Verfahren und Vorrichtung zum Entstauben von Kleidungsstücken. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren und eine Vorrichtung zum Entstauben von Kleidungsstücken. Das Verfahren ge mäss der Erfindung besteht darin, da,ss das Kleidungsstück auf eine Reinigungsplatte aufgelegt, von der Auflageseite her einem Druckluftstrom ausgesetzt und gleichzeitig von der andern Seite aufgelockert wird.
Bislang ist man stets so vorgegangen, dass man den Peinibungsstrom als Saugstrom durch das Kleidungsstück hindurchgeschickt hat. Dabei wird das Kleidungsstück, falls sich darunter eine Unterlage mit Lochungen befindet, fest an diese angedrückt, was -zur Folge hat, dass zwischen den Lochungen der Unterlage Abschnitte innerhalb des Klei dungsstückes entstehen, durch welche Luft überhaupt nicht hindurchtritt. Mithin ist bestenfalls nur eine Entstaubung an den Stellen des Kleidungsstückes zu bemerken gewesen, die sich unmittelbar über den Lochungen der Reinigungsplatte befinden.
Nachteilig wirkt bei diesen bekannten Verfahren noch der Umstand, dass man die Oberfläche der Kleidungsstücke auf der Seite, wo der Saugluftstrom aus dem Klei dungsstück austritt, noch bürstet. Dadurch wird das Kleidungsstück nur noch mehr auf die Platte gedrückt, und die Durchtrittswege für den Luftstrom werden verengt.
Beim Verfahren gemäss der Erfindung wird hingegen das Kleidungsstück auf eine Reinigungsplatte aufgelegt und von der Auf lageseite her einem Druckluftstrom aus gesetzt. Dadurch wird das Kleidungsstück von der Reinigungsplatte etwas abgedrückt, so dass die gesamte Fläche des Kleidungs stückes vom Druckluftstrom getroffen wird. Mithin wird das Kleidungsstück überall von der Druck- oder Reinigungsluft durchquert. Von der andern Seite wird das Kleidungs stück noch aufgelockert, zum Beispiel ge bürstet, so dass der Druckluftstrom auch tatsächlich die in dem Kleidungsstück ent- halteneu Staubteilchen mitführt und aus dem Kleidungsstück entfernt.
Versuche haben ge zeigt,- dass eine hohe Reinigungswirkung er halten wird, die sich mit den bekannten Verfahren nicht hat erzielen lassen.
Die Vorrichtung gemäss der Erfindung zur Durchführung des Verfahrens besitzt ein mit einer durchlöcherten Platte ausgestattetes Gestell, das einen Anschluss für Druckluft aufweist.
Mehrere Ausführungsbeispiele der Vor richtung zur Ausübung des Verfahrens ge mäss der Erfindung sind in der beiliegenden Zeichnung dargestellt. Es zeigen: Fig.l schematisch eine erste Eutstau- bungsvorrichtung, Fig. 2 eine Seitenansicht einer abgeänder ten Entstaubungsvorrichtung, Fig.3 eine Hinteransicht der Entstau- bungsvorrichtung gemäss Fig. 2,
Fig. 4 eine vereinfachte Entstaubungs= vorrichtung mit Anschlussmöglichkeit für schon vorhandene Staubsauger, Fig.5 die Entstaubungsvorrichtung ge mäss Fig. 4 in Hinteransicht; Fig.,6 und 7 zeigen eine weitere Aus führungsform in Seitenansicht und Stirn ansicht bei hochgeklappter Tischplatte; Fig. 8 und 9 zeigen ein Bügelkissen im Längsschnitt und Grundriss.
In Fig.1 ist eine mit Lochungen ver sehene hohle Reinigungsplatte 1 an sich be kannter Bauart, die auf Standfüssen 2 an geordnet ist, dargestellt. Mit der Reinigungs platte ist ein Rohr ä vereinigt, durch das Druckluft in Richtung des Pfeils hindurch geschickt wird. Die Druckluft verteilt sich gleichmässig innerhalb des geschlossenen Ge häuses unter der Auflagefläche der Reini gungsplatte 1 und tritt durch die Lochungen 4 der Reinigungsplatte hindurch nach oben.
