Verfahren zum Trocknen von Tiefdrnckpapierbahnen. Die Leistung der Tief druckmaschinen war bisher durch die Schwierigkeit der Farb- trocknung begrenzt. Die Farbe besteht aus den im Firnis angeriebenen Farbkörpern, denen ein Verflüssigungsmittel Xylol, Toluol oder Benzol zugesetzt ist. Dieses Farbver- flüssigungsmittel muss nach dem Aufbringen der Farbe auf das Papier durch Verdunsten entfernt werden, damit die Farbe nicht schmiert; die Farbkörper bleiben auf dem Papier zurück.
Die Verdunstung ist, ebenso wie die Ver dampfung ein Wärmeübertragungsvorgang; man muss also der Farbe Wärme zuführen. Man hat zu diesem Zweck .die Trockenluft stark beheizt. Da der Temperaturunterschied zwischen Luft und Farbe bei diesem Ver fahren hoch ist, so ist die Trockenleistung zwar befriedigend, aber einerseits ist bei die sem Verfahren der Wärmeaufwand sehr hoch; es wird viel Energie verbraucht; an derseits verdunstet das in der Papierbahn enthaltene Wasser und die Papierbahn wird daher trocken und reisst leicht. Ausserdem treten durch Verziehen der Papierbahn Re- gisterschwierigkeiten ein.
Man hat schon ver sucht, mit Luft von normaler Temperatur zu trocknen; aber man ist bei diesem Verfahren von der unrichtigen Auffassung ausgegangen, dass sich die Luft verhältnismässig sehr rasch mit Flüssigkeitsdämpfen sättigt und hat daher die auf die Papierbahn aufgeblasene Luft unmittelbar nach dem Auftreffen auf die Bahn wieder abgesaugt. Man braucht hierbei sehr viel Luft, ohne eine befrie digende Trockenwirkung zu erzielen.
Es ist der Zweck der Erfindung, die erwähnten Nachteile der bekannten Verfahren zu ver meiden und ein Trockenverfahren zu schaf fen, bei dem bei geringem Wärmeaufwand ,das Verflüssigungsmittel der Farbe in wirk samer Weise zum Verdunsten gebracht wird, bei der aber das Wasser in der Hauptsache in der Papierbahn verbleibt und ein Ver- ziehen der Bahn durch die zu :starke Erwär mung vermieden wird.
Es gilt also vor allem, den hohen Temperaturunterschied zwischen Luft und Papierbahn zu beseitigen; es muss aber an die Stelle dieses hohen Temperatur- unterschiedes im Gegensatz zu den erwähnten bekannten "Frischlufttrocknungen" ein an deres Mittel gesetzt werden, :das eine wirk same Wärmeübertragung gewährleistet.
Es ist .durch Versuche festgestellt worden, dass es durchaus nicht erforderlich ist, die Luft unmittelbar nach dem Auftreffen auf die Bahn wieder abzusaugen, :dass es vielmehr sehr wohl möglich ist, sie auf eine ,gewisse Strecke an der Papierbahn entlangzuführen, ehe sie sich mit Flüssigkeitsdämpfen sättigt.
Das Verfahren ,gemäss :der Erfindung, bei dem die zum Trocknen erforderliche Wärme menge der Papierbahn durch einen Glasluft strom zugeführt, und vor dem Wiederabsau- gen in einem engen Kanal, dessen Boden die Papierbahn bildet, :dieser letzteren entlang ge führt wird, besteht nun :
darin, dass die Luft innerhalb des Trockenkanals mit einer @Ge- schwindigkeit von mindestens 20 m/sek. an der Bahn entlanggeführt wird, so :dass er einen Teil der in ihr enthaltenen Wärme an sie abgibt.
Es ist bei diesem Verfahren mög lich, die Temperatur der Trockenluft bis zur Temperatur der Umgebung herabzusetzen, weil die Temperatur der Farbe durch den Verdunstungsvorgang sinkt, so .dass ein Tem peraturunterschied zwischen .der Farbe und ,der frisch zugeführten Luft entsteht, der einen Wärmeübergang ermöglicht.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, inner halb eines Trockenkanals, dessen Höhe etwa ein Zehntel Millimeter oder weniger beträgt. .die Trockenluft in Form eines entsprechend dünnen Luftfilms mit einer hohen Geschwin- digkeit an der Papierbahn entlangzuführen;
bei dieser Anordnung handelt es sich aber nicht .darum, ,der Papierbahn die Wärme des eingeblasenen Luftstromes zuzuführen, son dern hier bildet die Kanaldecke zugleich die Wand einer Heizkammer, die mit Dampf be heizt wird und der ausserordentlich dünne Luftfilm soll hier nur dazu dienen, die Wärme von dieser Heizkammer auf das Pa pier zu übertragen.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungs beispiel einer Vorrichtung zur Ausübung .des Verfahrens, und zwar zeigt - Fig. 1 die Trockenvorrichtung im Längs schnitt; Fig. 2 zeigt sie im Schnitt nach A-B, und Big. 3 in Aufsicht.
