Kolbenkompressor. Die vorliegende Erfindung betrifft einen in der Kältemaschinenpraxis an sich bekann ten Kolbenkompressor mit einem oder meh reren, scheibenförmigen, oszillierenden Zylin dern, welche mit ihrem Aussenumfange in. einem als Hohlzylinder ausgebildeten, mit Saug- und Druckschlitzen ausgestatteten Ge häuse gelagert sind.
Zur Abdichtung der Zylinder in der Ge gend der Saug- und Druckschlitze ist es nun bereits vorgeschlagen worden, die Zylinder an dieser Stelle an die Gehäusewand anzu pressen. Einem Vorschlage zufolge hat man sich dabei des Kondensatordruckes der Ma schine bedient, indem man das Kältemittel auf die Unterseite der Zylinder drücken liess. Diese Lösung ist aber deshalb nicht befrie digend, weil der Kondensatordruck von dem Druck des in den Zylindern befindlichen Kältemittels bei dessen Komprimierung be trächtlich überstiegen wird.
Ein Abströmen des hoch komprimierten Kältemittels aus den Zylinderbohrungen in die Schlitze des Gehäuses, natürlich unter Abdrückung der Zylinder von der Gehäusewand, ist bei die sem Vorschlage praktisch nicht zu .verhin dern. Die Anpressung der Zylinder an die Gehäusewand ist eben gerade im kritischen Moment ungenügend.
Diesem Übel in zuverlässiger Weise zu begegnen, ist der Zweck der vorliegenden Erfindung, die darin besteht, dass für die Anpressung des bezw. der Zylinder unter Druck stehendes<B>01</B> benutzt wird, für wel ches ein oder mehrere besondere, gegenüber dem Kältemitteldruck abgeschlossene Räume vorgesehen sind.
Weil diese Räume gegenüber dem Kälte- k2 abgeschlossen sind, kann dem gemäss das Anpressmittel nach Bedarf ver dichtet werden.
Die Verwendung von Öl als Anpressmit- tel hat dabei noch den Vorteil, dass dieses dem im Kompressionsraum der Zylinder be- findliche Kältemittel gegenüber als Sperr- flüssigkeit. gleichzeitig aber -auch als Schmiermittel wirkt.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel der Erfindung dargestellt.
Die Fig. 1 zeigt von oben gesehen einen Schnitt durch das Kompressorgehäuse, und aus Fig. 2 geht ein Vertikalschnitt dazu her vor.
In dem Kompressorgehäuse 6 sind die beiden oszillierenden und Scheibenform be sitzenden Zylinder 9, 10 in an sich bekann ter Weise gelagert. Die Saug- und Druck schlitze 13, 14 befinden sich, wie ebenfalls bekannt, im Kompressorgehäuse 6, wobei die Kolbenbohrungen 11 der Zylinder 9, 10 durch die Hubbewegungen der Kolben 12 zwangsläufig wechselweise den Saug- und Druckschlitzen 13, 14 gegenübergestellt wer den.
Vermittelst komprimierter Flüssigkeit, vorteilhaft Öl, werden nun die beiden Zy linder 9, 10 in der Gegend der Saug- und Druckschlitze 13, 14 des Gehäuses 6 an das letztere stetig angedrückt, wobei die Ein richtung so getroffen ist, dass der Druck des Anpressmittels unabhängig von dem des Kältemittels bezw. der Atmosphäre ist. Zu diesem Zwecke ist dem Ausführungsbeispiel zufolge das Gehäuse 6 an seiner Bohrung für die Zylinder 9, 10 mit Kammern 40 aus gestattet, die den Saug- und Druckschlitzen 13, 14 ungefähr gegenüber liegen, und in diese Kammern 40 wird nun Öl gepresst.
Ist der gesamte Kompressor einschliess lich seines Antriebsmotors in einem in die Druckseite des Kältemittelkreislaufes ge schalteten, hermetisch verschlossenen Kes sels 22 untergebracht, wie bei andern Kom- pressorausbildungen an sich bekannt, so kann das Kältemittel dann auch noch unterstüt zungsweise als Anpressmittel für die Zylin der 9, 10 benutzt werden. Zu diesem Zwecke ist das als Hohlzylinder ausgebildete Ge häuse 6 für die Zylinder 9, 10 so ausgebil det, dass es die letzteren an der den Saug- und Druckschlitzen gegenüberliegenden Stelle freilegt.
