CH174343A - Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Wasserstoffsuperoxyd durch Destillation. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Wasserstoffsuperoxyd durch Destillation.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Wasserstoffsuperoxyd durch Destillation. Die Erfindung bezieht sich auf die Ge winnung von Wasserstoffsuperoxyd aus Flüs sigkeiten, welche, wie zum Beispiel Lösungen von Persäuren oder Persalzen, befähigt sind, durch Destillation Wasserstoffsuperoxyd zu liefern unter Verwendung röhrenförmiger De- im Es ist bekannt, Lösungen von Perschwe- felsäure in Schwefelsäure oder von Persul- faten durch stehende,
von aussen beheizte Rohre fliessen zu lassen und hierbei den ge bildeten Wasserstoffsuperoxyddampf im Ge genstrom zu der Fliessrichtung der Flüssig keit nach oben abzudestillieren. Es ist wei terhin bekannt, Lösungen von Perschwefel- säure oder Persulfaten von unten nach oben durch stehende, beheizte Rohre zu saugen, wobei der entwickelte Wasserstoffsuperoxyd- clampf im Gleichstrom mit der Flüssigkeit durch das Röhr bewegt wird.
Verfahren der genannten Art haben den Nachteil, dass der. Destillationsvorgang in- folge der Bewegung eines Gemisches von Flüssigkeit und daraus entwickelten Dämp fen in verhältnismässig engen Rohren nicht gleichmässig ruhig, sondern stossweise ver läuft. Zwecks praktisch vollständiger Ge winnung des Wasserstoffsuperoxydes ist es ausserdem nötig, sehr lange Destillations- rohre zu verwenden oder die Destillation stufenweise in verschiedenen stehenden Roh ren durchzuführen.
Nach vorliegender Erfindung erfolgt die Gewinnung von Wasserstoffsuperoxyd durch Destillation von solches liefernden Flüssig keiten dadurch, dass die zu destillierende Flüssigkeit durch horizontal liegende Ver- dampferrohre .geleitet wird, die von innen mit Dampf beheizt werden.
Nach einer Ausführungsform der Er findung werden horizontal gelagerte Rohre verwendet, die von innen und von aussen beheizt werden. Abb. 1 veransehaulieht beispielsweise einen zur Ausführung des Verfahrens gemäss der Erfindung geeigneten Röhrenverdamp fer; er besteht aus einem horizontal lie genden Destillationsrohr a, einem in dem Destillationsrohr a angeordneten Heizrohr b und einem das Destillationsrohr a einschlie- sser.den Aussenrohr c.
Der ringförmige De stillationsraum d wird also durch einen innern Heizraum e und einen äussern Heiz raum f begrenzt.
Der horizontale Röhrenverdampfer wird vorzugsweise so betrieben, dass die Verdamp fung der durch den Ringraum d strömenden Flüssigkeit in der Hauptsache durch die Innenbeheizung bewirkt wird. Das innere Heizrohr b besteht zweekmässig aus einem gut wärmeleitenden Material, zum Beispiel einem für -die Durchführung des Verfahrens geeigneten Metall, insbesondere Blei oder einer Bleilegierung. Das Destillationsrohr a kann ebenfalls aus Metall, zum Beispiel Blei, bestehen.
Um ein Zusammendrücken des Bleirohres ra zu vermeiden, kann man, ,da die Wärmezufuhr in der Hauptsache .durch den innern Heizraum e erfolgt, .den Rohrmantel verhältnismässig stark ausbilden oder sich mit niedrigeren Dampfdrucken im äussern Heizraum f begnügen.
Aus dem gleichen Grund kann das Destil'lationsrohr auch aus einem Material von schlechterer Wärmeleit fähigkeit, zum Beispiel keramischem Ma- terial, wie Porzellan, Steinzeug, Havog und dergleichen bestehen. .Das den äussern Heiz raum f begrenzende Aussenrohr c kann aus beliebigem, .geeignetem Material bestehen.
Die drei Rohre, .das innere Heizrohr, das Destillationsrohr und das äussere Heizrohr können konzentrisch angeordnet werden. Man kann aber auch diese Rohre exzentrisch anordnen. Letzteres ist namentlich in bezug auf das innere Heizrohr von Vorteil. Hier bei wird die Destillation so geleitet, dass der Teil .des Destillationsrohres, in dem das ex zentrische, innere Heizrohr liegt, mit Flüssig keit gefüllt ist, während der,darüberliegende Raum für .die Des-billationsdämpfe freige- lassen wird. Unter Umständen empfiehlt es sich,
um eine möglichst weitgehende Dampf ausnutzung zu erreichen, in das innere Heizrohr einen Füllkörper einzulegen. Die ser Füllkörper kann schraubenförmig aus gebildet sein.
