Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Röntgenaufnahmen. Die Qualität von Röntgenphotographien hängt in erheblichem Masse von der Bild schärfe ab. Die unscharfe Abbildung von Körperumrissen wird einesteils dadurch her beigeführt, dass der Brennfleck eine gewisse Ausdehnung hat und andernteils dadurch, dass für die Aufnahme eine gewisse Belichtungs zeit erforderlich ist, während welcher sich die abzubildenden Körper,durch Eigenbewe gung verschieben.
Ausserdem Gebrauch von empfindlichen, photographischen Filmen und Verstärkungs schirmen sind die wichtigsten Mittel, ,die un ter Aufrechterhaltung der Bildschärfe zum Vergrössern der zulässigen Belastung verwen det werden, der bandförmige Brennfleck, von dem die in der Längsrichtung unter einem sehr kleinen Winkel mit der Antikathoden- fläehe austretenden Strahlen verwendet wer den, und die Drehanode. Bei dem erstgenann ten bleibt die spezifische Belastbarkeit der Antikathode unverändert und :die gesamte Belastbarkeit wird infolge der grösseren be- lasteten Fläche grösser.
Die Verwendung einer Drehanode dagegen gibt die Möglich keit, dieselbe belastete Fläche, also einen kleinen Brennfleck, unter allen Bedingungen aufrechtzuerhalten, jedoch eine stärkere Be lastung zuzulassen, indem die spezifische Be lastbarkeit der Anodenfläche vergrössert wird.
Die Erfindung betrifft ein neues Mittel, durch das die Beleuchtungszeit verkürzt und somit die Bildschärfe vergrössert werden kann.
Nach der Erfindung wird die Tatsache ausgenutzt, dass die an der Oberfläche des Antikathodenspiegels die spezifische Belast barkeit der Antikathode bedingende Tempe ratur nach der Einschaltung der bis dahin unbelasteten Röhre nicht sofort den Wert an nimmt, den sie nach einer gewissen Zeit hat.
Es hängt von der Wärmeleitfähigkeit des Antikathodenstoffes in der Umgebung -des Brennfleckes und von der Dicke des meist aus Wolfram bestehenden Einsatzes ab, wie schnell die Temperatur ansteigt. Bei in der Praxis verwendeten Röhren, die dauernd mit einer Energie belastet sind, welche die Tem peratur an der Antikathodenfläehe bis zu an nähernd 8000 steigert, wird diese Höchst temperatur erst nach etwa 1 Sek. erreicht; nach 0,05 Sek. beträgt sie annähernd 1800 . Die Steigerung ist anfangs sehr steil und nimmt allmählich ab.
Während der Zeit, in der die Tempera tur noch im Steigen ist, ist die Röhre eigent lich unterbelastet. Nach der Erfindung wird nun der Röntgenröhre eine Energie zu geführt, welche die während der Aufnahme zeit zulässige, gleichbleibende Belastung übersteigt, und die währen(der Aufnahme allmählich vermindert wird, während die Spannung nahezu auf gleicher Höhe ge halten wird.
Hierdurch wird erreicht, dass die Temperatur schneller ansteigt, als wenn die Röhre mit einer gleichbleibenden Be lastung belastet würde, die der am Ende der Belastungsdauer von der Röhre auf genommenen entspricht.
Ein Röntgengerät nach ,der Erfindung ist .demgemäfl mit einer für die Röntgenröhre be stimmten Energiequelle ausgestattet, mittelst welcher der Röhre bei nahezu auf gleicher Höhe gehaltener Spannung eine während,der Belastung allmählich abnehmende Energie zugeführt wird, die am Anfang die während der Aufnahmezeit zulässige, gleichbleibende Belastung übersteigt. Ein solches Gerät eig net sich vorzüglich für kurzdauernde Auf nahmen.
Das Verfahren und die Verwendung eines Gerätes nach der Erfindung hat den Vorteil, ,dass in einer gegebenen Zeit eine grössere An zahl m Amp.-Sek. zugeführt werden kann, da die Anzahl m Amp., mit der die Belastung begonnen wird, wesentlich höher als die bei ständiger Belastung zulässige sein kann. Umgekehrt ist bei einer gegebenen Anzahl m Amp.-Sek. die Belichtungszeit kürzer, wenn mit einer stärkeren Belastung als die Dauerbelastung angefangen wird.
