Elektrischer Antrieb, namentlich für Webstühle und Webmaschinen. Bei Webstühlen, Webmaschinen und an dern Arbeitsmaschinen ist es erwünscht bezw. notwendig, dass die Maschine bei ihrer Still setzung in einer bestimmten Stellung stehen bleibt.
Bei Webstühien zum Beispiel soll sich die Weblade nach der Stillsetzung des Stuh les möglichst in ihrer. dem Gewebe abgewand ten Endstellung befinden, da. nur bei dieser Ladenstellung die Nebenarbeiten, zum Bei spiel das Anknüpfen von Fäden, bequem aus geführt werden können. Auch kann vielfach für das Wiederanfahren einer Maschine eine bestimmte Stellung erwünscht sein.
So ist es zum Beispiel bei Webstühlen zweckmässig, dass' die Kurbelwelle beim Wiederanfahren möglichst bereits eine volle Umdrehung ge macht hat, ehe der erste Schützenschlag er folgt, damit der Antriebsmotor im Augen blick des Schützenschlages bereits eine volle Drehzahl erreicht hat und der Schützen- schlag mit der erforderlichen Stärke erfolgt. Bisher wurde die Maschine jeweils nach der Stillsetzung von Hand in die ,gewünschte Stellung gebracht.
Gegenstand der Erfindung ist ein elektri scher Antrieb, namentlich für Webstühle und Webmaschinen, bei welchem die Maschine nach Abschaltung des Antriebes selbsttätig ,durch Rückwärtslauf in eine gewollte Stel lung, zum Beispiel in die für das Wieder anfahren günstigste, gebracht wird.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Abbildungen dargestellt, und zwar zeigt: Abb. leinen Antrieb nach der Erfindung, während in den Abb. 2, 3 und 4 verschiedene Ausfüh rungsformen der Steuerung des Rückwärts- laufes dargestellt sind.
In Abb. 1 ist 1 der Antriebsmotor des Webstuhles; 2 und 3 sind die Schütze zum Einschalten des Motors. 4 ist das speisende Drehstromnetz. Die Schütze 2 und 3, sind mittelst der Kontakte 5 und 6 elektrisch ge geneinander verriegelt. Das Schütz 2 besitzt ausserdem noch einen Selbsthaltekontakt 7. Die Druckknopfschalter 8 und 9 dienen zum Ein- und Ausschalten des Antriebes. Der Steuerstrom des ,Schützes 3 ist über die Kon takte eines Schalters 10 geführt, welcher von einer Kurvenscheibe 11 gesteuert wird. Die Kurvenscheibe 11, welche auf der Kurbel welle des Webstuhles befestigt ist, besitzt eine Aussparung 12.
Die Wirkungsweise des beschriebenen Antriebes ist folgende: Durch Betätigung des Druckknopfschalters 8 wird,der Steuerstrom kreis des Schützes 2 geschlossen und so der Antriebsmotor 1 in der Betriebsdrehrichtung an das Netz gelegt. Beim Einschalten des Schützes 2 wird der @Selbsthaltekontakt 7, welcher den Druckknopfschalter 8 überbrückt, geschlossen, so dass; das Schütz auch nach Loslassen des Druckknopfes 8 eingeschaltet bleibt. Der Webstuhl läuft also an und kommt in Betrieb.
Wird nun der Antrieb durch Betätigen des Druckknopfschalters 9 abgeschaltet, so wird beim Abschalten des Schützes 2-durch Schliessen der Verriegelungs- kontakte 5 der Einschaltstromkreis .des Rück laufschützes 3. an dieser .Stelle geschlossen.
Da der Steuerstrom @desSchützes 3 auch noüh über die Kontakte des Schalters 10 geführt ist, welcher von der Kurvenscheibe 11 ge steuert wird, ist der Einschaltstromkreis des Schützes geschlossen, wenn die Kurbelwelle sich in einer andern als der .durch die Aus sparung 12 festgelegten gewollten Stellung befindet. Das Schütz 3 springt also an, und der Webstuhl wird, nachdem durch .den Lo genstrom eine schnelle Bremsung seiner Mas sen erreicht ist, durch Rücklauf in die ge wollte Stellung gebracht.
Bei Erreichen dieser Stellung gibt die Kurvenscheibe 11 infolge der Aussparung 12 den Schalter 10- frei und bewirkt so die Abschaltung des Schützes 3 und damit die endgültige Stillsetzung des Webstuhles.
Um ein Weiterlaufen des Stuhles nach -erfolgter Abschaltung des Antriebs- motors zu verhindern, kann noch eine me chanische Bremse vorgesehen werden, deren Lüftmagnet zweckmässig zu .der Ständerwick- lung des Motors parallel geschaltet wird. Demnach wird der Webstuhl bei jeder Ab schaltung des Betriebsschützes 2 selbsttätig durch Rücklauf in die gewollte Stellung ge bracht.
