Verfahren zum Löschen von Weehselstromunterbreebnngslichtbögen mit Hilfe einer strömenden, einer Hülle unter Druck zugeführten Flüssigkeit. Es ist bekannt, den Unterbrechungslicht bogen von Schaltern und Sicherungen zum Zwecke der Löschung mit Flüssigkeit anzu- spritzen. Einem Flüssigkeitsstrahl weicht<B>je-</B> doch ein freibrennender Lichtbogen immer aue, auch dann, wenn dieses Anspritzen mit- telst einer Düse, wie solche bei den bekann ten Hochleistungsdruckluftschaltern verwen det sind, erfolgt.
Eine nennenswerte Wir kung der Flüssigkeit ist daher nicht vorhan den.
Bei Olechaltern sind verschiedene Mass nahmen bekannt, um Öl in den Lichtbogen hineinzudrücken. Zu diesem Zwecke wird bei den bekannten Olschalterkammern der Licht bogen in der Achse eines engen Kanals, der durch die Austrittsöffnung des Schaltstiftes gebildet wird, gezogen.
In diesen Kanal soll das Öl der Löschkammer hineingedrückt wer den. Der Druck für das Hineindrücken des Öls wird hierbei vom Lichtbogen selbst er- zeugt, und zwar von einem Liehtbogenstück, welches in der dem Austrittskanal vorgela gerten, mit Flüssigkeit gefüllten Löschkam- mer brennt. Das Öl soll hierbei zum wesent lichen Teil durch seine Isoliereigenschaft unterbrechend wirken.
In diesen bekannten Ölschalterlöschkam- mern entsteht um den gezogenen Lichtbogen die Gasblase, welche das Öl der Löschkam- mer unter Druck setzt. Nach dem Austritt des Schaltstiftes aus der Löschkammermün- dung steht diese Gasblase durch die Licht bogenstrecke, welche einen Gaskanal darstellt.
mit dem Raum ausserhalb der Löschkammer in Verbindung und findet daher durch diesen Gaskanal ihre vollkommenste Entlastung, so da-ss der auf die Flüssigkeit ausgeübte Druck verschwindet, ohne dass ein die Flüssigkeit gegen den Lichtbogen drückender Überdruck zustande kommt. Die Flüssigkeit wird viel mehr aus der Umgebung des Lichtbogens weggedrückt. Ausserdem behindert die der Löschkammer vorgelagerte Flüssigkeit das rasche Expandieren des Gases aus der Lösch- kammeröffnung.
Ähnliche Verhältnisse sind bei allen be kannten Schaltern vorhanden, bei welchen ein Stück des durch einen Löschkanal gezogenen Lichtbogens in einem mit Flüssigkeit gefüll ten geschlossenen Druckraum brennt, der nur durch diesen Kanal mit dem Aussen raum in Verbindung steht.
Der Nachteil dieser Löschvorrichtungen besteht darin, dass eine unzulängliche Zu fuhr von kühlem Löschmittel zu dem Licht bogen stattfindet.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein verbessertes Verfahren für die Lichtbo- genlöschung zu schaffen, mit :dessen Hilfe Hochspannungsstromkreise mit kürzeren Lichtbögen und daher kleinerer Gas- und Druckentwicklung unterbrochen werden kön nen, als dies bisher möglich war.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung mit Hilfe einer strömenden, einer Hülle unter Druck zugeführten Flüssigkeit gelöst, wobei die Hülle in der Richtung der Längserstrek- kung des Lichtbogens nach Gasräumen offen ist, in welche die durch den Lichtbogen er zeugten Gase und Dämpfe ungehemmt expan dieren können.
Während der aus der Flüs sigkeit gebildete Dampf aus der Hülle expan diert, wird neue Flüssigkeit in die Hülle an -einer zwischen den Expansionsöffnungen gelegenen Stelle durch den äussern Druck mit solcher Beschleunigung hineingedrückt,
dass sie jeweils im Stromnulldurchgang dem zu sammenschrumpfenden Lichtbogenquerschnitt nachfolgen kann und ein von der Zufluss- mündung gegen die Expansionsöffnungen ab nehmendes Druckgefälle im Lichtbogenraum erzeugt.