Die zweckmässigste Belastungsweise nach ,der Erfindung erreicht man, wenn die Be- lastung nach einer solchen Funktion ab nimmt, dass kein Sinken der Temperatur an dem Brennfleck auf der Antikathode erfolgt und die Temperatur zwar möglichst schnell, jedoch nicht über den höchstzulässigen Wert steigt. Es wird natürlich von den periodi schen Temperaturschwankungen abgesehen, .die beim Betrieb mit Wechselstrom oder pul sierendem Strom auftreten.
Es sei bemerkt, dass das Verfahren nach .der Erfindung und das Röntgengerät zur Herstellung von kurzdauernden Aufnah men nach diesem Verfahren nur auf solche Röhren anwendbar sind, deren Sättigungs spannung höher ist oder doch höher gemacht werden kann als die, mit der die Röhre unter gewöhnlichen Bedingungen betrieben wird, da es sonst nicht möglich wäre, eine Be lastungserhöhung durchzuführen, ohne auch die Spannung zu erhöhen.
Geräte, bei denen die Belastung während ,der Aufnahme abnimmt, sind in der Form von sogenannten Kondensatorgeräten be kannt. Bei diesen wird die Energie für die Röntgenröhre von einem zuvor bis auf eine bestimmte Spannung geladenen Kondensator geliefert. Hierbei wird die Wirkung, die mit ,dem. Verfahren nach der Erfindung erreicht wird, noch nicht erreicht, da bei solchen Ger röten die Spannung der Röhre während der Aufnahme nicht gleichbleibend ist, sondern sich mit dem Strom ändert.
Eine starke Ver änderung -der Spannung während der Auf nahme ist aber auf Grund des ungünstigen Einflusses auf die Qualität des Bildes. un erwünscht.
Ein Röntgengerät. nach der Erfindung kann eine mit der Einschaltvorrichtung für .die Elektrodenspannung der Röhre verbun dene Vorrichtung besitzen, mittelst welcher vom Zeitpunkte oder annähernd vom Zeit punkt des Einschaltens der Spannung an ein Sinken der Glühkathodentemperatur herbei geführt wird.
Beim Beginn der Aufnahme kann dann die Glühkathode so stark erhitzt sein, dass die Emission bedeutend höher ist, als die Röhre für die Dauer der Belastung ertragen kann; man lässt die erwähnte Tem- peratur so abnehmen, dass eine unzulässige Steigerung der Anodentemperatur verhütet wird. Erwünscht ist jedoch, dass das Sinken der Glühkathodentemperatur nicht so schnell erfolgt, dass dieAnodentemperaturwährend der Aufnahme zurückgeht.
Dies kann dadurch verwirklicht werden, dass in den Glühstrom kreis ein Widerstand eingefügt wird, der durch einen Schalter überbrückt ist, und,dass dieser mit der Einschaltvorichtung für die Elektrodenspannung gekuppelt wird, so dass dieser Schalter gleichzeitig mit oder, im Ver hältnis zu der Dauer der Aufnahme, kurz vor oder nach dem Einschalten der Spannung ge öffnet wird. Die Glühkathode wird wegen ihrer Wärmekapazität nicht gleich die der niedrigeren Glühstromintensität entspre chende Temperatur annehmen, sondern sich allmählich abkühlen, so dass auch die Elek tronenemission allmählich verringert wird.
Es ist erwünscht, dass die während der Aufnahme wirkende Spannung regelbar sei, und dass im Zusammenhang damit auch die Intensität des Glühstromes oder doch das Sinken derselben nach dem Einschalten der Elektrodenspannung geregelt werden könne. Meist wird bei Röntgengeräten zum Regeln des Glühstromes ein veränderlicher Wider stand verwendet. Bei Geräten, bei denen die Erfindung in der vorher beschriebenen Weise verwirklicht ist, ist es zweckmässig, zu die sem Zweck den überbrückten Widerstand regelbar zu machen.
In diesem Fall ist die Intensität des Glühstromes, bevor die Auf nahme beginnt, unabhängig von dem gewähl ten Widerstand, aber das, Sinken der Glüh- kathodentemperatur während der Aufnahme erfolgt um so schneller und bis zu einem um so niedrigeren Endwert, je mehr Widerstand eingeschaltet ist.
