Entladungsröhre. Die Erfindung betrifft eine für Relais zwecke bezw. Wechselrichter- und Gleich richterzwecke dienende Entladungsröhre mit mindestens zwei gegenpoligen Elektroden und mindestens einem den Entladungsstrom beeinflussenden Abschirmorgan, in welcher die Entladungsbeeinflussung durch eine ge steuerte Relativbewegung zwischen dem Ab schirmorgan und mindestens einer der erstge nannten Elektroden erfolgt.
Erfindungsge mäss ist das Abschirmorgan unmittelbar neben. der zu beeinflussenden wirksamen Elektrodenoberfläche angeordnet, derart, dass durch die Relativbewegung die Grösse der aktiven Elektrodenoberfläche geändert wird, so dass die Entladung nur an dem von der Abschirmung nicht bedeckten Teil der Elek- troderifläclie erfolgt. Hierbei kann jede der beiden gegenpoligen Elektroden ein einzelnes Ganzes sein oder aus mehreren gleichpoligen Teilelektroden bestehen.
Neben der bekannten Art der Regulie rung der Entladung bei Hochvakuum und Casentladungsröhren durch Änderung des elektrischen Potentials eines Steuergitters oder durch veränderliche elektrische oder magnetische Felder zwischen Anode und Kathode, sind Röhren bekannt geworden, bei welchen die Öffnungen des Gitters durch ein Steuerorgan geändert werden. Das aus einem festen und einem beweglichen Teil bestehende Gitter, welches in üblicher Weise aus Gitter stäben und Zwischenräumen besteht, ist an einer beliebigen Stelle des Entladungsweges angeordnet.
Die Erfindung zeigt diesen Röhren gegen über die Vorteile, dass soweit es sich um Hochvakuum - Relais- oder WechselricUter- röhren handelt, in einem grossen Wirkungs bereich eine sehr feinstufige Abschirmung und dadurch eine genau steuerbare Regulie rung der Entladung möglich ist.
Für eine feinstufige Steuerung einer Gasentladung sind die bekannten Vorrichtungen nur unge nügend brauchbar, weil bei Röhren mit Steuerung durch veränderliches Gitterpoten tial im wesentlichen nur Zünd- und Lösch spannungen verändert werden können, wäh- renddem bei Röhren mit veränderlichen Gitteröffnungen die Gasentladung nicht ge regelt werden kann, weil die Entladungs säule, abgesehen von den Gebieten unmittel bar vor den Ein- bezw. Austrittsstellen der Entladung in die Elektroden, sich bei wach sender Stromstärke einschnürt, was einer Re gulierung nach der bekannten Art zuwider läuft.
Der bei Hochvakuum-Relais- und Wech- selrichterröhren mit beweglichen Gittern in Erscheinung tretende Mangel der feinstufigen Regulierbarkeit infolge des kleinen Steuer weges einerseits und der bei Gasentladungs- röhren in Erscheinung tretende Mangel der feinstufigen Regulierfähigkeit anderseits wird gemäss der Erfindung dadurch behoben, dass unmittelbar vor einer der Elektroden ein be wegliches, den Entladungsstrom abschirmen des Organ angeordnet ist, welches gleich zeitig die Grösse der ,aktiven Anoden- bezw. Kathodenoberfläche verändert.
Unter dem Ausdruck "unmittelbar vor einer der Elek troden" ist hierbei zu verstehen, dass das ab schirmende Organ in so geringem Abstand von der aktiven Elektrodenoberfläche ange ordnet ist, dass die Entladung durch die Um grenzungslinie des Abschirmorganes abge schnitten wird, das heisst die Feldstärke zwi schen der Gegenelektrode und den durch das Abschirmorgan abgedeckten Flächenteilen der Elektrode so gering ist, dass an diesen Flächenteilen keine Entladung mehr statt finden kann.
Zweckmässiger ist ein Abschirmorgan gegenüber einer Elektrode bewegbar ange ordnet, es kann aber auch eine der Elektroden gegenüber einem feststehenden Abschirm- organ bewegbar angeordnet sein. Je nach der Umgrenzung der aktiven Anoden- oder Kathodenfläche kann zwischen der Steuer bewegung und der Entladung ein lineares oder ein beliebiges Verhältnis hergestellt werden.