Das Kleidungsstück 5, das auf die Reini gungsplatte gelegt wird, gelangt so unter den Einfluss der Druckluftstrahlen und wird etwas von der Reinigungsplatte 1. abgehoben, so dass die aus den Lochungen 4 austretende Druckluft zu allen Stellen der Fläche des Kleidungsstückes 5 gelangt. Mithin wird auch jede Stelle des Kleidungsstückes von Druckluft durchsetzt. Die hin- und her wandernde Bürste 6 sorgt dafür, dass das Gefüge des Kleidungsstückes aufgelockert wird und die Druckluft tatsächlich alle Staubteilchen, die sich in dem Kleidungs stück befinden, nach aussen mitreisst.
Gemäss Fig. 2 und 3 ist die mit Löchern versehene hohle Reinigungsplatte 8 in irgend einer geeigneten Weise abnehmbar auf dem Bodengestell 9, angebracht. Der Fussteil 10 des Bodengestelles ist genügend lang ausgebildet, um der Maschine die not wendige Standsicherheit zu geben. Zwei Rollen 11 am Fussgestell sind zur Erleich terung des Transportes vorgesehen. Am obern Ende des Gestelles befindet sich ein Motor 12, der mit einem im Gestell unter gebrachten Ventilator 14 in üblicher Bauart vereinigt ist. Bei 13 ist ein Staubfangbehäl- ter oder Staubbeutel angedeutet, der in ähnlicher Art wie bei bekannten Staub saugern ausgeführt sein kann.
Die Druck seite des Ventilators 14 ist durch einen Rohrbogen 15 mit der hohlen Reinigungs platte 8 verbunden. Die Saugseite 16 steht durch eine biegsame Rohrleitung 17 mit einer Bürste 1,8. in Zusammenhang. Der Ent- staubungsvorgang geschieht in der Weise, dass das Kleidungsstück auf die Reinigungs platte 8 gelegt wird. Die Druckluft tritt durch die Reinigungsplatte von unten nach oben hindurch und durchsetzt das Klei dungsstück. Während dieses Vorganges wird das Kleidungsstück mittelst der Bürste 18 aufgelockert.
Die durch die Druckluft aus getriebenen Staubmengen werden durch die Rohrleitung 17 in den Staubbeutel über geführt.
Es können auch zwei Ventilatoren vor gesehen sein, von welchen der eine stets frische Druckluft zuführt und der andere die mit Staub angereicherte Luft abführt.
Die Ausführung nach Fig. 2 und ss kann in der Weise abgeändert werden, dass das Gestell verkürzt wird, so dass es als Tisch gestell dienen kann. Der Fussteil 20 ist in diesem Falle für sich abnehmbar, ebenso die Reinigungsplatte 8, so dass der verbleibende Teil des Gestelles als Staubsauger Verwen dung finden kann, selbstverständlich, nach dem der Rohrbogen 15 entfernt worden ist. Zum Anklemmen des Fussgestelles 20 an irgend einen Arbeitstisch dient eine Klemm vorrichtung 21.
In den Fig. 4 und 5 ist eine einfachere Entstaubungsmaschine wiedergegeben. 24 ist die Reinigungsplatte, 25 das Tischgestell, 26 der Fuss des Gestelles. Die Reinigungsplatte und auch der Fuss können wiederum für sich abnehmbar ausgestaltet sein. Die Reinigungs platte 24 weist bei 27 einen Anschluss für Druckluft auf; diese kann zum Beispiel durch einen Staubsauger handelsüblicher Bauart erzeugt werden. Die Vorrichtung wird am vorteilhaftesten mittelst Klemm vorrichtung 2,8 auf einem Tisch fest geklemmt.
