch kann die Feder 10 zur Wirkung kom men und die Welle 7 so weit nach links (vergl.
Fig. 13) verschieben, dass die Ar beitsfläche des Daumens 6 an dem Hebel arm 5 anliegt. Diese Lage der Welle 7 wird durch Anschlag ihres Ringes 23 an die Ge häusewand begrenzt.
Nun ist der Mechanismus für die Be einflussung des Gestänges der Drosselklappe eingestellt, welche bei der Bewegung des Pe dals in der Richtung nach der Ausgangs stellung I bis zum Maximum (Fix. 14) ge öffnet werden kann.
Um das Pedal 15 auf die Bremsen ein wirken zu lassen, muss es über die Stellung II hinaus, also über die der Schlussstellung der Drosselklappe entsprechende Lage, in dem Arbeitsbereich B bewegt werden. So lange es sich um ein sanftes Bremsen han delt, ist die Bewegung des Pedals ohne Wir kung auf das zur Ruhe gekommene Gestänge der Drosselklappe, so dass beim Lüften der Bremse erst dann Gas gegeben wird, wenn beim Rückwärtshub des Pedals dieses seine Stellung II überschritten hat. Steht jedoch das Fahrzeug in einer Steigung und ist es nötig, die Bremsen fest anzuziehen, so wird in der entsprechenden Lage des Pedals ein ebenfalls auf das Gestänge der Drosselklappe einwirkender Hilfsmechanismus in Arbeits stellung gebracht, der die Drosselklappe schon vor der Lüftung der Bremsen zum Eröffnen bringt.
Dieser Hilfsmechanismus besitzt eine auf der Welle 7 festsitzende Scheibe 24, in deren umfänglichen Ausschnitt eine Klinke 25 drehbar gelagert ist, die durch die Feder 26 nach aussen gedrückt wird. An der Klinke 25 sitzt fest ein Stift 27, der an der Aussen- und Innnenseite eines konzentrisch zur Wel lenachse gebogenen Zahnes 28 (Fix. 17) glei ten kann.
Weiters ist auf der Welle 3 ein kurzer Arm 29 befestigt, in dessen Bereich der eine Arm 30 eines im Gehäuse drehbar ge lagerten Winkelhebels 30-31 ragt. Der zweite Arm 31 dieses Winkelhebels wird durch die Wirkung der Feder 32 gegen die Klinke 25 gedrückt.
Die Wirkung dieses Hilfsmechanismus ist nun folgende; Wird das Pedal 15 bis zum festen An ziehen der Bremsen bewegt, so gleitet der Stift 27 der Klinke 25 an der Innenseite des Zahnes 28, bis er diesen verlässt (Fig.15, 15a) und dann die Klinke 25 zufolge Wir kung der Feder 26 nach aussen gegen den Hebelarm 31 schnellt. Dieser Weg längs des Zahnes 28 ist in Fig. 17 durch den gezeich neten Pfeil angedeutet.
Es ist leicht einzusehen, dass nunmehr von Beginn des Lüftens der Bremse an be reits "Gas" gegeben wird, nachdem bei Rück drehung der Welle 7 (in den Seitenansicht figuren entgegen dem Uhrzeigersinn) die Klinke 25 den Hebelarm 31 verstellt und dieser durch den Hebelarm 30 und den Arm 29 auf das Gestänge der Drosselklappe ein wirkt. Diese Einwirkung entspricht einer für das Anfahren ausreichenden Stellung der Drosselklappe, indem der Hebelarm 31 durch den auf der Aussenfläche des Zahnes 28 glei tenden Stift 27 bezw. die dadurch radial festgehaltene Klinke 2'5 den Arm 29 nur um einen gewissen Höchstbetrag verschwenkt.
In Fig. 16, 16a ist jene Lage des Hilfs mechanismus dargestellt, welche ungefähr der Stellung des Pedals II entspricht. Wenn sich beim Lüftungshub das Pedal bereits im Arbeitsbereich A befindet, verlässt der Stift den Zahn 28, der Hebel 30=31 kann der Wirkung der Feder 32 folgen, seine Ein wirkung auf den kurzen Arm 29 hört auf, dagegen hat der Daumen 6 bereits an den in der Stellung "Anfahrgas" befindlichen Hebelarm 5 angeschlagen und erfolgt von da ab die Beeinflussung des Gestänges der Drosselklappe durch das sich im Arbeits bereich A bewegende Pedal.