CH174088A - Verfahren zur Herstellung photographischer Schichtträger aus Zelluloseestern. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung photographischer Schichtträger aus Zelluloseestern.

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CH174088A
CH174088A CH174088DA CH174088A CH 174088 A CH174088 A CH 174088A CH 174088D A CH174088D A CH 174088DA CH 174088 A CH174088 A CH 174088A
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Aktiengesellsc Farbenindustrie
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Ig Farbenindustrie Ag
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  \'erfahren zur Herstellung photographischer Schichtträger aus     Zelluloseestern.       Es ist bekannt, für     Zelluloseester    und       -äther    Abkömmlinge von Fettsäuren als       Mjeichmachungsmittel    zu verwenden.

   So sind  zum Beispiel schon     Phosphorsäureester    von       Fettsäurealkohol,    wie     Trioctylphosphat,        Di-          isoamylbutylphosphat,        Diäthylphosphat        Bu-          tylphosphat    oder     Fettsäureester    als     Weich-          machungsmittel    verwendet worden.  



  Diese Produkte haben teilweise gegen  über andern     Weichmachungsmitteln,    wie sie  beispielsweise als     Kampferersatzstoffe    ver  wendet werden und welche auf Nitrozellulose  lösend oder "gelatinierend" wirken, eine auf       Zelluloseester    nicht lösende     bezw.    fällende  Wirkung. Für den Ausfall der mechanischen  Eigenschaften von Filmen, insbesondere  Kinofilmen, ist es als wesentlicher Vorteil  erkannt worden, statt eines die Nitrozellulose       l'öaenden    Zusatzstoffes ein nicht lösendes       1ffttel    als Weichmacher zu verwenden.

         Durch    die Verwendung von solchen     "Fällern"          wird:        beispielsweise    die     Lebensdauer    der    Filme, das heisst die Zahl der Vorführungen  im Projektionsapparat, beträchtlich verlängert       bezw.    die mit dieser Laufzeit parallel ge  hende     Pendelhammerzahl    erhöht. Im allge  meinen drückt sich diese Qualitätsverbesse  rung auch in einer erhöhten Dehnung und       Knitterzahl    aus.

   Dies trifft sowohl für     Nitro-          zellulosefilme,    als auch für solche aus orga  nischen Estern der Zellulose zu, wie     Zellu-          loseacetat,        Zellulosebutyrat,    sowie auf Misch  ester, wie     Zellulosenitroacetat,        Zellulose-          acetobutyrat    usw.  



       Gemäss    der Erfindung ist ein Verfahren  zur Herstellung photographischer Schicht  träger aus     Zelluloseestern    unter Verwendung  von     \Veichmachern    dadurch gekennzeichnet,  dass man als Weichmacher Gemische von  Stoffen verwendet, die eine ununterbrochene       aliphatische        Kohlenstoffkette    mit 8 bis 14       Kohlenstoffatomen    aufweisen, ausser Kohlen  stoff und Wasserstoff mindestens ein     an,        @          deres    Atom, jedoch keine saure Gruppe be-      sitzen und höchstens einen schwachen Geruch  aufweisen.  



  Als solche Stoffe kommen zum Beispiel  in Betracht:     Fettsäureester,    Fettalkohole,  Ester und Äther von     Fettalkoholen,        Haloge-          nide    von     Fettalkoholen    usw.  



  Als Ausgangsmaterial können in der  Hauptsache     verseifte    Pflanzenfette, insbeson  dere     Kokosöl    oder     Palmkernöl,    verwendet  werden, oder es können auch die Gemische  von Fettsäuren, die bei der Oxydation von       Paraffinen    mit 8 bis 14     C-Atomen    mit Luft  oder mit Oxydationsmitteln als Oxydations  produkte entstehen,     benutzt    werden.  



  Aus diesen Materialien können die ge  mäss der Erfindung zu verwendenden     Weich-          machungsmittel    entweder durch     Veresterung     eines     Fettsäuregemisches    oder durch Reduk  tion zu Fettalkoholen gewonnen werden. Die  Alkohole können ferner in Ester oder Äther  oder beispielsweise durch Austausch der     OH-          Gruppe    gegen Halogen in     Halogenide    der  Paraffine umgewandelt werden.

   Die     Weich-          machungsmittel    werden vor ihrer Verwen  dung     zweckmässigerweise    von niedermoleku  laren, mehr oder weniger stark     riechenden     Anteilen befreit. Die Abtrennung der nieder  molekularen, stark riechenden Anteile kann  entweder vor oder nach der Herstellung der       Abkömmlinge    der     Fettsäuren    aus dem Ge  misch erfolgen.  



  Ester von Fettsäuren und Fettalkohole,  sowie auch Gemische verschiedener Fett  säureester und verschiedener     Fettalkohole    sind  bereits als Weichmacher für     Zelluloselacke     verwendet worden; aber derartigen Ge  mischen haftete stets ein solch anhaltender  und störender Geruch an, dass sie für die  Herstellung von photographischen Schicht  trägern nicht in Betracht kommen konnten.  So ist es verständlich, dass die vorzüglichen  mechanischen Eigenschaften von photogra  phischen Schichtträgern aus     Zelluloseestern     mit solchen Zusätzen bisher noch nicht er  kannt wurden.  