Die Ausführungsform nach den Fig.6 und 7 weist einen Tisch 30 von rechteckiger, langgestreckter Form auf, der mit einer auf klappbaren Tischplatte 31 ausgestattet ist. An der Unterseite der Tischplatte 31 befin den sich ein Ventilator oder Gebläse 32 mit der Druckseite 33 und der Saugluftseite 34. Das Gebläse 33 hängt über eine Schieber vorrichtung 35 mit zwei Anschlussleitungen 36 und 37 zusammen. Die Anschlussleitung 36 führt zu einem in Fig. 6 deutlich ab gegrenzten Abschnitt oder Bestandteil 38 der Tischplatte 30, der zur Behandlung von Männerbeinkleidern und dergleichen dient.
Man erkennt in Fig. 7, dass sich entsprechend der in Fig. 6 angedeuteten Abgrenzung eine Wandung 40 parallel zur Unterfläche der Tischplatte 31 erstreckt, so dass sich ein Hohlraum unter der Auflagefläche für das Beinkleid usw. ergibt. Die Anschlussleitung 37 erstreckt sich zu einer Öffnung 39 inner halb des Tisches, und diese Öffnung dient als Anschluss für mit der Entstaubungs- vorrichtung verbundene Bügelvorrichtungen bekannter Gestaltung, von denen beispiels weise eine, nämlich ein Bügelkissen 57, in Fig. 8 und 9 wiedergegeben ist.
Der Schie-' ber 35 ist mit drei Verbindungskanälen 41, 42 und 43 ausgestattet, so dass sich je nach Einstellung des Schiebers, wie weiter unten auseinandergesetzt wird, verschiedene Ver bindungswege zwischen Gebläse 32 und den Anschlussleitungen ergeben. Der Schieber 35 steht unter dem Einfluss eines Gelenkhebel systems 44, das ' in eine Handhabe 45 aus läuft. Man erkennt ohne weiteres, dass durch Verstellung .der Handhabe 45 der Schieber 35 verschieden eingestellt werden kann.
Mit der Anschlussleitung 36 lässt sich, wie in Fig. 7 gestrichelt angedeutet ist, noch ein durchlöcherter Hohlbehälter 46 in Verbin dung bringen, wobei die Grundfläche dieses Behälters etwa der zur Aufnahme von Bein kleidern bestimmten Fläche entspricht. Das Tischgestell trägt einen Staubsammler 47, der einerseits über eine biegsame Leitung 48 mit dem Gebläse verbindbar ist, anderseits über eine biegsame Leitung 50 zu einer Reinigungsbürste 51 führt. Die biegsame Leitung 48 läuft in ein Mundstück 52 aus, das sich mit einem Saugstutzen 53 des Ge bläses 32 in Zusammenhang bringen lässt.
Der Saugstutzen 53 besitzt einen Abschluss- deckel, der an einem obern Drehpunkt 55 aufgehängt ist.
Soll ein Kleidungsstück oder dergleichen entstaubt werden, so kann man beispiels weise die an sich schon luftdurchlässige, be grenzte Fläche 3,8 des Tisches verwenden, indem man den Schieber so einstellt, dass der Kanal 41 eine Verbindung zwischen der An schlussleitung 36 und der Druckseite 33 des Gebläses herstellt. Die Druckluft durch dringt dann das auf die Fläche 318 gelegte Kleidungsstück von unten her, und es wird gleichzeitig das Kleidungsstück durch eine Bürste oder dergleichen aufgelockert, so dass die Luft den in dem Kleidungsstück befind lichen Staub mitnimmt.
Noch günstiger wirkt die Entstaubungswirkung, wenn, wie in Fig.7 angedeutet ist, der durchlöcherte Behälter 46 mit der Anschlussleitung 36 in Verbindung gebracht wird. Dann tritt die Druckluft ungehindert durch die Lochungen des Behälters 46 hindurch und in das Klei dungsstück ein, mit dem Erfolg, dass die Staubmengen aus dem Kleidungsstück aus getrieben werden.
