A fwickelkörper für frisch gesponnene Nunstseidefäden. Bekanntlich schrumpft der auf einem Aufwickelkörper mittelst frischgesponnener Kunstseide gebildete Fadenwickel bei dem der nassen Nachbehandlung folgenden Trock nen. Die Folge davon ist, dass die innern Lagen des Faden-#vickels, welche sich auf ,lein Aufwiekelkörper nicht in gleichem Masse wie die äussern Lagen zusammenziehen können, andere textile Eigenschaften wie die letzteren aufweisen.
L m diesen Nachteil zu beseitigen, sind schon eine ganze Anzahl besondere Ausfüh rungen von Aufwickelkörpern vorgeschlagen worden, damit nachträglich eine Verkleine rung des Aufwickelumfanges, insbesondere durch Einwärtsbewegen von Einzelteilen des Aufwickelkörpers, vorgenommen werden kann. Statt solche besonders ausgebildeten Aufwickelkörper zu verwenden, hat man auch den Fadenwickel, zwecks Weiter behandlung vom Aufwickelkörper abgenom men.
Es ist. aber ausserordentlich schwierig, einen Aufwickelkörper mit Verstellmöglich- keit, zwecks Nachbehandlung des Faden wickels mit den verschiedenen Flüssigkeiten, in der erforderlichen Weise abzudichten, damit diese Flüssigkeiten in richtiger Weise durch den Fadenwickel hindurch und nicht daneben gedrückt oder gesaugt werden.
Beim Aufwickelkörper für frisch gespon nene Kunstseidefäden gemäss der Erfindung dient zur Fadenaufnahme die ganze Strecke zwischen seitlichen Umfangsrändern mit die selben verbindenden Tragteilen, die infolge Verstellbarkeit ein Entspannen des gebilde ten Fadenwickels ermöglichen, welcher zu sammen mit den seitlichen Umfangsrändern eine Abdichtung für die nasse Nachbehand lung bildet; genannte Tragteile können in radialer Richtung des Aufwickelkörpers ver stellbar sein.
Es ist somit beim Aufwickelkörper ge mäss der Erfindung nach dem Bewickeln. unter ermöglichter Entspannung des Faden- wickels, ohne weiteres eine Abdichtung in dem Sinne gegeben, dass zur Nachbehand lung des Fadenwickels dienende Flüssigkei ten ihren Weg einzig durch den Fadenwickel hindurch nehmen können. Die seitlichen Umfangsränder des Aufwickelkörpers geben dem Fadenwickel gleichzeitig Schutz nach aussen und erhöhen die Stabilität des Auf wickelkörpers.
Auf der Zeichnung sind eine Anzahl Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegen standes veranschaulicht. Zu einer ersten Gruppe gehören die Beispiele nach den Fig. 1 bis 6 und zu einer zweiten Gruppe diejenigen nach den Fig. 7 bis 19, indem bei der ersten Gruppe axiale und bei der zwei ten Gruppe radiale Verstellbarkeit vorgese hen ist.
Als erstes Beispiel, von welchem Fig. 1 einen Teil in Ansicht, Fig. 2 einen Axial schnitt und Fix. 3 einen ähnlichen Schnitt in anderem Zustand zeigt, ist ein reifenför- miger Aufwickelkörper 1 gewählt. Derselbe ist in zwei einander ähnliche Umfangsringe 2 und 3 unterteilt, welche zusammen das Reifenprofil bilden. Dieses weist eine Auf nahmerinne für die Kunstseide auf mit zwei von der Querschnittsmitte aus zueinander entgegengesetzt, gleichmässig verlaufenden Schrägflächen, die in zueinander parallele Seitenflächen übergehen, welche die Um fangsränder bilden.
Die beiden umfäng lichen Reifenhälften 2 und 3 besitzen an den Stossstellen eine Anzahl Lappen 2' bezw. 3', welche die Fortsetzung der betreffenden Schrägfläche des Reifenprofils bilden und am freien Ende in entgegengesetzter Rich tung aufgebogen sind (in Fig. 2 ist aus Gründen der Übersichtlichkeit nur ein Teil dieser Lappen 2' und 3' eingezeichnet). Die Lappen 2' der Reifenhälfte 2 werden von entsprechenden Lücken zwischen den Lap pen 3' der Reifenhälfte 3 aufgenommen und die Lappen 3' der Reifenhälfte 3 von entspre chenden Lücken zwischen den Lappen 2' der Reifenhälfte 2.