  Die     Weichmachungsmittelgemische    eignen  sich sowohl für Filme aus     Zellulosenitrat,     als auch für solche aus organischen Zellulose-         estern,    insbesondere     Zelluloseacetat,    Zellulose  nitroacetat,     Zelluloseacetobutyrat,        Zellulose-          butyrat    und andern     technisch    verwertbaren       Zelluloseestern.    Es ist klar, dass nicht alle  Produkte eine gleiche und übereinstimmende  Wirkung aufweisen..

   Durch Versuche lässt  sich leicht     feststellen,    welche von den vor  geschlagenen Weichmachern .für Filme aus  einem bestimmten     Zelluloseester    oder     Zellu-          loseestergemisch    .die beste Wirkung aufwei  sen, um den Film geschmeidig     '@    und wider  standsfähig gegen mechanische Beanspru  chung zu machen.  



  Es hat sich gezeigt, dass die Verwendung  von     Derivaten    eines Gemisches von Fett  säuren einer solchen von isolierten, chemisch  einheitlichen Produkten aus den Gemischen  der Fettsäuren wesentlich überlegen ist.  Dies erklärt sich daraus, dass die fällende  Wirkung auf     Zelluloseester    bei den     lang-          kettigen    Derivaten besonders gross ist und  deshalb die     Ausscheidung    des Zellulose  derivates aus den verdunstenden Lösungs  mitteln bei Verwendung von einem einheit  lichen, hochmolekularen     Fäller    zu plötzlich  eintreten würde. Dadurch wird der Film  leicht trübe und gar weiss.

   Bei     Verwendung     eines Gemisches von     Fällern    verschiedener       Fällwirkung    tritt die Ausscheidung nur  langsam und allmählich ein, wodurch ein  Trübe- oder Weisswerden des Films vermieden  und die physikalischen Daten, besonders die       Knitterzahl    und die Dehnung, verbessert  werden können. Die Produkte aus Fett  säuren mit mehr als 14     Kohlenstoffatomen     haben nicht mehr so gute Eigenschaften als  Weichmacher; es sollen deshalb Gemische;  die grössere Mengen solcher     Fettsäuren    ent  halten, nicht Verwendung finden.  



  Unter den     Estern    der Fettsäuren sind  beispielsweise die Ester des     Amylalkohols     des     gokosfettsäuregemisches    gut brauchbar.       Methylester    oder     Äthylester    haben jedoch       einen    zu intensiven Geruch, so     :dass:    diese nicht  verwendet werden können. Aus demselben  Grunde sind auch die     Nitrile    der Fettsäuren  unbrauchbar.  



  Von den     Estern    der     gemischten    Fett-           alkohole    sind insbesondere das Acetat,       Phtalat    und Phosphat als     Weichmachungs-          mittel    für     Nitro-    oder     Acetylzellulose    zu  empfehlen.  



  Die oberhalb<B>150'</B> bei 13 mm siedenden  Anteile des     Kokosalkohols    haben :sich für  Nitrozellulose gut bewährt.  



  <I>Beispiele:</I>  1. 20 Teile     Nitrozellulose    mit 1.2,2  Stickstoff werden in 100 Teilen eines Ge  misches von 8 Teilen Aceton und 2 Teilen         äthylalkohol    gelöst und     unter    Zusatz von  2 Teilen     Kokosfettsäureamylester    in bekann  ter Weise zu einem Film. von 0,130 mm Dicke  vergossen.

   Wird dieser Film im     Schopper-          schen    Dynamometer zerrissen, im     Schopper-          sehen        Zelluloidfalzer        geknittert        und    im       Sehopperschen    Pendelhammer zerschlagen, so  erhält man Werte, welche denen eines glei  chen Films, der statt des     Kokosiettsäure-          amylesters    den üblichen Kampfer (10 %)  enthält, überlegen sind.

    
EMI0003.0022     
  
    Stossfestigkeit
<tb>  Zusatz <SEP> Bruchlast <SEP> Dehnung
<tb>  kg <SEP> <B>Ob</B> <SEP> im <SEP> Pendelhammer
<tb>  Knitterzahl
<tb>  kg <SEP> cm/cms
<tb>  10 <SEP> % <SEP> Kokosfett  säureamylester <SEP> <B>101</B> <SEP> 28 <SEP> 75 <SEP> 247
<tb>  10 <SEP> 0% <SEP> Kampfer <SEP> <B>1</B>00 <SEP> 24 <SEP> 43 <SEP> 130
<tb>  I <SEP> I <SEP> I       Auch in den folgenden Beispielen wer  den die mechanischen Daten von Filmen mit  einer Dicke von 0,130 mm nach der Erfindung  gleichdicken Filmen, welche mit Kampfer  hergestellt werden, gegenübergestellt.    2.

