CH172507A - Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels aus Teilen einer Symphytumart. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels aus Teilen einer Symphytumart.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung eines Heilmittels aus Teilen einer Symphytumart. Die Heilwirkung der Wurzeln und des Krautes von Symphytumarten wurde bisher nur in sehr unvollkommenem Masse zu Arz neizwecken ausgenützt, da ein brauchbares Verfahren zur Herstellung geeigneter Heil mittel aus diesen Pflanzen nicht bekannt war. In der Homöopathie, auf welche sich die medizinische Verwendung dieser Pflanzen bisher im wesentlicher) beschränkt hat, hat man zwar die Wurzeln der Wallwurzel mit Alkohol ausgezogen und diese Essenz bezw. Tinktur verwendet; dabei werden aber wich tige Bestandteile der Wurzeln ausgeschieden, vor allem werden die sehr reichlichen Schleimmassen fast restlos ausgefällt. Gegenstand der Erfindung ist ein Ver fahren zur Herstellung eines Heilmittels aus einer Symphytumart in z. B. flüssiger, brei iger oder fester Form. Es ist dadurch gekenn zeichnet, dass Teile einer Symphytumpflanze, z. B. Wurzeln oder Kraut, mit Hilfe schwa cher Alkalien aufgeschlossen und die hoch- molekularen Inhaltstoffe durch Gärung zu einfachen Cholinabkömmlingen abgebaut wer den. Es wird bei Anwendung des erfindungs gemässen Verfahrens aus allen Symphytum- arten das gleiche Heilmittel erhalten. Aus den aufgeschlossenen Pflanzen kön nen mittelst Wasser oder wässerigen Alka- lien, z. B. wässerigen Na HCOs-, Soda-, oder Boraxlösungen, Auszüge hergestellt werden, welche die therapeutisch wichtigen Schleim stoffe enthalten. Beim Aufschluss der Pflanzenteile mit Hilfe von Alkalien quellen, wie Versuche zeigten, die Zellwände auf und ermöglichen den hochmolekularen und therapeutisch wirk samen Inhaltsstoffen den Austritt. Durch die in dem aufgeschlossenen Pflanzenbrei ent haltenen Bakterien tritt zum Beispiel bei einer Temperatur vor) etwa 1.5-200 von selbst eine Gärung ein, durch welche die darin enthaltenen hochmolekularen Stoffe zu chemisch einfachen Cholinabkömmlingen abgebaut werden. Das Cholin ist als schmerz lindernder Bestandteil von besonderer Be deutung. Die kleinen, durch die Gärung ge bildeten Molekel treten vermutlich leichter in die Haut ein als die hochmolekularen Verbindungen, was für eine perkutane An wendung des Produktes von Vorteil ist. Die Alkalien wirken ferner fäulnishindernd. Als Alkalien für das Aufschliessen der Pflanzenteile kommen beispielsweise in Be tracht Borax, Soda, doppelkohlensaures Na tron, Pottasche und Ammoniak. Die genannten Alkalien werden am be- sten in Mengen von 1-2% zugegeben. Bei zu starker Konzentration werden die wirk samen Stoffe zerstört. Die Pflanzenteile werden zweckmässig vor der Behandlung zerkleinert und zwar, je nachdem sie in frischem oder getrocknetem Zustande verwendet werden, zu Brei oder Pulver. Zur Quellung der Zellwände kann eine Vorbehandlung mit einer zweckmässig etwa 30 %igen Chloralhydratlösung vorge- nommen werden, worauf die Pflanzenteile längere Zeit bis zur Fertigbehandlung auf bewahrt werden können. Durch diese Vor behandlung wird die Dauer des Aufschliessens verkürzt, und wird die Verwendung milder Alkalien für den Aufschluss ermöglicht. Die Aufschliessung und die allfällige Herstellung von Auszügen kann bei Zimmer temperatur erfolgen. Für die Herstellung von Auszügen aus der Mischung der aufgeschlos senen Pflanzenteile mit Alkalien ist es jedoch vorteilhafter auf etwa 40-45' zu erwärmen. Eine Überschreitung der genannten Tempe ratur ist nicht vorteilhaft, da sich sonst schaumige Ausscheidungen eiweissartiger In haltsstoffe bilden. Die fertigen Auszüge bezw. der fertige Brei können in unveränderter Form zum innerlichen oder äussern Gebrauch Verwen dung finden. Zur Erhöhung der Haltbarkeit und Wirksamkeit können ihnen auch äthe rische Öle und Ester, entweder durch ein fache Mischung oder durch Emulgierung zu gesetzt werden. Beispiel: Die frischen Teile der Wallwurz werden sorgfältig gereinigt und zunächst zur Ab tötung von Bakterien, sowie zur Einleitung des Aufschlusses in eine 2 %ige Sodalösung eingelegt. Sodann werden die Pflanzenteile in einem sogenannten Wolf zerkleinert und für den weiteren Aufschluss mit einer gleichen Menge Wasser versetzt, in welcher 1% Natrium Bicarbonicum und 2 % Borax, sowie 2 % Soda enthalten sind. Durch die in dem auf geschlossenen Pflanzenbrei noch enthaltenen Bakterien tritt zum Beispiel bei einer Tem peratur von etwa 15-20o von selbst eine Gärung ein, durch welche die hochmoleku laren Inhaltsstoffe zu einfachen Cholinab- kömmlingen abgebaut werden. Der so gebildete Brei kann unmittelbar als Heilmittel zum Auflegen auf kranke Stellen des Körpers verwendet werden. Um das Heilmittel haltbar zu machen, wird dem Pflanzenbrei zweckmässig ein ge eignetes Konservierungsmittelzugesetzt, durch welches eine Beeinflussung der wirksamen Bestandteile nicht eintritt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Heilmit tels aus Teilen von Symphytumarten, da durch gekennzeichnet, dass die Pflanzenteile mit Hilfe von schwachen Alkalien aufge schlossen und die hochmolekularen Inhalts stoffe durch Gärung zu einfachen Cholinab- kömmlingen abgebaut werden. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die aufgeschlossenen Pflanzenteile mit Hilfe von Wasser aus gezogen werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die aufgeschlossenen Pflanzenteile mit Hilfe von Wasser unter Zusatz von Alkalien ausgezogen werden. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 2, dadurch .gekennzeichnet, dass als alkalische Lösungsmittel Borax und doppeltkohlensaures Natron verwendet werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch und 'Un teransprüchen 1-3, dadurch gekennzeich net, dass die Pflanzenteile einer Vorbe- handlung mit einer Chlorhydratlösung unterzogen werden.
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| DE172507X | 1932-06-20 |
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|---|---|---|---|---|
| DE1075278B (de) * | 1960-02-11 | National Research Development Corporation London | Ver fahren zur Gewinnung von Hecogenm |
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1933
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