CH174433A - Kühl- und Absperrflüssigkeit von niedrigem Gefrierpunkt. - Google Patents

Kühl- und Absperrflüssigkeit von niedrigem Gefrierpunkt.

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CH174433A
CH174433A CH174433DA CH174433A CH 174433 A CH174433 A CH 174433A CH 174433D A CH174433D A CH 174433DA CH 174433 A CH174433 A CH 174433A
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Arthur Dr Eichengruen
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Description


  Kühl- und     Äbsperr:Rüssigkeit    -von niedrigem Gefrierpunkt.    Es ist bekannt,     dass    das Kühlwasser in  den Automobilkühlern und das Absperr  wasser in gasführenden Apparaten, Gasmes  sern und Leitungen dadurch vor dem Ein  frieren bewahrt werden kann,     dass    man die  Gefriertemperatur des Wassers durch ent  sprechende Zusätze herabsetzt.  



  Als solche Zusätze werden im wesent  lichen nur organische Flüssigkeiten, und  zwar insbesondere einfache und mehrwertige  Alkohole und deren Derivate benutzt. Von  diesen haben Methylalkohol und Äthyl  alkohol bei weitem die stärkste Wirkung.  Ihre Anwendung ist jedoch nicht     wirtschaft-          lieh,    da sie aus dem heissen     Motorkühlwass#er     sehr bald wieder ganz oder teilweise ver  dunsten, so     dass    ein sicherer     Gefrierschutz,     insbesondere für sehr niedrige Temperaturen  mit ihnen nicht zu erzielen und eine perio  dische Nachfüllung notwendig ist.

   Von     der-          mehrwertigen    Alkoholen, wie Glykol und  Glyzerin, hat das Glyzerin eine sehr geringe  Wirkung und versagt schon bei relativ ge  ringer Temperaturerniedrigung. Das Glykol       2D       und seine Derivate wirken anderseits bei  sehr grosser Kälte nur in sehr hoher Konzen  tration, beispielsweise bei einer Konzentra  tion von 40 bis<B>50%</B> und zeigen hierbei alle  Nachteile der     Viskositätserhöhung,    vor allem  auch eine dauernde     Erliitzung    des Kühl  wassers während der Fahrt und somit eine  schlechte Kühlerleistung. Ihre Wirkung in  einer geringeren Konzentration, beispiels  weise einer solchen von<B>9-5 %,</B> ist bei grosser  Kälte ungenügend.  



  So wird beispielsweise für den     Glykol-          monomethyläther    in der deutschen Patent  schrift     Nr.   <B>468917</B> als Grenze<B>- 17,5 '</B> an  gegeben, während nach der deutschen Patent  schrift     Nr.    469222 bei einer Temperatur von  <B>-</B> 24,2<B>'</B>     Butylenglykol    in einer Konzentra  tion von nicht weniger als<B>50%</B> angewendet  werden     muss.     



  Es ist naturgemäss auch vielfach versucht  worden, anorganische Gefrierschutzmittel an  zuwenden, und zwar sowohl für die Kühl  flüssigkeiten von Automobilkühlern, als auch  für Absperrflüssigkeiten von gasführenden      Apparaten und auch von Kältelösungen, wel  che zur Kälteerzeugung in doppelwandigen  Apparaten oder in Röhrensystemen zirku  lieren. Es gibt eine ganze Reihe von anor  ganischen Produkten, insbesondere von Me  tallsalzen anorganischer Säuren, deren Lö  sungen erst bei sehr niedriger Temperatur ge  frieren.

   So ist es beispielsweise bekannt,     dass          Magnesiunichlorid,        Natriumchlorid,        Caleium-          chlorid    und insbesondere Mischungen der  selben, ferner     Ammoniumehlorid,    Jodkali  und viele andere Salze in konzentrierter wäs  seriger Lösung nicht, oder nur bei sehr nie  driger Temperatur gefrieren.

   Aber diese Ei  genschaft allein genügt nicht für eine Kühl  flüssigkeit, welche insbesondere im Auto  mobilbetrieb angewandt werden soll, da es  hierbei     hicht    nur auf die 'Widerstandsfähig  keit gegen niedrige Temperaturen, sondern  auch, und zwar in sehr wesentlichem Masse,  auf das Fehlen einer     Korrosionswirkuno,    bei  den im     Kühlersystein    vorhandenen Metallen,  Legierungen, Lötstellen     und    Dichtungen an  kommt.  



