Schaltungsanordnung zum selektiven Empfangen bezw. Verstärken elektrischer Schwingungen. Die Erfindung bezieht sich auf eine Schal tungsanordnung zum selektiven Empfangen bezw. Verstärken elektrischer Schwingungen und kann bei Radioempfangseinrichtungen, Verstärkereinrichtungen und dergleichen An wendung finden. Bei einer derartigen Ein richtung werden meist ein oder mehrere L C Kreise verwendet. Eine Erhöhung der Trenn schärfe wird bis dahin dadurch erzielt, dass die Anzahl von L C Kreisen vergrössert und in jedem der Kreise die Dämpfung möglichst herabgesetzt wird.
Die Erfindung schafft ein Mittel, durch das mit weniger Abstimmitteln, als bisher erforderlich waren, eine bestimmte Trenn schärfe erhalten werden kann. Dieses Mittel besteht darin, dass einem Abstimmkreis eine periodische Dämpfungsänderung gegeben wird. Die infolgedessen entstehende Erhöhung der Trennschärfe lässt sich folgendermassen er klären.
Werden in einem abgestimmten Kreis die Selbstinduktion mit L, die Kapazität mit C und der Widerstand mit Ri bezeichnet und wird an diesen Kreis eine Spannung E an gelegt, so ist der gesamte, diesen Kreis durchfliessende Strom gleich
EMI0001.0009
Wird nun der Widerstand von Bi in R2 geändert, so beträgt die Änderung der Stromstärke
EMI0001.0012
Wird nun der Widerstand periodisch, zum Beispiel mittelst einer ultrasonoren Frequenz q, zwischen den Werten Bi und R2 geändert und wird nach Gleichrichtung diese Frequenz q herausgefiltert, so ergibt sich aus obiger Formel, dass die Trennschärfe dieser Einrichtung,
in der ein einziger abgestimmter Kreis vorhanden ist, dessen Widerstand zwischen zwei bestimmten Werten schwankt, der Trennschärfe einer Einrichtung mit zwei abgestimmten greisen entspricht. Bei der vorstehenden Berechnung wurde angenommen, dass sich der Wert des Wider standes plötzlich von R1 in R2 ändert und umgekehrt. Es ist jedoch auch möglich, durch sinusförmige Änderung des Wertes des Wider standes eine Vergrösserung der Trennschärfe zu erzielen.
Ist q die Frequenz der Änderung der Dämpfung und ist
EMI0002.0006
so ist die Änderung der Stromstärke
EMI0002.0007
Wird nun ein Filter vorgesehen, der auf die Frequenz der Dämpfungsänderung abge- gestimmt ist, so wird die Trennschärfe durch das Glied
EMI0002.0011
bestimmt, das heisst die Trenn schärfe entspricht jener von zwei abge stimmten greisen.
Wird der Verstärker auf die zweite bezw. dritte Harmonische abgestimmt, so entspricht die Trennschärfe jener von drei bezw. vier greisen.
Zur Erreichung der obenerwähnten Wir kung ist es jedoch erforderlich, dass die Änderung des Widerstandes rein sinusförmig ist, wenigstens, dass dabei nur sehr schwache Harmonische auftreten. Dies kann praktisch dadurch erreicht werden, dass parallel zu dem abgestimmten Kreis der Anoden-Kathoden- Widerstand einer Röhre angeordnet wird, an deren Eingangskreis eine sich sinusfömig ändernde Spannung angelegt wird. Dies hat eine sinusförmige Änderung der Steilheit der Röhre zur Folge, das beisst dass der innere Widerstand dieser Röhre sich umgekehrt proportional ändert.
Da die vorstehenden Formeln für einen Widerstand gelten, der in Reihe in den Kreis eingeschaltet ist und da ein Parallelwiderstand durch einen Reihen widerstand der Grösse
EMI0002.0021
ersetzt werden kann, entspricht die Parallelschaltung einer Röhre, deren innerer Widerstand sich pro- portional zu
EMI0002.0023
ändert, einer Reihenschal tung eines Widerstandes, dessen Wert sich sinusförmig ändert.
Die Erfindung ist anhand der Zeichnung näher erläutert, in der zwei Ausführungs beispiele der erfindungsgemässen Einrichtung dargestellt sind.
Die Schaltungsanordnung nach Fig. 1 besteht aus einem Detektor D1, in dessen Gitterkreis der greis L C liegt, der auf die zu empfangende Frequenz u) abgestimmt ist. Die Dämpfung dieses greises ändert sich periodisch, da parallel zu der Selbstinduktion oder zu einem Teil derselben der innere Widerstand der Röhre M geschaltet ist. Der Widerstand dieser Röhre wird mittelst eines im Eingangskreis dieser Röhre liegenden Generators G, der Schwingungen ultrasonorer Frequenz q, zum Beispiel 20,000 Perioden, erzeugt, sinusförmig geändert.
Dem Detektor D1 folgt ein 1Tittelfrequenzverstärker, der auf eine Harmonische der Frequenz des Generators G (nq) abgestimmt ist. Die nieder frequente Demodulation erfolgt mit Hilfe eines zweiten Detektors Dz.
Ausser durch Parallelschaltung des innern Widerstandes der Verstärkerröhre, wie im beschriebenen Ausführungsbeispiel dargestellt ist, kann eine Änderung des Widerstandes in dem abgestimmten greis auch durch periodische Änderung der Rückkopplung er halten werden. Eine derartige Schaltungsanordnung ist in in Yig. 2 dargestellt.
In dem Gitterkreis des Detektors Di liegt ein auf die zu empfangende Frequenz to abgestimmter greis, der gleich zeitig in dem Eingangskreis der Hilfsröhre 21 liegt, in dem sich ferner der Generator G befindet, von dem eitle Hilfsfrequenz q er zeugt wird. In den Anodenkreis der Röhre lyT ist eine Spule Li eingeschaltet, die mit dem greis L C gekoppelt ist und infolgedessen die Dämpfung in diesem greise periodisch, nämlich mit der Frequenz q ändert.
In den Ausgangskreis des Detektors ist wieder ein auf eine Harmonische der Fre quenz q abgestimmter Filter eingeschaltet.
Letzteres Verfahren, bei dem die Dämp- fungsänderung durch periodische Änderung der Rückkopplung erhalten wird, bietet gegen über dein Verfahren, bei dein die Dämpfung des Kreises periodisch vergrössert wird, den Vorteil, dass dadurch der Kreis verbessert wird, das heisst weniger Dämpfung erhält, während bei Parallelschaltung eines Wider standes die Dämpfung vergrössert wird.