Die Regelvorrichtung für den überbrück ten Widerstand wird zweckmässig mit der Regelvorrichtung für die Spannung gekop pelt, damit einer bestimmten Spannung stets ein solches Mass der Belastungssenkung ent- sgYicht, dass: zwar eine hohe Nutzwirkung er- reicht wird, aber die Röntgenröhre nicht ü16rIastet werden kann.
Dass der Glühstrom bei der letzterwähnten Ausführungsform nicht beliebig regelbar ist, beschränkt die Möglichkeit der Anwendung .des Röntgengerätes, da man keine Aufnah men mit geringerer Energie herstellen kann, als den durch den Regler bestimmten Kombi nationen von Spannung und veränderlicher Stromstärke entspricht.
Dieser Übelstand kann durch eine zweite Einrichtung zur Regelung der Heizung be hoben werden, die beliebig anstatt der vorhin erwähnten eingeschaltet werden kann, und es ermöglicht, die Stromstärke der Röntgen röhre, ohne dass die Gefahr einer zu starken Belastung besteht, auf einen beliebigen Be trag unterhalb eines vorgesehenen Wertes einzustellen, welcher Betrag sich während der Aufnahme nicht verändert.
Für die Umschaltung der mit der Span nung gekoppelten Regelvorrichtung auf die andere Regelvorrichtung kann der Handhebel der letzteren beispielsweise derart wirksam sein, dass die Umschaltung auf die erstere durch Verbringen des Handhebels, in die Nullstellung erfolgt.
Man kann zwecks Erreichung eines all mählichen Sinkens der Stromstärke während der Aufnahme auch andere Mittel als nur die Wärmekapazität der Glühkathode verwen den. Man kann zum Beispiel die Glühkathode mit Gleichstrom speisen und parallel zu die ser Kathode einen Kondensator schalten.
Wenn. in diesem Fall gleichzeitig mit dem Einschalten der Spannung an den Elektraden der Röhre der Heizstrom der Glühkathode unterbrochen oder geschwächt wird, findet eine allmähliche Abnahme der Glühkathoden- temperatur während der Aufnahme statt.
Gegenüber der ersten Ausführungsmög- liehkeit hat jene mit dem Kondensator den Vorteil, .dass, man: hierbei die Geschwindig keit, mit,der ,die Temperatur abnimmt, durch die Grösse des Kondensators regeln kann, während im ersteren Fall, wo die Tempera tursenkung nur von der Wärmekapazität der Glühkathode abhängt, eine solche Regelung nicht so. gut.
möglich ist. Man kann die Veränderung in der Be lastung auch durch Beeinflussung ,des Poten tials einer Hilfselektrode der Röntgenröhre herbeiführen, da man einer solchen Hilfs elektrode ein positives Potential gegenüber der zuvor eingeschalteten Glühkathode geben und die Abnahme dieses Potentials während der Aufnahme bewirken kann. Infolgedessen wird der Entladungsstrom der Röntgenröhre anfangs stärker sein, als wenn die Hilfs elektrode im weiteren Verlauf weniger po sitiv ist.
Als Spannungsquelle für das Potential der Hilfselektrode kann ein geladener Kon densator dienen. Das Röntgengerät kann in diesem Fall wie folgt eingerichtet sein. Ein Kondensator ist mit einem Polwechsler ver bunden, der zwei Stellungen einnehmen kann. In der einen ,Stellung wird der Kon densator mit einer Wechselstromquelle in Reihe zwischen die Hilfselektrode und die Glühkathode gelegt. Beim Übergang nach der zweiten Stellung werden die Pole des Kon- densators vertauscht, und die Wechselstrom quelle wird aus dem gondensatorstromkreis herausgenommen.
Ferner ist ein Schalter, mittelst welchem die Röhrenspannung ein geschaltet wird, mit diesem Polwechsler ge kuppelt, so,dass er gleichzeitig mit der Über- führungdes Polwechslers in .die zweite Stel- lung eingeschaltet wird. Die Wirkungsweise dieser Einrichtung soll weiter unten anhand der Zeichnung erläutert werden.
Es ist möglich"dass die Energiequelle der Röntgenröhre nicht fähig ist, ohne besondere Massnahmen eine genügend gleichbleibende Spannung zu liefern, weil der Spannungs verlust indem Röhrenstromkreis zu gross ist. In diesem Fall ist es erwünscht, das Gerät mit einer Vorrichtung zu versehen, die be wirkt, dass in dem Entladungsstromkreis der Röntgenröhre beim Beginn der Belastung eine höhere elektromotorische Kraft wirkt, als am Ende derselben.