Die beiden Reifenhälften 2 und 3, welche im Bereich ihrer Schrägflä chen eine (in der Zeichnung nur angedeu- tete) Lochung haben, sind innenseitig durch mehrere auf deren Umfang verteilte Hebel verschlüsse miteinander verbunden. Diesel ben bestehen aus zwei an die Reifenhälften 2, 3 angeschlossenen Hebeln 4, 5, und einem Zwischenhebel 6.
Im gespannten Zustand dieser Hebelver schlüsse gemäss Fig. 2 sind die Reifenhälf ten 2 und 3 gegeneinander gezogen. In die sem Zustand des Aufwick elkörpers wird in dessen Rinne der frischgesponnene Kunst seidefaden aufgewickelt, und es entsteht so darin der Fadenwickel 7, welcher die zwi schen den beiden Reifenhälften 2 und 3 vor handene Stossstelle überdeckt.
Durch Ent spannen der vorgesehenen Hebelverschlüsse werden die beiden Reifenhälften 2 und 3 in axialer Richtung auseinanderbewegt. Es wird demgemäss die Rinne des Aufwickel- körpers verbreitert, der in den Zustand ge mäss Fig. ä kommt, in welchem der Faden wickel 7 vollständig entspannt ist, wie ohne weiteres klar ist. Es kann deshalb der Fa denwickel 7 in der Folge in allen seinen Tei len gleichmässig schrumpfen. In diesem Zu stand des Aufwickelkörpers sind die Schräg flächen seiner Rinne durch die Lappen 2' und 3' ergänzt.
Der Möglichkeit des Ent- spannens des Fadenwickels ist besonders der Umstand günstig, dass infolge der zueinan der entgegengesetzt gerichteten zwei Schräg flächen der Grund der Aufwickelrinne beim axialen Auseinanderbewegen der beiden Ringhälften 2, 3 des Aufwickelkörper tiefer gelegt wird.
Bei dem im Axialschnitt gezeichneten Beispiel gemäss Fig. 4 ist ein Aufwickelkör- per 1 angenommen, dessen Form sich mehr derjenigen der allgemein bekannten Spule nähert. Der Aufwickelkörper besitzt hier eine ähnlich profilierte Rinne zur Aufnahme der Kunstseide wie beim ersten Beispiel vor gesehen. Die beiden umfänglichen Körper teile 2 und 3 greifen auch hier an den Stoss stellen ineinander, und<I>zwar</I> treten an der Körperhälfte 2 vorgesehene Lappen 2' durch in der Körperhälfte 3 vorgesehene Öffnun gen hindurch.
Die Körperhälfte 2 besitzt ferner am verjüngten Endteil einen Kranz 2", welcher über einen am verjüngten Ende der .Körperhälfte 3 vorgesehenen Hals 3" greift. Dieser Hals 3" weist Gewinde auf, auf welchem sich ein Gewindering 8 befin det. Der Gewindering 8 trägt an einem Flansch eine Krampe 9, welche mittelst Ge windeschaftes mit einem Griff 10 verbunden ist. Die Krampe 9 übergreift einen am Kranz 2" der Körperhälfte 2 vorgesehenen Flansch, so dass diese Körperhälfte mit dem Gewindering 8 verbunden ist.
Der Gewindering 8 kann mittelst des Griffes 10 bequem gedreht werden, wodurch die beiden Körperhälften 2 und 3 axial zu einander verstellt werden können. Es kann infolgedessen der Aufwickelkörper aus dem in vollen Linien gezeichneten normalen Zu stand, wie er zur Aufnahme der Kunstseide eingestellt ist, nachträglich so verändert wer den, dass die Körperhälfte 2 in die in der Zeichnung strichpunktierte Stellung in be- zug auf die Körperhälfte 3 kommt.
Es be deutet dies eine entsprechende Verbreiterung der Aufwickelbahn des Aufwickelkörpers im Sinne des ersten Beispiels, so dass der auf dem Aufwickelkörper gebildete Fadenwickel vollständig entspannt wird.
