Schaltungsanordnung zum Übertragen von modulierten Hoch- oder Zwischenfrequenzschwingungen über Niederfrequenzmehrphasennetze. Die Erfindung betrifft eine Schaltungsan ordnung zur Übertragung von auf einer Koch- oder mittelfrequenten Trägerwelle als Modu lation aufgedrückten Signalen über ein Nie derfrequenzmehrphasennetz, z. B. über das Lichtnetz.
Die Amplitude der Trägerwellenschwin- gungen nimmt bei solchen Einrichtungen ziemlich schnell in der Richtung vom Sender gegen den oder die Empfänger ab, und zwar nicht nur infolge der vom Empfänger auf genommenen nützlichen Energie, sondern auch, und sogar in der Hauptsache dadurch, dass ein bedeutender Teil der vom Sender in das Netz geschickten Trägerwellen in den üblichen, in dem Niederfrequenznetz einge schalteten Niederfrequenz-Verbrauchsgeräten, deren Gesamtheit im folgenden als Netzbe lastung bezeichnet wird, verloren geht.
Mehrphasennetze können auf verschiedene Weise ausgebildet werden, und zwar mit oder ohne Nulleiter. Im ersteren Fall liegen die Netzbelastung bildenden Apparate zur Hauptsache zwischen dem Nulleiter und je einer der Phasen, im zweiten Fall zwischen je zwei Phasen des Netzes.
Bei den bekannten Einrichtungen zum Übertragen von Hoch- bezw. Zwischenfre- quenzschwingungen überein Leitungsnetz ist es gebräuchlicb, den Generator zum Erzeu gen von Hoch- bezw. Zwischenfrequenzschwin- gungen zwischen zwei Leitern des Netzes anzuschliessen, zwischen denen auch die Netz belastung zur Hauptsache angeschlossen ist, so dass der der Netzbelastung entsprechende Widerstand parallel zum Hoch- bezw. Zwi- schenfrequenzgenerator liegt.
Die Erfindung hat den Zweck, den zu folge der Netzbelastung auftretenden Span nungsverlust dadurch zu beschränken, dass mindestens einer der Leiter, zwischen denen der Hoch- bezw. Zwischenfrequenzgenerator angeschlossen ist, nicht einer der Leiter ist, zwischen welchen die Netzbelastung zur Hauptsache angeschlossen ist, wobei die Hoch- bezw. Zwischenfrequenzempfänger zur Hauptsache zwischen denselben Leitern wie die Netzbelastung angeschlossen sind. Der Hoch- bezw. Zwischenfrequenzgenerator kann z.
B, zwischen zwei Phasen angeschlossen sein, wenn die Netzbelastung sich zur Haupt sache zwischen je einer der Phasen und einem Nulleiter befindet, während umgekehrt der Hoch- bezw. Zwischenfrequenzgenerator zwi schen einer der Phasen und einem nicht vom Niederfrequenzstrom durchflossenen Leiter an geschlossen sein kann, wenn die Netzbelas tung sich zur Hauptsache zwischen je zwei Phasen befindet.
Da jedoch die meisten Netzanschlüsse derart angebracht sind, dass in die Häuser der Verbraucher je zwei Leiter gebracht wer den, und zwar eine der Phasen und der Null- leiter oder auch zwei Phasen, je nachdem die Verbraucher an ein 11lehrphasennetz mit Nulleiter oder an ein Netz ohne Nulleiter angeschlossen sind, ist es zweckmässig, in verschiedenen Punkten des Netzes eine Vor richtung zum Übertragen der Hoch- bezw. Zwischenfrequenzenergie auf je zwei Leiter des Netzes anzubringen, zwischen denen die Netzbelastung angeschlossen ist. Zu diesem Zweck kann man z. B. in den Verteilkasten (in Abständen von 200 m) eine Übertragungs vorrichtung anbringen.