Die Erfindung ist in der Zeichnung an drei Ausführungsbeispielen näher erläutert. = Fig: 1 zeigt schematisch den zeitlichen Verlauf der Temperatur und der Belastung; F'ig. 2 zeigt Kurven zum Vergleich des neuen Verfahrens mit !dem bisher aus geübten; Fig. 3 und 5 sind Schaltbilder von Ge räten, bei denen der Heizstrom der Glüh- kathode beim Einschalten der Röhrenspan nung reduziert wird; Fig. 6 ist eine Einzeldarstellung, die sich auf das Gerät in Fig. 5 bezieht;
Fig. 4 ist ein Schaltbild eines Gerätes, bei dem das Potential einer Hilfselektrode die Belastung regelt.
In Fig. 1 bezeichnet l eine Kurve, die den. Verlauf der Temperatur T, an der Ober fläche der Anode einer Röntgenröhre in -<B>Ab-</B> hängigkeit von der Zeit festlegt, wie dieser sich bei gleichbleibender Belastung in der Praxis zeigt. Die höchstzulässige Tempera tur von<B>3000',</B> bei ,der eine spezifische Be lastung von annähernd 200 Watt pro mm' zugeführt werden kann, wird erst nach 1 Sekunde völlig erreicht. Diese Temperatur hat sich jeweils als annähernd proportional mit der gleichbleibenden spezifischen Be lastung erwiesen. Es ergibt sich nun, dass nach 0,03 Sek. die Temperatur nur die Hälfte des Höchstwertes beträgt.
Wenn also ,die Belastung zweimal grösser gewesen wäre, würde in diesem Zeitpunkt die Temperatur schon<B>3000'</B> betragen haben. Eine solche Be- lastung ist jedoch für die Dauer unzulässig, weil. sie die Temperatur bis über<B>3000'</B> stei gern würde.
Der Röhre kann -hingegen, auch bei an nähernd auf gleicher Höhe gehaltener Span nung, anfänglich die doppelte Leistung zu geführt werden, sofern man dafür Sorge trägt, dass die Temperatur dennoch nicht zu hoch ansteigt. Dies wird nach .der Erfindung dadurch bewerkstelligt, dass ausgehend von dem als konstant für die Belastungszeit un zulässigen Werte eine allmähliche Abnahme der Belastung bewirkt wird.
Nach 0,01 Sek. beträgt die Temperatur nur etwa 1000 . Bis zu diesem Zeitpunkt. hätte somit die Belastung sogar dreimal grösser als :die ständige sein dürfen. Wenn der Verlauf, der durch.. die Kurve 2, fest- gelegten Belastung verwirklicht werden könnte, würde die Temperatur beim Ein schalten sofort und dann konstant '3000 be tragen. Dies zu erreichen, muss für unmöglich gehalten werden, wohl aber wird man zum Beispiel eine Temperaturkurve, wie die mit 3 bezeichnete schaffen können, so dass eine gegebene Anzahl m Amp.-Sek., die :der Röhre zugeführt wird, in bedeutend kürzerer Zeit erreicht wird.
In Fig. 2 sind Diagramme dargestellt, mit denen erklärt werden kann, dass mit einem Gerät nach der Erfindung, eine Aufnahme sogar unter Benutzung einer schwächeren Röhre in kürzerer Zeit hergestellt werden kann, als mit einem Gerät, bei dem die Be lastung während der Aufnahme gleichblei bend ist. Die Kurve 4 bezeichnet den Ver lauf der Belastung während der Aufnahme in einer Zeit ti. Im Zeitpunkt ti ist die Be lastung auf den dauernd zulässigen Wert Ni abgefallen.
Die Belastung mit der angefan gen wurde, beträgt No und der Verlauf von No bis Ni ist derart gewählt, dass die Tem peratur an der Anodenfläche den zulässigen Höchstwert nicht übersteigt. Die der Röhre zugeführte Anzahl m Amp.-Sek. wird durch die senkrecht schraffierte Fläche bezeichnet, welche die Kurve 4 zwischen den Werten No und Ni einschliesst.
