CH175979A - Verfahren zum Wickeln frisch gesponnener Kunstfäden. - Google Patents

Verfahren zum Wickeln frisch gesponnener Kunstfäden.

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CH175979A
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Aktiengesellsc Farbenindustrie
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Ig Farbenindustrie Ag
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  Verfahren zum Wickeln frisch gesponnener     Kanstfäden.       Es ist bekannt, Kunstseide bei der Her  stellung in der Weise zu wickeln,     dass    man  den Faden, nachdem er in üblicher Weise  aus der Düse durch ein Spinnbad und über  eine     Galette,    die ihm die gewünschte Ab  zugsgeschwindigkeit erteilt, gelaufen ist,  frei herabfallen lässt und ihn sodann     in    einem       langsam    rotierenden Topfe auffängt.  



  Bei diesem Verfahren wird eine gleich  mässige Ablagerung des     Fadens.    in dem Topf  dadurch erzielt,     dass    dieser ausser der     Dreh-          bewegung        noch    eine hin- und hergehende       Bewegung    ausführt. Man erhält auf diese  Weise lose Fadenschleifen, die sich kreuz  weise     übereinanderlagern    und die, wenn der  Topf gefüllt ist, aus. dem Topf     heraus    abge  haspelt und in     Strangform    nachbehandelt  werden können.  



  Da in     vielen    Fällen die Kunstseide nicht  mehr in     Strangform,    sondern in gespulter  Form von den Herstellern an die Konsu  menten geliefert wird, ist die Strangnach-         behandlung    nicht mehr zweckmässig.

   Der       heutige    Stand der Technik verlangt,     däss    das       Fadengebilde    zur Vermeidung von über  flüssigen     Operationen    möglichst in der  Wickelform; in der es, gesponnen wird, mit  den     Nachbehandlungsbädern    behandelt wer  den     kann.    Dies     ist    bei den losen Faden  schichten,     wie        sie    in den langsam drehenden  Spinntöpfen nach dem     bekannten        oben    ge  schilderten Verfahren     entstehen,    nicht mög  lich.

   Die lockeren Fadenlagen werden durch  die     Wasch-    und Nachbehandlungsflüssig  keiten so weitgehend verlagert,     dass    ein Ab  haspeln des Topfinhaltes meistens nicht mehr  durchführbar     ist.    Auf jeden Fall wird  .die     Windefähigkeit    der Fäden sehr ver  schlechtert.  



       Gegenstand    der Erfindung bildet ein  Verfahren zum Wickeln frisch     gesponnener          Kunstfäden,    bei     welchem    die mit Hilfe einer       Galette    abgezogenen Fäden frei nach     unten     auf eine     Aufnehmeunterlage    fallen, die ver-      möge eines     Getriebes    eine     Rotation    und eine  Zusatzbewegung ausführt, und dort in ring  förmigen,     verkreuzten    Schichten abgelagert  werden, dadurch gekennzeichnet,

   dass durch       Abstimmung    des Verhältnisses der Perioden  .der beiden kombinierten Bewegungen des  Getriebes     untereinander    und durch Abstim  mung der Periode der Zusatzbewegung auf  .die     Eigenschwingung    des frei hängenden  Fadenstückes ein formbeständiger, fester  Wickel     ohne        innere        und    äussere     Stütze          gebildet        wird.     



       Durch    das erfindungsgemässe Verfahren  wird das oben     geschilderte        Topfspinnver-          fahren    so     verbessert        ;dass    nicht mehr eine lose       Masse        übereinanderliegender    Fadenschleifen,  sondern ein fester formbeständiger Kuchen  erzeugt wird, der weder bei der Herstellung  noch bei der     Nachbehandlung    der Stützung  durch die Wandung eines. Topfes bedarf.

   Der  so hergestellte formbeständige Kuchen     kann     frei auf einem Teller liegend oder an Stangen  hängend oder in     sonst        geeigneter        Weise    ähn  lich wie ein     Zentrifugenkuchen        gewaschen          und    nachbehandelt werden, ohne dass eine       Verlagerung    der Fäden oder eine Verminde  rung der     Ablauffähigkeit        eintritt.     



       Durch.    die -beigegebene Zeichnung wird  eine     Ausführungsweise    des     Verfahrens    nach       .der    Erfindung schematisch veranschaulicht.  