Da bei Hochvakuumröhren mit Glüh- kathode die Grösse der Emission unter anderem eine Funktion der Grösse der wirk samen Emissionsfläche darstellt, so kann in gewissen Fällen das bewegliche abschirmende Organ unmittelbar vor der wirksamen Ka thodenfläche angeordnet sein, wodurch wiederum der Vorteil einer sehr feinstufigen Regulierung der Entladung möglich ist.
Die Bewegung des Organes, mit dessen Hilfe die Emission gesteuert wird, kann durch zwangsläufige Steuerung erfolgen, sie kann für Wechselrichter-Gleichrichter- und Relaiszwecke mit relativ grosser Zeit konstante eine mechanische, sinusförmige Schwingung sein, wobei der Vorteil ausge nützt sein kann, dass die Anregung oder Auf rechterhaltung einer mechanischen Schwin gung in der Eigenfrequenz des schwingen den Körpers, insbesondere wenn dieser zweckmässig konstruiert ist, eine sehr geringe Energie erforderlich ist.
Für Relaiszwecke -wird dabei eine sehr grosse Verhältniszahl zwischen steuernder und gesteuerter Energie erreicht.
Für Relais-, Wechselrichter- oder Gleich richterröhren, welche mit Gasentladung ar beiten, gestattet die erfindungsgemässe An ordnung, die feststehenden und beweglichen Abschirmelemente, in speziellen Fällen die bewegliche Anode der Kathode, so zu kon struieren, dass in Ruhestellung des beweg lichen Organes der Anodenraum vom Ka thodenraum so getrennt ist, dass eine Ent ladung auf einem andern Weg als dem üb lichen vermieden wird.
Ausführungsbeispiele des Erfindungs gegenstandes sind in der Zeichnung darge stellt, und zwar zeigt: Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer Entladeröhre als Relais in schematischem Schnitt; Fig. 2 zeigt die Resonanzkurve der Feder derselben; Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform einer Entladeröhre als ,doppeltes Resonanzrelais in perspektivischer Ansicht, und Fig. 4 das Schaltschema derselben;
Fig. 5 zeigt in schematischem Schnitt eine weitere Ausführungsform einer Entladeröhre für die Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom bezw. von Wechselstrom in Gleichstrom, und Fig. 6 zeigt in senkrechtem Schnitt eine Ausführungsform einer Entladeröhre zur Umformung von Gleichstrom in Drehstrom bezw. von Drehstrom in Gleichstrom; Fig. 7 zeigt eine schematische Draufsicht hierzu;
Fig. 8 zeigt eine schematische Darstellung des Verlaufes der Stromwege, und Fig. 9 ein Diagramm hierzu. Grundsätzlich sind wie bereits erwähnt, zwei Anordnungen .denkbar, nämlich als erste, dass eine der Elektroden der Entladeröhre gegenüber einem Abschirmteil bewegbar ist und als zweite, dass durch Abdeckung von Öffnungen in einem feststehenden Absehirm- teil die Grösse der wirksamen Elektroden fläche geändert wird.
In der nachfolgenden Beschreibung sind in sämtlichen Ausführungsformen identische Teile auch bei etwaigen geringfügigen Ab weichungen mit gleichen Überweisungen be zeichnet.
Fig. 1 zeigt eine Entladeröhre für Hoch vakuum oder Gasfüllung, deren Glaskolben 1 in üblicher Weise auf einem Sockel 2 befe stigt ist. Auf dem Sockel ist im Kolben innern ein Magnet 3 befestigt, dessen Kern 4 die Wicklung 5 trägt. Am Fusse des Mag netes 3 ist eine aufwärtsragende Feder 6 so befestigt, dass dieselbe bei Schwankungen des Magnetflusses hin- und herschwingt. Die Feder trägt am obern Ende eine Abschirm- platte 7 aus Metall oder Isoliermaterial, welche eine entsprechend grosse Öffnung eines dosenförmigen Abschirmgehäuses 8 aus Me tall oder Isoliermaterial abdeckt.
Falls die Abschirmung und die Feder aus Metall bestehen, so können sie zur Kon- stanthaltung ihres Potentials über Hochohm widerstände an ein entsprechendes Potential gelegt werden. Im Innern des Abschirm- gehäuses 8 liegt die Elektrode 9, welche mit einer Fläche in die Öffnung .desselben hin einragt. Ausserhalb des Abschirmgehäuses 8 sitzen unmittelbar darunter die Gegenelek- troden 10, in diesem Fall Anoden.
