CH173907A - Verfahren zur Herstellung eines Haarentfernungsmittels. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Haarentfernungsmittels.

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CH173907A
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  Verfahren zur Herstellung eines Haarentfernungsmittels.    Die bisher benutzten Mittel zum Entfer  nen der Haare von der menschlichen Haut       besitzen    in der Regel den Nachteil, dass sie  nicht genügend schnell wirken, oder sieh an  der Luft verändern, oder eine Reizwirkung  auf die Haut oder den Körper ausüben, oder  eine     hä.ssliche    Farbe aufweisen, während       weisse    Farbe für einen     Toilettegegenstand    er  wünscht ist.     Ausserdem    weisen die bisher  verwendeten     Haarentfernungsmittel    in der  Regel einen unangenehmen oder gar wider  lichen Geruch auf.  



  Die bisher angewandten Haarentfernungs  mittel enthalten in .der Regel als wirksamen  Stoff eine Schwefelverbindung, zum Beispiel  ein alkalisches Sulfid, wobei ein ausserordent  lich unangenehmer und     Übelkeiten    erregen  der     Geruch    unvermeidlich ist,     dessen    Beseiti  <B>gung</B> auch nicht .durch Zugabe von Parfums  oder sonstigen Geruch entfernenden Mitteln  gelang. Aus diesem Grund sind schwefel  haltige Haarentfernungsmittel als Toilette  mittel höchst ungeeignet.

   Hierzu kommt, dass    solche Präparate eine dunkelblaue oder  dunkelgraue Farbe aufweisen, die wenig  schön ist, und     .dass    sie sich ferner leicht an  der Luft zersetzen und dadurch .ganz oder  teilweise     unwirksam    werden, so dass sie sorg  fältig von der Luft     abgeschlossen    werden  müssen, um ihre Wirksamkeit zu erhalten.  Ferner sind die verwendeten Schwefelverbin  dungen auch giftig und können daher nicht  ohne Gefahr an der menschlichen Haut, be  sonders an den Lippen, verwendet werden,  da sie     Krankheiten    oder sonstige Unannehm  lichkeiten hervorrufen können.  



  Allerdings wurden     auch    schon Haarent  fernungsmittel vorgeschlagen, welche diese  unangenehmen     Eigensohaften    schwefelhalti  ger Präparate nur zum Teil aufweisen. Ins  besondere wurden zum Beispiel     Thallium-          salze    benutzt; aber auch diese sind nachteilig,  da sie giftig sind und in erster Linie nicht  auf das Haar selbst, sondern vielmehr auf  die Nerven und Blutgefässe einwirken, welche  die Haarwurzeln umgeben, so dass erst nach           mehrfacher    Anwendung derartiger Präparate  die     einzelnen    Haare lose werden und aus  gezupft werden können.  



  Die Anwendung eines löslichen     Stannites,     zum Beispiel     Natriumstannit        (Na2Sn02)    als  aktives Haarentfernungsmittel bringt nun  Vorteile, die mit andern Mitteln nicht in  gleicher Weise erhalten werden können.

   Un  lösliche zweiwertige Zinnverbindungen, wie  gewisse     Stannosalze,        sind    nicht geeignet, da  sie nicht in wirkungsvolle     Berührung    mit  dem Haar gebracht werden können.     Stanno-          chlorid        (Sn    C12     .2H20).    welches das gewöhn  lichste zweiwertige Zinnsalz darstellt und  recht leicht in Wasser löslich ist, kann des  halb nicht angewendet werden, weil es das  Haar überhaupt nicht     an.gTeift.    Wenn es  jedoch mit einem alkalisch reagierenden       Metallhydroxyd        verbunden    ist, weist es eine  zersetzende Wirkung auf das Haar auf,

   wo  bei der Grad der Zersetzung in. erster Linie  von dem Grade der Löslichkeit des gebilde  ten     Stannites    abhängt.  



