CH174712A - Verfahren zur elektrolytischen Scheidung von Kupfer-Silber-Legierungen. - Google Patents
Verfahren zur elektrolytischen Scheidung von Kupfer-Silber-Legierungen.Info
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Description
Verfahren zur elektrolytischen Scheidung von Kupfer-Silber-Legierungen. Es ist bekannt, die elektrolytische Schei dung von Kupfer-Silber-Legierungen in rein salpetersaurer Lösung durchzuführen, was naturgemäss zu einem hohen, unwirtschaft lichen Verbrauch an teuerer Salpetersäure führt. Es ist ferner versucht worden, eine derartige Scheidung in rein schwefelsaurer Lösung vorzunehmen. Dieser Versuch misslang infolge der sich auf der Anode bildenden nicht leitenden Schicht von Silbersulfat.
Es wurde ferner vorgeschlagen, Gemische von Schwefel- und Salpetersäure als Elektro lyte anzuwenden. Dieses Verfahren hat Nach teile, weil immer noch ein Salpetersäurever- brauch eintritt und weil durch die dabei angewandte geringe Säurekonzentration die Leitfähigkeit der Lösung stark vermindert und infolgedessen der Energieverbrauch er höht wird.
Bei einem Verfahren zur elektrolytischen Scheidung von Kupfer-Silber-Legierungen in einem Diaphragmenapparat mit durchlaufen- dem Elektrolyten wird gemäss der Erfindung mit einem von Salpetersäure und Nitrat freien, Schwefelsäure enthaltenden Kupfersulfat- Elektrolyten bei erhöhter Temperatur gear beitet. Es empfiehlt sich, zur Verhinderung des Übersteigens anodischer Produkte in den einen hydrostatischenÜberdruck aufweisenden Kathodenraum Überlaufröhrchen am Dia phragma anzuordnen.
Statt dessen kann man auch den obern Teil der Diaphragmen mit Stoffen imprägnieren, die vom Elektrolyten nicht benetzt werden. Es hat sich gezeigt, dass die zur Passivität der Anoden führenden, spannungserhöhenden Deckschicbten aus Sil bersulfat beim Arbeiten in der Wärme nicht entstehen, so dass ein erhöhter Energiever brauch nicht eintritt und an Stelle des In lösunggehens der Metalle Kupfer und Silber keine durch die Passivität bedingte Sauerstoff entwicklung eintritt.
Das Verfahren nach der Erfindung, das gleichzeitig die Gewinnung eines vollkommen edelmetallfreien Kupfers erlaubt, kann in einem an sich bekannten Diaphragmenapparat, der laufend vom Elektrolyten durchströmt wird, durchgeführt werden.
In der Zeichnung ist beispielsweise eine Apparatur zur Durchführung des Verfahrens dargestellt, bei der aus einem Hochbehälter 1. durch eine auf den Boden des Kathoden raumes 2 führende Rohrleitung 3 der Elek trolyt dem Bade 4 zugeführt -#vird. Der Kathodenraum 2 ist vom Anodenraum 5 durch ein Diaphragma 6 getrennt, das die Vermischung von Katholyt und Anolyt ver hindert. An der aus Kupferblech bestehenden Kathode 7 scheidet sich so viel Kupfer aus, wie aus der Anode gewonnen und durch die Silberzementation in Lösung gebracht wird.
Der Katholyt strömt aus dem Kathodenraum 2 durch Öffnungen der Diaphragmenplatte in ihrem obern Teil in den Anodenraum 5 über.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, diese Öffnungen mit Röhrchen 8 zu versehen, die ein Zurücksteigen von anodischen Produkten in den Kathodenraum vollständig verhindern. Im Anodenraum 5 befindet sich die Anode 9 aus der aufzuarbeitenden Legierung. Von dem Boden des Anodenraumes fliesst<B>-</B>dann der Elektrolyt zu dem Zementationsgefäss 10, welches mit Kupfer beschickt ist. Die hier entsilberte Lösung wird nach erfolgter, nicht dargestellter Dekantation und Filtration durch die Pumpe 11 in den Hochbehälter 1 zu rückgepumpt.
Der Elektrolyt besteht anfangs in allen Räumen aus reiner schwefelsaurer Kupfer sulfatlösung. Er wird zweckmässig im Hoch behälter 1 auf irgend einem bekannten Wege auf erhöhte Temperatur gebracht. Diese be hält er in dem zweckmässig mit Wärme isolation versehenen Elektrolyseur im wesent lichen bei, wodurch die Ausbildung von Silbersulfatsperrschichten an der Anode ver hindert wird.