Hierbei ist es gleichgültig, ob die Abschaltung durch den Schalter 9 von Hand oder durch andere mit dem Druckknopf 9 in Reihe liegende Schalter selbsttätig (zum Bei spiel bei Ausbleiben des Schussfadens) be wirkt wird.
Beidem Ausführungsbeispiel nach Abb. 1 wird der von der Kurvenscheibe 11 gesteuerte Schalter 10 bei jeder Umdrehung der Kurbel welle ein- und ausgeschaltet, so dass sehr bald eine Abnützung seiner Kontakte eintritt. Vorteilhafter in dieser Beziehung ist die An ordnung nach Abb. 2, bei welcher der Schal ter 10 während des normalen Betriebes in seiner Ausschaltstellung gehalten wird. Dies wird erreicht durch den Magneten 13, dessen Haltespule mit .der Zugspule des Schützes 2 in Reihe geschaltet ist.
Statt. der Reihenschal- tung kann auch die Parallelschaltung an gewandt werden oder aber die Haltespule 13 kann durch Arbeitshilfskontakte des Schüt- zes, 2 geschaltet werden.
Auch kann eine Zuleitung der Haltespule 13 vor dem Schütz 2 an eine Phase .des Netzes und die andere Zuleitung hinter dem Schütz 2 an eine solche Phase der Motorzuleitungen angeschlossen werden, dass, bei Ansprechen des Schützes 3 beide Zuleitungen an der gleichen Netzphase liegen und -somit die Haltespule unwirksam wird. Solange, also ,das Schütz 2 eingeschaltet ist, befindet sich der Schalter 10 in seiner Ausschaltstellung. In diesem Falle ist für die Steuerung des Schalters 10 eine Nocken scheibe 11 benutzt, deren Nocken 12 die Ab schaltung des Rückstromes bewirkt.
Die Wir kungsweise der Anordnung nach Abb. 2 ist im übrigen die gleiche wie die bei Abb. 1 beschriebene. Bei jeder Abschaltung des Be- triebsschützes <B>2</B> wird der Schalter 10 frei gegeben und hält den Rückstrom so lange ein geschaltet, bis er bei Erreichen der gewollten Webstuhls.tellung durch den Nocken 12 der Kurvenscheibe 11 ausgeschaltet wird. Wenn auf alle Fälle verhindert werden soll,
dass die angetriebene Maschine nach der Abschaltung des hetriebsschützes 2 in der Betriebsdrehrichtung noch in eine nicht ge wollte Stellung weiterläuft, kann eine Sperr klinke 14 vorgesehen werden, welche bei der Abschaltung des Antriebes freigegeben wird und zusammen mit dem entsprechend ge formten Nocken 12 der Kurvenscheibe 11 die Weiterdrehung der Maschine in die un erwünschte Stellung verhindert. Zweckmässig werden in diesem Falle elastische Mittel vor gesehen, welche den Stoss beim plötzlichen Anhalten der Maschine mildern. Die Sperr klinke 14 kann, wie dies in Abb. 3 dar gestellt ist, gleichzeitig zur Steuerung des Schalter- 10 benutzt werden.
In vielen Fällen gibt es bei der angetrie benen Maschine sowohl eine erwünschte, als auch eine unerwünsche Stellung beim Still setzen :des Antriebes. Beide Stellungen kön nen unter Umständen sehr nahe nebeneinan der liegen. Beim Webstuhl ist zum Beispiel die dem Gewebe abgewandte Stellung der Weblade die erwünschte Stellung, während die Weblade, wenn :der Schützen den gegen überliegenden Schützenkasten nicht erreicht hat und der Antrieb selbsttätig durch die Schussfädenwächter oder dergleichen ab geschaltet wird, auf keinen Fall noch in die Fadenanschlagstellung gelangen darf.
In solchen Fällen kann die Kurvenscheibe 11 gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 4 ausgebildet werden. In diesem Falle tritt eine (-egens'@rombremsung und Rückdrehung der Maschine nur ein, wenn die Sperrklinke 14 bei :der AbschaItung des Betriebsschützes 2 in die Aussparung 15 der Kurvenscheibe 11 eingreift. Wenn sieh die Maschine bei der Abschaltung in einer andern Stellung be findet, wird der Gegenstrom nicht. eingeschal tet, sondern die Maschine läuft infolge ihrer Schwungmassen noch bis in die gewünschte Stellung weiter.
Die Anwendung der Erfindung ist keines. wegs auf Webstühle und Webmaschinen be schränkt, sondern die Erfindung kann auch bei andern Maschinen, bei .denen erwünschte bezw. unerwünschte Stellungen vorhanden sind, angewandt werden. Auch kann zum Bei spiel durch entsprechende Formgebung der Kurvenscheibe das Vorhandensein mehrerer erwünschter bezw. unerwünschter Stellungen berücksichtigt werden.