  So würde zum Beispiel das nahezu un  lösliche     Calciumstannit    (Ca     Sn        OZ),    das durch  Verbindung von     Stannochlorid        (Sn        C12)    mit  gelöschtem Kalk (Ca     (0H)2)    gebildet wird,  auf das Haar hydratisierend einwirken; die  Zersetzung würde aber zu langsam vor sich  gehen und darum ist dieses     Stannit    für prak  tischen, Gebrauch als Haarentfernungsmittel  nicht besonders geeignet. Die Geschwindig  keit der Zersetzung des Haares durch ein  Haarentfernungsmittel dieser Art hängt von  der Zeit ab, welche erforderlich ist, damit  das     Haarentfernungsmittel    das.

   Haar in aus  reichender     Konzentration        durchdringt.    Wäh  rend die Geschwindigkeit der Wirkung da  durch erhöht werden könnte, dass die     Alkali-          tät    der Mischung vergrössert wird, so ist zu  beachten,     dass    gewisse enge     Grenzen    dadurch  gezogen sind, dass     eine    allzu grosse     Alkalität     das Präparat zu ätzend und irritierend für  die menschliche Haut macht.  



  Gemäss der Erfindung wird das Verfahren  zur Herstellung des     Haarendernunemittels     in der Weise     ausgeführt,    dass man eine alkali  sche     Stannitlösung,    welche wenigstens     1/2       Gewichtsprozent     Stannit,    berechnet als     Zinn-          oxydul,    und ein     Stabilisierungsmittel    enthält,  mit einem Füllstoff vermischt.  



  Um ein Präparat zu erzeugen, das verhält  nismässig schnell wirkt, und trotzdem nicht  übermässig alkalisch ist, kann hierbei zweck  mässig ein verhältnismässig lösliches     Stannit     als wirksames Haarentfernungsmittel verwen  det werden, besonders aber ein     solches,    das  erheblich leichter löslich ist als     Calcium-          stannit.    Hierbei wird ein     Alkalistannit,    be  sonders aber     Natriumstannit        (NaZSn        OZ)    be  vorzugt, obwohl andere     Stannite,    die gleich  falls löslicher als     Calciumstannit    sind,

   zum  Beispiel     BaTiumstannit,    ebenfalls gute Wir  kungen ergeben. In manchen Fällen ist eine  Mischung solcher     Stannite,    zum Beispiel eine  Mischung von     Bariumstannit    mit einer gerin  gen Menge     Natriumstannit    besonders schnell  wirksam, ohne die Haut zu reizen.  



  Hierbei kann eine     selbsttätige    Überwa  chung und     Konstanthaltung    der     Alkalitä,t     der Lösung dadurch     erreicht    werden, dass man  ihr eine Substanz beifügt, die nach Art eines  Puffers wirkt, das heisst ein unerwünschtes  Anwachsen der     Alkalität    verhindert.

   Diese  Wirkung kann durch Zugabe einer     amphote-          reu        Substanz    in geeigneter Verbindung er  reicht werden, in welcher eine     Reaktion    des  Puffers mit überschüssigem     kaustischem     Alkali leicht     stattfindet.    Hierdurch wird die  Zugabe starken Alkalis in erheblichen Men  gen.

   ermöglicht, um     gewünschtenfalls    die  Geschwindigkeit der Haarzersetzung zu ver  grössern, ohne dabei Gefahr zu laufen, dass  sich freies     kaustisahes    Alkali in der Lösung  in solchen Mengen     entwickelt,    dass die Haut  oberfläche während der Zeit angegriffen  werden     könnte,    die zur Zersetzung der Haare       erforderlich    ist.

   Zweckmässig werden als       amphotere    Substanz :die     Hydroxyde    von  Zinn, Zink, Aluminium verwendet.     Ein-          gehende    Untersuchungen haben gezeigt, dass  diese     Hydroxyde    für die gewünschte Puffer  wirkung geeignet sind. Am     zweckmässigsten     hat sich die Verwendung von     Stannohydro-          xyd        (Sn        (0H)2)    erwiesen.      Die Herstellung des Haarentfernungsmit  tels kann in verschiedensten Weisen erfolgen.