Von dieser Ausführung unterscheidet sich das folgende in den Fig. 5 und 6 im Aufwickelzustand und im veränderten Zu stand im Axialschnitt dargestellte Beispiel insofern, als die beiden umfänglichen Kör perhälften 2 und 3 mittelst Steckstiften 11 zusammengehalten sind. Am Hals 3" sind zwei in verschiedenen Ebenen angeordnete Gruppen von Aufnahmelöchern für die Steckstifte 11 vorgesehen.
Durch Benutzung der einen oder andern Löchergruppe de Halses 3" für die Steckstifte 11 können die beiden Körperhälften 2 und 3 in entspre chenden verschiedenen gegenseitigen Lagen festgelegt werden, und zwar in dem zum Aufwickeln normalen Zustand des Aufwik- kelkörpers gemäss Fig. 5, und im Zustand des rlufwickelkörpers mit verbreiterter Auf wickelbahn wie Fig. 6 zeigt, um den gebil deten Fadenwickel zu entspannen.
Diese Ausführung erlaubt nach Heraus ziehen der Steckstifte 11 ein vollständiges Trennen der beiden Körperhälften 2 und 3 voneinander durch entsprechendes Auseinan- derziehen derselben.
Es kann dann der Fa denwickel als Ganzes vom Aufwickelkörper abgenommen werden, ohne dass er seine Form verliert und ohne Verwirrung seiner Faden lagen, indem der Wickel an sich formbestän dig ist und als offene Kunstseide in den Handel oder in die Zwirnerei gebracht wer den kann, um hier entweder auf Ballon zwirnmaschinen oder auf Ringzwirnmasclii- nen zu gezwirnten- Fäden verarbeitet zu werden.
Bei allen erläuterten Ausführungsbeispie len von Aufudckelkörpern liegt die Ent- spannzone vollständig unter dem erzeugten Fadenwickel, welcher sie verdeckt. Infolge dessen sind für die Nass- und weitere Nach behandlung keine besonderen Abdichtungs mittel zwischen Fadenwickel und Aufwik- kelkörper nötig, weil die aufgewickelte Kunstseide selbst diese Abdichtung besorgt.
an der zweiten Gruppe von Ausfüh rungsbeispielen ist in Fig. 7 eines im Axial schnitt und in Fig. 8 im Seitenriss darge stellt. Es bezeichnet 21 die Rinne des reifen- förmigen Aufnahmekörpers 1, welche Rinne an ihren verhältnismässig hohen Seitenwän den gleichmässig auf den Umfang verteilte radiale Schlitze 22 aufweist, in denen Stege 23 verschiebbar geführt sind.
In die Enden dieser Stege 23 sind Splinte 24 eingesetzt, wodurch die Stege 23 gegen Herausschieben aus den Seitenwänden der Aufnahmerinne 21 gesichert sind; an Stelle der Splinte 24 könnten an den Stegen 23 auch Kautschuk ringe oder dergleichen vorgesehen sein. 1u einer am Grunde der Rinne 21 vorgesehenen Umfangsnut 25 liegt ein flacher Verschiebe ring 26, welcher am äussern Umfang so viele Anstiegflächen 27 aufweist, als an dem Aut- wickelkörper Stege 23 angeordnet sind.
Diese Anstiegflächen 27, von denen jede zum Zusammenwirken mit einem Steg 23 dient, stellen zusammen eine Zahnung dar, wie aus Fig. 8 ersichtlich ist. 28 ist ein durch die Age des Aufwickelkörpers hindurchgehender Speicbenstab, welcher an den Enden durch festgenietete Seitenplatten 29 am Verschiebe ring 26 befestigt ist.
Diese Seitenplatten 29 treten durch am Grund des Aufwickelkör- pers vorgesehene Schlitze 30 hindurch, wel che eine Bewegung des Speichenstabes 28 und damit des Verschieberinges 26 im Um fangssinne des Aufwickelkörpers ermögli- r#hen, der durch den Speichenstab 28 ver steift ist.
Die Bewegungsstrecke des Ver schieberinges 26 ist durch die Länge der in dem Aufwickelkörper 1 vorhandenen Schlitze 30 begrenzt und sie kann durch Benützung von Einsteckbolzen 31 verkürzt werden, zu deren Aufnahme im Bereiche des einzelnen ,Schlitzes 30 an dem Aufwickelkörper ein radial vorspringender Lappen 32 vorgesehen ist, wie Fig. 8 zeigt.