Hierdurch wird erzielt, dass die Gase und Dämpfe in der unmittelbaren Umgebung,der Lichtbogensäule fortlaufend durch Flüssig keit ersetzt werden.
Die Einrichtung gemäss der Erfindung zur Ausübung des Verfahrens besitzt eine solche Ausbildung und Anordnung der Flüssig- keitsleitung in bezug auf die Hülle, dass der Liehtbogen innerhalb der Hülle durch die Flüssigkeit umklammert wird.
Die überlegene Wirkungsweise der Ein richtung kann etwa damit erklärt werden. dass durch das Verfahren ein hohes Tempe raturgefälle an der Lichtbogensäule und da her ein sehr kleiner Lichtbogendurchmesser erzeugt wird, während sieh der Lichtbogen strom seinem Nullwert nähert.
In der Zeichnung sind Ausführungsbei spiele von Einrichtungen zur Ausübung,des Verfahrens nach der Erfindung dargestellt.
In den Fig. 1 bis 3 ist 1,der Lösehkanal, in dessen Achse der Lichtbogen gezogen wird und der beidseitig in freie Räume mün det. Z ist die Zuführungsleitung für die Druckflüssigkeit, die in der Mitte des Lösch- kanal .L mündet.
Die Figuren stellen nun,den Unterbrechungsvorgang in drei verschiedenen Zeitmomenten dar und zwar beträgt der Zeit unterschied zwischen Fig. 1 und 2 und zwi schen Fig. 2 und 3, je etwa. 0,0005 Sekunden. Der Zeitunterschied zwischen Fig. 1 und Fig. 3, ist also insgesamt 0,001 Sekunde. Fig. 3 stellt den Lichtbogen in dem Augen blick dar, wo der Wechselstrom gerade den Nullwert hat. Fig. 2, und Fig. 1 zeigen den Lichtbogen knapp vorher, wo er sich auf .dem absteigenden Ast befindet.
Beispielsweise beträgt der Lichtbogenstrom in Fig. 1 noch 3000 A, in Fig. 2 1500 A, in Fig. 3 ist er Null. Vorausgesetzt ist 50-periodiger Wech selstrom.
Knapp bevor der Lichtbogen durch .den Löschkanal L hindurchgezogen wird, wird durch die Zuleitung Z Flüssigkeit in .den Löschkanal hineingedrückt. Der Lichtbogen ist daher in Fig. 1 bereits ringsum mit einem zylindrischen Mantel M von Druckflüesig- keit umgeben, die das in dem Kanal befind liche Lichtbogenstüek gewissermassen um klammert.
Der Lichtbogen verdampft die an ihn angrenzende Flüssigkeitsschicht, so dass sich um den Lichtbogenkern ein Dampfman tel bildet, der die weiter abliegende Flüssig keit vor dem Lichtbogen isoliert. Die ganze Gassäule samt dem Dampfmantel wird durch den zwischen der Mitte des Löschkanals und den freien Ausflussenden herrschenden grossen Druckunterschied in rasche achsiale Strö mung versetzt.
Die durch die Zuleitung Z hineingedrückte Flüssigkeit ersetzt nun die abströmenden Gase, augenblicklich, so dass sich mit abnehmendem Strom der Flüssig keitskanal um den Lichtbogen zusammen schnürt. Die Zufuhr .der Flüssigkeit erfolgt dabei mit solchem Überdruck und durch so weite Leitungen, dass sich der Löschkanal innerhalb eines Bruchteils einer Halbwelle mit der Flüssigkeit füllen kann.
Man sieht ohne weiteres, da.ss eine Verminderung der Ausströmwiderstände der Gase und Dämpfe aus dem Löschkanal L in gleicher Weise wirkt, wie eine Erhöhung des Zuführungs druckes der Flüssigkeit, da der für das Ein strömen der .Flüssigkeit massgebende Über- druck gleich der Differenz zwischen dem Zu führungsdruck und dem Gegendruck der Gase ist.
Der Gegendruck .der Gase ist aber umso kleiner, je stärker der statische Druck der Gase in Strömungsenergie umgewandelt wird. Das rasche Abströmen der Gase und Dämpfe längs .des Lichtbogens ist das Mittel, um,die Flüssigkeit mit Aufwendung mässiger Drücke in die unmittelbare Nähe der Licht- bogensä.ule zu bringen.