    Ein bevorzugter Weg besteht darin, dass von       Natriumstannit    ausgegangen wird, das da  durch gewonnen wird, dass man stabilisiertes       Stannohydroxyd    mit     Ätznatron    zur Reaktion  bringt. Während.     Natriumstannit    bekannt  lieh auch dadurch gewonnen werden kann,  dass man     Stannochlorid,    welches.

   gewöhnlich  als Ausgangsmaterial für alle Zinnverbindun  gen verwendet wird, mit     kaustisicher    Soda  mischt, wird der oben beschriebene Weg vor  gezogen, um .die Bildung braunen     hydrati-          schen        Stannioxyds    und grauen metallischen  Zinns zu vermeiden, die bei der normalen  Erzeugung von     Natrzumstannit    aus     Stanno-          chlorid        und        kaustischer    Soda. entstehen; diese  Nebenprodukte würden nämlich dem Präpa  rat eine unerwünschte dunkle Farbe geben.

         Ausserdem    ist     Natriumstannit,    das bei dieser  Reaktion entsteht, verhältnismässig unstabil.  Deshalb wird, wie erwähnt, vorgezogen zu  erst     Stannohydroxyd    zu erzeugen und dieses  darauf durch ein     Alkalisalz    zu stabilisieren.

    Als solches     kommt,    ein Salz einer mehrbasi  schen organischen Säure, wie zum     Beispiel          Hydroxydsäuren,    Weinstein- oder Zitronen  säure     (C,0\He        bezw.        CEO,HB)    in     Betracht.     Das sieh so ergebende     stabilisierte        Stanno-          hydroxyd    wird dann zweckmässig mit einer  solchen     Natr-iumhydroxydlösung    zur Reak  tion gebracht, dass sich eine ungefähre 2     %        ige     Lösung es löslichen     Stannits,    ergibt,

   welche  dann mit den andern oben erwähnten Be  standteilen gemischt wird.  



  Im folgenden sei .ein Ausführungsbeispiel  des Verfahrens gegeben.  



       Stannohydroxyd    wird durch Auflösung  von 100     -r    Zinnsalz     (Sn        Ch    .     2H20)    in 400       ei'    Wasser hergestellt, der Lösung weitere  400     ein'    Wasser zugefügt, und langsam einer  Lösung von 60,     gr    trockenem     Natriumcarbo-          nat    in 1000 cm' Wasser zugemischt. Das       Stannohydroxyd    scheidet sich als weisse gela  tinöse Masse aus, die sich schnell absetzt.  Dieser Niederschlag wird dekantiert und  gewaschen und hierauf von überschüssiger  Flüssigkeit befreit.

   Die     beschriebene    Reak-         tion    wird     zweckmässig    bei     Zimmertemperatur     durchgeführt.  



  Um das     Stannohydroxyd    zu stabilisieren,  wird der     beschriebene    Niederschlag mit 46     gr          Kalium-Natrium-Weinsteinsaurem    Salz     (Ro-          chellesalz)    gemischt,     welch    letzteres in einer  kleinen Menge Wasser aufgelöst ist.

   Die hier  durch erzielte Stabilisierungswirkung ist viel  leicht ähnlich derjenigen des.     Rochellesalzes     auf     Cuprioxyd    in der     F'ehling'schen    Lösung,  das heisst also,     dass    offenbar komplexe wein  steinsaure Salze erzeugt werden, welche in  Lösungen mässiger     Alkalität    stabil sind. Die  Menge des Niederschlages, bei die dieser Be  handlung erzielt wird, beträgt ungefähr 400  cm', ihr Gehalt an     Zinnoxydul        (Sn    0) beträgt  ungefähr 56     gr.    Die Konsistenz der Masse  ist ähnlich einer     dicken    Creme.  



  Nun wird eine 20%ige     NaOH-Lösung    in  solcher Menge     bereitet,    dass ungefähr 2     Mol          Natriumhydroxyd    auf je 1     Atom    Zinn, bei  der darauf folgenden     Behandlung    der sta  bilisierten     Stannohydroxydlösung    entfallen.  Hierauf werden die stabilisierte     Stannohydro-          xyd-    und -die 20 %     ige        Na011-Lösung    ge  mischt, um das gewünschte lösliche Natrium  stannit zu erhalten.