Die Linie 5 bezeichnet die gleichbleibende Energie N2, die einer stärkeren Röhre dauernd zugeführt werden kann. Nach einer Aufnahmezeit t2 ist eine Anzahl m Amp.-Sek. N2,<I>t2</I> erreicht. Entspricht nun -die wagrecht schraffierte Fläche des Rechteckes <B>N212</B> der senkrecht schraffierten,
so hat man in beiden Fällen die gleiche Anzahl m Amp.-Sek. Man kann also durch Herabsetzung der Belastung bei gleichbleibender Spannung während der Aufnahme mit einer nur für eine Dauer belastung Ni geeignete Röntgenröhre eine Aufnahme in einer Zeit ti herstellen, für die man mit einer für eine grössere Belastung N2 geeigneten Röhre eine längere Zeit t2 bei gleichbleibender Belastung braucht.
In Fig. 3 bezeichnet 6,das Wechselstrom netz, von dem aus Strom über einen Schalter 7 ,durch einen Leiter 8 einem Hochspannungs transformator 9 für eine Röntgenri)hre 10, einem Zeitschalter 11 und einem den Heiz strom für die Glühkathode 13 der Röhre lie fernden Transformator 12 zugeführt wird. Die Anode ist mit 14 bezeichnet. Der Zeitschal= ter 11 ist ferner über eine Schaltspule 15 durch den Leiter 19 mit dem Schalter 7 ver bunden. Die Spule 15 wirkt .auf einen Dop pelschalter 16, der in dem Primärstromkreis des Transformators 9 und in jenem des Transformators 12 wirkt.
Wird der Schalter 7 eingerückt, so fliesst Strom durch den Lei ter 8 nach dem Transformator -12 und von dort über den dann noch in der dargestellten Stellung gehenden Schalter 16 und dem Lei ter 19 nach dem Netz zurück. Die Glüh- kathode wird dabei auf eine Temperatur er hitzt, die für einen Dauerbetrieb viel zu hoch ist. Betätigt man den Zeitschalter 11, so wird die Spule 15 erregt und der Schalter 16 in seine oberste Stellung gebracht.
Hierdurch wird ein Widerstand 17 der bis dahin durch den Schalter 16 kurzgeschlossen war, in den Primärstromkreis des Transformators 7 2 ein gefügt, so dass der die Glühkathode durch fliessende Strom abnimmt und die CTlüh- kathodentemperatur von diesem Augenblick an sinkt. Der Widerstand 17 kann so. gross gewählt sein, wie dies für eine Dauer belastung der Röhre erforderlich ist.
Gleichzeitig wird der Primärstromkreis des Transformators 9 durch dan Schalter 16 geschlossen und die Röhre wird -somit-be- lastet, und zwar mit einem sehr starken Strom, da die Glühkathode eine hohe Tem peratur aufweist Nachdem die Glübkathode sich etwas abgekühlt hat und die Einmission somit verringert ist, ist der Spannungsver lust im Transformator 9 kleiner geworden, was eine Steigerung der Spannung zwischen ,den Elektroden 13 und 14 bedeuten würde.
Um jedoch einer zu grossen Spannungsverän derung während der Aufnahme vorzubeugen, geht .der Schalter 16 während seiner Bewe gung an einer oder mehreren Zwischenstel lungen vorbei, wobei solche Verbindungen hergestellt werden, dass gleichzeitig mit der Verringerung des Spannungsverlustes eine Verringerung der elektromotorischeu Kraft in dem Entladungsstromkreis der Röntgen röhre entsteht. Zu diesem Zweck können die Zwischenkontakte mit Anzapfungen des Transformators verbunden sein oder es kann auch, wie dies in der Figur dargestellt ist, ein Widerstand 18 in -den Primärstromkreis des Transformators 9 eingefügt werden.
Ge gebenenfalls können mehrere Widerstände zunehmender 'Grösse hintereinander in den Stromkreis eingefügt werden. Die Bewe gungsgeschwindigkeit des Schalters 16 muss natürlich mit dem Bedarf an Spannungsver ringerung in der Primärwicklung des Trans formators 9 in Übereinstimmung gebracht werden. Wenn der Transformator 9 wenig Spannungsverlust hat, kann die Vorrichtung zum Verändern der elektromotorischen Kraft während der Belastungsperiode wegfallen. Eine starke Spannungsveränderung während .der Aufnahme ist jedoch der Qualität des Bildes sehr nachteilig.