Will man den Staub nicht in der Luft aufwirbeln lassen, sondern sogleich sammeln, so ist nur nötig, mit der Auflockerungsbürste 51 das Kleidungsstück zu behandeln, nachdem vorher die Anschluss- leitung 48 mit Hilfe des Mundstückes 52 in Zusammenhang mit dem Saugstutzen 53 des Gebläses gebracht ist. Am :Stutzen 39 kann das in Fig. 8 und 9 dargestellte Bügelkissen angeschlossen werden.
Will man Kleidungs stücke auf diesen Bügelkissen entstauben, so wird der Schieber so eingestellt, wie in Fig. 6 veranschaulicht ist. Die Druckluft tritt dann vom Gebläse 32 über den Kanal 42 in die Anschlussleitung 37 ein und ge langt auf diese Weise zum Bügelkissen. und zum Kleidungsstück. Gleichzeitig wird die Reinigungs- und Auflockerungsbürste 51 zur Anwendung gebracht. Der Staub wird in dem Sammler 47 gesammelt. Ein Hoch klappen der Tischplatte erfolgt naturgemäss nur dann, wenn irgend eine Einstellung in bezug auf die Gebläse usw. vorzunehmen ist.
Der Tisch 30 kann nun auch zum Bügeln verwendet werden.
Will man beispielsweise auf dem Ab schnitt 3.8 der Tischplatte ein Herrenbein kleid bügeln, so stellt man den Schieber 35 so ein, dass der Kanal 42 des Schiebers eine Verbindung zwischen der Anschlussleitung <B>36</B> und der Saugseite 34 des Gebläses 32 .her stellt. Das Gebläse saugt dann die beim Bügeln der Hose sich entwickelnde Feuchtig keit über die Anschlussleitung 36, den Kanal 42 und die Saugseite 34 des Gebläses 32 ab.
Soll ein Bestandteil des Kleidungsstückes mit Hilfe des in den Fig. 8 und 9 wieder gegebenen Bügelkissens gebügelt werden, so wird diese Bügelvorrichtung in die 'Öffnung 39 des Tisches 30 bezw. deren Platte 31 ein gesetzt, und der Schieber wird so eingestellt, dass der Kanal 43 eine Verbindung zwischen der Anschlussleitung 37 und der Saugseite 34 des Gebläses herstellt. Die beim Bügeln ent stehende Feuchtigkeit wird dann durch die Anschlussleitung 37 über den Kanal 43 zur Saugseite 34 des Gebläses hin abgesaugt.
Damit die Saugluft zu dem zu bügelnden Kleidungsstück gelangen kann, ist die Bügel vorrichtung mit einem Hohlraum 518 aus gestattet und oben durch eine durchlöchert Metallplatte 59 abgedeckt. Über dieser Metallplatte befindet sich eine Schicht 60 aus Kork, Werg oder dergleichen, über die ein üblicher Stoffbezug 61 gelegt ist. Die Bügel vorrichtung kann auch andere Form haben, zum Beispiel als Ärmelbügelbrett, Revers unterlage und dergleichen ausgebildet sein.
Es können nicht nur zwei Anschluss- leitungen, sondern mehr als zwei vorgesehen sein, beispielsweise in dem Falle, dass man noch mehr Bügelvorrichtungen an der Ent- staubungsvorrichtung anbringen will. Die einzelnen Anschlussleitungen können auch nicht nacheinander, sondern sämtlich oder zum Teil gleichzeitig betrieben werden. Dazu ist nur eine etwas abgeänderte Ausführung des Schiebers erforderlich. Denkbar ist auch, für jede Anschlussleitung oder Anschlussstelle ein besonderes Gebläse vorzusehen.
Das wird sich besonders als zweckmässig erweisen, wenn man die Entstaubungsvorrichtung als Bügeltisch in grösseren Schneiderwerkstätten, Konfektionshäusern und dergleichen ver wendet.