       Fig.    1 zeigt einen     Vertikalschnitt    durch  eine     Spinnvorrichtung    mit Abzugsrolle, Auf  nehmeunterlage und     Getriebe;          Fig.    la     ist    eine Projektion der     Aufnehme-          unterlage    in verschiedenen Zeitpunkten ihrer       Bewegung;          Fig.    2 veranschaulicht     :das    Zustande  kommen der     Fadenschwingungen.     



  Zur     Erklärung    der     Figuren    sei folgendes  ausgeführt:  Der Faden (Fix. 1) fällt von der     Galette     B auf eine     Unterlage,    z. B. auf einen Teller  C, welcher eine Drehbewegung und     eine          Zusatzbewegung,    z.

       B.    eine hin- und her  gehende     Bewegung,        ausführt.    Es muss nun  zwischen der Periode der Drehbewegung und  der Periode der     Zusatzbewegung    ein ganz       bestimmtes    Verhältnis bestehen, welches so    berechnet ist, dass die auf dem Teller abge  legten Fadenlagen ein regelmässiges     Ver-          kreuzungssystem    bilden, in welchem jeder  Faden seinen bestimmten Platz einnimmt.

         Besonders        günstig        ist    es, wenn jeder Faden  dicht (etwa 2-5 mm) neben den bei der  vorangegangenen Umdrehung abgelegten  Faden zu liegen     kommt.    Unter     fliesen    Be  dingungen schichten sich die     Fadenlagen    zu  einem     Körper    aufeinander, der ein     Minimum     an     Raum        einnimmt.    und infolgedessen sehr  fest ist. Mit andern Worten ausgedrückt,  wird     also    bei =der vorliegenden     Erfindung     die Formbeständigkeit des Fadenwickels  durch eine raumsparende Wickelung erzielt.  



  Wenn eine völlig einwandfreie Wickelung       ,erhalten    werden soll, werden zweckmässiger  weise noch zwei weitere     Punkte        berück-          sichtigt.    Zunächst ist es erforderlich,     dass    die       Zusatzbewegung    des Tellers     langsam    erfolgt.

    Zweckmässig ist es, die     Zusatzbewegung     langsamer ablaufen zu lassen     als    die Dreh  bewegung.     Als    höchste     zulässige    Geschwin  digkeit ist     diejenige    zu bezeichnen, bei       welcher        ein.    Hin- und Hergang der     Zusatz-          bewegung    während     einer    halben Umdrehung  des Tellers vor sich geht.

   Wenn die Zusatz  bewegung     schneller    ist,     folgt    der Faden nicht  mit genügender Exaktheit der     Bewegung    der       Unterlage;    er legt sieh     dann    nicht an die für  ihn vorgesehene Stelle; und es entsteht nur  eine lockere Fadenanhäufung.  



  Der zweite Faktor, dessen     Berücksichti-          gung    zur Erzielung einwandfreier Wickel  körper notwendig ist,     besteht    in der Stabili  sierung der stets am frei hängenden Faden  stück auftretenden Pendelschwingungen. Das  Zustandekommen dieser Schwingungen wird  in     Fig.    2 erläutert. Der frei hängende  Faden     trifft    im     Punkte        A.    auf den Teller C  auf, wobei die     Fadengeschwindigkeit    gleich  der     Umlaufgeschwindigkeit    des     Punktes     sei.

   Durch die Zusatzbewegung wird der  Faden aber     abwechselnd    nach     aussen,    auf die  Bahn des Punktes     B,    und nach     innen,    auf  die Bahn des Punktes D, gebracht. Die  Punkte     B    und D laufen aber mit höherer       beziehungsweise        geringerer        Geschwindigkeit         um     als        Punkt    A.

   Der Faden fällt also auf  eine Unterlage, die sich abwechselnd schnell  und langsam     bewegt    und wird, da seine  Laufgeschwindigkeit konstant bleibt, ab  wechselnd von dem     Drehteller        mitgerissen     und zurückgedrängt. Der Fusspunkt des  hängenden Fadens     bewegt    sich daher nicht  auf der Bahn     RD,    sondern z. B. auf der       Bahn        EF;    der     Faden    führt somit recht  erhebliche Pendelschwingungen um den     Ab-          laufspunkt    von der     Galette    (P in     Fig.    1) aus.