Abb. 2 zeigt einen Verdampfer, dessen inneres Heizrohr mit einem solchen Füll körper mit Drall versehen ist.
Man kann selbstverständlich auch meh rere erfindungsgemäss mit Innenheizung ver sehene Rohre in einem gemeinsamen, die Aussenheizung der gesamten Rohre bewirken den Heizraum anordnen. Ebenso kann man zum Heizen eines Destillationsrohres mehrere Innenheizrohre verwenden.
Diese Innenheiz- rohre können in dem Destillatnonsrohr sym metrisch verteilt sein, isie können aber auch vorwiegend in einem Teil des DestIllations- rohres angeordnet sein, -wobei dann vorzugs weise die Destillation in gleicher Weise ein- gestellt wird, wie dies bei Anwendung eines exzentrischen Heizrohres beschrieben wurde.
Für die praktische Durchführung des Verfahrens sind zweckmässig mehrere Hori zontalverdampfer derart hintereinander ge schaltet, .dass, die Flüssigkeit nach Durch strömen des ersten Verdampfers in den zwei ten, von diesem in den dritten eintritt usw. Die ein System bildenden Röhrenverdampfer können, _ dabei übereinander, nebeneinander oder zum Beispiel auch treppenförmig an geordnet sein.
Bei Anwendung übereinander oder trep penförmig angeordneter Aggregate kann der Flüssigkeitsstrom so geführt werden, dass er von oben nach unten oder von unten nach oben durch das Aggregat fliesst. Die erste Ausführungsform, hat den Vorteil, dass man für die Beförderung der Flüssigkeit keine Kraft anzuwenden braucht. Schliesslich kann man die Rohre im Flüssigkeitsstrom hinter einander, im Wa.sserstoffsuperoxyddampf- stromdagegen parallel schalten.
Abb. 3 veranschaulicht beispielsweise ein System von vier hintereinandergeschalteten, übereinander gelagerten Röhrenverdampfern. Die zu destillierende Flüssigkeit tritt bei <I>g</I> in den Destillationsraum <I>d</I> des Verdamp fers I ein und durchströmt das Verdampfer system unter dem Einfluss des Vakuums.
Von T'erdampfer I fliesst die Flüssigkeit durch Leitung g' in Verdampfer II, durch Leitung g= in Verdampfer III, durch Leitung g3 in Verdampfer IV und verlässt letzteren bei g'. Das abgehende Gemisch von Wasser stoffsuperoxyddampf und Wasserdampf ver lässt .die Verdampferräume durch die Lei tungen h und hl, die dasselbe zu .dem (nicht bezeichneten) Kondensator führen.
Durch Drosselung .der Abläufe g1, g2, g' und g4 ist man in der Lage, das Niveau .der .die Horizontalverdampferdurchströmenden Flüs sigkeit auf gewünschter Höhe zu halten, der art, dass oberhalb :des von .der Flüssigkeit erfüllten Raumes ein Dampfraum verbleibt. Hierdurch wird der grosse Vorteil erzielt, dass das verdampfende Wasserstoffsuper oxyd sich sofort von der Flüssigkeit trennen und ungehindert durch den Flüssigkeits strom rasch aus dem Dampfraum abgeführt werden kann.
Ein besonderer Vorzug des Verfahrens besteht darin, dass es die unmittelbare Ge winnung von Wasserstoffsuperoxyd von hohen Konzentrationen ohne Anwendung der bisher üblichen fraktionierten Kondensation bezw. die Gewinnung von Wasserstoffsuper oxydlösungen verschiedener Konzentrationen aus einem Rohrsystem .gestattet. Zu diesem Zwecke verfährt -man unter Anwendung von Röhrenaggregaten wie in Ab-b. 2 ,derart, dass man -die in den einzelnen Rohren entstehen den Dämpfe nicht gemeinsam der Konden sation zuführt, sondern sie getrennt gewinnt.
Da der Wasserstoffsuperoxydgehalt des Dampfes mit fortschreitender Destillation zu nimmt, so kann man zum Beispiel das aus Rohr IV und gegebenenfalls aus Rohr III abgehende Dampfgemisch durch direkte Kühlung kondensieren und hierbei Wasser stoffsuperoxyd von hohen Konzentrationen gewinnen. Das aus den ersten Rohren, ins besondere Rohr I abgehende, verhältnis mässig ivasserstoffsuperoxydarme Dampfge- misch kann man in bekannter Weise durch fraktionierte Kondensation auf gewünschte Konzentration bringen.