Wird an die ruhenden Elektroden eine Spannung, bei spielsweise die Gleichspannung der Batterie B angelegt, so entsteht ein Entladestrom, so bald die Abschirmplatte 7 die Öffnung des Gehäuses 8 freigibt. Je nach der Grösse der hierbei freigegebenen Öffnung ändert sich die wirksame Kathodenfläche und damit die Stärke des Entladungsstromes.
Wird der Magnetfluss beispielsweise durch einen ver änderlichen Gleichstrom geändert, so kann damit der bewegliche Abschirmteil mehr oder weniger aus seiner Ruhelage gebracht wer den, wobei die Grösse der wirksamen Elektro- denfläche verändert wird. Die Bewegung der Feder kann auf mechanischem, magnetischem oder elektrischem Wege bewirkt werden.
Der Vorteil dieser Anordnung besteht darin, dass man mit einer sehr geringen Steuerenergie grosse Energien, welche über den Entladungsweg gehen, in Abhängigkeit von der Grösse der Steuerenergie und kontinu ierlich verändern kann. Wenn das Steuer organ so ausgebildet ist, dass es eine mög lichst kleine mechanische Trägheit besitzt und keine Resonanzschwingungen aufweist, so kann das Steuerorgan mittelst eines akustischen Frequenzgemisches gesteuert werden; auf diese Weise lässt sich dieses Relais bei Anwendung einer Gasentladung zweckmässig als Verstärker für akustische Frequenzgemische, zum Beispiel als Nieder frequenzverstärkerröhre verwenden.
Bei einer derartigen Röhre kann mit ge ringer Steuerenergie und.unter Verwendung einer niedrigen Anodenspannung eine grössere ausgesteuerte Leistung erzielt werden als mit den gegenwärtig bekannten Anordnungen. Da man in .der Lage ist, das Verhältnis des Entladestromes zum Steuerstrom, mit andern Worten, die statische und damit auch die dynamische Kennlinie nach Belieben zu ge stalten,
und zwar einerseits durch bestimmte Formgebung der Abdecköffnungen bezw. deren Seitenflanken und anderseits durch Veränderung der Richtkraft des Steuer- organes. lassen sich Verzerrungen, die in einem vorangehenden Verstärkerteil oder in einem Lautsprecher auftreten, mit einer solchen Röhre korrigieren.
Als kontinuierlich regelbares Relais für Steuervorgänge unterhalb der akustischen Frequenzen ist die beschriebene Röhre ganz besonders leistungsfähig, wenn der schwin gende Abschirmteil nach Fig. 1 oder eine be wegliche Elektrode als Blattfeder ausgebildet ist, wobei besonders in Betracht fällt, dass die Feder eine scharf ausgeprägte Eigenschwin gung aufweisen kann, so dass .die zur Auf rechterhaltung der Schwingung nötige Ener gie klein sein kann.
Wenn als Steuerstrom ein Wechselstrom angewendet wird, welcher in Frequenzbereich fi bis f2 (Fix. 2) variiert werden kann, so lässt sich die Amplitude :der Feder von Null bis zum Maximum A gemäss der Resonanzkurve (Fig..2) der Feder durch die Ferquenzände- rung 0 f erreichen.
In der elektrischen Übertragungstechnik besteht vielfach die Notwendigkeit, kontinu ierliche, veränderliche Vorgänge mit Draht oder auf drahtlosem Wege zu übertragen, und in der allgemeinen Technik handelt es sich oft darum, Bewegungsvorgänge in fein geregelter Form und Abstufung mittelst Fernübertragung weiterzuleiten. Das durch diese beiden Aufgaben vereint gebildete Pro blem der elektrischen Fernübertragung wurde bisher mittelst mehr oder weniger komplizier ter Einrichtungen gelöst, welche vielerlei Fehlerquellen unterworfen und deshalb nur relativ zuverlässig waren. Mit nachfolgend beschriebener Anordnung kann die gestellte Aufgabe mit Vorteil gelöst werden.
Bekanntlich sind sehr geringe Energien notwendig, um einen leicht schwingungs fähigen Körper in Schwingungen zu ver setzen, wenn die antreibende Wechselkraft mit ihrer Frequenz in der Nähe der Eigen frequenz des schwingenden Körpers liegt. Das Übersetzungsverhältnis des Relais in dieser Anordnung ist deshalb ganz besonders gross.