  In dieser Hinsieht hat sich bisher noch  kein anorganisches Produkt unter normalen  Umständen bewährt. Zwar hat man in     Kälte-          ma,schin-en        Kälielbsung-en    aus Doppelsalzen       von    Chlormagnesium. und     Chlorcaleium.    an  sich oder in Gegenwart von     Quecksilber-          ehlorid    mit Erfolg angewandt, doch     wer-          .den    diese Lösungen dauernd auf Tempe  raturen unter<B>0 '</B> bis herab zu<B>-</B> 48"  gehalten, so,     dass    hierdurch eine Abspal  tung freier Säure und damit eine Kor  rosionswirkung nicht eintritt.

   Wurden die  <B>0-</B> e       "l        ichen    Salzgemische im Automobilkühler  angewandt, wobei sie häufig auf Tempera  turen bis zu<B>100'</B> erwärmt wurden, so trat  in kurzer Zeit eine     Karrosionswirkung,    die  bis zur vollkommenen Zerstörung der Kühler  metalle führte, ein.  



  Die einzigen anorganischen Salze, welche  in grösserem Umfange Verwendung gefunden  haben, sind die Salze der Salpetersäure, ins  besondere das     Natriumnitrat.     



  Aber auch dieses Produkt besitzt eine  so starke Korrosionswirkung,     dass    es nur bei    Gegenwart grösserer Mengen von     Antikorro-          sionsmitteln    überhaupt benutzt werden  konnte und ausserdem erwies sieh seine     Ge-          frierschutzwirkung    in der Praxis als relativ  gering, und zwar im Gegensatz zu anders  lautenden Angaben in der Literatur.

   Ausser  dem zeigen die Nitrate die unangenehme Ei  genschaft aus den Lösungen herauszukristalli  sieren,     "auszublühen",    so     dass    dieselben sieh  am Rande der Kühleröffnungen absetzen, um  als trockenes Pulver abzufallen, so     dass    die  Konzentration der Lösung stets abnimmt.  



  Es wurde nun gefunden,     dass    eine wäs  serige Lösung die mindestens ein Salz der  salpetrigen Säure enthält, sieh als Kühl- und  Absperrflüssigkeit von niedrigem Gefrier  punkt in hervorragendem Masse eignet. Sie  kann eine wesentlich geringere Konzentra  tion als die gebräuchlichen Kühl- und<B>Ab-</B>  sperrflüssigkeiten aufweisen. Im Winter ge  nügt bei einer durchschnittlichen Kälte von  <B>- 15 '</B> eine zirka<B>15</B> 7o     ige    Lösung, also eine  solche im Verhältnis:<B>1</B> Teil Nitrit zu<B>5 -</B> Tei  len Wasser vollkommen, während bei einer  sehr starken Kälte von etwa<B>- 30</B> bis<B>-</B> 40<B>'</B>  eine Lösung im Verhältnis-<B>1</B> Teil Nitrit zu  2 Teilen Wasser einen absolut sicheren  Schutz bildet.  



  Als     salpetrigsaure    Salze, welche geeignet  sind ein vollkommenes Gefrieren einer wäs  serigen Lösung bei sehr tiefen Temperaturen  zu verhindern, kommen insbesondere in  Frage:     Kaliumnitrit,        Natriumnitrit,        Ammo-          niumuitrit,        Caleiumnitrit    und     Magnesium-          nitrit,    welche sowohl allein, als auch in     Mi-          schuug    miteinander verwendet werden kön  nen.

   Naturgemäss können auch andere     sal-          petrigsaure    Salze von Metallen oder     organi-          sehen    Basen angewandt werden. In aller  erster Linie kommt aber für den gedachten  Zweck das     Natriumnitrit    in Frage, seines  sehr niedrigen Preises wegen.  



  Demgegenüber beginnt das vielfach an  gewandte     Glykol    in 15%iger Lösung Eis  kristalle schon bei<B>- 5 0</B> auszuscheiden, wäh  rend die Lösung bei<B>- 15 '</B> schon zu einem  Eisklumpen gefroren ist. Sehr erheblich ist  auch die Überlegenheit der     salpetrigsauren         Salze, insbesondere des     salpetrigsauren    Na  triums     o-egenüber    dem salpetersauren Na  trium, und zwar zeigen sich hierbei die     Un-          tersehiede    weniger bei     Käfteversucheii    im  Laboratorium, als bei der praktischen     An-          wendun-,    im Automobilkühler,

   bei welchen  anscheinend durch Zersetzung -des Nitrates  dessen -Wirkung schon     na-eh    sehr kurzer Zeit  und bei. relativ niedriger Temperatur ver  sagt, während die Salze der salpetrigen  Säure, insbesondere das     Natriumnitrit    seine       Wirkun-    selbst in     monatelano,em    Gebrauch  nicht verändert. Von allen -bisher bekannten  anorganischen Salzen unterscheiden sieh die  Nitrite aber vor     alllem    dadurch,     dass    ihre       1,#arrosionswirkun-,    auf die Metalle der Küh  ler ganz ausserordentlich gering ist.

