CH169733A - Verfahren zur Herstellung von Druckplatten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Druckplatten.

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  Verfahren zur Herstellung von Druckplatten.    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur  Herstellung von Druckplatten, mittelst deren  Drucke hergestellt werden können, die teils       dem    Holzschnitt und teils dein Kupferstich  ähnlich sind.  



  Beim     Holzschnittverfahren    wird das       Druelzbild    hergestellt, indem -diejenigen Teile,  die nicht drucken     sollen,    .durch Ausschneiden  oder Ausstechen tiefer gelegt werden. Dieses  Verfahren ist deswegen zeitraubend, weil  meistens der grösste Teil .der Fläche aus  geschnitten werden muss und nur die Linien  erhaben stellen bleiben.  



  Das Verfahren nach .der Erfindung be  steht darin,     @dass    zunächst ein Bild in eine  Platte negativ     ein.gesehnitten,    das heisst der  art     eingesellnitten    wird,     .dass    die Bildelemente  vertieft sind, und dass davon im Hochdruck  verfahren durch unmittelbaren Abdruck eine  Kopiervorlage erzeugt wird, mittelst deren  das Bild auf die Druckplatte übertragen  wird. Die Platte, in die das Bild negativ    eingeschnitten wird, besteht zweckmässig aus  Holz.  



  Bei .der Durchführung des Verfahrens  werden also zunächst auf der Unterlage aus  Holz oder anderem schnittfähigem Werkstoff  die Bildelemente, also die Linien, Punkte  usw. negativ eingestochen oder eingeschnit  ten, so dass nicht, wie beim Holzschnitt, die  zu druckenden Teile erhaben stehen bleiben,  sondern vertieft in der Platte erscheinen. Das  Einschneiden .dieser Punkte, Striche usw. er  fordert naturgemäss viel weniger Arbeit als  das Ausschneiden und Tieferlegen .der um  gebenden Flächen. Vor allem aber können.  die Striche mit erheblich grösserer Genauig  keit     und        Gleichmässigkeit    eingeschnitten wer  den, als es im     Holzschnittverfahren    möglich  ist.  



  Die negative Kopiervorlage ist' einer  photographischen Strichaufnahme ähnlich.  Bei dieser wird von einer Strichzeichnung  oder sonstigen Strichvorlage auf photographi-           schem    Wege ein Negativ erzeugt, das gleich  falls auf die Druckplatte übertragen wird.  Es muss also von einem .darzustellenden Ge  genstand erst eine Strichzeichnung angefer  tigt werden.     ,Strichzeichnungen    müssen, wenn  sie komplizierte Einzelteile in hoher Prä  zision zeigen und .die gedruckten Bilder nicht  gross werden sollen, in einem vergrösserten       Massstabe    hergestellt werden. Dazu sind oft  grosse photographische Aufnahmen oder Ver  grösserungen nach vorhandenen Vorlagen oder       Originalgegenständen    als Unterlagen für die  Zeichnungen notwendig.

   Aber selbst bei gro  sser Aufnahme und Umzeichnung in Strich  manier ist die     Darstellung    von feinen und  feinsten Einzelteilen und deren absolute Ge  nauigkeit und Präzision deshalb nicht mög  lich, weil dem Zeichenmaterial, also der Zei  chenfeder, der Ziehfeder, dem Papier und der  Tusche Grenzen gezogen sind, die auch von  dem gewandtesten Zeichner nicht überwun  den werden können.  



  Die Übertragung des Bildes auf die zu  schneidende Platte kann zum Beispiel durch  Photographie vorgenommen werden. Die Her  stellung des negativen     Schnittes    ist nicht nur  gegenüber der zur Zeit üblichen Holzschnitt  e erheblich einfacher und daher  billiger, sondern oft auch .gegenüber der Her  stellung von     Strichzeichnungen,    besonders  wenn diese von Photographien oder Original  gegenständen angefertigt werden müssen.

         Jede.    Linie, jeder     ,Strich    erfordert bei dem  neuen Verfahren nur eine Schnittlinie, die in  solcher Feinheit, in solcher Gleichmässigkeit  im An- und Abschwellen mit der Zeichen  feder oder mit dem üblichen Holzschnitt nur  mit unendlicher     Geduld    unvollkommen her  gestellt werden können. Mit dem erfindungs  gemässen Verfahren     können    Wirkungen er  zielt werden,     wie    sie ähnlich nur im     Stahl-          oder        Kupferstich    möglich sind. Zu geeigne  ten Arbeiten kann man auch die Linier  maschine heranziehen.