In Fig. 2 ist nun der Kanal schon zum grössten Teil mit Flüssigkeit gefüllt und in Fig. 3. ist der Lichtbogen auf einen fadendünnen Flüssigkeitskanal zusammenge- \chrumpft. Dadurch wird nun ein sehr hohes Temperaturgefälle an dem in dem Kanal vor handenen Lichtbogenstü:ck erzeugt, weil die Flüssigkeit eine sehr hohe WärmeaufnaIme- fäkigkeit hat.
Die Temperatur sinkt infolge dessen an diesem Lichtbogenstück in der kur zen stromlosen Pause während .des Stromnull- durchganges (die etwa<B>0,0001</B> bis 0,00001 Sekunde andauert) unter jenen Wert, der für das Fortbestehen des Lichtbogens nach dem Stromnulldurchgang erforderlich wäre.
Der Lichtbogen entsteht daher auf der im Kanal vorhandenen Strecke nicht wieder und wird überhaupt nicht wieder gezündet, wenn die- ser Kanal eine entsprechende Länge hat, die von .der Betriebsspannung nicht mehr- dumh- schlagen werden kann.
In Fig. 4 sind die Zustandsänderungen im Löschkanal während einer Halbpeiiode des Wechselstromes schaubildlich dargestellt.
J ist eine Halbwelile des Wechselstromes, i, ist die Zuflussgeschwindigkeit der Flüs sigkeit zum Beispiel des Wassers in den Löschkanal und g ist die Beschleunigung, die vorhanden sejn muss, damit sich der Löschkanal in der in den Fig. 1 bis 3 dar gestellten Weise mit Flüssigkeit füllen kann.
Nach dieser Beschleunigung richtet sich die für die Flüssigkeitszufuhr aufzuwendende Druckkraft.
Bei Versuchen wurde zum Beispiel mit einem frei in Luft angeordneten Löschkanal von 49 mm Länge ein Lichtbogen von 8000 Ampere effektiv bei 15000 Volt effektiv Be- triebsspannung mit Wasser, welches mit einem Druck von 10 Atm. zugeführt wurde, beim ersten Stromnulldurehgang gelöscht; die auf 1 cm Länge ,des Löschkanals entfal lende Spannung betrug somit etwa. 3000 Volt.
Die ,Stärke der äussern Druckkraft ist da durch gegeben, dass die Flüssigkeit imstande sein muss, jeweils in der abnehmenden, dem Nulldurchgang sich nähernden Wechselstrom welle dem zusammenschrumpfenden Lichtbo- genquerschnitt auf der ganzen Länge des Kanals nachzufolgen. Der Löschkanal muss sich also innerhalb des Bruchteils einer Halb welle mit Flüssigkeit füllen können.
Hierzu sind je nach Ausbildung des Löschkanals, der Zuführungsleitung für die Flüssigkeit und nach der Stärke des Lichtbogens Drücke in der Grössenordnung von 2 bis 2'0 Atmosphä ren erforderlich.
Der aufzuwendende Druck kann einerseits umso kleiner sein, je günsti gere Expansionsverhältnisse man schafft, an derseits je kleiner die zu beschleunigende Flüssigkeitsmasse und der Weg, auf dem die Masse beschleunigt werden müss, gemacht wird. Vorzugsweise drückt man Flüssigkeit durch Druckgas, beispielsweise Druckluft, in den Löschkanal hinein.
Die Löschung des Lichtbogens hängt,da- von ab, ob das Lichtbogenstück, welches im Kanal in innige Berührung mit der Flüssig keit kommt, genügend lang ist. Die Mindest länge des Kanals ergibt sich somit für jeden Stromkreis aus der Betriebsspannung und ,der zu unterbrechenden Stromstärke unter Zu grundelegung einer bestimmten erreichbaren Löschleistung/em Länge.
Die Kanallänge darf schon aus dem Grunde nicht zu klein sein, weil an der freien Kanalöffnung ein freier Ausfluss stattfindet, daher Druck- und Klammerwirkung der Flüssigkeit nur im mittleren Teil vorhanden sind.
Die Kanal länge darf aber auch nicht zu gross sein, da .die Dicke der achsial strömenden Gassäule von der Mitte gegen die Enden des Kanals stark zunimmt, so dass bei einer bestimmten Grenzlänge das Temperaturgefälle an den Endstücken zu klein wird, so dass diese un wirksam sind.