Es ist selbstverständlich, dass durch Ein bau mehrerer Federn mit verschiedener Eigenfrequenz in einer Röhre verschiedene Steuervorgänge unabhängig voneinander kon tinuierlich regelbar übertragen werden kön nen. Der Steuerstrom muss dann ein Frequenz gemisch sein, welches sich aus an ,sich ver änderlichen Wechselströmen von den Fre quenzbereichen der eingebauten Federn zu sammensetzt. Diese zusammengesetzte Steuer frequenz lässt sich auf der Steuerseite am besten durch einen oder mehrere Röhrenoszil- latoren erzeugen, wobei zur Abstimmung regelbare Schwingungskreise verwendet wer den. Jeder Schwingungskreis muss hierbei den Frequenzbereich von mindestens einer Feder umfassen.
Fig. 3 zeigt in perspektivischer Ansicht ein Gasentladungsrelais, bei welchem für die Regelung der Entladungsstärke die Grösse der wirksamen Anodenfläche verändert wird. Wie bei der erstbeschriebenen Ausführungs form ist ein sämtliche Teile einschliessender Glaskolben 1 auf einem Sockel 2' gasdicht be festigt. Auf dem Sockel ist ein permanenter Magnet 3 mit U-förmigem Magnetkörper be festigt, auf dessen Schenkel seitlich kurze Kerne 4 angebracht sind, welche zwei Spulen 5 tragen. Den Polflächen dieser Kerne gegen über sind zwei Blattfedern ,6 mit ihren untern Enden am Magnetjoch freischwingend be festigt. Diese beiden Federn haben verschie dene Eigenschwingungszahlen, welche zirka 10@% von der mittleren Steuerfrequenz ab weichen.
Die eine Feder habe zum Beispiel eine Eigenschwingung von 50-5 = 45 Hertz, die anderez 50-r5 = 55 Hertz. An den freien Enden sind senkrecht zur Feder fläche als Querplatten 7 ausgebildete Anoden befestigt, welche beim Schwingen in ent sprechende Schlitze von auf beiden Seiten an gebrachten Metallschirmen $ eintreten. Zu beiden Seiten dieser Abschirmung sind ausserhalb derselben Glühdrähte 9 angeord net, welche von zugleich als Stromzuführung dienenden Haltern 11 getragen werden. Da, auch die Abschirmbleche auf diesen Haltern befestigt sind, besteht praktisch zwischen denselben und den Glühdrähten keine Poten tialdifferenz.
Die beiden Spulenenden, die Glühdraktausführungen und die Federn sind elektrische voneinander isoliert und an zu gehörige Sockelstifte geführt, und der Glas kolben ist mit einem für die Ionisierung ge- eibneten Gas gefüllt.
Fig. .I zeigt die Schaltung einer solchen Röhre in schematischer Darstellung und zu gleich ein Anwendungsbeispiel für die Er zeugung einer kontinuierlichen Steuerbewe gung. Die beiden Anoden 7 sind hier an die äussern Enden eines zweiteiligen Solenoids 8 angeschlossen, dessen Mittelpunkt an irgend einer Stromquelle angeschlossen ist. Ein auf eine Achse aufmontierter gegabelter Anker A greift mit seinen Hörnern in die beiden Solenoidspulen ein und wird je nach der Verstärkung des Stromes in der einen oder der andern Spule verschwenkt. Auf der Ankerachse kann z.
B. der Ventilkörper eines Steuerventils für einen zu steuernden hydrau lischen oder pneumatischen Servomotor auf gesetzt werden.
Die Wirkungsweise dieser Vorrichtung ist folgende: Der aus einem Verstärker kommende Strom fliesst, in Steuerfrequenz moduliert, durch die beiden Magnetspulen 5, so dass der permanente Magnetismus im gleichen Ryth- mus wie die Stromschwankungen verstärkt und geschwächt wird. Wird nun durch einen Steuervorgang auf der Sendeseite die Steuer frequenz immer mehr der Eigenfrequenz einer der Federn 6 genähert, so berät diese mit grösserer Annäherung an ihre Eigen frequenz in immer stärkere Vibrationen.
Die Anodenplatte 7 der schwingenden Feder tritt hierbei mit immer zunehmender Amplitude auf beiden Seiten durch die zugehörigen Ab schirmungsschlitze hindurch, und wenn an die Feder eine gegenüber den Glühdrähten 9 positive Spannung angelegt wird, so entsteht bei jedem Durchtritt der Platte 7 durch den Absehirmungsschlitz ein kräftiger Strom übergang zwischen Platte 7' und Glühdraht 9.