   Setzt man zu einer 18 %     igen    Lösung  von Nitrozellulose in Äther-Alkohol<B>(31:</B> 1)  1,8     gr        Kokosalkohol    auf je 100     gr    Lösung  zu, so erhält man folgende Werte:

    
EMI0003.0027     
  
    Bruchlast <SEP> Dehnung <SEP> j <SEP> Stossfestigkeit
<tb>  Zusatz <SEP> k <SEP> i <SEP> o <SEP> Knitterzahl <SEP> I <SEP> im <SEP> Pendelhammer
<tb>  g <SEP> kg <SEP> ' <SEP> cm/cm' <SEP>   I
<tb>  I
<tb>  10 <SEP> % <SEP> Kokos- <SEP> Alle <SEP> Proben <SEP> wurden <SEP> nicht <SEP> durch  alkohol <SEP> 109 <SEP> i <SEP> <B>31)</B> <SEP> 104 <SEP> schlagen. <SEP> Mindestwert: <SEP> 340
<tb>  I
<tb>  10% <SEP> Kampfer <SEP> i <SEP> 110 <SEP> 37 <SEP> 88 <SEP> 5 <SEP> Proben <SEP> von <SEP> 10 <SEP> nicht <SEP> durch  schlagen. <SEP> Mindestwert: <SEP> -329
<tb>  i       3.

   In einer Lösung von Nitrozellulose  nach Beispiel 2 wird statt     Kokosalkohol    eine  gleiche Menge eines Gemisches der Mono  chloride der dem     Kokosalkohol    zugrunde  liegenden     Paraffinkohlenwasserstoffe    ver  wendet. Der Film zeigt hohe     Dehnung    und  hohe     Knitterzahl.     
EMI0003.0033     
  
    Zusatz <SEP> Bruchlast <SEP> Dehnung <SEP> Knitter  kg
<tb>   % <SEP> zahl
<tb>  10% <SEP> Chloride <SEP> 120 <SEP> 44,5 <SEP> 343
<tb>  10 <SEP> 0% <SEP> Kampfer <SEP> 110 <SEP> 37,0 <SEP> 88         4.

   Wird der Lösung nach     Beispiel    2 statt       Kokosalkohol    eine gleiche Menge     Phtalsäure-          ester    des     Kokosalkohols    zugesetzt, so wird  ein Film mit folgenden Werten erhalten:

    
EMI0004.0006     
  
    Zusatz <SEP> Bruchlast <SEP> Dehnung <SEP> Knitter  kg <SEP>  /o <SEP> zahl
<tb>  10 <SEP> % <SEP> Kokoä  phthalat <SEP> 115 <SEP> 39 <SEP> 185
<tb>  10 <SEP> % <SEP> Kampfer <SEP> 110 <SEP> 37 <SEP> 88       5.     Acetylzellulose    mit 56 % Essigsäure  gehalt wird in einem Gemisch von     Methylen-          chlerid-Chloroform-Amylalkohol    2:5:2 ge  löst unter Zusatz von 20% eines Gemisches  von Alkoholen mit 8 bis 14     C-Atomen,    wie  sie aus den durch Oxydation von Paraffinen  entstandenen     Karbonsäuren    durch Reduktion  erhalten werden, und zu einem Film von  0,135 mm Dicke vergossen.

   Als Vergleich  dient ein Film mit dem üblichen     Acetyl-          Weichmacher        Triphenylphosphat.     
EMI0004.0015     
  
    Zusatz <SEP> Bruchlast <SEP> Dehnung <SEP> Knitter  kg <SEP>  /o <SEP> zahl
<tb>  20 /o <SEP> Alkohole <SEP> 88 <SEP> 42 <SEP> 335
<tb>  20 <SEP> % <SEP> Triphenyl  phosphat <SEP> 89 <SEP> 37 <SEP> 191

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung photographi scher Schichtträger aus Zelluloseestern unter Verwendung von Weichmachern, dadurch gekennzeichnet, dass man als Weichmacher Gemische von Stoffen verwendet, die eine ununterbrochene aliphatische Kohlenstoff kette mit 8 bis 14 Kohlenstoffatomen auf weisen, ausser Kohlenstoff und Wasserstoff mindestens ein anderes Atom, jedoch keine saure Gruppe besitzen und höchstens einen sehwachen Geruch aufweisen. UNTERANSPRüCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Gemisch von Fettsäureestern aus Fettsäuren mit 8 bis 14 C-Atomen benutzt. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man ein. Gemisch von Fettsäureamyl- estern benutzt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Gemisch von Fettalkoholen benutzt, das durch Re duktion eines Fettsäuregemisches aus Fettsäuren mit 8 bis 14 C-Atomen ent steht. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Gemisch von Fettalkoholäthern aus Fettalkoholen mit 8 bis 14 C-Atomen benutzt. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Gemisch von Fettalkoholestern aus Fettalkoholen mit 8 bis 14 C-Atomen benutzt. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man Gemische der Halogenide aliphatischer Kohleuwasser- stoffe benutzt, die durch Ersatz der OH Gruppen .durch Halogen aus Gemischen von Fettalkoholen mit 8 bis 14 C-Atomen entstehen.
CH174088D 1933-03-04 1934-03-02 Verfahren zur Herstellung photographischer Schichtträger aus Zelluloseestern. CH174088A (de)

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