Die Einrichtung kann mit beliebigen, ins besondere auch halbleitenden Flüssigkeiten, zum Beispiel Wasser, betrieben werden, da die Löschwirkung nicht der Isoliereigen- schaft, sondern der Wärmeaufnahmefähig- keit der Flüssigkeit zuzuschreiben ist.
Die Fig. 5 bis 7 zeigen verschiedene For men der Hülle und des Zuführungskanals für die Flüssigkeit. In Fig. 5 ist in einem Isolier- körper 10 der Kanal 11 vorgesehen, in .den senkrecht der Zuführunggskanal 12 einmündet. Das feste Schaltstiick 13 ist an der einen Seite der Einizchtung angeordnet, der Schalt stift 14 wird durch den Löeehkanal hindurch gezogen.
Indem gezeichneten Augenblick ist der Löschkanal mit .der Druckflüssigkeit ge fiillt, man sieht, dass der Durchmesser der Lichtbogengase und der darin befindliehen Dämpfe von der Mitte gegen die Enden zu zunimmt. In. Fig. 6 befindet sich in dem Iso- lierkörper 15 ein den Löschkanal 16 in der Mitte ringförmig umgebender Raum 17, so dass die Flüssigkeit ringsum dem Kanal zu fliessen kann.
Bei grösseren Spannungen und Leistungen können mehrere Löschstellen, deren jede einen Kanal von begrenzter Länge hat, hin tereinandergeschaltet sein. Man kann auch den Kanal der Löscheinrichtung mit mehre ren radialen Entlastungsöffnungen versehen,
wobei die Flüssigkeit an mehreren Stellen und zwar zwischen je zwei Entlastungsöff nungen dem Kanal zugeführt wird. In Fig. 7 ist in dem Isolierkörper 18 der Löschkanal 19 mit einer radialen Entlastungsöffnung 20 versehen und die Flüssigkeit wird durch zwei Kanäle 21 und 22 zugeführt. Bei die ser Ausführung ist die Wirkung des verhält nismässig langen Löschkanals verbessert, da er durch die Entlastungsöffnung 20 in zwei kurze Löschkanäle getrennt ist, die jeder für sich beidseitig geöffnet sind.
Um zu erreichen, dass die Flüssigkeit im Stromnulldurchgang auf einer grossen Länge in die unmittelbare Nähe :des Lichtbogens gelangt, kann in der Nähe des Lichtbogens ein pufferuder Speicher vorgesehen sein, des sen Eigenschwingungszahl über oder in der Nähe der doppelten Eigenfrequenz des. Wech- selstromes liegt.
Durch diese Ausbildung ist die den Lichtbogen umklammernde Flüssig keit imstande, den mit der doppelten Wech- selstromfrequenz erfolgenden Schwingungen des Lichtbogendurchmessers zu folgen. Um die Löschvorrichtung mit mässigen Drücken betreiben zu können, wird zweckmässig die entsprechend dem Pulsieren des Wechsel stromlichtbogens zu beschleunigende Flüssig- keitsmasse möglichst klein gemacht. Dies kann durch Abfederung der Druckflüssigkeit beispielsweise mit Hilfe von Luftpuffern er reicht werden.
Man kann zum Beispiel an die an den Löschraum angeschlossene Zufüh- rungsleitung für die Druckflüssigkeit wind kesselartige Einrichtungen anschliessen, so .dass sich die Schwingungen der Flüssigkeit in der Löschvorrichtung nicht auf den ganzen Flüssigkeitsvorrat übertragen, sondern auf eine verhältnismässig kleine Flüssigkeitsmasse in der Nähe des Löschkanals beschränkt sind. Man kann ferner den den Löschraum ein schliessenden Körper selbst aus elastischem Stoff machen.
Ferner ist es möglich, gasge füllte elastische Hüllen in der Nähe des Löschraumes unter der Druckflüssigkeit an zuordnen. In den Fig. 8 bis 10 sind Einrichtungen dargestellt, die die Flüssigkeitszufuhr ver bessern, indem sie ein möglichst trägheits- loses Nachströmen der Flüssigkeit in den Löschknal bewirken.