An Stelle des einzelnen Lappens 32 mit. nur einem Bolzenloch kann auch an dem Aufwickelkörper, wie strich punktiert angedeutet, je ein auf eine grössere Umfangsstrecke sich ausdehnender Lappen 33 mit mehreren Bolzenlöchern vorgesehen sein, um durch entsprechendes Einsetzes von Einsteckbolzen in dieselben die Bewegungs strecke des Verschieberinges 26 demgemäss begrenzen zu können.
Nach Fig. 7 und 8 sind die am Auf wickelkörper 1 vorhandenen Stege 23 durch die Anstiegflächen 27 des Verschieberinges 26 am äussern Ende ihrer Führungsschlitze 22 gehalten. In diesem Zustand des Auf- -\34cIzelkörpers wird derselbe mittelst des frisch gesponnenen gunstseidefadens bewik- kelt, welcher auf die Stege 23 aufzuliegen kommt.
Nachdem der Aufwickelkörper fer tig bewickelt' worden ist, wird der Ver schiebering 26 in der Pfeilrichtung gemäss Fig. 8 auf dem Aufwickelkörper 1 gedreht, bis der Speichenstab 28 durch die Bolzen 31 aufgehalten wird. Dabei können die Stege 23 nach Massgabe der Verschiebung der am Ring 26 vorhandenen Anstiegflächen 27 sich in ihren Führungsschlitzen 22 an dem Auf- wiekelkörper radial einwärts bewegen, und es ergibt sich hieraus eine erste Stufe der Entspannung des Fadenwickels.
Durch spä- teres, sinngemässes Weiterbewegen des Ver schieberinges 26, nachdem die Einsteckbol- zen 31 aus den Lappen 32 herausgezogen bezw. gegebenenfalls in das entsprechende äussere Loch der Lappen 33 eingesetzt wor den sind, wird der Fadenwickel auf dem Aufwickelkörper vollends entspannt.
Nach Fig. 9 sind an dem Aufwickelkör- per 1 zwei einander diametral gegenüber stehende Vorsprünge 34 vorhanden, und es ist angenommen, der Aufwickelkörper 1 sei in der Weise auf eine Unterlage aufgebracht. dass der Speichenstab 28 auf entgegengesetz ten Seiten an zwei ortsfeste Bolzen 35 und 36 ansteht; in diese Unterlage sind ferner zwei Bolzen 3 7 und 38 eingesetzt, für wel che noch zwei mit 39 und 40 bezeichnete Einsfecklöcher vorgesehen sind.
Beim Dre hen des Aufwickelkörpers 1 in der ein gezeichneten Pfeilrichtung treffen deren zwei Vorsprünge 34 auf die Bolzen 37 und 38, wodurch die Bewegung des Aufwickel- körpers bezw. die zwischen derselben und dem Verschiebering stattfindende relative Verschiebung begrenzt ist; diese Verschiebe bewegung zwischen dem Aufwickelkörper und dem in demselben angeordneten Ver schiebering bedeutet wiederum eine erste Stufe der Entspannung des auf dem Auf wickelkörper vorhandenen Fadenwickels.
Eine weitere Entspannung des Fadenwickels ist dadurch durchführbar, dass die Anschlag bolzen 37 und 38 in die Löcher 39 und 40 eingesteckt werden, worauf der Aufwickel- körper 1 im früheren Drehsinne um eine ge gebene Strecke weiterbewegt werden kann, wie ohne weiteres klar ist: In der Figur sind strichpunktiert und punktiert die den beiden erläuterten Entspannungsstufen entsprechen den zwei relativen Stellungen des Speichen stabes 28 eingezeichnet, welchem beim er wähnten Drehen des Aufwickelkörpers an den Bolzen 35 und 36 ein fester Anschlag gegeben ist.
Bei dem ebenfalls im Schnitt und Seiten riss gezeichneten Beispiel gemäss Fig. 10 und 11 besitzt der Aufwickelkörper zwei seit liche Ringscheiben 41, welche durch gleich- mässig auf den Umfang verteilte Verbin dungsbolzen 42 im Abstand voneinander ge halten sind. An den in radialen Führungs schlitzen 22 der beiden Ringscheiben 41 an geordneten Stegen 23 ist hier ein Federring 43 wirksam, welcher bestrebt. ist, die Stege 23 in ihrer äussersten Stellung in den Schlit zen 2? zu halten und zwischen je zwei an den Verbindungsbolzen 42 angebrachten Stiften 44 liegt, welche zur seitlichen Füh rung des Federringes 43 dienen.