   Da der Negativschnitt  wie der alte     Holzschnitt,    ohne Umzeichnen       aus    der auf die Schnittfläche übertragenen  Photographie ausgestochen oder geschnitten  werden kann, ist ein absolut genaues Bild in    allen seinen Proportionen gewährleistet. Die  Beurteilung der Bildwirkung während der  Arbeit kann fortlaufend     geschehen,    indem in  jedem Stadium des     Schnittes,    sobald einmal  die Konturen fertig geschnitten sind, Ab  drücke und Photokopien     angefertigt    werden  können.

   Das ist ein weiterer Vorteil des  Verfahrens gegenüber dem     Holzschnittver-          fahren.    Die Gesamtwirkung eines Bildes  kann man bei letzterem erst sehen, wenn  nach Fertigstellung des     Schnittes    der erste  Abzug gemacht ist. Grundlegende Änderun  gen sind dann nicht mehr möglich, während  bei dem erfindungsgemässen Verfahren auch  .Änderungen auf .dem Negativ leicht vor  genommen werden     können.     



  Anhand der Zeichnung sind im folgen  den Ausführungsbeispiele des Verfahrens be  schrieben.  



       Fig.    1 ist eine Ansicht einer Holzplatte,  in der das Bild eingeschnitten ist;       Fig.    2 ist eine Ansicht des nach dieser  Platte hergestellten     Negativs    (Kopiervorlage)  auf     durchsichtigem        ,Stoff;          Fig.    3 zeigt die geätzte Druckplatte,       Fig.    4 das von dieser gedruckte Bild;       Fig.    5 ist eine Teilansicht einer Metall  folie mit einem von dem Block nach     Fig.    1  hergestellten Abdruck;

         Fig.    6 zeigt die Metallfolie, nachdem ein  Teil     herausgeätzt        ist,    und       Fig.    7 zeigt eine Druckplatte mit Zeich  nung, in der unter Verwendung der Scha  blone von     Fig.    6 ein Raster einkopiert ist.  



  Die in     Fig.        $,    5 und 6 schraffierten Teile  sind gleichmässig geschwärzte Flächen.  



  Im einzelnen kann wie folgt vorgegangen  werden:  Auf     eine    Unterlage 1 aus Holz oder an  derem geeigneten Werkstoff wird das Bild  übertragen. Zu diesem Zwecke wird die Un  terlage beispielsweise in der beim Holz  schnittverfahren üblichen Weise mit einer  sichtempfindlichen Schicht überzogen und  das Bild auf photographischem Wege auf  kopiert. Die Konturen werden als Striche  eingeschnitten.     Schattierungen    können in der  an der Stelle 2 angedeuteten Weise in ver-           schiedener    Manier, z. B. durch Strichschraf  fierungen, Kreuzlagen, Linien und Punkte  in einfacher Weise eingeschnitten werden.  Hierzu kann man sich bei passenden Arbei  ten auch der Liniermaschine bedienen. Grosse  Druckflächen brauchen nicht ganz ausgesto  chen zu werden.

   Oft genügt der Einschnitt  einfacher Konturen, da die Flächen später  auf der gedruckten Kopiervorlage aus  geschabt oder bei der Herstellung der Druck  platte auf dieser abgedeckt werden können.  



  Von dem so hergestellten Negativschnitt  nach     Fig.    1 wird nun ein als Kopiervorlage  dienendes Negativ nach     Fig.    2 angefertigt.  Zu diesem Zwecke wird von der Platte 1 ein  Abdruck im Hochdruckverfahren mit geeig  neter Druckfarbe auf eine durchsichtige     Cel-          lon-    oder     Zelluloidfolie    oder einen andern  geeigneten durchsichtigen Träger angefer  tigt.

   Der so gewonnene, noch feuchte Ab  druck wird, sofern er nicht genügend dicht  ist, mit Russ, Metallstaub oder anderem,  nicht lichtdurchlässigem Stoffe eingestaubt  und sorgfältig abgewischt, damit die     auf-          bestaubten    Stoffe     nur    an den mit Farbe be  deckten Stellen hängen bleiben.  



