CH172965A - Verfahren zum Zementieren von Eisen, Stahl und deren Legierungen. - Google Patents

Verfahren zum Zementieren von Eisen, Stahl und deren Legierungen.

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CH172965A
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Deutsche Gold-Und Sil Roessler
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Degussa
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  Verfahren zum     Zementieren    von Eisen, Stahl und deren Legierungen.    Durch das Hauptpatent Nr. 159461 ist  ein Verfahren zum Zementieren von Eisen,  Stahl und deren Legierungen in     Cyanid     enthaltenen Schmelzbädern unter Schutz ge  stellt, welches dadurch gekennzeichnet ist,  dass man für eine Regelung des Gehaltes  an im Bade vorhandenen, den     Zementierungs-          vorgang    behindernden alkalischen Substanzen  Sorge trägt.  



  Dieses Verfahren beruht auf der Erkennt  nis, dass die bei der Zersetzung der     Cyanide,     z. B.     Natriumcyanid    oder     Bariumcyanid,    ent  stehenden alkalischen Stoffe, wie zum Bei  spiel Natriumkarbonat,     Natriumhydroxyd,        Ba-          riumoxyd    und dergleichen,     stabilisierend    auf  das vorhandene     Cyanid    insofern einwirken,  als sie den für die     Zementation    erforderlichen  Zersetzungsvorgang der     Cyanide    in mehr  oder weniger weitgehendem Masse bremsen,  gegebenenfalls praktisch vollkommen zum  Stillstand kommen lassen.

   Dabei ist, wie  gleichfalls gefunden wurde, die stabilisierende    Wirkung dieser Stoffe umso grösser, je stär  ker alkalisch sie reagieren und je mehr sie  dissoziiert sind. Zur     Aufrechterbaltung    eines  gewünschten     Zementationsverlaufs    kann man  die alkalischen Substanzen beispielsweise da  durch unschädlich machen, dass man sie in  nichtalkalische oder in weniger alkalische       Stoffe    überführt. Dies kann zum Beispiel  dadurch geschehen, dass man in dem Masse,  wie sich die alkalischen Substanzen bilden,  Verbindungen von Elementen in das Schmelz  bad einführt, deren     Cyanide    bei den gege  bener.

   Arbeitsbedingungen sieh leichter zer  setzen, als das im Bade vorhandene     Cyanid.     Bei der Verwendung von     Natriumcyanid     kann man zum Beispiel     Bariumsalze,    wie  zum Beispiel     Bariumchlorid,    bei Verwendung  von     Bariumcyanid        Strontiumsalze,    wie .zum  Beispiel     Strontiumchlorid    zusetzen.  



  Man kann auch dem Schmelzbade zur  Vermeidung einer zu schnell verlaufenden  Zersetzung der     Cyanide    von vornherein      alkalische     Stoffe    als Stabilisierungsmittel  zufügen und durch allmählichen Zusatz von  Mitteln, welche geeignet sind, die alkalischen  Substanzen unschädlich zu machen, ver  hindern, dass die Stabilisierung unerwünschte  oder schädliche     .Ausmässe    annimmt.  



  Eis- wurde nun gefunden; dass sich zur  Regelung des Gehaltes an im Bade anwe  senden alkalischen Substanzen nichtflüchtige  Verbindungen, welche Alkalien zu binden  vermögen, in hervorragendem Masse eignen.  Unter     "nichtflüchtig\1    ist dabei zu verstehen,  dass diese Verbindungen bei den in Frage  kommenden Arbeitstemperaturen nicht in  wesentlichem Umfange sich zu verflüchtigen  vermögen: Als derartige Verbindungen kom  men fixe Säuren, wie     Kieselsäure,    Borsäure,.  Phosphorsäure oder deren sauer reagierende  Verbindungen     beziehung@äweise    Salze in Frage.

    Es können dem Bad zum Beispiel Verbin  dungen zugesetzt werden, welche, wie saure       Borate,    saure Silikate und saure Phosphate,  befähigt sind, Alkali unter mehr oder we  niger weitgehender     Absättigung    zu binden,  und hierdurch ein unerwünschtes     Anwachsen     störend wirkender alkalischer Substanzen  im     Schmelzbad    beziehungsweise das Auf  treten solcher störenden Verbindungen zu       verhindern.     