In Fig. 5 bezeichnet 51 .die Röntgenrö'ice. Die Anode 52 und die Glühkathode 53 sind mit der Sekundärwicklung eines Hochspan nungstransformators 54 verbunden. Die Pri märspannung dieses Transformators kann auf drei verschiedene Werte gebracht werden. Zu diesem Zweck ist ein Autotransformator 55 vorgesehen, der an ein Wechselstromnetz 56 angeschlossen ist. Der Transformator 54 kann mit dem Transformator 55 durch einen zwei poligen, elektrisch betätigten Hauptschalter 57 verbunden werden.
Zur Regelung .der Primärspannung des Transformators 54 dient eine mit beweg lichen Kontaktsegmenten 58 und 59 und mit ortsfesten Kontaktfedern 60 und 61 ver sehene Schaltwalze. Mittelst .der Walze im dargestellten Beispiel können -drei Spannun gen gewählt werden. Bei der Drehung aus der Ruhestellung kommt das, Segment 58 mit dem Kontaktfinger 60 und eines der Segmente 59 mit einer der Kontaktfedern 61 in Berührung. Letztere sind mit je einer An zapfung des Transformators. 55 verbunden, so dass der an den Kontaktfinger 60 an- geschlossene Leiter -<B>62</B> durch die Walze mit einer dieser drei Anzapfungen in Verbindung gebracht werden kann.
Wird, nachdem die Walze in eine der drei Stellungen 1, 1I und III, gebracht ist, der Schalter 57 mittelst des Zeitschalters 63 geschlossen, so wird durch die Leiter 62, 64 und 65, 66 der Primär strom dem Transformator 54 zugeführt.
Mit der Walze für die Spannungsrege lung ist eine Walze für die Einstellung des Stromes verbunden, den .die Kathode der Röntgenröhre zum Fliessen bringt. Diese Walze, die zum Beispiel auf der gleichen Welle wie die Schaltwalze für die Span nungsregelung angebracht sein kann, besitzt bewegliche Segmente 67 und 68 und orts feste Kontaktfedern 69 und 70. Durch Drehender Walze kann die Kontaktfeder 69 über das Segment 67 und eines der Segmente 68 mit einer der Kontaktfedern 70 in Ver- bidung gebracht und dadurch ein Teil des Widerstandes 71 kurzgeschlossen werden. Dieser Widerstand liegt in Reihe mit einem Begrenzungswiderstand 72 in dem Primär stromkreis des Glühstromtransformators 73, der den Strom zum Heizen der Glühkathode 53 liefert.
In der ersten Stellung -der Doppels 2halt- walze wird die Anzapfung des Transforma tors 55 eingeschaltet. welche die geringste Spannung liefert. Dagegen wird der grösst mögliche Teil des Widerstandes 71 kurz geschlossen und somit ein möglichst grosser Heizstrom durch die Kathode geführt. Dreht man die Walze weiter, so wird eine höhere Elektrodenspannung, aber ein kleinerer Heiz strom gewählt. Infolgedessen kann die Nutz wirkung der Röntgenröhre in jeder Stellung -des Reglers auf den möglichst grossen Wert erhöht werden.
Mit dem zweipoligen Schalter 57 ist ein Hilfsschalter 74 verbunden, der den Wider stand 71 überbrückt. Wird durch das Schlie ssen des Zeitschalters, 63 ein Strom durch die Erregerspule 75 des, Hauptschalters. 57 ge führt, so wird zunächst diese Überbrückung aufgehoben, so dass der Glühstrom auf einen Wert sinkt, der von der Stellung der Regel- walze abhängt und dann wird der Primär stromkreis des Transformators 54 eingeschal tet. Dieser wird so lange eingeschaltet ge halten, als der Zeitschalter den die Spule 75 durchfliessenden Strom geschlossen hält.
Der Hauptschalter kann .derart eingerich tet sein, dass die Zeit zwischen dem Auf heben der Überbrückung ,des Widerstandes 71 und dem Einschaltendes primären Strom verlaufs regelbar ist. Um dies in der Zeich nung schematisch anzugeben, ist ein Brems zylinder 76 dargestellt. Es kann erwünscht sein, dass ein wenn auch verhältnismässig kurzer Zeitzwischenraum besteht, weil in die sem Fall die Glühkathodentemperatur, mit welcher die Aufnahme angefangen wird, ent sprechend der gewählten Spannung etwas verschieden ist.
