CH171853A - Entladungsgefäss mit Gas- oder Dampffüllung. - Google Patents
Entladungsgefäss mit Gas- oder Dampffüllung.Info
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Description
Entladungsgefäss mit Gas- oder Dampffüllung. Will man Entladungsgefässe mit Gas- oder Dampffüllung, bei denen zwischen Ka thode und Anode Steuerorgane vorgesehen sind, um einen Einsatz der Entladung zu bewirken, (Thyratron), für mehr als eine Phase benutzen, so war man bisher gezwun gen, für jede Phase ein besonderes Ent ladungsgefäss' zu verwenden. Zu dieser Mass nahme war man deshalb genötigt, weil man bei Entladungsgefässen mit<I>einer</I> Kathode und zwei oder mehreren Anoden eine Über schwemmung des Steuerorganes der gerade gesperrten Entladungsstrecke durch Tonen aus der brennenden Phase heraus erhielt.
Um die Verwendung mehrerer Entladungs gefässe zu vermeiden und die bei Benutzung nur eines Entladungsgefässes auftretenden Mängel zu umgehen, hat man die einzelnen Anoden in besonderen Armen des Ent ladungsgefässes angeordnet, wie es aus der Gleichrichtertechnik bei einfachen Gleich- richtern bekannt war. Ein grosser Nachteil dieser Anordnung liegt darin, dass durch die Arme die Zünd- und Brennspannung erheb lich heraufgesetzt wird, so dass solche An ordnungen nur für Spannungen von mehreren 100 Volt an aufwärts benutzt werden konn ten.
Es war aber beispielsweise nicht mög lich, solche Gleichrichter für Spannungen von 50 bis 200 Volt bestriebssicher und wirt schaftlich zu betreiben.
Die genannten Missstände werden erfin dungsgemäss' dadurch behoben, dass bei einem Entladungsgefäss mit Gas- oder Dampf füllung, einer Kathode und zwei oder meh reren Anoden, bei dem die zwischen Kathode und Anoden übergehenden Entladungen durch je ein Steuerorgan beeinflusst werden, vor den Anoden und Steuerorganen angeord nete Schirmelektroden vorgesehen werden. Durch diese Massnahme wird es erst möglich, die Kathode und die Anoden so weit ein ander zu nähern, dass man mit niederen Span nungen arbeiten kann. Das Wesen der Erfindung wird am besten an einem Ausführungsbeispiel gezeigt. In einem Entladungsgefäss 1 befindet sich eine Kathode 2, zweckmässig eine indirekt geheizte Grossflächenkathode mit Wärmeisolation, von einem Fuss 3 gehalten.
Weiter sind zwei Anodenanordnungen 4 und 5 vorgesehen. Im folgenden soll nur die Anodenanordnung 4 beschrieben werden. Die Anodenanordnung 5 oder bei mehr als Zweiphasenbetrieb weitere Anodenanordnungen können analog der An ordnung 4 aufgebaut sein. Die eigentliche Anode 6, welche zweckmässig aus Graphit besteht, wird von einer Metallkappe 7 ge halten, welche bei 8 mit dem Glas ver schmolzen ist. Der Querschnitt der Anode 6 ist so gewählt, dass eine gute Wärmeableitung von innen nach aussen erfolgen kann. Da durch, dass 6 in<B>7</B> gut passend eingesetzt ist, wird ein guter Strom- oder Wärmeübergang an,der Haltestelle der Kappe gesichert.
Wird die Metallkappe 7 dünnwandig gewählt, so kann der äussere Überdruck zur Verbesserung des Kontaktes beitragen. Die Metallkappe 7, die zweckmässig aus Kupfer ;besteht, kann überdies noch mit Kühlfahnen oder der gleichen versehen sein. Auch kann bei Gleich richtern mit grosser Leistung eine Flüssig keitskühlung vorgesehen werden. An der ringförmigen Einschmelzungsstelle 8 ist ein Isolierrohr, beispielsweise ein Glas- oder Quarzrohr, angeschmolzen, welches die Steuerelektrode 10 und die Abschirmelektrode ? 1 enthält.
Die Steuerelektrode 10 ist sieb artig ausgebildet und umfasst kappenförmig den Teil 12 der Anode 6. Um die Steuer elektrode 10 greift wiederum kappenförmig die Schirmelektrode 11, die auch von dem Isolierrohr 9 getragen wird. Auch 11 kann siebartig ausgebildet werden. Es genügt je doch, wenn 11 aus einem Rohrstück besteht, dessen eine Stirnfläche mit einem Sieb 13 verschlossen ist. Die Zuführungen zu den Steuerelektroden bezw. den Schirmelektroden können in an sich bekannter Weise erfolgen. Ihre Ausbildung ist unwesentlich für den Erfindungsgedanken.