  Dieses Negativ wird nun genau wie ein  photographisches Negativ als Kopiervorlage  benutzt. Die mit lichtempfindlicher Schicht  überzogene Druckplatte erhält damit die       photographische    Kopie und wird darnach in  der üblichen Weise fertig gestellt. Das Er  gebnis ist die in     Fig.    3 dargestellte Druck  platte für den Hochdruck. Für den Raster  tiefdruck muss, wie auch sonst, erst ein Dia  positif angefertigt      .erden.     



  Die bei dem Verfahren durch Druck her  gestellten Kopiervorlagen zeichnen sich da  durch aus, dass die eingeschnittenen Bild=       elemente    selbst in den allerfeinsten Ein  schnitten eine absolute Schärfe und Klarheit  zeigen, wie es bei einem photographischen  Negativ nicht möglich ist.

   Dadurch wird       a        ue        'h        die        Bearbeitung        ZD        der        Druckplatten        er-          leielitert    und Fehler vermieden, die durch  Retuschieren sonst behoben werden müssen,  und die Druckplatten selbst werden beson  ders scharf und gut druckfähig.    Das Verfahren nach der Erfindung kann  auch in Verbindung mit andern Reproduk  tionsverfahren gebracht werden. Dadurch  lassen sich eigenartige und reizvolle Wirkun  gen erzielen.

   So kann man beispielsweise  das wiederzugebende Bild auf die negativ  zu schneidende Platte kopieren und diejeni  gen Teile des     Bildes,    die eine besondere  Schärfe oder Kraft erhalten sollen, schnei  den. Hierauf wird das von dem Schnitt  durch Abdrucken erhaltene Negativ zusam  men mit einem     Autotypiennegativ    des glei  chen Bildes von gleicher Grösse auf die  Druckplatte kopiert. Es bietet sich daher  die Möglichkeit, .die Vorteile individueller  Handarbeit mit den Vorteilen der üblichen  Reproduktionstechnik und der üblichen  Druckverfahren zu verbinden.  



  Entsprechende     Möglichkeiten    ergeben sich  bei der Herstellung von Farbenklischees und       Farbdruckplatten.    Beispielsweise können von  der in     Fig.    1 dargestellten     ;Schnittplatte     durch Druck mehrere Negative     ang"efertigt     werden, nach denen durch entsprechendes  Abdecken einzelner Teile Farbenauszüge auf       Druckplatten    kopiert werden.

   Diese Farben  auszflge werden auf     Druckplatten    übertra  gen,weIche     anschliessend    geätzt werden, und  welche einander genau entsprechen, zumal  wenn alle Negative auf derselben Druck  platte kopiert werden, und diese durch das  gleiche     Ätzverfahren    behandelt wird. Von  diesen Druckplatten können farbige Bilder  oder Zeichnungen in der üblichen Weise her  gestellt werden.  



  Bei einer weiteren Variation des Verfah  rens kann man Schablonen erzeugen, mittelst  deren     Schattierungen    oder Retuschen auf  photographischen Abzügen hergestellt oder  Raster auf Kopien     übertragen    werden, die  mittelst der in     Fig.    2 dargestellten durch  sichtigen Negative hergestellt sind.

   Zu die  sem Zwecke wird mittelst des in     Fig.    1 dar  gestellten Blockes mit geeigneter Farbe im  Hochdruckverfahren ein Abdruck auf einer       dünnen    Metallfolie hergestellt und, solange  die Farbe noch feucht ist,     mit    Asphaltpul  ver bestreut, welches an der feuchten Farbe           festhaftet    und in der üblichen Weise ein  gebrannt wird, worauf die nicht eingefärb  ten Teile abgewischt werden. Die so er  zeugte Metallfolie ist in     Fig.    5 dargestellt.  Nun werden die Teile der Metallfolie, die  entfernt werden sollen, geätzt,     nachdem    man  beispielsweise die übrigen Teile mit Asphalt  lack abgedeckt hat.

   Die     Ätzflüssigkeit    dringt  schnell durch .die dünne Metallfolie hin  durch, so dass gewisse Teile in der aus     Fig.    6  ersichtlichen Weise entfernt werden. Diese  Teile der Folie entsprechen in Grösse und  in ihren Konturen genau den entsprechen  den Teilen des in     Fig.    2 dargestellten ge  druckten Negativs.