In Fig. 8 ist zu diesem Zweck an den Löschkanal \33 ein Windkessel 24 angesehlossen. der die rasche Bewegung der Flüssigkeit übernimmt, wodurch die Flüssigkeit in der Zuleitung 25 nicht auf die hohe Geschwindigkeit beschleunigt zu wer den braucht.
In dem Schaubild Fig. 11 sind die Zu- flul3verhältnisse, wie sie in einer Einrichtung ohne Ausgleich durch eine entsprechende Puffereinrichtung vorhanden sind, den Ver hältnissen bei Vorhandensein einer solchen Puffereinriehtung gegenübergestellt. Die ho rizontale Achse ist die Zeitachse.
J ist der Liehtbogens.tront, vi ist die Zuflussgeschwin- digkeit der Flüssigkeit im Kanal 25 ohne Pufferung, v2 dagegen die Gesehwindigkeit der Flüssigkeit mit Pufferung. Der Tangente des Winkels b ist die für die Flüssigkeit auf zuwendende Besehleunigungskraft proportio nal. Man sieht, dass diese durch eine ent sprechende Pufferungseinrichtung wesentlich verkleinert werden kann. Somit kann man mit viel kleineren Drücken auskommen.
Fig. 9 zeigt ein anderes Ausführungs beispiel. Die Abfederung der Druckflüssig keit in der Nähe des Löschraumes erfolgt durch gasgefüllte elastische Hüllen 26, 27 in der Zuführungsleitung für die Druckflüs sigkeit. Der Druck in dem Flüssigkeitsbehäl ter ?8 wird durch Herabdrücken eines Kol bens 29 erzeugt, wodurch das zwischen .dem Spiegel der Schaltflüssigkeit und dem gut dichtenden Kolben 29 in :dem Raum 30 be findliche Gas zusammengedrückt wird.
Statt das Gas durch Herabdrücken eines Kolbens zu komprimieren, kann man auch den Raum .\30 mit Hilfe eines Ventils mit einer Druck gasquelle verbinden. Das Ventil wird bei der Unterbreehung des Sehalters geöffnet. Die Gaskissen 26, 27 wirken derart, dass sie wäh rend des Strommaximums, wo keine oder wenig Flüssigkeit in den Löschkanal ein dringt, zusammengedrückt werden und sich in der Umgebung des Stromnulldurchganges ausdehnen.
In Fig. 10 ist ein besonders grosser Zu- flussquers-chnitt für die Flüssigkeit vorgese hen. Der Löschkanal in dem IsolierköTper 31 ist durch mehrere Zuflussöffnungen 32, 33, 31 mit dem Flüssigkeitsraum 35 ver- bunden, so dass von dem Kanal an der einen Seite nur Kanalwände 38, 39, 40, 41 stehen geblieben sind und der Kanal in einzelne Stücke aufgelöst erscheint.
In dem Flüssig- keitsdruo1kraum 35 ist wieder ein mit einer elastischen Hülle umgebenes Gaskissen, zum Beispiel ein Gummiballon 36, angeordnet. Die Flüssigkeit wird in Richtung :des Pfeils 37 von aussen unter Druck gesetzt.
Durch den grossen Zuflussquerschnitt ist erreicht, dass die Flüssigkeit nur auf eine kleine Geschwin digkeit beschleunigt werden muss, um den erforderlichen sekundlichen Zufluss zu erhal ten.
In Fig. 12 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, bei dem die Flüssig keit der Lichtbogenhülle ebenfalls durch mehrere Zuführungskanäle, welche schlitz- förmige Mündungsöffnungen haben, zuge führt wird.
In Fig. 12 bedeuten 110, 111, 112, 113 Isolierplatten, durch die eine zen- trische Bohrung 114, der Löschkanal, hin durehgeht. 115, 116, 117 sind Ringe aus Isoliermaterial, welche .die Platten 110 bis 113 in Abstand halten. Zwischen den Plat ten 110 bis 113 und den Ringen 115 bis 117 befinden sich Zwischenlagen 118 bis<B>123</B> aus Gummi oder einem andern geeigneten Dich tungsmaterial. Der Plattenstapel ist durch Schraubenbolzen 124, 125 zusammengezogen.