Bei der Konstruktion ist es wesentlich, dass der radiale Abstand Oberfläche der Anode zum Isolierrohr 9 gleich oder kleiner ist als die Strecke, die zur Ausbildung des Dunkelraumes einer selb ständigen Entladung in diesem Zwischen raum nötig ist. Dieser Abstand kann bei spielsweise durch einen Distanzring gesichert, werden. Der Abstand zwischen Steuerelek trode 10 und Anodenoberfläche 12: muss in gleicher Weise bemessen werden.
Durch die beschriebene Ausbildung der Elektroden und des Isolierrohres 9 wird erreicht, dass eine un erwünschte Entladung nirgends an der Anode 6 einsetzen kann, die Nutzentladung jedoch gezwungen wird, durch die Hilfs elektrode 11 bezw. das Sieb 13 und die Steuerelektrode 12' hindurchzutreten.
Besonders zweckmässig ist es, die Ka thode, sowie die Anoden derart anzuordnen, dass ihre Längsachsen sich angenähert im Mittelpunkt des Entladungsgefässes schnei den, weil in diesem Falle günstigste Ent ladungsbedingungen geschaffen sind.
Die Schirmelektroden 11. können an ein konstantes Potential gelegt werden. Es hat sich herausgestellt, dass es genügt, wenn mau diese Elektroden zweckmässig unter Da.- zwischenschaltung eines Schutzwiderstandes direkt finit der Kathode verbindet. Die Ver bindung kann im Innern der Röhre erfolgen, so dass man besondere Durchführungen er spart. In diesem Falle ist auch der Schutz widerstand im Innern der Röhre anzuordnen.
Eine Entladungsröhre der beschriebenen Art ist mit Edelgas oder einem Metalldampf niederer Ionisierungsspannung oder auch mit Mischungen dieser Gase und Dämpfe zu füllen. Besonders günstig hat. sich ein Druck von 0,1 bis 50 Tor erwiesen.
Die Wirkungsweise der beschriebenen An ordnung kann man sich wie folgt erklären: Nimmt man an, dass in einem bestimmten Augenblick eine Entladung zwischen Ka thode 2 und Anodenanordnung 5 besteht, so würden beim Fehlen der Schirmelektrode 11 positive Ionen zu dem im Sperrzustande ne gativen Steuerorgan 10, der Anodenanord nung 4 gelangen und die Steuerwirkung dieses Steuerorganes aufheben, so dass, wenn die Anode 6 in diesem Augenblick irgend ein genügend grosses positives Potential gegen über der Kathode 2 besitzt, eine unerwünschte Entladung auch zur Anode G einsetzt. Die Wirkung der Schirmelektrode beruht darin, dass zu der Anodenanordnung 4 gelangende positive Ionen durch die Schirmelektrode neutralisiert werden.
Die Zahl dieser zu dem Anodensystem 4 gelangenden Ionen wird weiter noch dadurch herabgesetzt, dass der Raum zwischen Kathode 2, und den beiden Anodenanordnungen nahezu feldfrei wird, so dass der Ionentransport bis in die Gegend der Siebe 13 in überwiegendem Masse durch Diffusion erfolgt.
Die Vorteile von Entladungsgefässen wie beschrieben sind geringer Raumbedarf, öko- nomischere Heizung und bessere Gewähr leistung gleicher Zünd- und Entladungs bedingungen. Bezüglich der ökonomischeren Heizung ist folgendes zu bemerken: Wäh rend die Kathode jeder der beiden Röhren im Zweiröhrenbetrieb nur während der Hälfte der Betriebszeit Emissionsstrom abzugeben braucht, ist die Kathode der zweiphasigen Röhre dauernd belastet.
Daraus könnte auf den ersten Blick gefolgert werden, dass die Kathoden im Ziveiröhrenbetrieb gegenüber der in der zweiphasigen Röhre wesentlich kleiner dimensioniert werden könnten, was den Vorteil der geringen Heizleistung im letz teren Falle wieder wettmachen würde. Dieser Schluss ist aber nicht richtig; man muss ver nünftigerweise die Kathode einer mit in konstantem Strom belasteten Entladungs röhre so dimensionieren, .dass sie imstande wäre, den Spitzenstrom dauernd zu emittie ren.
Ist diese Bedingung nicht erfüllt, so ent steht immer dann, wenn der Emissionsstrom die Netzstromstärke (definiert als Glüh- elektronenemissionsstrom, den die Kathode i m Hochvakuum bei der betreffenden Tem peratur abzugeben imstande ist) überschreitet, eine Erhöhung des Spannungsabfalles längs der Entladungsstrecke über :den Wert der "Zerstörungsspannung" hinaus, und es erfolgt ein intensiver Abbau der aktiven Schicht durch Ionenbombardement. Bei Überschrei- tung dieser Spannung nimmt die Lebensdauer einer Kathode sprunghaft ab.