   Ungefähr die Hälfte des       Stannohydroxyds    löst sich in dieser Menge  Alkali, so dass, also eine     ungefähr        2,%ige     Lösung, bezogen auf     Zinnoxydul        (Stanno-          oxyd)    erhalten wird, während der Rest des       Stannohydroxyds    in :

  der Lösung als Puffer       bestehen    bleibt, welcher die     Alkalität    über  wacht.     Das    durch diese Reaktion erhaltene  lösliche N     atriumstannit    ist nicht das normale       unstabile        Natriumstannit,    sondern stellt viel  mehreine mehr stabile Form dieses     Stannits     dar.

   Tatsächlich ist es vollkommen     stabil    und  jede Neigung zur Zersetzung an der Luft  wird durch die Zugabe des     Rochellesalzes    zu  der Mischung verhindert, so     dass    die haarent  fernende Wirkung der Mischung praktisch  für unbeschränkte Zeit     bestehen    bleibt, falls  die Mischung nicht etwa der unmittelbaren  Einwirkung des Sonnenlichtes ausgesetzt  wird.  



  Dem so bereiteten     Alkalistannit    könnten       etwa    10     gr        Natriumoleat        (pulverisierte    weisse      Seife) unter ständigem Rühren beigemengt  werden. Die so erhaltene verhältnismässig       dünne        Paste        wird    durch Zugabe eines     inerten          Füllmaterials,    zum     Beispiel    weisser Kreide,  verdickt, um eine weisse Creme oder Paste  zu erzeugen.  



  Das so hergestellte     Haarentfernungsmittel     ist weiss, geruchlos, ungiftig und     ohne        we-          sentliehe    Reizwirkung.     s    ist, wie erwähnt,  durchaus stabil     (ausser    bei längerer unmittel  barer Einwirkung des Sonnenlichts) und  ausserordentlich rasch in seiner Wirkung auf  das Haar.

   Das Präparat     zerstört    den Haar  aufbau so wirksam, dass     wenige    Minuten nach  Anwendung des     Mittels        das    Haar durch leich  tes Reiben der Haut weggerieben und da  ,durch     entfernt    werden kann.

       Infolge    der be  schriebenen Eigenschaften stellt     das        Haar-          entfernungsmittel    einen     Toilettegegenstand     dar, der     menschliches    Haardurchschnittlich  in     etwa    drei bis sieben     Minuten    zersetzt und  zu     entfernen    gestattet, der aber auch un  schädlich für die Haut bleibt, wenn er länger  als die angegebene Zeit auf der Haut belas  sen wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Mittels zum Zersetzen menschlicher Haare zwecks rascher Entfernung derselben von der Haut oberfläche, dadurch gekennzeichnet, dass man eine alkalische Stannitläsung, welche wenig stens 1/2 Gewichtsprozent Stannit, berechnet als. Zinnoxydul, und ein Stahilisierungsmittel enthält, mit einem Füllstoff vermischt. lTNTERANSPR-CCrt 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das Sta.nnit in einer Menge von etwa 2 % , berechnet als Zinnoxydul, verwendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch, .dadurch gekennzeichnet, dass man ein Stannit ver wendet, welches löslicher ist, als Caleium- stannit. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man der Lösung eine amphotere Substanz beimengt, welche während der Herstellung und des Ge brauches des Mittels die Entstehung über schüssigen Alkalis, verhindert und nach Art eines Puffers wirkt. 4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass: man Stannohydroxyd als amphotere Substanz verwendet. 5. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man Aluminium hydroxyd als amphotere Substanz ver wendet. 6.
    Verfahren nach Unteranspruch d, dadurch gekennzeichnet, .dass man Zinkhydroxyd als amphotere Substanz verwendet. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Stannit ver wendet, welches erhalten wurde durch Behandlung von Stannochlorid mit einem Alkalisalz, Zusatz von Rochellesalz zu den so erhältenen Stannohydroxyd und darauffolgender Behandlung mit einem Alkali.
CH173907D 1932-01-04 1932-10-11 Verfahren zur Herstellung eines Haarentfernungsmittels. CH173907A (de)

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