Krampfaderstrumpf. Die bis jetztbekannten Krampfaderstrümpfe haben manchmal mehr Nach- als Vorteile. Gummistrümpfe, abgesehen davon, dass sie schon an und für sich schädlich sind, weil das Bein darunter nicht oder sehr schlecht ausdünsten kann und folglich die Hautfunkion gestört ist, was zum Absterben der Haut führt, sitzen im Anfang zu fest, lassen aber in kurzer Zeit in ihrer Kompressionsfähigkeit nach. Die speziell gewobenen Krampfader strümpfe wiederum bewähren sich in der Praxis ebenfalls nicht. Solche müssen, wenn sie nur einigermassen zweckdienlich sein sollen, au einem speziellen Gürtel festgemacht werden, damit sie gespannt bleiben, weil die Kompression nur durch eine starke Spannung erzielt wird.
Diese Spannung ist aber sehr relativ, da diese je nach den Bewegungen des Körpers nachgibt, wodurch der Strumpf seinen Zweck verliert. Auch macht eine solche Spannung das Tragen des Gürtels sehr lästig, da sie die Bewegungsfreiheit stark hindert. Dazu können durch den Druck des Gürtels auf den Körper, respektive auf die Hüften, sehr nachteilige Hautschürfungen entstehen.
Dauerverbände (mit Gips, Zinkoxyd, Guta- percha etc.) bringen noch am ehesten Heilung, haben aber auch wieder Nachteile und Kompli kationen im Gefolge. Solche Verbände, sollen sie ihren Zweck erreichen, müssen wochen-, sogar monatelang getragen werden, ohne aus gewechselt zu werden. Durch die rauhen Flächen des Verbandes und da die verschie denen Massen, welche zu solchen Verbänden benützt werden, leicht bröckeln, entstehen in der Regel starkes unerträgliches Hautjucken und sogar gefährliche Entzündungen. Es versteht sich von selbst, dass unter einem solchen Verband die Hautfunktion stark gehemmt ist.
Der Heilungsprozess kann nicht kontrolliert werden, da man den Verband nicht abnehmen kann ohne ihn unbrauchbar zu machen. Den verschiedenen, bereits erwähn ten Nachteilen zufolge halten es die wenigsten Patienten aus, einen solchen steifen und dicken Verband, welcher dem Bein ein sehr plumpes Aussehen gibt, auf die vorgeschriebene Dauer zu tragen, wenn man bedenkt, dass man für einen solchen zirka 30 m Verbands stoff benötigt und dass dieser mit der Masse ein ziemliches Gewicht ausmacht.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Krampfaderstrumpf, welcher allen gestell ten Ansprüchen gerecht wird, ohne aber die obenerwähnten Nachteile zu haben. Er hat itn verwendeten Zustande auf die längste Dauer die Kompressionsfähigkeit eines Dauer verbandes und kann nach Bedürfnis leicht und ohne jegliche Beschädigung aus- und angezogen werden, was speziell für die Be handlung offener Krampfadern von grossem Vorteil ist. Derselbe ist der Länge nach aufgeschnitten und mit einem eingenähten Perschluss, z. B. einem Reissverschluss oder dem sogenannten Yappverschluss versehen, mittelst dem der Strumpf der Länge nach geöffnet und verschlossen werden kann.
Durch nachheriges Behandeln z. B. mittelst einem Appreturlack kann der Strumpf wider standsfähig gemacht werden.
Um das unangenehme Gefühl, welches durch zu stark appretierte Stoffgewebe, wenn sie direkt mit der Haut in Berührung kommen, gezeitigt wird; zu vermeiden, kann der Strumpf aus zwei gleichartigkonfektioniertenStrümpfen bestehen, das heisst es können zwei gleich grosse Strümpfe ineinander gestossen und an den Schlupflochenden miteinander verbunden sein. Im übrigen ist derselbe der Länge nach aufgeschnitten und mit einer Verschlussein- richtung versehen; diese kann mit den Rändern beider Strumpfteile, das heisst der äussern und der innern Hülle verbunden sein.
Um nun die innere Strumpfhülle weich zu halten, kann das hierzu zu verwendende Stoffgewebe mit einer wasserlöslichen Appretur appretiert sein, so, dass dieselbe durch Waschen entfernt werden kann.