Dieser Fe derring 43 besitzt aufgeschnittene Enden und ist in an sich bekannter Weise im Umfang einstellbar, wie später noch anhand der Fig. 15 und 16 ein Beispiel erklärt werden wird. Die Stege 23 sind durch Ringdrähte 45 gegen I-lerausschieben aus den Ringschei ben 41 bezw. aus dein Aufwickelkörper 1 gesichert.
Von dem soeben erläuterten Beispiel un terscheidet -sich dasjenige, welches in deu Fig. 1? und 13 im Schnitt und im Seiten riss dargestellt ist, insofern, als bei derselben die beiden Ringscheiben 41 mit Ausbau chungen 46 verseben sind, in welchen die Stege ?3 im Aufwichelkörper radial gleiten körnen. In diesen Führungen 46 sind die Stege 2 3 gleichzeitig gegen seitliches her ausfallen aus dem Aufwickelkörper 1 ge- sichert, und die Führungen stellen gleielizei- tig Abdichtungen für den Fadenwickel dar, wie ohne weiteres klar ist.
Gemäss den eine zugehörige Einzelheit in grösserem -Hassstab im Seitenriss und Grund riss zeigenden Fig. 14 und 16 ist an den bei den Enden des Federringes 43 je ein Schar nierteil 47 bezw. 48 angebracht. Ein Ge lenkstück 49 dient zur Verbindung des Scharnierteils 47 mit einem am Scharnier- teil 48 angeordneten U mklapphebel 50.
Tn der in vollen Linien gezeichneten Stellung des Umklapphebels 50 ist der Federring 43 auf seine grösste Weite eingestellt, in wel- cher die Stege 3 am Aufnuckelkörper sie- in ihrer äussersten Stellung befinden.
Durui.i geringes Verschwenken des Umklapphebels 50 aus dieser Stellung in der in Fig. 14 ein gezeichneten Pfeilrichtung kann infolge hierbei eintretenden entsprechenden Zusam menziehens des Federringes 43 ein erstes Entspannen des auf dem Aufwickelkörper vorhandenen Fadenwickels bewirkt werden; zweckmässigerweise sind Vorkehrungen ge troffen, welche die Festlegung des Umklapp- heÜels 50 in der entsprechenden Zwischen stellung ermöglichen.
Durch nachheriges Verschwenken des Umklapphebels 50 in die in Fig. 14 strichpunktierte Stellung wird der Federring 43 am stärksten zusammengezo gen, woraus sich ein dementsprechendes Ent spannen des Fadenwickels ergibt.
Der in der Umfangsrinne 21 des Auf wickelkörpers 1 zwischen dessen seitlichen Umfangsrändern erzeugte Fadenwickel bil det mit den letzteren zusammen für die nasse Nachbehandlung eine Abdichtung, in dem ein schlitzfreier Zusammenschluss von Umfangsrändern und Fadenwickel vorhan den ist.
Die seitlichen Umfangsränder des Aufwickelkörpers erleichtern dessen Rei bungsantrieb am Umfang unter Schonung der aufgewickelten gunstseidefäden. Die Seide wird, nachdem sie in der ersten Ent- spannungsstufe des Aufwickelkörpers etwas gelockert worden ist, gleichmässig und leicht von den Flüssigkeiten durchdrungen, wäh rend sie in der zweiten Entspannungsstufe des Aufwickelkörpers beim Trocknen unge hindert (z.
B. 6 bis 10%) schrumpfen kann, und zwar, ohne dass die Seide angefasst oder von dem Aufwickelkörper heruntergenom men werden müsste. Es gewährleistet dies ein absolut gleichmässiges Erzeugnis selbst bei aussergewöhnlich grossen Fadenwickeln.
Als besonders vorteilhaft hat sich erwie sen, wenn eine N assnachbehandlung auf star rer Unterlage erfolgt und die Trocknung auf leicht federnder Unterlage, so dass der beim Trocknen schrumpfende Faden immer noch einen gewissen Widerstand findet, gehöre er den untersten oder obersten Lagen des Wickels an.
Eine solche Ausführungsart des Aü- wickelkörpers ist in Fig. 16 im Agialschnitt und in Fig. 17 in Stirnansicht veranschau- licht, während die Fig. 18 und 19 Einzel heiten darstellen.