Der auftretende Strom ist angenähert pro portional der durchtretenden Plattenfläche; diese ist wiederum proportional der Schwin gungsamplitude. Die Amplitude vergrössert sieh mit zunehmender Annährung der Steuer- Frequenz an die Eigenfrequenz der Feder. Diese Annäherung kann z. B. durch die Be wegungen eines Steuerorganes am Sendeort von der Nullage nach der einen Seite bewirkt werden. Durch geeignete Formgebung der schwingenden Anodenplatten 7 lässt sich Proportionalität zwischen dem Bewegungs winkel des senderseitigen Steuerorganes und dem Ausschlag des Steuerorganes A er reichen.
Wird das senderseitige Steuerorgan von der Nullage aus nach der andern Seite bewegt, so nähert sich die Steuerfrequenz der Eigenfrequenz der andern Feder, so dass das gleiche Spiel mit der andern Feder 6 be- gimit. Diese bewirkt einen Ausschlag des Steuerorganes A nach der andern Seite.
Mit dem beschriebenen Doppelresonanz relais ist es möglich, Steuerausschläge nach links und rechts in beliebigem Ausschlag winkel mit grosser Schnelligkeit und Präzi sion zu bewirken. Dabei erfolgt der Steuer vorgang nicht stufenweise, sondern kontinu ierlich, was für die Präzision der Steuerung nesentlich ist. Diese Resonanzfernsteuerung kommt mit einem Minimum von Entladungs röhren aus. Sie ist deshalb wegen ihrer Ein fachheit auch sehr zuverlässig. Dass man durch entsprechende Vermehrung der Federn im Relais verschiedene Steuerteile gleich zeitig betätigen kann, versteht sich von selbst.
In, dem Beispiel nach Fig. 3 mit beweglicher Elektrode ist die Anode schwingbar angeord net, es könnte natürlich aber ebensogut die Kathode schwingbar angeordnet sein.
Das eben beschriebene Entladungsrelais für Hochvakuum oder Gasfüllung kann auch mit Vorteil als Frequenz-Generator Anwen dung finden. Elektrische Frequenz-Genera- toren, die meist mit rückgekoppelten Elek- tronen-Röhren arbeiten, sind von mehreren Betriebsbedingungen abhängig, z. B. von der Anoden-Spannung, von der Gitter-Spannung, von der Heizspannung, von der Leitungsfüh rung, von der Temperatur usw. Daraus geht hervor, dass die Erzeugung einer konstanten Frequenz mit dieser Methode sehr schwer ist. Quarz-Oszillatoren eignen sich vornehmlich für hochfrequente Schwingungen.
Der Fre- quenz-Generator nach obenbeschriebener An ordnung zeichnet sich durch eine grosse Frequenzkonstanz aus, weil mechanische schwingungsfähige Gebilde mit ausgeprägter Eigenschwingung bei konstanter Temperatur sehr gleichmässig in der Frequenz sind. Die Resonanzkurve ist sehr steil. Die Steilheil; derselben wird noch erhöht, weil in der be schriebenen Anordnung das schwingungs fähige Gebilde im Vakuum oder aber unter stark reduziertem Druck arbeitet.
Für die Erzeugung von Hochfrequenz lassen sich die bekannten Mittel der Frequenzvervielfa- chung anwenden. Die Aufrechterhaltung der Schwingung kann durch den gesteuerten Strom erfolgen. Für die Erzeugung von meh reren konstanten Frequenzen können mehrere Schwingungssysteme in einer Röhre ange- bracht,sein. Für die Erzeugung einer ver änderlichen Frequenz kann durch eine ge eignete Vorrichtung der Befestigungspunkt des schwingenden Gebildes verändert werden.
Während das beschriebene Entladungs- röhrenrelais für die kontinuierliche lineare oder nicht lineare Leistungsverstärkung ver hältnismässig langsamer Steuervorgänge, wie auch für die Erzeugung konstanter Frequen zen dient, kann eine solche Röhre auch als Ondulator beliebiger Ströme oder im speziel len für die Umformung von Gleichstrom- in Wechselstrom beliebiger Form des Strom- oder Spannungsverlaufes und beliebiger Phasenzahl verwendet werden.