Beiliegende Zeichnung .stellte eine bei spielsweise Ausführung des Erfindungsgegen standes dar. Es zeigen Fig. 1 Seitenansicht des Strumpfes, stark verkleinert, Fig. 2 Aufriss der Verschlusspartie, stark vergrössert, Fig.3 Vorderansicht des Yuppverschlusses. An einem Strumpf a aus einem Gewebe, z. B. aus Wolle, Baumwolle, Seide etc., der vom Rist in gerader Linie bis über das Knie aufgeschnitten ist, ist ein Verschluss, z. B.
Reiss verschluss beziehungsweise Yuppverschluss b, eingenäht, mittelst welchem der aufgeschnit tene Strumpf vollständig geschlossen und wieder geöff riet werden kann. DerReissverschluss beziehungsweise Yuppverschluss ist an den auf geschnittenen Enden des Strumpfes derart be festigt, dass durch die beiden Enden, an welchen noch je ein Band d angenäht ist, der Reissver schluss beziehungsweise Yuppverschluss voll ständig überdeckt wird. Die innere Seite des Ver schlusses ist ebenfalls mit einer in der Mitte unterteilten Unterlage c überdeckt, so ein hartes Drücken auf das Bein verhindernd.
Der auf diese Weise konfektionierte Strumpf wird zum Gebrauch am Bein mit einerappretur- harten, wasserunlöslichen Imprägnierflüssig keit bestrichen. Nach erfolgter Trocknung der Appretur, was nur kurze Zeit beansprucht, behält der Strumpf dauernd die Form des Beines, auf welchem er imprägniert wurde. Das Strumpfgewebe wird durch die Impräg nierung so widerstandsfähig, dass es sich weder durch Druck, noch durch Ziehen mehr dehnen lässt. Es bleibt aber dabei gleichwohl porös und geschmeidig.
In zwei Gelenkpartien ist je eine Manschette e, die auf einer Seite offen bleibt. derart eingenäht, dass zwischen Strumpf und Manschette ein Hoblraum entsteht, in welchen vor der Imprägnierung des Strumpfes ein Streifen, z. B. aus durchsichtigerZellulose- folie, eingeschoben werden kann, wodurch bezweckt wird, dass die Manschetten trotz der vollständigen Imprägnierung des Strumpfes weich und elastisch bleiben, nachdem die genannten Streifen nach der Imprägnierung entfernt worden sind.
Zur Erzielung der nötigen Kompression, welche der Hauptfaktor in der Krampfader behandlung darstellt und um zu verhüten, dass die Imprägnierungsflüssigkeit mit der Haut des in vielen Fällen offenen Beines in Berührung kommt, wird zweckmässigerweise das nackte Bein von den Zehen bis über dasKnie mit einer straff gespannten und eingefetteten Binde aus durchsichtiger Zellulosefolie fest eingebunden. Hierauf folgt die Imprägnierung des über das Bein mit der Binde gezogenen Strumpfes.
Nach erfolgter Trocknung wird der Strumpf a, der nun genau die Form des Beines besitzt, nach dem Öffnen des Reissverschlusses beziehungsweise Ytappver- schlussesb abgezogen, und nach derEntfernung der Binde wird der Krampfaderstrumpf wieder angezogen.
Gemäss einer weiteren Ausführungsform besteht der Krampfaderstrumpf aus zwei genau gleich konfektionierten Strümpfen gleicher Grösse, welche ineinandergeschoben und längs der Einschlupföffnungen, sowie der Längsschnitte miteinander verbunden sind. Ein gemeinsamer Reissverschluss gestattet die Verbindung der beidseitigen Schnittkanten des Strumpfes miteinander.
Durch Imprägnieren des innern Strumpf rohres mit einem wasserlöslichen auswasch- baren Appreturlack wird nun verhindert, dass der auf den äussern Strumpf aufgetragene AppreturlackvominnernStrumpf angenommen wird. Durch Auswaschen kann sodann die Appretur des innern Strumpfes entfernt werden. so dass auf dem Bein selbst ein weiches Gewebe ohne Appretur anfliegt.