Trotzdem kann es unter ge wissen Umständen besser sein, dass die Elek- trodenspannung zunächst eingeschaltet und dann die Überbrückung aufgehoben wird, wenn man nämlich nicht imstande ist, die Glühkathode so stark zu erhitzen, dass sie während der ganzen Aufnahmezeit eine hin reichende Temperatur behält.
Im Falle des Vorhandenseins des Regel wiederstandes 71 allein würde keine Vor richtung zur Verfügung stehen, mittelst deren man den Strom für die Aufnahme wahlweise regeln könnte. Zur Behebung dieses Mangels ist ein zweiter Regelwider stand 78 in dem Primärstrom des Trans formators 73 eingeschaltet. Zum Regeln des Widerstandes 78 dient ein Handhebel 79, der in der dargestellten Stellung die Verbindung zwischen der Primärwicklung des Transfor mators 73 und dem Widerstand 71 vermit telt. Bringt man jedoch zur Regelung des Heizstromes mittelst des Widerstandes 78 diesen Handhebel aus der dargestellten Stel lung, so wird die Verbindung mit dem Wider stand 71 unterbrochen und der Regelwider stand 78 tritt an -die Stelle des letzteren.
Der Schalter 74 überbrückt diesen Widerstand nicht und -das Öffnen dieses Schalters hat also jetzt keine Wirkung. Der Strom bleibt während der Aufnahme auf dem von der Stellung des Handhebels auf den Widerstand 78 abhängenden Betrag. Damit kein zu hoher Heizstrom von dem Benutzer eingeschaltet wird, ist noch ein besonderer Begrenzungs widerstand 80 vorhanden.
In Fig. 6 bezeichnet 81 einen Zylinder, auf den ein drahtförmiger Widerstand auf gewickelt ist. Der Zylinder ist mit einer Rippe 82 versehen, die schraubenlinienförmig um den Umfang herumläuft und etwas we niger als einen Gang einnimmt. Über diese Rippe ist .der Widerstand gewickelt. Auf diese Weise wird eine schraubenlinien- förmige Kontaktbahn gebildet. Der Zylinder samt .dem Widerstand kann mittelst des Knopfes 83 gedreht werden. Bringt man die sen aus der dargestellten Stellung heraus, so kommt die Rippe 82 mit dem Kontaktstab 84 in Berührung.
Bei fortschreitender Drehung verschiebt sich der Berührungs punkt des Widerstandes mit dem Kontakt stab über die ganze Länge des Drahts, so dass man mittelst des Knopfes 83 jeden beliebi gen Teil des Widerstandes zwischen das eine Ende des Drahtstabes 85 und den Kontakt stab 84 schalten kann.
Auf der Drehachse des Zylinders 81 sitz! .der Arm eines Schalters 86. Dieser schliesst in der Nullstellung des Reglers zwei- Kon takte 87 und 88, von denen der erstere mit dem Stab 84 in Verbindung steht.
Der Regelwiderstand 78 in Fig. 5 kann nun zweckmässig in der in Fig. 6 dargestell ten Form ausgebildet werden. Der Wider stand 71 wird dabei zwischen dem Stab 85 und dem Kontakt 88 verbunden, während der Kontaktstab 84 mit dem nicht direkt mit dem Wechselstromnetz verbundenen Ende der Primärwicklung des Transformators 73 ver bunden ist. Dreht man .den Knopf 83, so wird die Verbindung zwischen 87 und 88 un terbrochen und dadurch der Widerstand 71 ausgeschaltet. Der auf den Zylinder 81 auf gewickelte Widerstand 78 tritt dann an die Stelle desselben. Eine besondere Umschalt vorrichtung ist somit überflüssig.
In: Fig. 4 wird von dem Netz 20 aus Strom durch den zweipoligen Schalter 21 und die Leitern 22 und 23 der Primärwicklung 24 eines Transformators zugeführt, der zwei Sekundärwicklungen 25 und 26, besitzt. Die Wicklung 25 versorgt die Glühkathode 27 einer Röntgenröhre 28 mit Strom, die ferner mit einer Anode 29 und einer Hilfselektrode 30 versehen ist. Die Anode und die Kathode sind mit der Sekundärwicklung eines Trans- f6rmators, 11 verbunden, dessen Primärwick lung mit einem Ende mit dem Leiter 22 ver bunden, ist. Die Kathode ist bei 43 mit der Erde verbunden.