Auf diese Weise presst das im Kessel 22 befindliche Kältemittel neben bei auch noch die Zylinder 9, 10 an ihre Schieberfläche.
In die Kammern 40 wird das Öl mittelst einer besonderen Olpumpe gedrückt. ZVie die Zeichnung erkennen lässt, arbeitet dabei der Kolben 28 der Ölpumpe, wie an sich be kannt, parallel mit dem eigentlichen Kom- pressorkolben 12, und der Kompressorzylin- der 9 stellt hierbei gleichzeitig den Ölpum- penzylinder dar, indem derselbe mit einer dem Olpumpenkolben 28 entsprechenden Bohrung 29 ausgestattet ist.
Zum Anpres sen der Zylinder 9, 10 wird dabei das gleich zeitig zum Schmieren des Kompressors und dessen Motors dienende Öl aus dem Boden des das Ganze einschliessenden Kessels 22 verwendet. Hierzu ist an der das Kompres- sorgehäuse 6 nach unten abschliessenden Platte 8 ein in den Olsumpf ragender Saug stutzen 33 angebracht, und der Zylinder 9 besitzt einen in die Olpumpenkolbenbohrun 29 mündenden Schlitz 30. Auf der der un tern Breitseite des Zylinders 9 zugekehrten Seite der Platte 8 mündet dabei der Saug stutzen 33 in einen Saugschlitz 31.
Die Ein richtung ist dann so getroffen, dass sich beim Ansaugen des Olpumpenkolbens 28 der Schlitz 30 im Zylinder 9 mit dem Saug schlitz 31 in der Platte 8 deckt, so dass das Öl aus dem Kesselboden gezogen wird. Durch die oszillierende Bewegung des Zylinders 9 wird nun der Schlitz 30 des Zylinders 9 dem Druckschlitz 32 der Platte 8 gegenüber ge stellt, bevor der Olpumpenkolben 28 zu drücken beginnt. Dieser Druckschlitz 32 ist mittelst Kanälen 34, 41 und 42 mit den Kammern 40 im Kompressorgehäuse 6 ver bunden.
Zur Erzielung eines gleichmässigen An- pressdruckes ist dabei in den Ölweg nach den Kammern 40 ein Oldruckakkumulator ge schaltet. Dieser Üldruckalzkumulator besteht aus einer im Gehäuse 6 befindlichen Zylin derbohrung 35 und einem durch Feder 36 belasteten Kolben 37.
Die Einrichtung zum Einpressen von Öl in die Kammern 40 wird gleichzeitig auch znm Schmieren des Kompressors und seines Motors benützt. Zu diesem Zwecke mündet in die Zylinderbohrung 35 des Öldruckakku- mulators ein Kanal 38, an den ein Ölrohr<B>39</B> angeschlossen ist, das nach den Schmierstel len des Kompressors und des Motors führt. Die Einrichtung ist dabei so getroffen, dass erst nach Erreichung eines bestimmten Druckes das dann gewissermassen überschüs sige Öl nach den Schmierstellen abgegeben wird. Der Öldruckakkumulatorkolben 37 ist dann so hoch gestiegen, dass er den abfüh renden Kanal 38 freigibt.
Benutzt kann nun der Ölakkumulator schliesslich noch dazu werden, die Maschine leim Anlaufenlassen zu entlasten. Zu die sem Zwecke mündet in die Bohrung 35 des Öldruckakkumulators ein mit dem Saug schlitze 13 verbundener Kanal 43. Die Mün dungsstelle dieses Kanals 43 ist dabei in dem Oldruckakkumulator so gelagert, dass dieselbe beim Aufsteigen des Kolbens 37 durch letzteren verschlossen wird. Da dieser Kolben 3 7 erst eine Zeit nach dem Anlau- fenlassen der Maschine steigt, ist somit die Maschine bei deren Inbetriebsetzung völlig entlastet.