    Das Auftreten dieser     Schwingungen    ist also  durch das Prinzip der     körperlosen    Wicke  lung bedingt.         Es,    wurde     gefunden,    dass diese Schwin  gungen nur dann     stören,    wenn sie unregel  mässig verlaufen. In diesem Falle wird das       Wickelungssystem        unscharf,    ausserdem bil  den sich bei der     Fadenumkehr    leicht       Schlingen    oder quer     verlaufende    Fäden.  Völlig gleichmässige Schwingungen haben       jedoch    auf die Korrektheit der Wickelung  keinen     schädlichen    Einfluss.

   Die Erzeugung  solcher     gleichmässigen        Schwingungen    gelang  uns durch     Verwertung    der bekanntlich bei  allen     Schwingungen    auftretenden Resonanz  erscheinungen. Das pendelnde     Fadenstück     hat eine     bestimmte    Eigenschwingung, die  von seinem Gewicht, .dem     Gewicht    des an  ihm haftenden Spinnbade.     und    seinen Dimen  sionen abhängig ist. Wenn     diese    Schwin  gungszeit übereinstimmt     mit    der Perioden  zeit der     Zusatzbewegung    des Drehtellers,  also z.

   B. mit der Zeit für einen     Hin-    und  Hergang der     Changierung,    so     tritt        zwischen     diesen beiden Resonanz     ein,    und der Faden       führt        gleichmässige    und stabile Schwingun  gen     aus,    welche die Bildung einer gleich  mässigen Wickelung und eines     festen    Ku  chens zur Folge haben.

   Die Resonanz tritt  .auch auf, wenn das     Verhältnis    von Schwin  gungszeit zu Umlaufzeit 1 :2; 1 :3; 2 :1       usw.        ist,    also bei einer sogenannten Harmo  nischen, wie     aus    der Schwingungslehre  bekannt     ist.     



  Die     Einstellung    auf Resonanz     gestaltet     sich in der     Praxis    sehr einfach; bei gegebe-         nem        Titer        und    gegebener Drehzahl     wird    der  Abstand     Galette-Drehteller    so lange ver  ändert,     bis    die     Schwingungen        stabil    werden,  was ohne weiteres zu sehen ist.

   Für kleine       Korrekturen    genügt auch eine seitliche     Ver-          s-ohiebung    des     Fadenablaufpunktes    (P in       Fig.   <B>l).</B>  



  Zweckmässig wird bei dem Verfahren  dem     Spinntopf    die hin- und hergehende       Bewegung    und die     Drehbewegung    um seine       Achse    durch Anwendung eines Planeten  getriebes nach dem' schweizerischen Patent  175631 gegeben. Doch     ist    grundsätzlich auch  jede andere     Vorrichtung    zur Ausführung  einer     Rotationsbewegung    und einer zusätz  lichen hin- und hergehenden     Bewegung    für  den     Fadenablegeteller        geeignet.     



       Beispiel:     Für einen     Viskosefaden    vom     Titer    180       Deniers,    der in einem Spinnbad vom     spez.     Gewicht 1,4 bei einem     Abzug    von 60     m/Min.          hergestellt    wurde, wird die Resonanzlage  erreicht, wenn die     in        Fig.l    bezeichneten       Abmessungen    folgende Werte haben:  a 725     mm     b 95 "       a    80       .d    50 "

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Wickeln frisch gesponne ner Kunstfäden, bei welchem die mit Hilfe einer Galette abgezogenen Fäden frei nach unten auf eine Aufnehmeunterlage fallen, die vermöge eines, Getriebes eine Rotation und eine Zusatzbewegung ausführt und dort in ringförmigen, verkreuzten Schichten abge lagert werden, dadurch gekennzeichnet,
    dass durch Abstimmung des Verhältnisses der Perioden der beiden kombinierten Bewe gungen des Getriebes untereinander und durch Abstimmung der Periode der Zusatz bewegung auf die Eigenschwingung ,des frei hängenden Fadenstückes ein formbeständiger, fester Wickel ohne innere und äussere Stütze gebildet wird. ÜN TERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Periodenzeit der Zusatzbewegung wenigstens gleich der Hälfte der Umdrehungszeit der Auf nehmeunterlage ist. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Periodenzeit der Zusatzbewegung gleich oder annähernd gleich ist der Schwingungszeit des frei hängenden Fadenstückes oder der Schwin gungszeit einer Harmonischen derselben.
CH175979D 1933-03-09 1934-03-02 Verfahren zum Wickeln frisch gesponnener Kunstfäden. CH175979A (de)

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