Der elektrochemische Vorgang im Anoden raum ist folgender: Es wird zunächst aus schliesslich Kupfer in Lösung gebracht, wäh rend das Silber in zusammenhängender Schicht zurückbleibt. Bei tiefgehender Heraus lösung des Kupfers steigt die Spannung bis zur Erreichung des Silberlösungspotentials, und nun geht das Silber grösstenteils in Lösung. Im übrigen bildet sich Silberschlamm im Anodenraum, der teils zu Boden sinkt, dessen feinere Teilchen jedoch durch Strö mungen im Anolyten an die Oberfläche ge führt werden. Diese kleinen Silberteilchen haben die Neigung, an der Trennwand ern- porzukriechen, wodurch sie in den Kathoden raum gelangen würden.
Die dort erfolgende Abscheidung reinen Kupfers würde durch diese Silberteile unmöglich gemacht werden. Es ist daher von grösster Bedeutung, Mass nahmen vorzusehen, die ein derartiges Hoch kriechen verhindern. Als solche Massnahmen kommen beispielsweise die abgebildeten Röhr chen 8 in Frage. Man könnte natürlich auch den obern Teil des Diaphragmas mit Stoffen imprägnieren, die von dem Elektrolyten nicht benetzt werden.
Bei Aufarbeitung der Anoden werden die im Anodenraum zurückbleibenden Silberreste mit Zementsilber vereinigt, während das Kupfer in reiner Form im Kathodenraum anfällt.
Das neue Verfahren hat folgende Vorteile: 1. Es sind keine Salpetersäureverluste vorhanden.
2. Es treten keine Sperrschichten oder schlecht leitende Schichten auf, daher 3. Energieersparnis.
4. Möglichkeit der Verwendung höherer Schwefelsäurekonzentrationen, welche -eine bessere Leitfähigkeit bedingen; infolgedessen kann man mit kleinen Spannungen arbeiten und damit eine weitere Energieersparnis er zielen.
5. Möglichkeit der Gewinnung von reinem Elektrolytkupfer.
6. Es findet kein Umsatz der Schwefel säure mit den Metallen statt, daher tritt auch kein Säureverbrauch ein.
7. Möglichkeit der Verwendung von Bad behältern mit einer Auskleidung aus Blei. Um bei dem bisher beschriebenen Ver fahren das Silber aus den Laugen durch Zementation zu gewinnen, kann man gewöhn lich an Eisen ausgefälltes handelsübliches Kupferpulver, sogenanntes Zementkupfer oder Kupfergranalien oder schliesslich Abfallkupfer, in Form von Stücken oder Drähten benutzen. Jedoch ist der Reinheitsgrad des auszemen tierten Metalles ein verhältnismässig schlechter. Will man diesen Übelstand vermeiden, so kann dies dadurch geschehen, dass man die beim Fortschreiten der oben beschriebenen Elektrolyse allmählich stärker werdenden Kupferkathoden selbst als Zementiermetall benutzt.
Auf diese Weise wird eine Zugabe von Kupfer zu dein Scheideprozess erspart. Vor allein wird durch die Verwendung des elektrolytisch abgeschiedenen Kupfers als Zetnentiermetall der Reinheitsgrad des aus zementierten Silbers erhöht. Der auf den glatten Kathodenflächen sich bildende Silber schlamm neigt zur freiwilligen Trennung von diesen, was beispielsweise durch aufrechtes Einstellen oder Einhängen von Blechen aus Elektrolytkupfer in das Zementiergefäss unter stützt werden kann.
Das Silber fällt zu Boden, so dass stets eine gute Trennung der beiden Metalle voneinander möglich ist, während bei den bisher bekannten Zementierungs- verfahren die DZetalle meist mehr oder weniger sich mischen.
Das für die Zementation erforderliche Kupfer macht demnach bei dieser Ausfüh rungsart einen völlig geschlossenen Kreislauf durch. Es wird kathodisch während der Elek trolyse abgeschieden, löst sich im Zementier- bottich bei gleichzeitiger Silberausscheidung wieder auf und fliesst als gelöstes Kupfersalz wieder dem Elektrolytbehälter zu.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur elektrolytischen Scheidung von Kupfer-Silber-Legierungen in einem Dia phragmenapparat mit durchlaufendem Elek trolyten, dadurch gekennzeichnet, dass mit einem von Salpetersäure und Nitrat freien, Schwefelsäure enthaltenden Kupfersulfat- Elektrolyten bei erhöhter Temperatur gear beitet wird. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verhinderung des Übersteigens anodischer Produkte in den einen hydrostatischen Überdruck aufwei senden Kathodenraum am Diaphragma Überlaufröhrchen angeordnet werden. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verhinderung des Übersteigens anodischer Produkte in den Kathodenraum Diaphragmen verwendet werden, deren oberer Teil mit Stoffen imprägniert ist, die vom Elektrolyten nicht benetzt werden. 3. Verfahren nach Patentansprucb, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Elektrolyse gewonnene Kupferbleche als Zementier- kupfer für die Ausscheidung des Silbers benutzt werden.
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