Die Platten 111, 112 und die Innenseiten der Platten 110 und<B>113</B> sind gegen die Boh rung 114 zu konisch abgeschrägt. Es entste hen auf diese Weise zwischen den Platten drei ringförmige Öffnungen 126 bis 128 von kleiner axialer Breite. Die Wand des Lösch- kanals ist dadurch in einzelne ringförmige Rippen 129 bis 132 aufgelöst. In den Platten 111, 112 befinden sich in genügendem radia len Abstand von der Löschkanalachse Ver bindungsöffnungen 133, 134.
Der erweiterte Ringraum 135, der sich konzentrisch um die Achse des Löschkanals 114 erstreckt, bildet auf .diese Weise einen Flüssigkeitsspeicher raum, dem durch Kanäle 136, 137 die Flüs- sigkeit zugeführt wird. Die Einrichtung, welche die Flüssigkeit unter äussern Druck setzt, ist an diese Kanäle angeschlossen.
Es kann zum Beispiel bei der Auslösung des Schalters ein Ventil geöffnet werden, welches eine Druckgas- oder Druckflüssigkeitsleitung mit -den Zuführungsleitungen 136, 137 ver bindet und diese augenblicklich unter einen Druck von mehreren Atmosphären versetzt.
In den Ringraum 135 ist ein ebenfalls ringförmiger elastischer, gasgefüllter Hüll körper :3:8 angeordnet, .der zwischen den Plat ten 111, 112, festgehalten wird. Die Hülle muss sehr elastisch, zum Beispiel aus Gummi, sein, damit sie trägheitslos den raschen, im Bruchteil einer Halbwelle erfolgenden Bewe gungen der Flüssigkeit folgen kann.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Auf den Auslösebefehl wird auf die Flüssigkeit in den Zuführungskanälen 136, 13,7 ein Druck von mehreren Atmosphä ren gegeben, worauf sich der Raum-135, die Kanäle zwischen den Platten 110 bis, 113 und zum Teil auch der Löschkanal 114 mit Flüs sigkeit füllen.
Hierauf wird, wenn die Ein richtung in .einem Schalter verwendet wird, das beweghohe Schaltstück durch den. Kanal 114 hindurchgezogen. Bei einer Sicherung schmilzt der durch den Löschkanal gezogene Schmelzleiter durch. Es entsteht daher der Absehalthühtbogen im Löschkanal. Die Liehtbogensäule ist mit 13'9 bezeichnet.
So lange der Lichtbogenstrom, der ein Wech selstrom ist, in der Nähe des Strommaxi mums sich befindet, kann nur wenig Kühl flüssigkeit durch die Ringschlitze 126 bis 128 in den Löschkanal eintreten, da der Lichtbogen fast den ganzen Kanal ausfüllt und einen hohen Druck entwickelt. Unter dem Druck der durch die Leitungen 136, 137 zugeführten Flüssigkeit wird daher die Gashülle 138 zusammengedrückt und der dadurch freigewordene Raum in dem Spei- elkerr#aum <B>135</B> füllt sich mit Flüssigkeit.
In der Nähe des Stromnulldurchga.ngee schrumpft der Lichtbogen schnell zusam men und die Flüssigkeit wird aus dem Raum 135 durch die Schlitze 1\?6 bis<B>128</B> in den Lichtbogenkanal hineingedrückt. Dieses Hin eindrücken erfolgt fast trägheitslos, da die sich ausdehnende Gashülle 188 die Flüssigkeit aus dem Speicherraum 135 in den Löschkanal hineindrückt und die Flüssigkeit daher nur auf kleinen Wegen in grossen Z.uflussquer- sohnitten beschleunigt zu werden braucht.
Diese Einrichtung hat. also einen verhält- nismässig grossen Zufluss.quewchnitt. Den Mündungsöffnungen der Zuführungskanäle gibt man zweckmässig kleine Abmessungen in der Richtung der Löschkanalachse. Die Tiefe der Zuführungskanäle, muss, gemessen senk recht zur Lös.chkanalachse, mindenstens so gross sein, dass der Lichtbogen nicht durch das Kanalsystem hindurch zünden kann.
Es ist zweckmässig, die Speicherräume für die Flüssigkeit rings um den Löschkanal und konzentrisch zu diesem in geringem Ab stand von der Achse anzuordnen, umkleinste Flüssigkeitsmassen zu beschleunigen.