Fig. 5 zeigt die einfachste Form der An ordnung für die Umformung von Gleichstrom in Wechselstrom mittelst einer solchen Ent ladungsröhre. Ein Glaskolben 1, der hoch evakuiert oder mit verdünntem Gas gefüllt ist, welches für Entladungsvorgänge günstige Eigenschaften besitzt, ist am Sockel 2 befe stigt. Ein Magnetsystem 3, welches durch die auf den Kern 4 aufgesetzte Spule .5 vari ierend magnetisiert werden kann, trägt die Blattfeder 6, die aus magnetischem Material besteht.
Das Abschirmgehäuse 8 aus Metall oder Isoliermaterial mit der mittleren Trenn wand 8a und den beiden Entladungsöffnun- gen @8b enthält in den beiden durch die Trenn wand 8a gebildeten Kammern je eine Anode 10, die unmittelbar an den Öffnungen 8b sitzen und mit den beiden Enden der Primär- wicklung ;des rangeschlossenen Transforma tors T verbunden sind.
Die Mittelanzapfung dieser Wicklung führt zum positiven Pol der Gleichspannungsquelle B. Eine Abdeckplatte 7, welche im Ruhezustand die Üffnungen 8b bedeckt, ist am obern Ende der Blattfeder 6 befestigt. Ausserhalb des Abschirmgehäuses 8 ist die Gegenelektrode 9, welche in Form einer Glühkathode ausgebildet ist, angeord net. Die Kathode 9 ist mit .dem negativen Pol der Gleichspannungsquelle B verbunden. Die Eigenfrequenz der Feder 6 ist so gewählt, dass sie mit der zu erzeugenden Wechselspan nung übereinstimmt.
Die Magnetwicklung 5 kann an die Sekundärwicklung des Transfor mators T angeschlossen werden. Wird die Feder 6 durch einen Wechselstrom, welcher durch die Spule 5 fliesst, in Schwingung ver setzt, so werden abwechslungsweise die beiden Entladungsöffnungen 8n1 freigelegt. Dadurch wird der Entladungsstrom nach Art eines einfachen Kommutators abwechslungsweise den Weg zwischen einer der beiden Anoden 10 und der Kathode 9 nehmen. Durch ge eignete Formgebung der Seitenflanken der Entladungsöffnungen 8b lässt sich die Kurve des Entladestromes nach Belieben gestalten.
Bei Verwendung einer indirekt geheizten Ka thode kann die gesamte Gleichspannung für die Heizung herangezogen werden.
Mit Hilfe einer Gleichstromwicklung, welche der Wicklung 5 überlagert ist, kann man durch den Einschaltstromstoss die Feder anstossen. Die Eigenfrequenz der Feder ist sodann bestimmend für die Frequenz des er zeugten Wechselstromes. Ist die Röhre be- stimt für die zusätzliche Speisung eines schon unter Spannung stehenden Wechsel stromnetzes, so muss die Steuerung der Feder durch das Netz zwangsläufig erfolgen, was auf einfache Weise verwirklicht werden kann.
Anstatt eines Steuerorganes mit hin- und herschwingender Bewegung, wie die Feder 6, kann auch ein Steuerorgan mit Drehbewe gung Verwendung finden. Die Drehbewegung desselben kann mittelst eines magnetischen Drehfeldes erzeugt werden, dessen Er regungswicklung ausserhalb des Kolbens der Entladungsröhre liegt. Mit Hilfe eines der artigen Drehsystemes können Umformungs ondulationen verschiedenster Art erzielt wer den.
In Fig. 6 bis 8 ist eine solche An ordnung unter Anwendung doppelter Kom mutation zur Umformung von Gleich strom in Drehstrom bezw. von Drehstrom in Gleichstrom dargestellt. Auf einem Sockel körper 2 ist hier wieder ein Glaskolben 1 gas dicht aufgesetzt. Als beweglicher Teil der Abschirmung dient ein rotierender Hohl zylinder 17, der durch die Trennwand 17b in eine obere und eine untere Kammer geteilt wird.
