Auslösevorrichtung an Druchluftbremsen. Die Erfindung (Erfinder: Dr. Ing. Fried rich Hildebrand, Berlin-Lankwitz und Dr. Ernst Müller, Berlin-Karlshorst) bezieht sich auf eine Auslösevorrichtung an Druckluft bremsen, durch die in bekannter Weise die mit Druck gefüllten Räume der Bremsvor richtung entlüftet werden können, was bei spielsweise für die Durchführung des Ran- gierdienstes erforderlich ist.
Es sind derartige Auslösevorrichtungen für eine oder mehrere Druckluftkammern be kannt, bei .denen die Entlüftungsventile durch einen dem Druck dieser Kammern ausgesetz ten Kolben offen gehalten werden, bis die Entlüftung durchgeführt ist. worauf sich die Ventile wieder schliessen.
Bei diesen bekannten Bremsvorrichtungen besteht ein Missstand darin, dass der Abschluss der zu entlüftenden Räume bereits erfolgt, wenn die Federkraft, die den Kolben, der das Offnen und Offenhalten der Auslöseventile verursacht, belastet, bei der Abnahme des auf diesem Kolben lastenden Druckes grösser ge worden ist als jener. Infolge dieser Erschei nung werden alle Räume oder einzelne der selben nicht völlig entlüftet, sondern es bleibt ein Restdruck in ihnen zurück.
Bei gewissen Bremseinrichtungen ist das Vorhandensein dieses Restdruckes von Nach teil, weil dadurch das vollständige Lösen ver hindert werden kann bezw. weil eine Ver schiebung gewisser Steuerteile durch diesen Restdruck in eine Lage erfolgen kann, bei der das Wiederauffüllen der Bremse in Frage gestellt wird.
Dies zu vermeiden, ist Zweck und Auf gabe .der Auslösevorrichtung nach der Er findung.
Zur Durchführung dieses Zweckes wird eine Steuerkammer, deren Druck den Kolben veranlasst, die Entlüftungsventile der Aus lösevorrichtung offen zu halten, erst bei der Einleitung der Entlüftung mit einem der zir entlüftenden Räume in Verbindung gesetzt und infolge der Bemessung ihrer Auslass- öffnung länger unter Druck gehalten als die zu entlüftenden Räume.
Dabei kann der Steuerkammer die Druck luft über ein Ventil, das als Rückschlagventil ausgebildet sein kann, zugeführt werden. Die Entlüftung der für das ffenhalten der Aus lassventile massgeblichen Steuerkammer kann unabhängig von der Entlüftungsöffnung der übrigen Druckräume durch eine besondere Düse erfolgen, wobei .die Entlüftungsdüse der Steuerkammer durch ein entweder vom Druck einer der zu entlüftenden Räume oder vom Staudruck des ausströmenden Druckmittels im Sinne des Schliessens der Entlüftungsdüse der Steuerkammer beaufschlagtes Absperr organ überwacht werden kann.
Beiliegende Zeichnung zeigt verschiedene Ausführungsbeispiele dieser Auslösevorrich- tÜng.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 be findet sieh im Gehäuse 1 der Auslösevorrich- tung das mit einer Schliessfeder belastete Ent lüftungsventil 2, .das die Verbindung des von den zu entlüftenden Räumen her kommenden Kanals 7 mit der Auslassöffnung 8 über wacht.
Es wird durch den Kolben 3 gesteuert, der durch den Hebel 4 mittelst der zu den Fahrzeugseiten geführten Handzüge 5 und 6 im Sinne des Anhebens des Ventils 2: betätigt werden kann. Der Kolben 3 sowie .sein Füh rungsansatz besitzt eine Bohrung, in der sich ein mit leichter Belastungsfeder versehenes Rückschlagventil 9 befindet, das sieh beim Anheben des Ventils 2 öffnet, um den ober halb des Kolbens 3 infolge der Drosselwir kung der Düse :8 sich bildenden,Staudruck in der Steuerkammer 15 unterhalb des Kolbens 3 eintreten zu lassen.
Diese Steuerkammer unterhalb des Kolbens $ steht durch eine Düse 10 mit der Aussenluft in Verbindung, die so bemessen ist, dass sieh nach dem Schlie ssen des Ventils --9 die Entlüftung der Steuer kammer 15 innerhalb eines Zeitabschnittes vollzieht, innerhalb dessen mit Sicherheit die an den Kanal 7 angeschlossenen Druckräume der Bremseinrichtung entlüftet sind.
Die Ausführungsform der Vorrichtung nach Fig. 2 zeigt gegenüber derjenigen nach Fig. 1 nur einen geringen Unterschied inso fern, als das Ventil 2 mit einem den Durch lass drosselnden Ansatz oder Bund 11 ver sehen ist.