Das Gerät enthält einen dreipoligen Pol wechsler, dessen Kontakte mit den Zahlen 32 bis 40 einschliesslich bezeichnet sind. Die Kontakte 38, 39 und 40 können wahlweise je mit 32, 33 und 34 oder je mit 35, 36 und 37 in Verbindung gebracht werden. In der dargestellten Stellung ist letzteres der Fall. Der Kontakt 35 wird nicht benutzt. 38 ist mit dem freien Ende der Primärwicklung .des Transformators 31 verbunden.
Die Kon takte 39 und 40 sind mit. je einer Elektrode eines Kondensators 41 verbunden. gontak-t 36- steht mit der Transformatorwitklung 26 in Verbindung, deren anderes Ende mit der Glühkathode der Röntgenröhre verbunden ist. Der Kontakt 37 ist mit .der Hilfselektode 30 verbunden, der Kontakt 33 ebenso, aber über einen Widerstand 42. Der Kontakt 34 ist mit dem Ende der Wicklung 26 verbun- ,den, .das an der Glühkathode liegt. Endlich ist der Kontakt 32 mit dem Leiter 23 ver bunden.
.Schaltet man den zweipoligen Schalter 21 ein, so wird die Glühkathode der Röntgen röhre auf die erforderliche Temperatur ge bracht. Ferner arbeitet die Wicklung 26 über .die Kontakte 36 und 39 durch den Konden sator 41 und dann über die Kontakte 40 und 37 auf die Hilfselektrode 30.
Diese wird wie eine Anode eines Gleichrichters mit der Glühkathode 27 wirken, und es wird durch diesen Gleichrichter von. der Wicklung 26 aus ein Strom fliessen. Infolgedessen ladet sich der Kondensator 41 auf eine Spannung, .die nach einigen Perioden -des Wechselstro- Mes, deren Anzahl -von dem Widerstand in deM Ladestromkreis abhängt, annähernd .den Höchstwert der in der Wicklung .26 hervor gerufenen Spannung erreicht.
Wünscht man nun die Aufnahme herzu stellen, so wird der Polwechsler umgelegt, so dass Strom von dem Leiter 23 über die Kon takte 32 und 38 nach dem Transformator 31 fliessen kann und die Röhre unter Spannung kommt. Die Glühkathode bleibt eingeschaltet, so dass also der Entladungsstrom die Röhre durchfliessen kann. Der Kondensator 41 ist nun über die Kontakte 39 und 33 einerseits und die Kontakte 40 und 34 anderseits mit .der Hilfselektrode 30 bezw. mit der Kathode 2.7 verbunden. Der Unterschied gegenüber ,den vorigen Stellungen ist der, dass die Wick lung 26 ausgeschaltet und dass nun die posi tiv geladene Elektrode des Kondensators mit der Hilfselektrode verbunden ist.
Die Hilfs elektrode hat somit ein positives Potential ge genüber der Glühkathode, und die. Bedingun gen, welche die von der Röhre aufgenom mene Energie beeinflussen (Spannung, Gliili- kathodentemperatur, gegenseitige Stellung .der Elektroden) können leicht derart gewählt werden, .dass in diesem Zustand die Belastung gegenüber derjenigen, welche auf die Dauer von ,der Röhre vertragen wird, um-,
das Mehr fache erhöht wird. Der Kondensator wird sich jedoch über den Raum zwischen der Hilfselektrode 30 und der Glühkathode 27 entladen und deshalb wird das positive Po tential der Hilfselektrode während der Be lastungszeit sinken, so dass die Belastung der Röntgenröhre abnimmt und verhütet wird, dass. eine .Steigerung der Anodentemperatur über den zulässigen Höchstwert eintritt. Wenn man den Kondensator 41 oder den Widerstand 42 oder beide veränderlich macht, kann man die -Geschwindigkeit, mit der die Belastung abnimmt, regeln.
Gewünschten- falls-kann auch die Grösse der Belastung, mit der angefangen wird, regelbar sein; zu die sem Zweck braucht man-nur den Transfor mator 26 regelbar auszubilden.