Zwar werden durch die Übertragungsvor richtungen die Schwingungen wieder auf jene Leiter geführt, zwischen denen die die Netz belastung bildenden Apparate angeschlossen sind; die Übertragungsvorrichtungen fungie ren jedoch als Speisepunkte, die über das Netz verteilt sind und über unbelastete Lei ter mit der Spannungsquelle verbunden sind. Es bleibt zwar die Gesamtbelastung des Gene- rators dieselbe, die Spannungsverteilung der Hochfrequenzschwingungen ist jedoch viel günstiger, als wenn der Generator zwischen denselben Leitungen wie die Netzbelastung angeschlossen ist.
Die Zeichnung veranschaulicht in den Fig. 2 und 3 schematisch zwei Ausführungs- beispiele der Erfindung, während Fig. 1 als Erläuterung dient.
Fig. 1 stellt die ausgesandte Hoch- bezw. Zwischenfrequenzspannung E als Funktion der Netzlänge x dar. Der Spannungsverlauf bei der eingangs erwähnten, bekannten Schal tungsweise ist durch die Kurve .E= <I>e - a x</I> bezeichnet, worin a einen Faktor darstellt, der den Verlusten in den parallel zum Gene rator geschalteten Impedanzen proportional ist.
Im Falle der Schaltung des Generators zwischen zwei Phasen in einem Mehrphasen netz, wobei die Belastung sich zur Haupt sache zwischen je einer der Phasen und einem Nulleiter befindet, ist die Reihenschaltung der der Netzbelastung entsprechenden, zwi schen je einer der Phasen und dem Nullei ter liegenden Widerstände zwischen den Klemmen des Generators geschaltet. Die parallel zum Generator liegende Impedanz ist dadurch nahezu zweimal grösser und folg lich sind die Verluste annähernd zweimal kleiner als in dem bekannten Fall.
Der Spannungsverlauf ist in diesem Fall durch E= e - 2 x zu bezeichnen, während im Falle der Schaltung des Generators zwischen einer der Phasen und einem nicht vom --17#iederfre- quenzstrom durchflossenen Leiter im Alehr- phasennetz, wobei die Belastung sich zwi schen je zwei Phasen befindet, der Verlauf der Spannung als Funktion der Netzlänge noch günstiger wird, da in diesem Falle praktisch keine Verluste infolge der Netzbe lastung auftreten.
Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem die über zwei Phasen eines Dreiphasennetzes mit Nulleiter ausge sandte Energie auf eine dieser Phasen und den Nulleiter übertragen wird. In dieser Figur bezeichnet Z den Sender, Ti den Ausgangs transformator, C, Sperrkondensatoren für Nie derfrequenzwechselstrom, T2 einen Transfor mator und C2 ebenso Sperrkondensatoren für Niederfrequ enzwechselström e.
Die ausgesandte Hoch- bezw. Zwischen frequenzenergie wird über die Phasen 1 und 2 des Niederfrequenznetzes geführt und mit Hilfe von Übertragungsvorrichtungen auf die Phase 1 und den Nulleiter übertragen. Die Übertragungsvorrichtung enthält einen ge wöhnlichen oder Autotransformator, der ein Übersetzungsverhältnis 2: 1 haben kann, wenn man annimmt, dass die Belastung gleich mässig über die Phasen verteilt ist. Die Trans formatorwindungen sind mittelst Kondensa toren<I>Ca</I> gegen Niederfrequenzwechselstrom gesperrt.
Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem die über eine der Pha sen eines Dreiphasennetzes ohne Nulleiter und einen nicht von Niederfrequenzstrom durchflossenen Leiter ausgesandte Energie auf je zwei Phasen des Netzes übertragen wird. Die ausgesandte Energie wird hier über die Phase 2 und den Leiter 4 geführt und durch Übertragungsvorrichtungen auf je zwei Phasen des Netzes übertragen.
Beim Übertragen von Hoch- bezw. Zwi- schenfrequenzschwingungen über ein Kabel netz kann der Leiter 4 aus dem Kabelman tel des Netzes bestehen, da dieser in den meisten Fällen für das ganze Netz durvhver- bunden oder durchzuverbinden ist.
Es ist ersichtlich, dass die Schaltungsan ordnung sowohl für Zwei-, als auch für Drei- und andere 1Vlehrphasennetze verwendet wer den kann.