  Der Zusatz der die     Zementation    begün  stigenden beziehungsweise regelnden Stoffe  kann in Anpassung an die Bildung alka  lischer Substanzen im Schmelzbad erfolgen.  Man kann die Stoffe kontinuierlich oder in  kleinen Mengen und kurzer zeitlicher Auf  einanderfolge in das Bad eintragen. Man  kann -aber auch gegebenenfalls etwas grössere  Portionen in- grösseren Zeitabständen zugeben.  Zweckmässig nimmt man den Zusatz in  Verbindung mit dem zu erneuernden     Zemen-          tationsmittel    vor, wobei man gleichzeitig  das Bad auffüllt und Verluste ersetzt.

   Die  Verwendung von Zusätzen gemäss     Erfindung     kann nicht nur eine Erhaltung, sondern  sogar eine nicht unwesentliche Steigerung  der zementierenden Wirkung bewirken, wie  aus den nachstehenden Vergleichsbeispielen  hervorgeht...    <I>Beispiel</I>  Ein Schmelzbad das aus 13 kg Natrium  chlorid, 3,8 kg     galiumchlorid    und 1,6 kg       Natriumcyanid    besteht, wird mit einem Zu  satz von 0,8 kg     Si02    in Form von Quarz  sand versehen. Die Härtetiefe auf dem Bruch  betrug nach 2 Stunden 1,2 mm, nach 4  Stunden 2,1 mm, nach 6 Stunden 2,9 mm,  wobei von der Einsatzschicht die Hälfte  bis zwei Drittel     eutektisch    waren. Die Arbeits  temperatur betrug<B>9300</B> C.  



  <I>Beispiel B:</I>  Bei     Verwendung    eines Bades der oben ge  nannten Zusammensetzung, jedoch ohne     Si0,--          Zusatz    wurde unter den gleichen Arbeitsbedin  gungen. nach 2 Stunden eine undeutliche     Ein-          satzschichf,    nach 4 Stunden eine 0,8 mm be  tragende, undeutliche,     untereutektische    Ein  satzschicht;

   nach 6 Stunden eine zirka 1 mm  betragende, undeutliche,     untereutekische    Ein  satzschicht festgestellt.     _      Das Verfahren nach der Erfindung bietet  Vorteile in verschiedener Richtung, es ge  stattet die Aufhebung oder     Zurückdrängung     der stabilisierenden Wirkung, der bei dem       Zementierprozess    durch Zersetzung     _    sich  bildenden alkalischen Stoffe, die Regelung  der Wirksamkeit in jeweils     gewünsebtem     Sinne und einen sehr geringen Verbrauch    an kostspieligen     Zementationsmitteln.    Insbe  sondere erzielt man aber mit Hilfe des Ver  fahrens     Zementierschichten,

          wie    sie bisher  zu solchen Tiefen mit der gleichen Dicke  der glasharten Schicht bei völliger Abwesen  heit von     Überkohlungen    mit der gleichen       Allmählichkeit    und     Gleiehmässigkeit    des  Übergangs und mit derselben     Zuverlässigkeit     in Schmelzbädern nicht erhalten werden  konnten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Zementieren von Eisen. Stahl und deren Legierungen in Cyanid enthaltenden Schmelzbädern nach dem Paterit- anspruch des Hauptpatentes, dadurch gekenn zeichnet, dass dem Bad zur Regelung des Gehaltes an alkalischen - Substanzen nicht flüchtige Verbindungen, welche Alkalienzu binden vermögen, zugesetzt.werden. . UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch den Zusatz fixer Säuren. 2. Verfahren nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch den Zusatz sauer reagie render Verbindungen fixer Säuren. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatz der den Zementierungsvorgang begünstigenden Stoffe in dem Masse vorgenommen wird, wie alkalische Substanzen im Schmelzbad sich bilden. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die die Zementierung begünstigenden Stoffe in Gemeinschaft mit zementierenden Substanzen in das Schmelzbad eingeführt werden.
CH172965D 1932-08-13 1933-08-01 Verfahren zum Zementieren von Eisen, Stahl und deren Legierungen. CH172965A (de)

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