Es ist ein Aufwickelkörper 1 in Gestalt einer Spule mit zylindrischem Mantel 61 an genommen, welcher an den Stirnenden mit Rändern 62 und 68 versehen ist, die nach innen steiler und nach aussen flacher sind bezw. allmählich in einen Kreiszylinder übergehen, eine Form, die sich am besten bewährt hat.
Über den Umfang der Rinne sind Längs stäbe 64 in gleichen Abständen angeordnet, die an beiden Enden eine Einfräsung 65 (siehe auch Fig. 18) haben. In diese Ein- fräsungen 65 der Stabenden legen sich Ring federn 66 und 67, welche nach innen gegen den betreffenden Rand 62 bezw. 63 der Spule stossen und ein Herausfallen der Stäbe 64 in axialer Richtung verhindern. Letztere sind in Schlitze 68 (Fig. 17) der Ränder 62 und 63 eingeschoben und in derselben in ihrer radialen Bewegung nach aussen be grenzt.
Die Ringfedern 66 und 67 wirken nach Art eines Spannschlosses. Die einzelne Fe der ist gespannt und wird dabei starr nach aussen gedrückt, wenn das Spannschloss, wel ches aus zwei Hebeln 69 und 70 besteht, gemäss Fig. 17 gestreckt ist. In der Stellung des Spannschlosses gemäss Fig. 19 ist die Feder entspannt, so dass sie nur noch leicht federnd gegen die Längsstäbe 64 drückt. Der Hebel 69 hat eine Verlängerung 71, welche als Griff zur Betätigung des Spann schlosses dient.
Der Mantel der Spule kann unter Um ständen gelocht sein.
Die Spule wird mit gespannten Federn 66, 67 auf die Spulenträger der Spinn maschine gebracht. Hierauf wird sie nach einer zweckmässig erscheinenden Art von Kreuzwicklung bewickelt.
Der gebildete Seidenwickel, in Fig. 16 mit 72 bezeichnet, deckt die Längsstäbe 64, die Ränder 62, 63 und die darunter liegen den Schlitze 68 vollständig ab. Er kann in einer beliebigen Dicke aufgetragen werden, weil die Spule infolge ihrer besonderen Ge- staltung die Differenzen zwischen innern und äussern Lagen auszugleichen imstande ist. Wenn die Spule von der Spinnmaschine heruntergenommen und in die Wasch- und Nachbehandlungströge gestellt wird, kann sie mit Vakuum oder mit Druck nachbehan delt werden, da sie infolge ihrer Form gebung durch den Seidenwickel vollständig abgedichtet wird.
Nach der Nassnachbehandlung, worunter Waschen, Entsehwefeln, Bleichen, Avivze- ren und eventuell noch andere Vorgänge ver standen sind, wird die Spule durch Aufklap pen des Spannschlosses im Sinne der Fig. 19 entspannt und sorgfältig in den Trocken ofen gelegt. Sie kann vorher ausgeschleu- dert worden sein. Dadurch, dass die Stäbe 64 durch die beiden Ringfedern 66, 67 stets einen gelinden Druck von innen auf den Fa denwickel ausüben, bleiben die Fadenlagen erhalten und können sich infolgedessen nie mals wirr durcheinander legen.
Die Trocknung geht sowohl für die in nern, als auch für die äussern Fadenlagen unter den gleichen Verhältnissen vor sich. Die innersten und die ganz äussersten Lagen werden zuerst trocken und fangen infolge dessen zu erst an zu schrumpfen; während die äussern Lagen an den den Wickel selbst bildenden Fadenlagen Widerstand finden. finden die innern Lagen den gleichen Wi derstand an den abgefederten Stäben 64.
Bezweckt wird, dass die Federung der Stäbe nicht grösser und nicht kleiner sei als der Gegendruck, den die innern Lagen den äussersten beim Schrumpfen entgegensetzen.
Die auf diese Spule aufgewickelte und hierauf nachbehandelte Kunstseide hat vom Anfang bis zum Ende des Wickels auffal lend gleichmässige Eigenschaften. Das Ab- wickeln der Seide von dieser Spule kann ganz ohne Störung geschehen; sie wird da bei, mit Vorteil gleich gezwirnt, weniger auf Ballonzwirnmaschinen als auf Ringzwirn maschinen.