Legt man der Drehbewegung eine Tourenzahl von 3000 Umdrehungen pro ;Minute (für Erzeugung von 50 Hertz) zu grunde, so erhält man am Rotor 17 im obern und untern Teil je einen Schlitz 17a von<B>90'</B> Umfangslänge und beide Schlitze sind ein ander diametral gegenüber angeordnet, so dass in der Zeichnung nur der obere sichtbar ist. Am obern und untern Ende ist der Hohl zylinder 17 abgeschlossen. Am obern Ende des Rotors ist ein zweipoliger Anker 18 aus magnetisiertem Stahl angebracht, welcher durch ein Drehfeld in Drehung versetzt wird, welches durch eine den Kolben 1 umgebende äussere Wicklung 19 (für Drehstrom oder Einphasenwechselstrom) erzeugt wird.
Auf dem Sockelkörper 2 ist zentral eine Achse 20 befestigt, auf welcher der Rotor mit einem obern Zapfenlager 21 ruht und mittelst einer Bohrung in der mittleren Trennwand 17b ge führt ist. In der obern Rotorkammer ist auf die Achse 20 eine Anode 22 aus Graphit an geordnet. In der untern Rotorkammer ist eine indirekt geheizte Glühkathode 23 eingesetzt. Die Stromzuführung 24 der zentralen Anode 22 geht durch eine Längsbohrung der Achse 20 zur Anode. Der Rotor 17 ist von einem feststehenden Teil, dem Stator 25 umgeben, welcher durch drei regelmässig auf den Kreis- umfang angeordnete Gehäusesektoren von je zirka 90 Längenausdehnung gebildet ist.
Jeder dieser Gehäusesektoren enthält in sei nem obern Teil eine indirekt geheizte Glüh- kathode 26 und in seinem untern Teile eine Anode 27, welche die genannte Öffnung des Sektors abdeckt. Die Glühkathode und die Anode jedes Gehäusesektors sind leitend mit einander verbunden, und ihre Zuleitungen durch die Wandung des Gehäusesektors iso liert herausgeführt. An jedem Anoden- Kathodenpaar ist eine Drehstromableitung I, II, III angeschlossen, wie aus Fig. <B>7</B> ersicht lich.
Der positive Pol der Batterie B ist an die Zentralanode<B>22</B> und der negative Pol der ersteren an die Zentralkathode 23 angeschlos sen. Bei dieser Anordnung wird im Dreh stromsystem Dein Drehstrom üblicher Art mit drei um 120' gegeneinander versetz ten Einphasenwechselströmen erzeugt. Der Stromweg ist hierbei aus Fig. 8 klar ersicht lich. Die Sinusform des erzeugten Wechsel stromes, welcher im Diagramm Fig. 9 darge stellt ist, kann auch hier durch passende Aus bildung der seitlichen Begrenzungsränder der Rotorschlitze erzielt werden.
Bei zusätzlicher Speisung eines unter Spannung stehenden Drehstromnetzes mit einer derartigen Entladungsvorrichtung wird das Drehfeld für den Rotorantrieb zweck mässigerweise durch dem Drehstromnetz ent nommener Strom erzeugt, und es kann hier bei durch drehbare Anordnung der Drehfeld wicklung und deren Einstellung eine voll kommene Phasengleichzeit erzielt werden.
Bei der Speisung eines gesonderten Dreh stromnetzes kann die Frequenzkonstanz da durch erreicht werden, dass, das Drehfeld bei spielsweise mittelst einer Entladevorrichtung mit Pendelsteuerung nach Art der Eingangs beschriebener Entladeröhren, deren Magnet mit einer Haupt- und einer phasenverscho benen Hilfswicklung versehen ist, erreicht wird.
Vorrichtungen zum Umformen von Gleichstrom in Wechsel- und Drehstrom nach dieser Anordnung zeichnen sich- durch grösste Einfachheit und Betriebssicherheit aus, leiden nicht unter Punkenbildung, Oxy dation oder Verbrennungen der wirksamen Teile, erhalten kleine Abmessungen und ein geringes Gewicht und benötigen keine War tung. Auch besteht die Möglichkeit einer be liebigen Beeinflussung der Kurvenform des erzeugten Wechselstromes. Solche Umformer und Relaisentladeröhren können auch in kleinsten Einheiten mit wirtschaftlicher Arbeitsweise hergestellt werden.
Wechselrichter nach den beschriebenen Bauarten lassen sich auch zweckmässigerweise als Gleichrichter vornehmlich für hohe Span nungen anwenden, weil durch die mecha nische Absperrung der Entladungswege die Gefahr einer Rückzündung weitgehend ver mieden werden kann.