Die Heizfläche und damit,die Verdamp- fungsgeschwindigkeit richtet .sich bei An wendung der Innenheizung nach :dem Durch messer des Aussenrohres (DestilIationsrohres) und des Innenrohres (Heizrohres). Hierbei kann man den Durchmesser des Heizrohres so wählen, dass zwischen Destillationsrohr und Heizrohr nur ein verhältnismässig sehr geringer Zwischenraum verbleibt.
Man ist .in folgedessen in der Lage, eine sehr grosse Heizfläche und damit eine sehr grosse Ver- dampfungsgeschwindigkeit zu erzielen. Die Einführung des Heizdampfes in ,das Innen rohr bietet weiterhin den Vorteil, dass man metallische Heizrohre, insbesondere Bleiröh ren, verwenden kann, ohne befürchten zu müssen, dass ein lästiges Zusammendrücken stattfindet, wie dies bei Verwendung von aus Blei bestehenden Destillatio-nsrohren,
die nur von einem äussern Dampfmantel um geben sind, vorkommt. Es hat sich gezeigt, ,dass man die Wandstärke bleierner Innen heizrohre verhältnismässig gering bemessen und damit grössere Heizwirkungen erzielen kann, ohne die Gefahr des Z.usammendrük- kens ibefürchten zu müssen.
Man kann aber auch an iStelle von Blei röhren Rohre aus andern widerstands- fähigeren Metallen, zum Beispiel aus Eisen oder Kupfer, verwenden, wenn man sie an den Stellen, mit welchen sie mit der sauren Flüssigkeit und Wasserstoffsuperoxyd in Be rührung kommen, .durch Auflagen von ge eigneten Materialien, zum Beispiel durch homogene Verbleiung, schützt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Gewinnung von Wasser stoffsuperoxyd durch Destillation von sol ches liefernden Flüssigkeiten, dadurch ge- kennzeichnet, dass .die zu destillierende Flüs sigkeit durch horizontal liegende Verdamp- ferrohre geleitet wird, die von innen mit Dampf beheizt werden. UNTERANSPMCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, ge kennzeichnet durch die Verwendung von horizontal gelagerten Destillationsrohren, welche von innen und von aussenbeheizt werden. 2.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass mehrere horizontal liegende Ver- dampTerrohre zu einem System ver einigt sind, durch welches die zu de stillierende Flüssigkeit geführt und stu fenweise von Wasserstoffsuperoxyd be freit wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 und 2, dadurch ge kennzeichnet, @dass die Rohre im Flüssig keitsstrom hintereinander geschaltet sind. 4.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch ge- kennzeichnet, dass die aus den einzelnen Verdampferrohren abgehenden Dämpfe getrennt voneinander kondensiert wer den. 5. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch ge kennzeichnet, dass die Rohre im Flüssig keitsstrom hintereinander, im Wasser stoffsuperoxyddampfstrom dagegen pa rallel geschaltet sind. 6. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 bis 3 und 5, da durch gekennzeichnet, dass die Rohre übereinander liegen und vom Flüssig keitsstrom nacheinander von oben nach unten cdurchströmt werden. 7.Verfahren nach 'Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich= net, dass mehrere horizontal liegende De- stillationsrohre in einem die Aussen heizung bewirkenden Rohr angeordnet sind. PATENTANSPRUCH 1I: Vorrichtung zur Ausführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch ein im Innern des Verdampferrohres befindliches Innenheizrohr aus Metall. UNTERANSPRMHE B.Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass das Innenheiz- rohr aus Blei besteht. 9. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass der Destilla- tionsraum so ausgebildet ist, dass er von den Flüssigkeiten unter Freilassung eines Dampfraumes durchströmt werden kann. 10.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Abmes sungen von Innenheizrohr und Destilla- tionsrohr so gewählt .sind, dass der freie Zwischenraum zweischen beiden gering ist. 11. Vorrichtung nach Patentanspruch I1, da durch gekennzeichnet, dass das Innen heizrohr exzentrisch in dem Destilla- tionsrohr angeordnet ist. 12.Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass in dem Destil.- lationsrohr mehrere Innenheizrohre vor gesehen sind. 13. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass in das In nenheizrohr ein Füllkörper eingelegt ist. 14. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass das Destil- lationsrohr aus keramischem Material be steht.
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