Die Papierbahn 1 wird über die Leit- walzen 2 geführt. Sie bildet den Boden eines im übrigen von einer Wand 5 begrenzten Kanals. in welchem auf die Papierbahn ein Luftstrom von ungefähr,der Umgebungstem peratur mit einer Geschwindigkeit von über 20 m/sek. :durch ein Rohr 3 aufgeblasen wird, .das in eine Düse 4 ausläuft, und zwar ist die Form der Düse 4 an ihrem vordern Ende so gewählt, dass der Luftstrom beim Austritt aus der Glasdüse ganz oder annähernd pa rallel zur Papierbahn verläuft.
Er wird durch die Führungswand 5, die parallel zur Papier- #bahn in einem Abstand von wenigstens 4, höchstens 12 mm verläuft, in .solcher Weise an :der Papierbahn gehalten, :dass .sämtliche Luftteilchen des ständig durchwirbelten Luftstromes in innige Berührung mit .der Papieroberfläche kommen, wodurch ein Teil der Luftwärme auf die Papierbahn und die Druckfarbe übertragen wird.
Die am Ende :der Führungswand 5 aus :dem Trockenkanal zwischen dieser Wand und .der Papierbahn 1 :austretende, mit Xylol ge- schwängerte Luft wird nun in an sich be kannter Weise abgesaugt, damit eine Verun reinigung :der Luft des Betriebsraumes durch die Xyloldämpfe vermieden wird.
Es münden zu diesem Zweck .das Blasrohr 3 und ein Saugrohr 6 in einen Kasten, dessen Aussen wand 7 in grösserem Abstand von der Papier bahn verläuft, :als die Führungswand 5 .des Blaslüftstromes. Die Aussenwand 7 ist ausser dem länger als die Führungswand 5 und am Austrittsende des Kastens möglichst nahe an .die Papierbahn herangeführt. Das Saugrohr 6 ist an den Raum angeschlossen, der zwi- achen der Führungswand 5 .des Blasluftstro- mes und der Aussenwand 7 des Kastens liegt.
Wie insbesondere aus Fig. 2 und 3 zu ersehen ist, liegen die Blas- und Saugrohre am glei- ohen Ende, aber an verschiedenen Seiten des Trockenkastens; der Blas- und Saugluft strom verläuft dementsprechend in entgegen gesetzter Richtung vom Kasten aus gesehen. Der Trockenkasten ist durch eine diagonal durch ihn verlaufende Wand 8 in zwei Teile geteilt. Es wird auf der einen Seite dieser Wand @durcli das Blasrohr 3 die Blasluft ein geführt und auf der andern Seite durch das Saugrohr 6 abgesaugt.
Das Ende 9 der Führungswand 5 ist um gebogen und stromlinienförmig abgerundet, wie Fig. 1 zeigt; der aus dem Zwischenraum zwischen der Wand 5 und der Papierbahn 1, das heisst aus dem Trockenkanal austre tende Luftstrom wird daher in Richtung des Pfeils 10 um das abgebogene Ende 9 der Füh rungswand 5 herumgeführt und es tritt in fo1gedessen so betut wie keine Luft aus dem Zwischenraum zwischen der Papierbahn 1 und der Aussenwand 7 aus.
Es wird hier durch eine Verunreinigung der Luft des Be triebsraumes durch die angesaugten Xylol- dämpfe vermieden. Die Blasluftmenge wird zweckmässig geringer bemessen als die Saug luftmenge, so dass an der Stelle 11 auch Dämpfe, die an andern Stellen der Maschine entstehen, mit abgesaugt werden. Der Trockenkasten kann ausserdem um -die Achse 12 der Blas- und Saugrohre ge schwenkt werden, so dass die Papierbahn jederzeit freigelegt werden kann.
Die Blasluft kann auch an einer Papier bahn entlanggeleitet werden, die in an sich bekannter Weise um eine Trommel herumge führt ist.
Die der Papierbahn zugekehrte Seite der Führungswand kann zweckmässig so ausge bildet werden, dass sie einen wesentlich an dern Rauhigkeitsgräd besitzt als die Ober fläohe der Papierbahn; hierdurch wird die Wirbelbewegung der Luft verstärkt.