   Dies ist  <U>sehr</U> überraschend, weil ja die salpetrige  Säure eine relativ schwache Säure ist, die  schon durch Umsetzung mit sauren Salzen,  wie beispielsweise mit     Ferrosulfat    ausgetrie  ben wird. Tatsächlich aber ist die     Einwir-          kuno-    auf Metalle, abgesehen von den     Be-          rührungsfläolien    zwischen Flüssigkeit, Me  tall und Luft, ganz überraschend gering.

    Eisen, Kupfer, Messing, Zinn und Alu  minium wird selbst bei monatelanger Ein  wirkung von konzentrierten     Natriumnitrit-          lösungen        ni-cht    angegriffen, andere Metalle,  die     jedoüh    in dem Kühlersystem meistens  nicht vorhanden sind, können durch ge  ringe Zusätze von schwach alkalisch reagie  renden Verbindungen, wie     Natriumsaecharat,     Borax oder von chromsauren Salzen, oder  von Salzen der     Ferro-    oder der     Ferriayan-          wasserstoffsäure    geschützt werden.  



  Ein weiterer Vorzug der     salpetrigsauren     Salze ist der,     dass    dieselben meist nur wenig  hygroskopisch sind, so     dass    sie als trockene  Pulver versandt und in gewöhnlichen Kar  tonpackungen aufbewahrt werden können,  wodurch ihre Anwendung gegenüber den  flüssigen Gefrierschutzmitteln, wie Glyzerin,  Spiritus, Glykol, erheblich vereinfacht und       verbi,lligt    wird.

   Da die     salpetrigsauren     Salze, insbesondere das in der Farbenindu  strie in grossen Mengen benutzte Natrium-         nitrit,    überaus billig sind, bieten dieselben  als     Kühler-Gefriers#chutzmittel    für     die    Auto  mobil- respektive     Breniistoff-Masühinen-          industrie    gegenüber den bisher bekannten  und verwandten Gefrierschutzmitteln einen       sehi    erheblichen     Vorte-11    in     bezug    auf Preis,

         Kältewirkung    und     Alitikorrosionswirkung.     Hierbei ist die hohe Beständigkeit- des an sich  so leicht     zersetzlichen        und    so reaktions  fähigen     Nitrites    bei dauernder Berührung  mit Metall und wechselnder Temperatur von  <B>30 '</B> bis zum Kochen der     Kühlflüssiakeit     im höchsten Grade     überrasühend    und uner  wartet.  



  Vorteilhaft werden der erfindungsge  mässen Kühl- und Absperrflüssigkeit korro  sionsverhindernde Mittel oder zusätzliche,  den Gefrierpunkt des Wassers noch weiter  herabsetzende Mittel     z-Li(#,efü(yt.     



  n t3

Claims (1)

  1. <B>PATENTANSPRUCTI-</B> Kühl- und Absperrflüssigkeit von nie drigem Gefrierpunkt, bestehend aus einer wässerigen Lb-sung, die mindestens ein Salz der salpetrigen Säure enthält. UNTERANSPRüCHE: <B>1.</B> Kühl- und Absperrflüssigkeit nach -Pa tentanspruch, gekennzeichnet durch den Zusatz geringer Mengen korrosionsverhin dernder Mittel. 2. Kühl- und Absperrflüssigkeit nach Pa- tenta-lispruch und Unteranspruch<B>1,</B> ge kennzeichnet durüh den Zusatz weiterer, .den Gefrierpunkt des Wassers herabset- zen-der Mittel.
    <B>3.</B> Kühl- und Absperrflüssigkeit nach Pa tentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass sie Alkalisalze der salpetrigen Säure enthält. <B>3.</B> Kühl- und Absperrflüssigkeit nach 'Pa tentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass sie Erdalkailisalze der salpetrigen t2 Säure enthält.
CH174433D 1934-04-11 1934-04-11 Kühl- und Absperrflüssigkeit von niedrigem Gefrierpunkt. CH174433A (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1059716B (de) * 1956-10-17 1959-06-18 John Henry Onions Mittel zur Korrosionsverhuetung in Waermeaustauschern
US5064551A (en) * 1988-12-20 1991-11-12 Bp Chemicals Limited Deicing compositions

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1059716B (de) * 1956-10-17 1959-06-18 John Henry Onions Mittel zur Korrosionsverhuetung in Waermeaustauschern
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