Werden die Ka thoden also in diesem Sinne richtig dimen sioniert, so sind diejenigen der Zweiröhren kombination gegenüber der der zweiphasigen Röhre mit derselben abgebbaren Leistung gegenüber überdimensioniert und damit un ökonomisch. Die Verwendung eines Rohres gewährleistet gleiche Zünd- und Entladungs bedingungen für beide Phasen.
Geringe Än derungen des Druckes im Verlauf des Be triebes brauchen durchaus noch nicht die weitere Verwendbarkeit des Entladungs gefässes in Frage zu stellen, denn sie erfolgen ja für beide Phasen in genau gleicher Weise, während beim Zweiröhrenbetrieb bei Ände rung nur einer Röhre sofort Unsymmetrien im Arbeiten auftreten.
Ein Entladungsgefäss, wie im Vorstehen den beschrieben, wird besonders zweckmässig als Wechselrichter, das heisst in einer Ein richtung zur Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom, Verwendung finden kön nen, ebenso zur gesteuerten Gleichrichtung von mehr als zweiphasigem Wechselstrom.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Entladungsgefäss' mit Gas- oder Dampf füllung, einer Kathode und zwei oder mehr Anoden, bei dem die zwischen Kathode und Anoden übergehenden Entladungen durch je ein Steuerorgan beeinfluss't werden, gekenn zeichnet durch vor den Anoden und Steuer organen angeordnete Schirmelektroden. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Entladungsgefäss nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Anode von einem Isolierrohr umgeben ist, wel ches zur Halterung des Steuerorganes und der Schirmelektrode dient und wel ches mit der Hülle des Entladungsgefässes verschmolzen ist. 2.Entladungsgefäss nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der radiale Abstand des Isolierrohres von der Ober fläche der Anode gleich oder kleiner ist als die Strecke, die zur Ausbildung des Dunkelraumes erforderlich ist. 3. Entladungsgefäss nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuer organ die Anode kappenartig umgreift. -1. Entladungsgefäss nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass' die Schirm elektrode die Anode, sowie das Steuer organ kappenartig umgreift und es gegen den Entladungsraum völlig abschliesst. 5.Entladungsgefäss nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, Jass der Abstand Steuerorgan-Anode gleich oder kleiner ist als die Strecke, die zur Ausbildung des Dunkelraumes erforderlich ist. 6. Entladungsgefäss nach Unteranspruch 5, gekennzeichnet durch . einen Distanzring zur Sicherung des Abstandes zwischen Isolierrohr und Anodenoberfläche. 7. Entladungsgefäss nach Unteranspruch 6, gekennzeichnet durch eine Anodenzufüh rung mittelst ringförmig eingeschmolze ner Metallkappe, die derart eingeschmol zen ist, dass ihre konvexe Seite nach aussen gerichtet ist, während die Anode direkt in die konkave Seite der Kappe hineinragt. B.Entladungsgefäss nach Unteranspruch 7, gekennzeichnet durch eine in die Metall kappe eng eingefass'te Anode, bei welcher die Übergangsfläche zwischen Metall kappe und Anode, sowie der Querschnitt der Anode so bemessen ist, dass eine gute Wärmeableitung gewährleistet ist, so dass eine die Rückzündung fördernde Erhit zung oder Anoden nicht eintreten kann. 9. Entladungsgefäss nach Unteranspruch 8, gekennzeichnet durch auf die Metall kappeneinschmelzung aufgesetzte Kühl fahnen. 10.Entladungsgefäss nach Unteranspruch 9, gekennzeichnet durch die Verwendung einer indirekt geheizten Grossflächen kathode mit Wärmeschutz. 11. Entladungsgefäss nach Unteranspruch 10, dadurch gekennzeichnet, @dass die Längs achsen der Kathode, sowie der Anoden mit umgebenden Elektroden zum Mittel- punkt des Entladungsgefässes gerichtet sind. 12. Entladungsgefäss' nach Unteranspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Schirm elektroden unter der Zwischenschaltung eines Schutzwiderstandes an ein konstan tes Potential gelegt werden. 13.Entladungsgefäss nach Unteranspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Schirm elektroden unter der Zwischenschaltung eines Schutzwiderstandes an Kathoden- potential gelegt werden. 14. Entladungsgefäss nach Unteranspruch 13, gekennzeichnet durch eine Füllung mit Edelgas und Metalldampf bei einem Druck von 0,1 bis 50 Tor.
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