Vorteilhaft ist es ferner, den Durchfluss- querschnitt der Zuführungskanäle in der Richtung von der Löschkanalachse radial nach aussen hin zunehmen zu lassen, so dass die dem U.ohtbogen zugekehrten Mündungs öffnungen der Zuführungskanäle zwar kleine Abmessungen haben, der Durchflussquer- schnitt sich aber nach aussen rasch vergrössert. Die Zuführungskanäle können allseitig um die Lichtbogenachse herum angeordnet sein.
Die Mündungsöffnungen können vorteilhaf- terweise mit Bezug auf die Achse des Lösch- kanals ringförmig ausgebildet sein. Hierbei ist es vorteilhaft, die Vorrichtung aus senk recht zur Achse des Löschkanals aufeinander- geschichteten Isolierplatten aufzubauen, wo bei zwischen den Isolierplatten die Schlitze gebildet werden, durch die die Flüssigkeit zu geführt wird. Man kann dem Mündungs schlitz auch schraubenförmige Form mit Be zug auf die Achse des Löschkanals geben.
Die Fig. 13 zeigt ein weiteres Ausfüh rungsbeispiel der Erfindung. 140 ist ein Isolierkörper mit einer Bohrung 141, dem Löschkanal, der sich an den Enden in der Form von Düsen 142. 143 erweitert. In der Mitte des Isolierkörpers 1-10 ist ein grosser Hohlraum 144 vorgesehen, in welchem Plat ten 145, 146 aus Isoliermaterial eingebaut sind. Diese besitzen Öffnungen 147, so da-ss ausserhalb des Läsehkanals ein zusammen hängender Flüssigkeitssammelraum entsteht.
Oberhalb :dieses Sammelraumes befindet sich ein ringförmiger Hohlraum 148, dessen ober ster Teil 149 mit Luft gefüllt ist, so dass ein Windkessel entsteht. 150 ist der Zufüh rungskanal für die Druckflüssigkeit, an wel chen die Einrichtung für die Zuführung der Druckflüssigkeit angeschlossen ist.
Die Löscheinrichtung wirkt ähnlich wie die nach Fig. 12, wobei der Windkessel 149 die Rolle der gasgefüllten Hülle 138 über nimmt.
Dem lichten Querschnitt der Lichtbogen- hülle kann vorteilhafterweise eine längliche Form, zum Beispiel rechteckig oder ellyp- tiech, gegeben werden. Bei dieser Quer schnittsform lässt man die Zuführungskanäle zweckmässigerweise an den beiden langen Querschnittsseiten einmünden. Bei kreisrun dem Querschnitt des Lichtbogens empfiehlt es sich, den Durchmesser kleiner wie 15 mm zu machen.
Um ein ständiges Ausfliessen von Druck flüssigkeit aus der Löscheinrichtung zu ver meiden, kann die Zuführungseinrichtung für die Druckflüssigkeit erst kurz vor dem Öffnen des Schalters unter Druck gesetzt werden. Insbesondere kann der Druck, unter den die Flüssigkeit gesetzt wird, von dem Getriebe, das den Schaltstift bewegt, erzeugt werden.
Es ist auch denkbar, einen periodisch mit dein Wechselstrom wechselnden Druck anzu wenden, der jedesmal ungefähr '/iooo Sekunde <I>vor</I> dem Stromnulldurchgang wiederkommen muss.
Der Mindestdruck, unter den die Flüssig keit in der unmittelbaren Umgebung des Liohtbogene gesetzt werden muss, ist durch die jeweilige Lichtbogenleistung, für welche die Einrichtung berechnet ist, vorgeschrieben. Die Anwendung zu hoher Drücke ist un zweckmässig, weil es überflüssig, ja sogar schädlich ist, die Flüssigkeit in der Nähe,des Strommaximums in den Löschraum hineinzu pressen.
Bei Verwendung von Öl oder ähnlichen isolierenden, aber brennbaren Flüssigkeiten kann man -die Luft in .den Expansionsräu men durch ein sauerstoffreies Gas ersetzen. Der den Löschkanal umschliessende Isolier- körper kann aus einem Faserstoff, zum Bei- .spiel Papier, Fiber, Holz, bestehen.