Verfahren zur Herstellung von Brennstoffbriketts und Vorrichtung zur Ausführung dieses Verfahrens. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Brennstoffbriketts und eine Vorrichtung zur Ausführung dieses Ver fahrens.
Man hat schon Briketts unter Verwendung von Degtrin oder Stärkemehl als Bindemittel hergestellt. Solche aus der Presse heraus kommende Erzeugnisse müssen aber einer Nachbehandlung unterzogen werden, damit das in ihnen noch vorhandene Wasser ent fernt werden kann. Die Nachbehandlung be steht darin, dass die Formlinge in einem Ofen nachgetrocknet werden. Solche Trockenöfen weisen aber schon bei geringen Leistungen der Pressen grosse Abmessungen auf, sind also verhältnismässig teuer und beanspruchen viel Raum. Es wurden daher an Stelle sol cher Trockenöfen auch schon Trockenbahnen zur Anwendung gebracht, die aber eine be trächtliche Länge aufweisen und deshalb ebenfalls kostspielig sind.
Es ist möglich, die Anwendung solcher Trockenöfen oder Trockenbahnen zu vermei- den, wenn die zur Anwendung gelangende Bindemittelmenge prozentual stark erhöht wird oder aber wenn ein anderes Bindemit- tel wie 7 bis 10 % Wasserglas oder 8 bis 10 %. Sulfitlauge verwendet wird. Solche Binde- mittel wirken aber nachteilig auf die Ver brennung ein und haben ausserdem einen höheren Aschengehalt der Briketts zur Folge.
Bei der Herstellung von Eierbriketts wird dem brennbaren Feinmaterial vor dem Pressen Pech als Bindemittel zugesetzt und dem Gemisch Dampf zugeleitet, der zum Er weichen des Peches dient und- deshalb eine Temperatur von etwa 150 bis 160 C auf weist, welche der Schmelztemperatur des Peches entspricht.
Als weitere Bindemittel wurden auch Zucker oder zuckerhaltige Materialien, wie Melasse in Vorschlag gebracht. Bei der Ver wendung dieser Materialien ist eine Erhit zung des aus dem brennbaren Feinmaterial und dem Bindemittel bestehenden Gemisches bis auf die Karamellisationstemperatur des Zuckers, also bis auf höchstens 200 C möglich.
Demgegenüber ist das Verfahren der vor liegenden Erfindung dadurch gekennzeich net, da.ss das brennbare Feinmaterial mit einem stärkeartigen Polysaccharid als Binde mittel zusammengebracht und dieses Gemisch mit der zur Verhinderung einer Zerstörung des Bindemittels notwendigen Menge Feuch tigkeit auf eine Temperatur von mindestens 200 C erhitzt wird, worauf die Bildung der Briketts in einer Presse vorgenommen wird.
Die Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens der Erfindung ist gekennzeichnet durch einen Raum zur Erhitzung des aus dem brennbaren Feinmaterial und dem Binde mittel bestehenden und angefeuchteten Ge misches und einer Vorrichtung zur Erhit zung dieses Raumes, welche Vorrichtung derart ausgebildet ist, dass die Temperatur im Raume auf mindestens 250' C gehalten wer den kann.
Ausführungsbeispiele: 1. Es wird beispielsweise Anthrazitfein- kohle mit ungefähr 4% Aschengehalt aus einem Behälter einer Verteilerplatte mit Ab streicher zugeführt, von wo aus sie einem Desintegrator oder einer Schleudermühle zu geführt wird. In den gleichen Desintegrator fliesst einer analogen Verteilerplatte entlang ein Strom aus pulverförmigem Degtrin, das als Bindemittel Verwendung findet.
Die Verteilervorrichtungen sind derart ausgebil det und eingestellt, dass je 100 Gewichtsteilen Feinkohle etwa 3 bis 4 Gewichtsteile Deg- trin zugesetzt werden, wobei die Menge des Bindemittels der Art der zur Verwendung gelangenden Kohle angepasst werden muss, die bei einer sogenannten fetten Anthrazit feinkohle, beispielsweise bei Wales-Anthramt eine andere ist als bei einer sogenannten mageren Anthrazitfeinkohle,
beispielsweise bei der aus dem Ruhrgebiet stammenden Langinbrahmkohle.