   Die so hergestellte Scha  blone     wird    beispielsweise     auf    die Druck  platte gelegt, welche mittelst der in     Fig.    2  gezeichneten Kopiervorlage kopiert, aber  noch lichtempfindlich ist, und auf .die Me  tallfolie wird ein passender negativer Raster  gelegt, der so auf die Druckplatte übertra  gen     wird;    ferner können     Schattierungen        be-          Iiebiger    Art auf der Druckplatte angebracht  werden, die vorher auf .der     ,Schnittvorlage     nach     Fig.    1 und auf der negativen Druck  vorlage nach     Fig.    2 nicht enthalten waren.  



  In ähnlicher Weise kann die Metall  schablone zum Retuschieren, Schattieren oder  Färben von Drucken benutzt werden, die  nach der durchsichtigen Kopiervorlage auf  photographischem Papier angefertigt sind.  



  Bei den bisher üblichen Verfahren wer  den Schablonen durch Abdeckung der Nega  tive oder bei der Herstellung von Retuschen  durch Ausschneiden mit der Schere her  gestellt. Diesem Verfahren gegenüber be  steht der Vorteil des beschriebenen Verfah  rens darin, dass die darnach hergestellten  Metallschablonen genau passen, was beim  Abdecken und Ausschneiden nur schwer und  mit grossem     Zeitverlust    erreicht werden kann.  



  Der den Ausgang des Verfahrens bil  dende     Negativschnitt    wird bewusst mit dem  Ziel     ,geschnitten,    nicht als selbständiger  Druckstock, sondern als Mittel zur Herstel  lung von     Druckplatten    für die verschieden  sten Druckverfahren zu dienen. Die     ,Schnitt-          weise    kann dem jeweiligen Druckverfahren    in dem dazu verwendeten Papier angepasst  werden.  



  Mit derselben negativ     geschnittenen    Platte       (Fig.    1) kann eine beliebige Anzahl von  negativen Druckvorlagen     (Fig.    2) mit ge  ringen Kosten durch Druck hergestellt wer  den, und diese Druckvorlagen können     mit     geringen Kosten versandt werden, .damit dar  nach an andern .Stellen     Druckplatten    nach       Fig.    3 hergestellt werden.  



  Durch die Möglichkeit, die Vorteile der  Handarbeit mit denen der photochemischen  Reproduktionstechnik zu verbinden, ist die  Erfindung geeignet, die graphische Hand  arbeit in das     photochemische        _Druckplatten-          Herstellungsverfahren    einzufügen. Dadurch  wird das gedruckte Bild vervollkommnet.  Das Verfahren stellt eine graphische Tech  nik dar, die sich sowohl für einfache Arbei  ten, bei denen nur Konturen geschnitten  werden, als auch für feinste Arbeiten, die  zarte und reiche     Schattierungen    erfordern,  eignet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Druck platten, dadurch gekennzeichnet, dass zu nächst ein Bild in eine Platte negativ ein geschnitten und davon im Hochdruckverfah ren durch unmittelbaren Abdruck eine Ko piervorlage erzeugt wird, mittelst welcher das Bild auf die Druckplatte übertragen wird. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zum Einschneiden des Negativs eine Platte aus Holz ver wendet wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass von dem eingeschnittenen Bild eine Kopiervorlage auf einem durchsichtigen Träger angefertigt wird. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass von dem Druckbild nur die jenigen Teile eingeschnitten werden, die besondere Schärfe oder Kraft erhalten sollen, und dass hierauf die von dem Schnitt auf dem durchsichtigen Träger gedruckte Kopiervorlage zusammen mit einem Autotypienegativ des gleichen Bil des von gleicher Grösse auf dieselbe Druckplatte kopiert wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass von den mittelst der nega tiv eingeschnittenen Platte gedruckten Kopiervorlagen Farbenauszüge angefer tigt werden, mittelst deren die einzelner.
    Farbdruckplatten hergestellt werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass von der negativ eingeschnittenen Platte ein Abdruck auf einer dünnen Me- tallfolie hergestellt wird, aus .der einzelne Teile zwecks Herstellung einer Schablone ausgeätzt werden, die zur Ergänzung des mittelst der geschnittenen Platte her gestellten Bildes benutzt wird. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 5, dadurch gekenn zeichnet, dass die Schablone zum Über tragen von Kopien auf die Druckplatte benutzt wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1, 5 und 6, dadurch ge kennzeichnet, dass die Schablone auf die auf der Druckplatte befindliche Kopie ge legt und auf diese ein Raster übertragen wird.
CH169733D 1932-05-10 1933-05-06 Verfahren zur Herstellung von Druckplatten. CH169733A (de)

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