Hierdurch wird es möglich, die an den Kanal 7 angeschlossenen Räume kurz zeitig zu entlüften, ohne dass der Kolben 3 in Wirksamkeit tritt. Wird der Kolben 3 mittelst des Hebels 4 nur so weit angehoben, dass der Bund 11 nur einen schmalen Ring spalt im Ventildurchlass freigibt, der kleiner ist als die Auströmdüse 8, so bildet sieh über dem Kolben 3 kein das Rückschlagventil 9 öffnender Staudruck. Infolgedessen schliesst sieh das Ventil 2 sogleich wieder, wenn der Handzug freigelassen wird.
Erst wenn der Kolben 3 so hoch gehoben wird, dass der Bund 11 aus dem Ventildurch- lass vollständig heraus tritt, tritt die bei der Ausführungsform nach Fig. 1 erläuterte Wir kung ein.
Die Ausführungsform der Auslöse- vorriehtung nach Fig. 3 gestattet im wesent lichen die gleiche Betriebsweise, wie diejenige nach Fig. 2;
jedoch ist bei dieser ein besonde res Ventil 13 vorgesehen, das den Zutritt der Druckluft aus ,dem Kanal 7 zu der .Steuer kammer 15 unterhalb des Kolbens 3 über wacht und dessen Spindel kürzer ist als die jenige des Entlüftungsventils 2, und das da her erst geöffnet wird, wenn der Kolben 3 mittelst .des Hebels 4 so hoch angehoben wird, dass auch die Spindel des Ventils 13 von ihm berührt wird, wohingegen das Entlüftungs ventil 2 zugleich zu Beginn der Kolbenbe wegung geöffnet wird.
Wird der Kolben 3 nur .so weit ange hoben, dass er das Ventil 2, nicht aber das Ventil 18 öffnet, so bleibt die Steuerkammer 15 unter dem Kolben 3 druckfrei und das Entlüftungsventil 2 schliesst sieh sogleich wieder, wenn der am Hebel 4 angreifende Handzug freigegeben wird.
Wird jedoch der Kolben 3 so weit ange hoben, dass er beide Ventile öffnet, so gelangt Druckluft über das Ventil 1,3 und das Rück- schlagventil 9 in die Steuerkammer 15 unter dem Kolben 3 und hält diesen fest.
Bei dieser Ausführungsform ist noch ein Ventil 14 vorgesehen, das in bekannter Weise eine rasche, willkürliche Entlüftung der unterhalb des Kolbens 3 befindlichen Steuer kammer 15 zulässt und damit die Unterbre chung des Auslösevorganbes ermöglicht.
Fig. 4 zeigt, in welcher Weise man die Entlüftungsventile anordnen kann, wenn beim Vorhandensein mehrerer zu entlüftender Räume es aus irgend welchen Gründen vor teilhaft erscheint, für einzelne dieser Räume besondere Entlüftungsventile anzuwenden, was etwa. mit Rücksicht auf die Einhaltung einer bestimmten Zeitfolge bei der Entlüf tung der Räume erwünscht sein kann.
Hier bei ist es wegen des Verhältnisses der Ent lüftungsdüse 10 zum Inhalt -der unter dem Kolben 3 befindlichen Steuerkammer 15 keineswegs notwendig, den zuletzt zu ent lüftenden Raum zur Entnahme des Steuer druckes für den Kolben 3 heranzuziehen, son dern die Auswahl kann nach andern Gesichts punkten, etwa mit Rücksicht auf günstige Lage, kurze, einfache Verbindung usw. er folgen.
Bei den vorbeschriebenen Ausführungs formen wird der Auslass aus der Steuerkam mer 15 unterhalb des Kolbens 3 nicht über wacht, d. h. man muss dieser Steuerkammer eine gewisse Grösse geben, wenn man die Ge währ haben will, dass die Entlüftung der mit Druck gefüllten Räume der Bremseinrichtung mit Sieherheit bis zur völligen Entleerung durchgeführt wird. Lassen räumliche Ver hältnisse einen grösseren Steuerbehälter nicht zu, so lä.sst sich eine Verminderung der Ab messungen der Vorrichtung dadurch herbei führen, dass man die Auslassdüse 10 durch ein Abschlussorgan überwacht.
Eine Ausführungsform dieser Art ist in der Fig. 5 veranschaulicht. Vor der Düse 10 befindet sich beispielsweise eine Membran 14 ', die auf der der Düsenmündung gegenüber liegenden Seite durch den Staudruck beauf- schlagt wird, der sich beim (Offnen des Ven- tils 2 oberhalb des Kolbens 3 bildet. Hier durch wird erreicht, dass die Düse 10 erst freigegeben: wird, wenn der Staudruck nahe zu verschwunden ist.
Man kann auch den Raum links von der Membran 14 mit einem der zu entlüftenden Räume verbinden, dann wird die Membran jeweils mit dem in diesem Raum herrschen den Druck beaufschlagt und die Düse 10 erst freigegeben, wenn der zu entlüftende Raum nahezu druckfrei ist.