Nachdem in der Schleudermühle eine in tensive Mischung stattgefunden hat, wird die Masse einem Rühr- oder Knetwerk zu geführt, in welches gleichzeitig an verschie- denen Stellen stark überhitzter Dampf von mindestens <B>250'</B> C bei einem Druck von höchstens 2 at. eingeleitet wird. Dieser Dampf wird einem Überhitzer entnommen, der mit dem Knet- oder Rührwerk in Verbin dung gebracht ist.
Zur Herstellung von etwa 1000 kg Briketts pro Stunde sind etwa 250 kg Dampf in der gleichen Zeit erforder lich. Diese Dampfmenge entspricht einem Wasserzusatz von etwa 4 Gewichtsprozenten zu den bereits in .der Kohle enthaltenen -8 Ge wichtsprozenten Wasser, welche Wasser menge erforderlich ist, um die Erhitzung des feuchten Gemisches auf mindestens 250 C vornehmen zu können, weil sonst das Binde mittel verkohlt oder sonstwie zerstört würde.
Während der Erhitzung verdampfen etwa $ Gewichtsteile des Wassergehaltes; der Rest reicht aus, um dem Bindemittel die er forderliche Klebekraft zugeben.
Die Masse verlässt das Knetwerk bei einer Temperatur von mindestens 250 C, worauf sie der Presse zugeführt wird. Der Weg vom Knetwerk zur Presse wird .so lang gewählt, dass sich die Mischung etwas abkühlen kann und die Bildung der Formlinge durch .das Pressen bei einer Temperatur von etwa <B>150'</B> C erfolgt.
An Stelle des Degtrins können auch an dere stärkeartige Polysazcharide verwendet werden, wie Mais-, Reis-, Tapioka- und Kar toffelstärke oder Abfälle dieser Stoffe oder des Degtrins.
2. Ein anderes beispielsweises Verfahren besteht darin, dass .in einer rotierenden Trom mel, die mittelst heisser Abgase erhitzt wird, Feinkohle vorgetrocknet und auf etwa <B>150'</B> C erhitzt wird, worauf als Bindemittel Reismehl oder Tapiokastärkeabfälle bei gemischt wird, und zwar 3 bis 4 Gewichts teile Bindemittel auf 100 Gewichtsteile Kohle.
Das aus der Feinkohle und dem Bindemittel bestehende Gemisch wird hier auf durch einen gegebenen Falles mittelst Abgasen hocherhitzten Raum geleitet, in welchen hocherhitzter Dampf eingeleitet wird.
Es kann aber auch auf die Anwendung von hocherhitztem Dampf verzichtet werden, wenn 100 Gewichtsteilen des Gemisches etwa 5 Gewichtsteile Wasser zugeführt werden, bevor die Temperaturerhöhung auf minde- stens <B>2900'</B> C vorgenommen wird. Durch die dem Gemisch, aus Kohlefein und dem Binde mittel bestehend, zugeführte Feuchtigkeit wird bewirkt, dass das letztere die erforder liche Klebekraft erhält und nicht verkohlen kann.
An Stelle des Anthrazites kann auch ein anderer brennbarer Stoff wie Braunkohle, Koks oder Holzkohle zur Brikettfabrikation Verwendung finden. Diese Ausgangsstoffe werden zerkleinert und in feinkörnigem Zu stande zur Vermischung mit dem Bindemittel gebracht.
Die aus der Presse herauskommenden Formlinge besitzen genügend Festigkeit, da mit sie sofort in Säcke verpackt oder mit Kippkarren etc. transportiert werden können, was bei den nach den bekannten Verfahren hergestellten Briketts erst nach der durch geführten Nachbehandlung der Fall ist. Es werden also bei der Anwendung des Verfah rens der vorliegenden Erfindung die beson deren Einrichtungen zum Nachbehandeln der Formlinge nicht mehr benötigt, wodurch sich einmal die Anlagekosten erheblich reduzieren lassen und dann auch die Herstellungszeit er heblich kürzer wird.
Versuche haben ferner ergeben, dass durch die Anwendung hoher Temperaturen auch an Bindemittel erhebliche Einsparungen erzielt werden können. Werden beispielsweise den Nischvorrichtungen Dämpfe bei Tempera turen zugeführt, die in Abweichung von der Erfindung wesentlich unter 200 C liegen, so ist die Beimischung von 7 bis 8 Gewichts teilen des verhältnismässig teuren Dextrins auf 100 Gewichtsteile Kohle erforderlich, da mit die Mischung die erforderliche Klebe kraft erhält.